Alle Beiträge von Kaktusmichel

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Januar

Wer Mitglied bei der Deutschen Kakteengesellschft (DKG) ist, konnte im letzten Jahr monatlich meine Beiträge über die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten verfolgen.

Gerne möchte ich für alle die nicht die Verbandszeitschrift KuaS beziehen, diese Ausführungen in meinem Blog wiederholen.  Ich hoffe damit ein Verständnis für die Grundsätze der Kakteen- und Sukkulentenkultur vermitteln zu können.

Aloe arborescens ein Winterblüher©DornenProjekt.de

Gewächshaus:

Obwohl sich die meisten unserer Pflanzen jetzt in tiefster Winterruhe befinden, sind regelmäßige Kontrollgänge im Gewächshaus notwendig, u. a. um die Temperatur zu prüfen, denn der Technik kann man nicht blind vertrauen. Ein zu spät entdeckter Heizungsausfall kann böse Folgen haben. Dabei den Ventilator nicht vergessen! Durch die Luftbewegung werden kalte Ecken im Gewächshaus vermieden und die Gefahr der Kondensation feuchter Luft auf den Pflanzen reduziert. Den Gang durchs Gewächshaus nutzt man natürlich auch für eine Kontrolle der Pflanzen auf Fäulnis, Verpilzung oder Schädlinge.

Crassula rupestris©DornenProjekt.de

Temperaturansprüche:

Für die meisten Kakteen und anderen Sukkulenten genügen Überwinterungstemperaturen zwischen 5 und 10 °C. Nur Pflanzen aus wärmeren Regionen benötigen Temperaturen von über 12 °C. Dazu zählen beispielsweise die Gattungen Discocactus, Melocactus, Pilosocereus, Rhipsalis, Schlumbergera, die madagassischen Vertreter der Gattung Pachypodium und einige Euphorbien.

Wassergabe Sukkulenten:

Dickblättrige Sukkulenten wie Echeveria, Crassula, Sedum, Gasteria und Haworthia sollten im Abstand von vier bis sechs Wochen etwas Wasser erhalten. Aber Vorsicht: nicht über die Pflanzen gießen, sonst besteht Fäulnisgefahr! Auch die Vertreter der Gattungen Schlumbergera, Rhipsalis, Epiphyllum und Disocactus benötigen im Winter etwas Feuchtigkeit.

Pachyphytum machucae©DornenProjekt.de

Die Winterwachser unter den Sukkulenten, meist Pflanzen aus den Winterregengebieten des südlichen Afrikas (z. B. Conophytum, Tylecodon, zahlreiche Pelargonien oder Pachypodium namaquanum), die sich etwa von Oktober bis Ende März im Wachstum befinden, benötigen auch jetzt regelmäßige, aber sparsame Wassergaben sowie etwas Dünger.
Je niedriger die Temperaturen, desto zurückhaltender wird gegossen. Ausschlaggebend für den Wasserbedarf sind nicht nur die Mindesttemperatur, sondern auch die tagsüber erreichten Wärmegrade.

Manche sukkulente Arten kommen jetzt schon zur Blüte. Es ist möglichst darauf zu achten, dass deren Wurzelballen nicht komplett austrocknet, da es sonst die ganze Pflanze schwächt.

Wassergabe Kakteen:

Ab Mitte des Monats können die Arten von Notocactus, Parodia, Cleistocactus und Gymnocalycium an sonnigen Tagen sparsam gegossen werden, damit nicht zu viele der Saugwurzeln absterben. Aber das genügt dann auch wieder für 4 Wochen.

Winterschutz mal anders 🙂

 

Schädlinge:

Wer im letzten Herbst noch ausgesät hat sollte die Sämlinge auf Befall von Trauermücken kontrollieren, der auch in der kühlen Jahreszeit auftritt, insbesondere wenn die kleinen Pflänzchen an einem warmen und feuchten Platz im Gewächshaus stehen.

Zimmerkultur:

Bei einer Kultur auf dem Fensterbrett sollte je nach Zimmertemperatur etwas gegossen werden,  je wärmer die Aufstellung, umso mehr. Meist genügen sparsame Wassergaben etwa alle 4–6 Wochen. Da das Licht für einen arttypischen Wuchs zu dieser Jahreszeit für die meisten Arten nicht ausreicht, ist das Ziel, die Pflanzen am Leben zu erhalten, aber kein Wachstum zu veranlassen. Die Folge eines Zuwachses unter unzureichenden Lichtverhältnissen bedeutet, „Vergeilung“,  wobei die Pflanzen sich mit beschleunigtem Längenwachstum dem Licht nähern. Es wird daher jetzt auch nicht gedüngt.

