Archiv der Kategorie: Pflegekalender

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Oktober

Entsprechend den Außentemperaturen und der kürzeren Tageslänge wird das Gießen jetzt reduziert, da das Substrat jetzt langsamer abtrocknet.
Solange kein Frost zu erwarten ist, wird das Gewächshaus noch regelmäßig gelüftet, dies trägt zur Abhärtung der Pflanzen bei.

Heizung überprüfen.

Ist die Heizung fit für die Wintermonate?
Jetzt haben sie noch Zeit einmal nach dem rechten zu schauen!
Wer bisher keine Heizung in seinem Gewächshaus hatte und sich mit dem Gedanken trägt dies zu ändern, hat noch die Gelegenheit dazu.

Elektroheizung für das Gewächshaus

Eine Heizung für das Gewächshaus.

Strom.

Ein mit Strom betriebenes Heizgerät ist am einfachsten zu installieren und beinhaltet nur geringe Anschaffungskosten. Die Folgekosten jedoch, für den Stromverbrauch, sind im Vergleich zu anderen Heizmethoden höher. Wenn ein solcher Heizer neu angeschafft wird, unbedingt darauf achten, dass es ein Gerät mit Metallgehäuse ist. Bei einem Kunststoffgehäuse kann es schnell mal zu einem Schmorbrand kommen, denn die Heizung läuft oft lange ohne Aufsicht. Es gibt Heizer speziell für Gewächshäuser die zur Steuerung ein Thermostat besitzen.
Oder ein separater Thermostat mit Thermofühler kann an der kältesten Stelle im Gewächshaus angebracht werden, um eine exakte Temperatur­steuerung durchzuführen.

Echinocereus scherii v. subterraneus ©KAKTUSMICHEL

Gas

Wenn kein Stromanschluss im Gewächshaus zur Verfügung steht, gibt es noch die Möglichkeit mit Gas zu heizen. Dafür werden ebenfalls geeignete Geräte angeboten. Die Gasheizung muss jedoch für den Gewächshausbetrieb konzipiert sein. Durch den Brenner wird der Umgebungsluft Sauerstoff entzogen, was bei einem sehr dichten Gewächshaus dazu führt, dass die Flamme bei Sauerstoffmangel ausgeht. Deshalb eine kleine Belüftungsöffnung vorsehen. Ein zusätzlicher Ventilator, angetrieben mit Solarstrom oder Batterien, kann die durch die Gas-Verbrennung entstehende höhere Luftfeuchtigkeit absenken.

Zentralheizung

Die Aufwendigste aber auf Dauer günstigste Alternative ist ein Anschluss an die bestehende Wohnhausheizung. So wird im Gewächshaus je nach Größe des Objekts ein oder mehrere Heizkörper installiert und diese über einen Thermofühler und Thermostat der Warmwasserzulauf reguliert. Um jederzeit, besonders aber im Winter über die vorherrschende Temperatur im Gewächshaus auf dem Laufenden zu sein, haben sich digitale Thermometer mit Sender bewährt. So kann auch über eine größere Distanz, in der Wohnung, jederzeit die Temperatur überprüft werden.

Isolation mit Luftpolsterfolie

Soll das Gewächshaus mit Luftpolsterfolie einpackt werden, die Folie überprüfen, ob sie noch einen Winter aushält oder neue besorgt werden muss.

Freiland


Für nässeempfindliche Pflanzen gegen Ende des Monats eine Überdachung anbringen, damit das Substrat gut abtrocknet und keine neue Feuchtigkeit dazukommt.

Zimmerkultur

 

Im Zimmer sind es über den Winter meist um die 20° C und mehr. Bei solchen Temperaturen kommen viele Arten im nächsten Jahr nicht zur Blüte. Besonders Kakteen profitieren von Wintertemperaturen zwischen 5 und 12° C bei völliger Trockenheit. Dies heißt dann, die Pflanzen für diese Zeit ins Treppenhaus, Keller oder in die Garage zu räumen. Jetzt den Platz dafür vorbereitet, um die Pflanzen gegen Ende des Monats an den Überwinterungsplatz zu bringen. Die Kakteen werden sich im darauf folgenden Jahr mit neuem Wachstum und reichem Blütenflor bedanken.

