Archiv der Kategorie: Schädlinge

Spinnmilben an Kakteen

Spinnmilben an Kakteen und anderen Sukkulenten.

Zu den heimtückischsten Schädlingen an unseren Sukkulenten gehört die Spinnmilbe aus der Familie der Tetranychidea. Manche Kakteen- und Sukkulentenarten werden besonders gerne von Spinnmilben befallen, das Schadbild ist unübersehbar und der Befall geht rasend schnell vonstatten.

Spinnmilbenbefall©Kaktusmichel.de
Spinnmilbenbefall©Kaktusmichel.de


Befall an Kakteen.


Besonders betroffen sind bei den Kakteen Aporocactus, Chamaecereus, Echinocereus, Rebutia, Lobivia, Matucana und Echinopsis.
Der Hauptübeltäter heißt Brevipalpus russulus die sogenannte Kakteenspinnmilbe die aber keine Spinnennetze webt, wie der Namen vermuten lässt.
Sie richtet ihre Schäden in der Scheitelregion, also im zarten Neuaustrieb an.

Befall an Chamaecereus, nach der Behandlung hat die Spitze wieder grün ausgetrieben©Kaktusmichel.de


Die ersten Anzeichen auf der Epidermis für einen Befall sind winzige matte Punkte, die sich dann rostfarben verändern. Das Schadbild weitet sich flächig in eine Verschorfung um, die fast wie ein Sonnenbrand erscheint. Diese Stellen entstehen durch das anstechen der Epidermis und das Injizieren einer schädlichen Substanz beim Aussaugen des Zellsaftes.
Die Folge ist Verlust von Chlorophyll und eine somit verminderte Wuchskraft. Erst nach einer erfolgreichen Behandlung kommen aus der Mitte des Scheitels wieder intakte Zellen aus der Verkorkung heraus. Aber die einmal befallene Epidermis wird nicht wieder grün.

 

Spinnmilbenbefall©Kaktusmichel.de
Diese Pflanze ist so stark durch Spinnmilben geschädigt, dass sie lieber entsorgt werden sollte.©Kaktusmichel.de


Die Kakteenspinnmilbe wird über neu in die Sammlung hinzugekommene, befallene Kakteen verbreitet. Außerdem kann eine Milbenpopulation über Kleidung oder Hände mitgebracht werden.

Spinnmilbe©DornenProjekt
Spinnmilbe siehe Pfeil©DornenProjekt.de


Aber auch die anderen Sukkulenten können von diesen Plagegeistern heimgesucht werden.


Befall an Sukkulenten


Bei den anderen Sukkulenten findet man sie vermehrt auf Caudexpflanzen aus der Familie der Cucurbitaceae und Adenium. Als Schädling tritt dort meist die gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticaea) auf, gut erkennbar an spinnwebartigen Gespinsten zwischen den Blattstielen und den Blättern.
Es betrifft dann die glatten, weichen Blätter an denen die Tierchen auf der Blattunterseite ihr Unwesen treiben. Das Schadbild wird in der Regel an den Blattadern sichtbar, auch hier tritt eine punktartige Gelbfärbung durch den Chlorophyll Entzug auf. Anschließend welken die Blätter und werden abgeworfen.

In unseren Breiten kommt die gemeine Spinnmilbe den Sommer über auch im Freien vor, oft auf Weiden, Linden, Obstgehölzen und Bohnen, wodurch ein Befall über den Wind weiter verbreitet wird.

Spinnmilbe an Sukkulenter Caudexpflanze©Kaktusmichel.de


Die Spinnmilbe ist mit bloßem Auge schwer zu sehen. Aber mit der Lupe, erkennen wir die etwa 0,2 – 0,6 mm kleinen, gelblich, braunen oder auch grünlichen Tiere die dort emsig herumlaufen.

Spinnmilben lieben die Trockenheit, Feuchtigkeit meiden sie.

An warmen trockenen Sommertagen ist aus einem Ei innerhalb einer Woche ein adultes Tier gewachsen, welches 50–100 Eier legen kann und das bei bis zu 9 Generationen im Jahr. Jeder kann sich vorstellen, wie groß eine Population bei optimalen Bedingungen wäre, eine Zahl mit 17 Nullen.

Natürliche Hilfsmittel.

Deshalb sind Pflanzen die zu Befall neigen im Sommer besser im Freien aufgehoben, dort ist scheinbar allein durch den Morgentau ein Schaden nicht feststellbar.
Aber auch das Übersprühen mit Wasser hat eine heilsame Wirkung, was aufgrund der Feuchtigkeit und der mechanischen Wirkung zum Erfolg führen kann.

Bei einzelnen Sukkulenten hilft es, wenn die Pflanze stark gegossen in eine Plastiktüte verpackt wird und darin 2 Tage verbleibt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sterben die Schädlinge ab. Aber meist ist leider nicht nur eine Pflanze betroffen. Dann brauchen wir andere Mittel.