Rhipsalis pilocarpa, braucht auch im Winter etwas Wasser©DornenProjekt.de

Freiland:

Immer häufiger werden Kakteen auch im Freiland, z. B. im Steingarten ausgepflanzt. Diese winterharten Kakteen erfreuen sich steigender Beliebtheit.
In manchen Gebieten fallen im Januar zuverlässig größere Mengen Schnee. Die Schneedecke auf den Pflanzen ist ein guter Winterschutz. Wo der Schnee ausbleibt, ist es ratsam für empfindlichere Arten einen Regenschutz anzubieten, z. B. ein Dachüberstand am Haus. Bei großen Exemplaren wie bei Cylindropuntia imbricata sollte man darauf achten, dass sie unter der Schneelast nicht zusammenbrechen und wenn notwendig, den Schnee mit einer Stange vorsichtig abklopfen.

Cylindropuntia imbricata©DornenProjekt.de

Allgemeine Pflegehinweise:

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, mit dem Umtopfen
zu beginnen, da die Pflanzen sich in der Winterruhe befinden und das Substrat durchgetrocknet ist. Das neue Substrat sollte vollkommen trocken sein. Die umgetopften Pflanzen nicht angießen, damit Wurzelschäden noch gut abtrocknen können. Die Gelegenheit nutzt man natürlich auch, um nach Schädlingen Ausschau halten.

Selbst im Januar kann während der frostfreien Zeit das Gewächshaus oder Zimmer kurz gelüftet werden, besonders an sonnigen Tagen, wenn Tagestemperaturen über 10 °C zu erwarten sind.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, es einmal mit einer Aussaat zu versuchen: Jetzt ist noch genug Zeit, um in den zahlreichen Samenkatalogen zu stöbern. Aber es kann auch schon unter Verwendung von Kunstlicht ausgesät werden.

House of Plants

Der Titel „House of Plants“ lässt nicht vermuten, dass es sich bei diesem Buch um eine Ausgabe in deutscher Sprache handelt.

Erst der Untertitel „Mit Sukkulenten, Luftpflanzen und Kakteen leben“ sorgt für Aufklärung.
Dieses Druckwerk wurde aus dem englischen übersetzt.

In netter Art wird von Caro Langton & Rose Ray über die Beweggründe, die zum Schreiben dieser Lektüre geführt haben, berichtet.

 

House of Plants, Caro & Rose Ray
© House of Plants – Mit Sukkulenten, Luftpflanzen und Kakteen leben von Caro Langton & Rose Ray, erschienen bei teNeues, € 35, www.teneues.com


In der Einleitung können wir lesen, dass sie ein Haus geerbt haben
, in dem noch einige Kakteen von Rose’s Mutter standen. Scheinbar hat die Tochter auch die Freude an den Sukkulenten mit in die Wiege gelegt bekommen.

Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved
Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved

Mir gefällt die behutsame Heranführung an diese Sukkulenten. Sie erklären, dass Pflanzen nicht nur ein Raumschmuck sind. Man soll sich die Wohnung mit seinen Gegebenheiten anschauen und dann erst die Pflanzen dafür aussuchen. Bei vielen ist es, so habe ich das oft erlebt, gerade umgekehrt und das führt meist zum Scheitern.

 

Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved
Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved

Dieses Werk ist leicht und Unterhaltsam zu lesen.
Gleichsam für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.
Untermalt von schönen Skizzen und Bildern in denen die Pflanzen ins rechte Licht gerückt werden.

 

Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved
Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved


Viele Tipps zur Pflege, Bepflanzung und dem Styling werden weitergegeben. Außerdem stellen sie viele Pflanzen mit ihren Ansprüchen im Einzelporträt vor.

Sehr gut wird auch auf die Lichtansprüche der einzelnen Gewächse eingegangen. Selbst Beispiele über vegetative Vermehrung fehlen nicht. Ich finde es ist ein rundum gelungenes Buch.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Kakteen.

 

House of Plants
Mit Sukkulenten, Luftpflanzen und Kakteen leben
Caro Langton & Rose Ray

erschienen bei teNeues
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19,5 x 25,5 cm
224 Seiten, Hardcover
ca. 160 Farbfotografien und Illustrationen
Texte in Deutsch
€ 35
ISBN: 978-3-96171-077-5

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren -Eine besinnliche Zeit-

Da genießen wir es, dass die Gärtnerei vom 23. Dezember 2018 – 15. Januar 2019 mal geschlossen bleibt. Wir lieben unsere Kakteen und die anderen Sukkulenten, jedoch etwas Abstand und Ruhe, spornt einem wieder zu neuen Taten an.