Huernia thuretii in Blüte

Allgemeine Pflege

Stehen Pflanzen als Sommergäste draußen im Freien, die Temperaturen im Auge behalten, da es im Oktober auch schon mal empfindlich kalt werden kann und mit den ersten frostigen Nächten zu rechnen ist. Das bedeutet aber nicht, dass schon alle Kakteen und andere Sukkulenten sofort eingeräumt werden müssen. Nur die empfindlichen Arten, die von ihren heimatlichen Standorten höhere Überwinterungstemperaturen gewohnt sind, sollten bei Temperaturen unter 15° C bereits im Winterquartier stehen.
Alle anderen Pflanzen können noch etwas draußen bleiben. Diese können notfalls mit einer Plane, einer Decke oder mit Luftpolsterfolie vor Kälteschäden geschützt werden. Legen Sie diese Hilfsmittel bereit, oft ist es nur eine Nacht in der die Temperatur so weit heruntergeht. Bei Kakteen, die beispielsweise ursprünglich aus den Hochlagen Südamerikas stammen, bekommen diese nächtlichen Abkühlungen, bei trockenem Stand, sehr gut.
Oft haben wir durch diese Abhärtung im nächsten Jahr dann bei Rebutia, Eriosyce, Tephrocactus und Co. einen besseren Blütenansatz.

Frithia pulchra in Blüte

Einwintern der Kakteen und anderen Sukkulenten

Beim Einräumen beachten, dass Pflanzen, bei denen der Erdballen sehr feucht ist, in einem kühlen Überwinterungslager das Substrat schlecht abtrocknen kann. Sie fangen dann schnell an zu faulen. Darum rechtzeitig an einem regengeschützten, luftigen Platz unterbringen, damit das Substrat abtrocknen kann.
Wenn, die Pflanzen trocken ins Quartier kommen können sie dann gut unter den Tischen im Gewächshaus den Winter überstehen.
Aber es genügt für die meisten Kakteen und anderen Sukkulenten auch ein frostfreier Raum der, wenn die Pflanzen absolut trocken stehen, auch ohne Zusatzbeleuchtung sein kann.

Praktische Lammellenlüftung. Gewächshausplaza

Frühbeetkasten oder Kleingewächshaus

Bei einer kleineren Sammlung funktioniert auch ein Frühbeet, dass im Winter zusätzlich mit Styroporplatten und mit Luftpolsterfolie verkleidet wird. Wenn, darin ein elektrischer Frostwächter installiert wurde, kann der Winter kommen.
In alten Berichten kann man lesen, dass solche Frühbeete mit Strohballen umstellt und der Deckel ebenfalls mit Stroh, Schilfmatte und Steinen bedeckt wurde. Die sukkulenten Pflanzen haben so, gut verpackt, den Winter überstanden. Diese Methode taugt wahrscheinlich nur bei Kakteen und anderen Sukkulenten, die auch mal einen leichten Frost vertragen können. Frühbeete gibt es als fertige Bausätze in verschiedenen Größen und Ausstattungen zu kaufen oder natürlich auch im Eigenbau.

Pleiospilos nelii Blüte

Keine ungebetenen Gäste mit einräumen.

Beim Einräumen auf Schnecken und anderes Ungeziefer achten, dass von draußen mit eingeschleppt wird, dies kann sich schnell im Winterquartier ausbreiten, da es oft aus mangelnder Kontrolle ungestört sein Unwesen treibt. Spinnmilben und Blütenthripse gehören auch zu diesen Schädlingen. Oft fallen diese kleinen Plagegeister mit der reichlichen Nachkommenschaft erst beim genaueren Betrachten der Blütenbilder am Bildschirm auf.
Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag über Thripse
und Spinnmilben.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im September

Bei trockener und milder Witterung, weiterhin auch nachts die Fenster und Türen im Gewächshaus offen halten. Die nächtliche Abkühlung härtet unsere Sukkulenten zusätzlich ab. Das Wachstum der Kakteen und vieler anderer Sukkulenten verlangsamt sich, deshalb gießen wir nicht mehr so oft und viel.