Chemische Bekämpfung.


Wer einen starken Befall hat, wird um eine gezielte Behandlung nicht herumkommen.
Zur Bekämpfung eignen sich vor allem Akarizide (Bi 58, Lizetan AF und andere). Aber hier sollten die eingesetzten Mittel öfters gewechselt werden, um einer Resistenz vorzubeugen.
Bei mir kommt in diesen Fällen Spruzit zur Anwendung, durch das enthaltene Rapsöl kommt auch keine Resistenz auf. Auch Schwefelpräparate, eigentlich gegen Pilze, haben sich als  sehr wirksam erwiesen.

Bekämpfen mit Nützlingen

Wer die Kleinklimatischen Bedingungen schaffen kann, darf es auch mit Nützlingen versuchen. Aber er sollte sich vorher genau über die Lebensbedingungen informieren.
Sonst ist es schade ums Geld und der Erfolg ist nur mangelhaft.

Viele Tipps zu Schädlingen an Kakteen und Sukkulenten
gibt es auch in dem Buch von Thomas Brand
Pflanzenschutz bei Kakteen und anderen Sukkulenten
ISBN 978-3-00-029589-8

Ein ungebetener Gast die Wolllaus

 Schädling an Kakteen, die Wolllaus.

Ein häufiger “Gast” auf unseren Kakteen ist die sogenannte Wolllaus oder auch Schmierlaus, der Namen kommt von ihrem meist wolligen Pelz und ihrem watteartigen Gespinst, in dem sie ihre Eier ablegt.
Dieser Schädling muss unbedingt an unseren Pflanzen bekämpft werden, da er die Pflanzen zu sehr schädigt.

Es gibt viele Arten von Wollläusen.

Es gibt mehrere Arten (an die 1000 verschiedene), die auch aufgrund ihrer schmierigen Ausscheidung beim Zerdrücken “Schmierläuse” genannt werden.
Pseudococcidae, so lautet ihr wissenschaftlicher Namen, ist auf unseren Pflanzen gefürchtet. Sie kann sie sich rasend schnell Vermehren. Das Weibchen legt an die 500 Eier und bringt es bei  guten Bedingungen auf bis zu 8 Generationen im Jahr.

Diese Pflanze ist fast komplett mit Schmierläusen besetzt.©Kaktusmichel

Gefährlich macht diesen Schädling nicht nur das er unsere Kakteen und Sukkulenten aussaugt, sondern das er mit seinem Kiefer auch noch chemische Zusätze in die Fraßstelle infiziert, die den Pfleglingen zusätzlich das Leben schwer machen. Außerdem scheiden die Tiere einen Zuckerstoff, aus der auf der Pflanze oft noch einen Russtaupilz ansiedelt.

Vorbeugung ist wichtig.

Vorbeugen sollte man seine Kakteen öfter von allen Seiten auf Läuse überprüfen und auch Neuzugänge genauer betrachten.
Haben wir erst einmal diese Schädlinge in der Sammlung festgestellt gilt es rasch zu handeln.

Wolllaus aus der Nähe©Schröder

Wolllaus Bekämpfung mit System

Oft ist bei einem sehr großen Befall nur die chemische Keule wirksam.
Dort kommen dann Systemische-Mittel zum Einsatz (Bi 58, Lizetan AF und  andere).
Oft ist es ratsam den ganzen Bestand an Pflanzen zu Behandeln, da es nicht auszuschließen ist das der Befall an anderen Sukkulenten auch schon begonnen hat.
Am besten nach 14 Tagen noch einmal behandeln damit aus Eiern ausgeschlüpfte Wollläuse auch abgetötet werden.

Biologische Bekämpfung der Schmierläuse

Wer nicht gerne mit der Chemischen Keule an die Pflanzen gehen will, kann es auch mit einer Mischung aus 500ml Wasser und  einem Esslöffel Pflanzenöl versuchen, die er über die Pflanze sprüht. Ein weiteres Hausmittel  besteht aus  5ml Spülmittel, 5ml Spiritus und 500ml Wasser,  mit dieser Lösung wird die Pflanze abgewaschen. Dies sollte mindestens zweimal im Abstand einer Woche geschehen auch danach nicht vergessen die Pflanze nach einiger Zeit auf Neubefall zu überprüfen.
Sehr gute Wirkung zeigt auch das biologische Mittel Spruzit von Neudorf.

Wolllaus mit Nest

Ein wüchsiger Kaktus bekommt seltener Schädlinge!

Beherzigen Sie die Regel eine Pflanze, die sich wohlfühlt, bekommt selten Schädlinge. Also bieten sie ihrem Kaktus einen für ihn idealen Platz an und geben sie ihm außer Wasser des Öfteren auch etwas Dünger denn eine kräftige Pflanze kann sich gegen Schädlinge  besser zur Wehr setzen.