Zeit für einen Rückblick

2018 war ein sehr heißes und trockenes Jahr. Der Aufenthalt in der Gärtnerei, bei diesen Temperaturen, oft schon knapp an der Schmerzgrenze. Das Gießwasser aus der Zisterne hat gerade so gereicht, aber für den Garten blieb um so weniger übrig.
Selbst wenn man Kaktus gelernt hat, war es anstrengend.

Der Tag der offenen Tür war sehr gut besucht, allen Dabeigewesenen nochmals vielen Dank dafür.
Wir erfreuten mit unseren Vorträgen wie jedes Jahr mehrere Ortsgruppen der Deutschen Kakteengesellschaft. Hat Spaß gemacht, so viele alte und neue Bekannte zu treffen.
Auf unserer letzten Ausstellung in Wiesbaden wechselten etliche Pflanzen ihren Besitzer. Gerade samstags war wieder die Hölle los.

Viele Kakteen- und Sukkulentenfreunde kamen in unsere Gärtnerei, oft mehrmals im Jahr. Danke für die Treue.

Sogar der hessische Rundfunk filmte in unserer Gärtnerei und hat noch einen Sendetermin für den 3. Januar geplant.
Überrascht waren wir auch von den vielen positiven Zuschriften aufgrund unserer Beiträge in der KuaS, der Vereinszeitschrift der Deutschen Kakteengesellschaft. Die 12 Beiträge für 2018 wollten erst einmal gestemmt werden.
Besonders aber freuten uns die Absatzzahlen unseres Kakteenbuches, scheinbar haben wir es doch richtig gemacht. Insgesamt ein sehr zufriedenstellendes 2018.

Zeit für einen Blick in die Zukunft.

In den letzten Wochen konnten wir unser Sortiment etwas auf Vordermann bringen, das lässt mit Zuversicht ins neue Jahr schauen. Die Lücken auf den Verkaufstischen sind fast verschwunden. Sicher findet ihr wieder einiges neues bei uns, lasst euch überraschen.


In Zukunft wollen wir uns mehr auf unseren Verkaufsshop und das reichhaltige Angebot in der Gärtnerei konzentrieren und nur noch beim Tag der offenen Tür in Darmstadt, als zusätzlichen Höhepunkt im Jahr, außerhalb unseres Geschäftes  Pflanzen verkaufen.
Ab 2019 wird es das Kaktusfest nicht mehr geben. Dafür ist jeder erste Sonntag im Monat von März bis Oktober von 10 bis 13 Uhr weiterhin verkaufsoffen. Natürlich mit dem gewohnten Service, Kaffee oder Tee und manchmal kleinen Leckereien. Außerdem gelten ab 16.01.2019 auch wieder unsere normalen Öffnungszeiten. Es gibt sicher weiterhin genug Gelegenheiten die Gärtnerei zu besuchen.

Es sind zwei Kurzvorträge, über Traumgärten und Mesembs in Vorbereitung. Tolle Bilder warten auf euch. Kommt doch einmal zu einem Vortragsabend in einen Kakteenverein. Termine und Veranstaltungsorte werden auf der Webseite pünktlich bekannt gegeben.

Zeit für ein Danke.

Ihr wart wieder toll. Es hat Spaß gemacht mit euch zu plaudern. Wir haben uns gefreut über die vielen netten Bemerkungen. Gerne senden wir auf diesem Wege,  die besten Grüße und  Wünsche für euch und eure Familien. Danke für die gute Zusammenarbeit in all den vergangenen Stunden! Kommt gut über die Feiertage wir sehen uns wieder ab dem 16. Januar mit neuem Elan.

 

Helga und der Kaktusmichel

 

Schlumbergera x buckleyi unser Weihnachtskaktus.

Die Heimat der Weihnachtskakteen.

Der Ursprung dieser Hybriden ist einesteils die botanische Art Schlumbergera truncata und und als zweites S. russeliana. Vorkommend im nördlichen Teil von Rio de Janeiro, San Paulo und dem Orgelgebirge in Ostbrasilien, in Höhenlagen von 1500 m bis über 2000 m. Dort sind es sogenannte Aufsitzerpflanzen, mit anderen Worten, sie wachsen epiphytisch auf Bäumen oder Felsen in Humusansammlungen.