September die Schwalben ziehen fort und die Kakteenpflege wird weniger. ©Kaktusmichel.de

Arbeiten an den Freilandkakteen


Gerade Opuntien haben über die Sommermonate beträchtlich an Größe zugenommen.
Die schweren Pflanzentriebe liegen dann oft auf dem Boden auf, darum diese mit Steinen etwas unterbauen, damit die Feuchtigkeit von unten nicht an die Triebe kommt und im Winter dann zu Pilzbefall führt. Anflug von Wildkräutern beseitigen und auf genügend Abstand von schnell wachsenden Stauden zu den winterharten Kakteen achten, sonst besteht die Gefahr, dass sie überwuchert werden.

Zimmerkultur

Auch wenn im Zimmer die Außentemperatur kaum eine Rolle spielt, sollte das Gießen vermindert werden. Die kürzer werdenden Tage verlangsamen auch bei den Pfleglingen auf dem Fensterbrett das Wachstum.

Allgemeine Pflege

Wegen der abnehmenden Tageslänge das Düngen einstellen.
Wer über Winter größere Mengen an Kakteen und Sukkulenten umtopfen möchte, sollte sich jetzt schon mit Substrat eindecken. Dieses an einem trockenen Aufbewahrungsort lagern bis zur Verwendung. Das umtopfen im Winter hat den Vorteil, dass die Pflanzen sich in dieser Zeit in Wachstumsruhe befinden. Es sollte dann keine feuchte Erde sein, die eventuell ein Wachstumsschub auslöst.

Sonderbehandlung Supermark-Kakteen

Im Herbst werden meist vermehrt Kakteen und andere Sukkulenten im Supermarkt angeboten. Diese Pflanzen sitzen in reinem Torf, weil Torf in der Verarbeitung für die Topfma­schinen einfacher ist. Außerdem ist dieses Substrat genau darauf abgestimmt, dass in der Massenhaltung die Bewässerung und Düngung reibungslos funktioniert. Ebenso ist es für die Produzenten eine Kostenfrage, denn das Substrat darf nicht viel kosten. Aus dieser behüteten Umgebung kommen diese Pflanzen in den Verkauf beim Discounter. Das Substrat ist ausgetrocknet, die letzten Düngerreserven haben kurz vor der Wurzelspitze halt gemacht und es setzen sich kleine Salzkristalle vor die Wurzelöffnung. Jetzt kommt der glückliche Käufer mit seiner Neuerwerbung nach Hause und gießt die Pflanze. Doch trockener Torf nimmt nur schwer wieder Wasser auf, es kann sein, dass alles von der Erde ab perlt und der Kaktus wartet umsonst auf den Schluck Wasser. Der andere Fall ist, er bekommt Wasser, die Salzkonzentration löst sich auf und verbrennt die Saugwurzeln und diese sterben ab. Deshalb ist es besser solche Neuerwerbungen erst einmal von diesem Substrat zu befreien und in ein besseres umzusetzen.


Weihnachtskakteen

Weihnachtskakteen ( Schlumbergera truncata/russelianus Hybriden) stehen im Sommer am besten draußen an einem Platz im lichten Schatten. Diese Pflanzen reagieren photoperiodisch dies bedeutet sie reagieren auf die Tageslänge. Das Wachstum der Triebe setzt bei Tageslängen von 14 bis 16 Stunden, die Knospenbildung bei 8 – 9 Stunden und einer Temperatur um die 15 °C ein. Jetzt ist die beste Zeit diese blühfreudigen, epiphytischen Kakteen mit Dünger zu versorgen. Die Pflanzen haben dann genug Kraft für den neuen Blütenflor im Winter. Von diesen Kakteen jetzt Stecklinge ernten. Dafür dreht man mehrgliederige, noch junge Triebe ab und steckt sie in ein trockenes Substrat. Dieses öfters besprühen und nach ca. 4 Wochen zeigen sich neue Wurzeln.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im August

Die Kakteen und Sukkulenten werden das letzte Mal in diesem Jahr gedüngt, hierzu kann ein Kalium (K) betonter Dünger eingesetzt werden, wie den der auch oft für die Herbst­-Düngung des Rasens verwendet wird.
Dieser stärkt das Zellgewebe für den Winter.