Vermarktet werden nur noch Kreuzungen.

Der Ursprung war eine Kreuzung zwischen Schlumbergera russeliana und Schlumbergera truncata. Bekannt ist diese Züchtung seit etwa 1840, der ‚Vater‘ dieser Hybriden war W. T. Buckley aus England. Folgerichtig der Name ‚Schlumberger x buckleyi‘, wobei das ‚x‘ für Hybride steht.

Diese Pflanze ist der eigentliche „Ur-Weihnachtskaktus“, aber sie wird nur noch selten in den Sammlungen gepflegt.
Die Massenware unter dem Trivialnamen Weihnachtskaktus, ist heutzutage eine Auswahl- und Zuchtform, die aus dieser alten Hybriden entstanden ist.

Züchtererfolg

Es wurde bei diesen Kultivaren mehr auf den aufrechten und stabilen Wuchs, Blühwilligkeit und -farbe geachtet.
Die alten Formen hatten eher hängende Triebe und waren empfindlicher. Auch wurden die Zweige und Knospen beim Umstellen an einen anderen Platz oft abgeworfen.

Wuchsform der Pflanze.

Strauchartig verzweigter Wuchs. Die Sprossglieder blattartig, flach und am Rand eingekerbt oder leicht gezahnt mit einer Länge von bis zu 3,5 cm und einer Breite von 2,5 cm. Diese Stämme sind in einzelne Abschnitte unterteilt, botanisch als Phyllokladien bezeichnet. Am Ende der Glieder sind nur schwach ausgeprägte Areolen in Gruppen angeordnet. Daraus entwickeln sich feine borstenartige Dornen, die Blüten und auch die weiteren Phyllokladien.

Die Blüte.

Die Blütenblätter verwachsen im unteren Bereich zu einer Blütenröhre. Im oberen Teil trennen sich diese dann und sind leicht zurückgebogen. Die Blütenkrone ist etwas schief angeordnet, dies heißt zygomorph. Je nach dominantz der eingekreuzten Art können die Blüten auch mehr radiär ausgebildet sein und weniger zygomorph.
Größe der Blüte: Etwa 6 cm lang bei einem Durchmesser von 4 cm. Blütenfarben mit allen Zwischentönen (diese werden auch durch Temperaturen beeinflusst) von weiß, über gelb, orange, rosa und rot.

Blütezeit zwischen Dezember und Januar. Die Frucht ist rot und schwach kantig.

Pflege.

Die Hauptwachstumszeit erfolgt an sogenannten Langtagen (April – August) mit 14–16 Stunden Licht, bei Temperaturen über 20 Grad. Im Gegensatz dazu die Blütenbildung an Kurztagen (Oktober – November) mit 8 – 9 Stunden Helligkeit, bei etwa 15 Grad. Nach der Blüte werden diese Kakteen etwas trockener gehalten. Sobald die ersten Knospen zu sehen sind, solltest du wieder mehr gießen.

Standort in Kultur

Diese Pflanze fühlen sich im Sommer an einem halbschattigen Platz im Garten wohl.
In der Wohnung mag sie somit im Sommer keine volle Sonne, sondern eher einen Platz an einem Ost oder Nordfenster.
Während der Blüte am besten an einem kühlen, hellen Platz stellen (15 – 18 Grad).

Erdzusammensetzung

Wer sein Substrat selber anmischst möchte, kann dies aus lockerer Kakteenerde mit erhöhtem Humusanteil tun. Gerne auch mit einer geringen Menge Lehm.
Umtopfen solltest du alle 2–3 Jahre, nach der Blüte.

Da hartes Gießwasser nur schlecht vertragen wird, bitte wenn möglich mit Regenwasser gießen.
Das Düngen nicht vergessen und Staunässe vermeiden.

Vermehrung.

Wengleich du diese Kakteen auch aus Samen vermehren kannst, dies ist aber langwierig. Abgesehen davon wenn du keine neuen Kreuzungen erzielen willst, solltest du  auf Stecklinge zurückgreifen.
Diese gewinnst du aus einem Stamm mit 3 bis 4 Gliedern, die nach kurzem Abtrocknen in leicht feuchtem Torf-Sandgemisch, bei 20–24 Grad, schnell bewurzeln.

Stecklingsvermehrung bei Sukkulenten

Stecklinksvermehrung bei anderen Sukkulenten.

Wer gerne seine anderen Sukkulenten vermehren möchte, kann dies aus Samen oder auch aus Stecklingen erreichen.
Viele Grundlagen habe ich bereits bei der Stecklinksvermehrung von Kakteen beschrieben, bitte lies dir das vorher durch.
Oft werden Sukkulenten geschnitten, da sie einfach zu groß geworden sind, die dabei anfallenden Schnittstücke eignen sich sehr gut zum Bewurzeln.
Meist kannst du die so gewonnenen Teile gleich in Erde stecken und sie nach 2-3 Tagen das erste mal leicht angießen oder besprühen.

Sukkulenten Schneiden, Euphorbia
Bei Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia) tritt ein weißer Milchsaft nach dem Schnitt aus ©Kaktusmichel.de

Besonderheiten bei Stecklingen.

Bei Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia) die Schnittstelle, nach dem Schneiden, in Wasser tauchen bis kein Milchsaft mehr austritt, danach abtrocknen lassen und dann in trockenes Substrat stecken.
Vorsicht der Milchsaft ist leicht ätzend und sollte nicht auf Schleimhäute oder in die Augen kommen. Am Anfang nur sprühen wenn ein Zuwachs sichtbar wird kann auch leicht angegossen werden.

Sukkulenter Blattsteckling
Blattsteckling ©Kaktusmichel.de

Vermehrung über Blätter.

Bei den Gattungen Adromischus, Echeveria, Gasteria und Haworthia ist es auch möglich, über sogenannte Blattstecklinge die Vermehrung zu versuchen. Es gelingt zwar nicht
immer mit allen gesteckten Blättern, doch das Ergebnis liegt meist bei 50 bis 80%, dass sich neue Pflänzchen entwickeln.

Ableger am Bluetenstiel einer Haworthia
Ableger am Blütenstiel©Kaktusmichel.de

Sprossbildung.

Ab und zu kommt es vor, dass sich an einem Blütenstand Jungpflanzen bilden.
Beobachten konnten wir das bei Agave, Haworthia, Gasteria und Astroloba. Daran erkennt man, dass ein Blütentrieb ein umgewandelter Spross ist. Diese Neutriebe produzieren an der Altpflanze schon Wurzelspitzen und können ebenfalls ohne Probleme zur Vermehrung abgenommen werden.
Diese kleinen Pflänzchen, die bereits Wurzelspitzen haben können, in durchlässiges Substrat einsetzen, an einen warmen, halbschattigen Platz stellen und nach einer Woche angießen.

Sprossbildung nach Ausspitzung
Durch entfernen der Mitte, wurde eine Echeveria zum Sprossen angeregt©Kaktusmichel.de

Anregung zum Spross bilden.

Wenn es bei Rosettenbildenden Pflanzen mal nicht mit Blattstecklingen klappt, funktionier vielleicht da aus spitzen. Bei diesem Eingriff schneidest du die Mitte de Pflanze heraus und das Gewächs versucht einen oder meist mehrere neu Triebe auszubilden. Die neu gewachsenen Pflanzen kannst du dann abschneiden und bewurzeln.

Sukkulenten teilen
Am einfachsten geht es mit einer Teilung©Kaktusmichel.de

Teilung

Die einfachste Art der Weitervermehrung ist die Teilung von sprossbildenden Sukkulenten.
Oft brauchst du das Gewächs nur einfach mit einem Ruck auseinander zu ziehen und gewinnst so genügend neue Pflanzen. Aber auch mit einem Messer kannst du nachhelfen am beste so, dass an jedem abgeschnittenen Teilstück noch ein paar Wurzeln verbleiben.

Weitere Tipps in meinem Blog oder auch in meinem Buch.

Kakteen ohne Samen vermehren.

Wie kann ich meine Kakteen ohne Samen vermehren?

Oft sind Kakteen in der Kultur über Samen angezogen, aber eine vegetative Vermehrung ist auch lohnenswert.
Mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere kannst du schnell einen Ableger abschneiden. Sehr wichtig ist aber, die vorherige Reinigung des Werkzeuges mit etwas Alkohol (z. B. Spiritus), damit sich keine Krankheitserreger von Pflanze zu Pflanze übertragen.
Außerdem sollte man nur gesunde Triebe für die Stecklingsvermehrung auswählen!
Bei großen Schnittflächen an Säulenkakteen solltest du bei dem Kopfstück den Stumpf zusätzlich etwas anspitzten, um eine gute Wurzelbildung aus dem Leitbündel zu erzielen. Nach dem Schnitt die Schnittfläche zur Desinfizierung in Kohle oder Zimtstaub tauchen.