Mammillaria hahniana©Kaktusmichel.de

Blütenreste entfernen

Anhaftende Blütenreste absammeln oder abschneiden um keine Eintrittsöffnungen für Fäulnis in den folgenden Monaten zu ermöglichen. Dabei findet sich dann auch noch die eine oder andere Samenfrucht an den Kakteen. Auch wenn der Bestäubungspartner nicht bekannt ist, die Samen können für die nächste Aussaat genutzt werden. Meist gibt es dann robustere Nachkommen, wenn auch nicht immer Artrein. Bei sehr starkwüchsigen Opuntien ist jetzt die letzte Gelegenheit einige Triebe abzuschneiden und diese für die Weitervermehrung zu stecken.

Samenkapseln an einer Epithelantha micromeris©Kaktusmichel.de

Urlaub und Kakteen

Wer in Urlaub fährt, sollte seine Nachbarn oder Verwandten genau aufklären, wie die Pflanzen zu gießen sind.
Leider hat schon so manche gut gemeinte Wassergabe einem lang gehegten Schatz den Garaus gemacht.
Am besten die Pflanzen nach Wasseran­spruch zusammen stellen, das macht auch einem ungeübten Pfleger die Sache etwas leichter.
Sind nur 2 – 3 Wochen für die Urlaubsreise eingeplant, reicht es vor der Abreise die Kakteen noch einmal durchdringend zu wässern, dann ist das ausreichend bis zur Heimkehr. Bei so manchen anderen Sukkulenten kann dieser Zeitraum der Trockenheit etwas zu lang sein, diesen sollten wenigstens einmal Wasser in 14 Tagen bekommen.

Die lebenden Steine kommen langsam in Blüte (Lithops dorotheae) ©Kaktusmichel.de

Allgemeine Pflege

Wie schon in den vergangenen Monaten, wenn möglich in den frühen Morgenstunden gießen.
Auf Schmierläuse (Bekämpfung siehe meinen Blogbeitrag) und Spinnmilben (dazu auch der Blogbeitrag) achten die sich in der trockenen Luft sehr rasant vermehren können.
Umtopfarbeiten während den heißen Monaten nur in Ausnahmefällen durchführen. Weiterhin ist es möglich Stecklinge zu schneiden, diese an einem schattigen Platz abtrocknen lassen um sie später dann zu Bewurzeln.

Fast in jeder älteren Sammlung ist der gelbe Sauerklee oder auch Hornsauerklee (Oxalis corniculatus) zu finden.

Sauerklee satt. Da hilft nur Austopfen und alle fremden Wurzeln entfernen.


Die Aussage der blüht schön, kann nicht beruhigen.
Dieses Unkraut ist sehr lästig und nur schwer zu bekämpfen. Essbar ist es nicht, da der Klee zu viel Oxalsäure enthält, Abreisen stört ihn wenig, wegen der sehr langen, fleischigen Wurzeln.

Die Wurzeln vom Sauerklee sind sehr lang.


Außerdem besitzt der Sauerklee eine fast grenzenlose Vitalität um wieder und wieder auszutreiben, selbst nach langer Trockenheit. Die Samen kleben überall fest und keimen noch nach Jahren bei Erdkontakt.
Da hilft nur die Kakteen und anderen Sukkulenten auszutopfen und jedes noch so kleine Würzelchen aus dem Substrat zu entfernen.
Eine weitere Möglichkeit ist angerührtes Herbizid mit einem Pinsel aufzunehmen und den Klee damit zu befeuchten.
Dabei besteht jedoch das Risiko, die Kulturpflanze ebenfalls zu treffen und zu schädigen.
Am besten ist immer die Vorbeugung.
Neuerwerbungen auf Unkräuter und tierische Schädlinge zu überprüfen, bei Bedarf in neues Substrat zu pflanzen und immer wieder kontrollieren, um den Anfängen Einhalt zu bieten.

Uuser Kaakdus Vereinsabbend waar widder sehr invormatiff, Schatzilein! ©Kaktusmichel.de

Erfahrungsaustausch ist wichtig!

Nutzen Sie die Urlaubszeit dazu andere Kakteen- und Sukkulentenfreunde zu besuchen oder einzuladen und Erfahrungen positive wie negative auszutauschen.
Meist gibt es viele Gemeinsamkeiten bei unserem Hobby.