Kakteen abschneiden
Bei größeren Schnittflächen kann man den Trieb etwas anspitzen, damit die Wurzeln aus dem Mittelpunkt kommen. Etwas Holzkohle verhindert die Fäulnis ©Kaktusmichel.de

Wie geht es nach dem Schnitt weiter?

Nach dem Schnitt muss der Steckling zunächst ein paar Tage oder Wochen zum Abtrocknen der Schnittwunde lagern, bevor er ins Substrat gesteckt wird. Am besten geschieht dies an einem schattigen Platz und senkrecht stehend, damit der Trieb gerade bleibt. Um den Abschnitt aufrecht zu halten, kommt er in einen Zwiebel- oder Kartoffelsack, den du anschließend aufhängst. Natürlich ist es auch möglich, ihn in einen Topf zu stellen.
Doch hierbei muss die Schnittstelle in trockenes durchlässigem Substrat oder auch reinem Vogelsand gestellt werden.
Vogelsand , der als Einstreu bei Ziervögeln Verwendung findet, hat sich als Bewurzelungssubstrat gut bewährt, scheinbar wirkt das zugesetzte Anisöl als Desinfektionsmittel und Stimulator.
Ausnahmen davon sind Stecklinge von Pereskia und Pereskiopsis, diese sofort
in das feuchte Substrat stecken.

Kakteen abschneiden.Steckling mit Wurzel.
Da dieser Oreocereus nicht angespitzt wurde, suchten sich die Wurzeln ihren eigenen Platz. Aber er wächst auch so ohne weiteres weiter. ©Kaktusmichel.de

Der Steckling zeigt die ersten Wurzeln.

Stecklinge am Anfang nur leicht gießen oder Ansprühen. Erst nach ein bis zwei Wochen etwas mehr wässern. Wenn an den Pflanzen ein Neuaustrieb sichtbar ist, mit dem ganz normalen Gießzyklus beginnen. Die Stecklinge an einen hellen, aber absonnigen Platz stellen.

Kakteen schneiden. Mutterpflanze mit Kindel
Ein Kindel lässt sich am leichtesten bewurzeln ©Kaktusmichel.de

Schneller geht es bei Ablegern.

Manche Kakteen brauchst du nicht schneiden, denn sie bilden von sich aus Ableger,
auch Kindel genannt. Die Pflanze, bei Bedarf, austopfen und die einzelnen Kindel mit einem kurzen Ruck von der Mutterpflanze abtrennen.
Bei Hybriden ist eine Vermehrung nur über Sprosse (Kindel) möglich, denn mit Samen würde man wieder eine Aufspaltung der Erbanlagen erreichen. Die tragen zwar die Merkmale der Mutter- und Vaterpflanze in sich, aber das Aussehen, die Blütenfarbe und -größe verändern sich (Mendelsches Gesetz). Darum ist es bei sortenreiner Vermehrung üblich, den Scheitel oder den Mitteltrieb der Sukkulente zu entfernen, um sie zum Sprossen zu bewegen. Damit wird eine größere Anzahl Kindel produziert. Die neuen Ableger wachsen dann an den dornentragenden Areolen, die man vergleichen kann, mit einem schlafenden Auge (= Knospe) bei einem Baum. Wenn diese kleinen Pflänzchen bereits Wurzelspitzen haben um so besser. Aber sie können auch ohne diese in in durchlässiges Substrat eingesetzt werden. An einem warmen, halbschattigen Platz kannst du sie dann, nach einer Woche angießen.
Weitere Tipps in meinem Kakteenbuch. Oder im Blog.

Kakteen schneiden. Hybriden Vermehrung.
Hybridenvermehrung durch einen Kopfschnitt ©Kaktusmichel.de

Gartenbista

Manchmal muss man auch über den Tellerrand schauen.
Aus diesem Grund habe ich mir den Blog von Gartenbista angeschaut.


Eine schöne Seite für Gartenliebhaber, jeden Tag mit einem neuen Beitrag rund um die Natur.
So findet man dort einen Gartenkalender, ein Forum, Pflanzenbeschreibungen und unterhaltsame Beiträge über allerlei Themen.
Abgerundet wird das ganze noch von einigen Gartentools, zum Beispiel einen Zierkiesrechner um die benötigte Menge für einen Weg zu berechnen.
Diese Tools gibt es sogar als Widget zum Einbau in eure Webseite.

Auch über Kakteen sind schon ein paar Beiträge vorhanden.
Insgesamt ein gutes Konzept das wie eine Gartenzeitschrift, andererseits aber kostenlos genutzt werden kann.
Hier noch der Link für euch zu dieser informativen Seite.

Endeckt vom Kaktusmichel

Wandkalender 2019

Wie jedes Jahr gibt es auch in diesem Jahr wieder unseren beliebten Wandkalender.

Viele haben sich das neueste Exemplar schon zugelegt.
Wer den Kalender für 2019 gerne noch haben möchte,sollte sich aber beeilen, die letzten Exemplarer sind schon im Verkauf.

Kaktushumor 2019©Kaktusmichel.de

Alle die vorher schon mal gerne darin blättern wollen hier ist die Online Version

den folgenden Link auf Kakteenhumor 2019
aufrufen.

Für jeden Monat ein schönes Kakteen.- oder Sukkulentenbild, eine Karikatur rund um unser Hobby ein paar gute Sprüche und eine Anleitung für die Pflege unserer Lieblinge in diesem Monat.

Kakteenhumor 2019
Broschürenkalender gelocht
28 Seiten
7,50€ plus Porto

Bestellung über unseren Shop oder einfach in der Gärtnerei abholen

Warum blüht mein Kaktus nicht?

Warum blüht mein Kaktus nicht, diese Frage wird sehr oft gestellt.

Nicht immer gibt es eine eindeutige Antwort.
Aber ich werde versuchen Dir einige Erklärungen anzubieten.
Zu allererst ist dein Kaktus schon alt genug?
Bei Rebutien zum Beispiel klappt das oft schon bei 2-jährigen Sämlingen.
Aber bei einem Schwiegermutterstuhl (Echinocactus grusonii) wartet man meist
40- 50 Jahre bis die erste Blüte kommt.

Warum blüht mein kaktus nicht? Der hier abgebildete Echinocactus grusonii blüht das erste mal mit 40 - 50 Jahren.
Ein über 120 Jahrer alter Echinocactus grusonii in unserer Gärtnerei©Kaktusmichel.de

Eine grobe Einordnung wäre auch Kugelkakteen blühen oft früher als Säulenkakteen!?

Natürlich ist das auch kein fester Anhaltspunkt es gibt immer Ausnahmen.
So und jetzt einige Tipps:

Was kannst Du selbst für eine reichliche Blütenentwicklung tun?

Grundlegend ist, erst einmal eine Pflanze, die nicht genügend Zuwachs hat
wird auch nicht sehr reich blühen, denn die Blüten kommen meist an den Vorjährigen Areolen.
Deshalb biete deiner Pflanze die nötigen Voraussetzungen an,
damit der Kaktus auch Spaß daran bekommt dir seine Blüten zu zeigen.
Schauen doch mal das Substrat an, wenn du schon nicht mehr weißt
wann das Sukkulent, dass letzte mal frische Erde bekommen hat, wird es sicher Zeit neu einzutopfen.
Siehe dazu auch den Blogbeitrag über die Zusammensetzung einer guten Sukkulentenerde.
Im Zweifelsfall kannst du fertig gemischtes Substrat bei mir
auch kaufen.

Warum blüht mein Kaktus nicht? Vielleicht war er an einem zu warmen Überwinterungsplatz aufgestellt.©Kaktusmichel.de

Natürlich ist auch der Standort der Kakteen und Sukkulenten entscheidend,
stimmen die Lichtverhältnisse?

Suchen  für deinen Kaktus den hellsten Platz aus, bitte nicht mitten im Zimmer.
Wenn es schon an einem ungünstigen Platz sein muss, hilft eine gute Pflanzlichtlampe.
Siehe dazu auch den Blogbeitrag über die Lichtbedürfnisse von Sukkulenten.

Ein großer Fehler, der immer wieder gemacht wird:

Dein Kaktus steht Sommer wie Winter immer am gleichen Platz, zum Beispiel im Wohnzimmer.
Er hat also meist eine Mindesttemperatur von 20 Grad, wird alle 14 Tage gegossen und denkt sich, es sind hier alle Jahreszeiten gleich. Woher soll er wissen, wann seine Blütenzeit ist und außerdem ihm geht es auch ohne Blüte gut, warum sich anstrengen?
Besser wir stellen ihn über den Winter für mindestens 8-10 Wochen an einen kühleren Ort bei etwa 6-12 Grad.
Wichtig, trocken soll das Substrat sein, nicht dem armen Kerl noch einen Schluck Wasser für die lange Winterruhe mitgeben.
Das Wasser würde im kühlen Winterquartier noch lange in der Erde stehen und vielleicht zu Fäulnis führen.