Oder schauen Sie mal auf der DKG Webseite unter Ortsgruppen nach, sicher gibt es eine dieser Interessengemeinschaften auch in Ihrer Nähe.

In meinem Umkreis bieten sich gleich 3 Ortsgruppen an:
Michelstadt
Darmstadt
und Aschaffenburg

Während den Treffen gibt es immer genügend Information auch zu Pflanzenschutz-Themen, tolle Vorträge über Kakteen und andere Sukkulenten, sowie Reiseberichte in die Heimatländer dieser einzigartigen Pflanzen. Nur Mut ein Besuch lohnt sich immer.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Juli

 Während der heißen Tage die Pflanzen früh am Morgen oder erst am späten Nachmittag bzw. Abend gießen!
Die am Tage geschlossenen Stomata der Kakteen und vieler der anderen Sukkulenten verhindern eine Verdunstung von Feuchtigkeit und damit auch den Saftstrom. Deshalb ist es besser über die heißen Mittagsstunden nicht zu gießen.
Über Nacht jedoch kann das angebotene Nass von den Wurzeln aufgenommen werden.

Kühle Nächte fördern das Wachstum.

Gut ist es, die Fenster und Türen Tag und Nacht offen zu lassen, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.
Frische, bewegte Luft ist ein wichtiger Faktor für die Pflanzengesundheit.
Hitzestau führt zu Verbrennungen und macht die Pflanzen anfälliger für Schädlinge.

Türe gegen ungewollte Eindringlinge.

Gegen ungebetenen Besuch durch größere Tiere während dieser Zeit kann ein an die Türgröße angepasster Holzrahmen, der mit einem engmaschigen Drahtgitter bespannt wurde, in der offenen Türen fixiert werden.

Regenwasser sollte gesammelt werden.

Wer kein Regenwasser sammelt, aber im Garten noch Platz für eine Regentonne hat, sollte eine solche aufstellen, denn Regenwasser ist seiner geringen Härte wegen zum Gießen optimal. Man kann die beabsichtigte Düngerlösung bereits in dem Sammelbehältnis anmischen. So muss man den Dünger nicht für jede einzelne Gießkanne neu abmessen. Mit einer Regenfasspumpe und einem Gartenschlauch lässt sich das Wasser direkt ins Gewächshaus leiten, sodass der Transport durch Gießkannen entfällt.

In trockenen Sommern muss auch drausen gegossen werden.

 Bei längeren Trockenperioden müssen die epiphytischen Kakteen, die den Sommer über draußen im Freien stehen bzw. hängen, regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Wer in einem Gebiet wohnt, das öfters von Hagel bedroht wird, sollte sich überlegen seine Kakteen und anderen Sukkulenten mit einem Dach aus feinmaschigem Gitter zu schützen.

Noch ist Pflanzzeit für Freilandkakteen.

Ein Beet für Freilandkakteen, die ganzjährig draußen bleiben sollen, kann noch bis in den August hinein angelegt und bepflanzt werden.
Dafür eignen sich winterharte Kakteen.

“Winterhart” bedeutet, dass die Witterungsbedingungen ganzjährig ungeschützt ausgehalten werden. Dabei sind die Mindesttemperaturen nur ein Faktor. Tiefe Temperaturen unter einer schützenden Schneeschicht werden meist viel besser vertragen als wechselfeuchte Winter mit abwechselndem Schnee- und Tauwetter.

Nicht überall kann ein Kakteenbeet angelegt werden.

Was im Weinbauklima an der Bergstraße ohne weiteres gelingt, kann im oft dauerfeuchten Norden von Deutschland schon unmöglich sein.
Eine gute Recherche, welche Pflanzen in einen Stein- oder Wüstengarten dauerhaft im Freien gepflanzt werden können und welche das örtliche Klima vertragen, ist die Grundlage, bevor man dieses Experiment startet. Auf jeden Fall Rückschläge mit einplanen, denn diese lassen sich nicht immer vermeiden!
Oder es werden nur Sommergäste in den Garten gestellt die im Winter wieder einen Frosgeschützten Platz bekommen.
Das Wichtigste für die Anlage eines solchen Beetes sind ein sonniger Standort (mindestens sechs Stunden Sonne am Tag) sowie ein durchlässiger Untergrund.