Warum blüht mein kaktus nicht. Wann haben Sie das letzte mal gedüngt?
Trichocereen in Blüte©Kaktusmichel.de

Noch ein Wort zum Winterquartier nicht jeder hat ein Gewächshaus.

Dort ist es mit der niedrigen Temperatur kein Problem, es geht auch ein Treppenhaus, Kellerraum oder zur Not auch das Schlafzimmer.
Wenn er trocken und kühl steht, ist die Helligkeit des Standortes nur zweitrangig.
Und zum Schluss das Düngen.
Verwenden Sie einen Dünger mit einem höheren Phosphatanteil dieser regt die Knospenbildung an (bekommen du auch in der Gärtnerei).
Düngen aber nur von März bis August bei jedem zweiten gießen.
Viele Tipps findest Du auch in diesem Beitrag.
Wenn alles nichts nutzt, sollte man dem Kaktus mit dem Kompost oder der Biomülltonne drohen, manche sagen das würde Wunder bewirken.

Euer Kaktusmichel

Auszüge aus Kakteen und Sukkulenten von Michael Januschkowetz
das Buch gibt es beim Verfasser oder bei Amazon

 

 

Neuer Drehtag

Kaum wurde unsere Gärtnerei in der Sendung „Herrliches Hessen“ vorgestellt, kam schon das nächste Fernsehteam des Hessischen Rundfunks zum Drehtermin.

Dieses mal filmten sie verschiedene Beiträge für die Sendung „Hessentipp“. Da manchen unser Beitrag in Herrliches Hessen etwas kurz vorkam, soll am Freitag den 9.11.2018 um 18.45 Uhr ein paar Minuten mehr von den Kakteen und mir zu sehen sein, lasst Euch überraschen.

Hessentipp beim Kaktusmichel, dass Team bei der Arbeit
Das Fernsehteam in angespannter Beratung©Helga Januschkowetz

Der Drehtag begann viertel vor zehn mit einem ersten Sondierungsgespräch.

Nach dem Jens Kölker und ich verkabelt waren ging es schon zur Sache. Die erste Sequenz klappte auf Anhieb, dass war schon mal gut für die Nerven. Aber es standen uns noch 5 weitere Drehteile bevor. Der Kameramann suchte schon nach dem besten Platz für die nächste Szene. Eine kurze Absprache mit der Redakteurin Sabine Brox und schon konnte es weitergehen mit der Aufnahme.

Hessen Tipp beim Kaktusmichel
Sabine Brox mit dem Tontechniker bei der Vorsichtung der Aufnahme©Helga Januschkowetz

Ich hatte mal wieder zu viel zu erzählen, dass würde den Zeitrahmen sprengen.

Dann doch lieber noch einmal wiederholen und siehe da, die vorgegebene Zeit konnte eingehalten werden. Stellungswechsel wir wollten zeigen wie umgetopft wird. Wie gewöhnlich gab es Probleme, dass der Moderator den Kaktus nicht ohne Handschuhe anfassen wollte, die gibt es aber bei mir nicht. Doch mit Hilfe von zwei Eierkartons konnte dieses Problem auch gelöst werden. Wenn wir schon mal beim Arbeiten sind musste jetzt ein Geldbaum dran glauben. Er war auf gut hessisch, etwas gakelig gewachsen, also die Triebe wurden zu lang wegen Lichtmangel. Jetzt griffen wir beide zur Schere und schnitten dieses Sukkulent etwas in Form.

Hessen Tipp beim Kaktusmichel
Wo schneiden wir was weg? Jens Kölker und der Kaktusmichel in Aktion©Helga Januschkowetz

Nächster Dreh, ein Talk warum ich gerade auf Kakteen als Sammelleidenschaft gekommen bin.

Wer mich kennt weiß warum, die anderen erfahren es am Freitag um 18.45 Uhr im Hessischen Rundfunk. Jetzt noch ein letzter Mitschnitt, wir schauen uns die Echinopsen an und Fachsimpeln etwas darüber, so der Film ist im Kasten. Zwischenzeitlich ist es schon fast 14 Uhr geworden, alle haben Hunger und außerdem sind wir etwas müde von der ständigen Konzentration. So ein Drehtag kann wirklich anstrengend sein. Danke an das nette Team vom HR für die schönen Stunden, sie werden mir lange in Erinnerung bleiben. Jetzt freue ich mich mit Euch erst einmal auf den Freitag, bin gespannt wie es ankommt.

 

Update:
am 3. Januar 2019 live im HR
bei Hallo Hessen ab 16 Uhr

Euer Kaktusmichel

Zu sehen in der Mediathek