Substrat für Freilandkakteen.

Als Substrat hat sich bei mir eine Mischung aus zwei Dritteln mineralischer Bestandteile mit einer Körnung von 0–20 mm und einem Drittel leichter Gartenerde bewährt. Der mineralische Anteil kann aus Sand, Ziegelsplitt, Bims, Lava, Blähton oder Ähnlichem bestehen. Als Bodenabdeckung empfehle ich eine mindestens 5 cm dicke Schicht aus grobkörniger Lava oder aus Splitt anderer Gesteinsarten.
Unkraut lässt sich so leichter entfernen.
Gut bewährt hat sich auch ein drainierter Unterbau aus großen Steinplatten oder zerbrochenen Dachziegeln, die mit Vlies abgedeckt werden, damit die darüber aufgebrachte feinere Mischung nicht in den Spalten des Untergrundes versickert.
Mit einer leichten Schräge im Unterbau erreicht man einen schnelleren Abfluss des überschüssigen Regenwassers. Die Substratschicht braucht insgesamt nicht dicker als 15–20 cm aufgefüllt zu werden, nur für größere Pflanzen sollten es 30–40 cm sein.

Steine nicht nur zur Zierde.

Um die Kakteen vor kalten Winden zu schützen, werden große Steine neben die Pflanzen gelegt, zusätzlich speichern diese bei Sonnenschein die Wärme und geben sie nachts an die Umgebung wieder ab.
Wenn alle Sukkulenten eingepflanzt sind, gießen wir noch nicht sofort an, sondern frühestens nach einer Woche, damit sich Verletzungen an den Wurzeln schließen können. Ansonsten können Pilze oder andere Krankheitserreger über die frischen Wundflächen in die Pflanze eindringen.

Ist der Standort sehr trocken und heiß oder gar überdacht, das Substrat alle zwei bis drei Wochen befeuchten bis die Pflanzen eingewurzelt sind.
Ab Ende September wird das Gießen im Freiland eingestellt.

Düngung der Freilandkakteen.

Meine Freilandsukkulenten erhalten von März bis Mai einen herkömmlichen Volldünger (15–20 Gramm je Quadratmeter), also jetzt nicht mehr, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen können.

Tipps für die Zimmerkultur.

Im Hochsommer wird es hinter der Fensterscheibe oft zu heiß für die Sukkulenten. Mangels Luftbewegung kann dies zu einem Hitzestau und in der Folge zu Verbrennungen an den Pflanzen führen. Meist hilft es schon, wenn die Pflanzen etwas mehr Wasser bekommen. Sie vertragen die Hitze dann besser. Das Schließen der Rollläden über die Mittagszeit an den besonders heißen Tagen ist eine Option, kann aber dazu führen, dass die Pflanzen zu stark verweichlichen.

Sofern die Möglichkeit besteht, ist es für viele Arten am besten, sie auf die Fensterbank nach draußen zu stellen. An der frischen Luft wird die pralle Mittagssonne weit besser vertragen. So, direkt dem Wetter und den schwankenden Temperaturen ausgesetzt, werden die Pflanzen abgehärtet. Auch Schädlinge werden auf diesen Pflanzen nur sehr selten zum Problem.

Immer ein offenes Auge für Schädlinge.

Man kann es nicht oft genug sagen: Weiterhin ein Augenmerk auf Schädlinge halten und bei Bedarf Gegenmaßnahmen ergreifen! Sofort erkannter Befall lässt sich meist noch mit einfachen Mitteln (z. B. Absammeln oder Absprühen) in den Griff bekommen.
Ist der Befall stärker sollte man zu stärkeren Mitteln greifen,
siehe dazu den Blobeitrag über die Wolllaus.

Gerade wärend der trocknen und heißen zeit treten auch gerne Spinnmilben an den Kakteen und Sukkulenten auf (Blogbeitrag).

Samenernte bei Kakteen und anderen Sukkulenten.

Nach dem erfolgreichen Bestäuben (Blogbeitrag) setzen die Pflanzen Früchte an, die je nach Art wenige Wochen bis über ein Jahr zur Reife benötigen. Reife Früchte lassen sich leicht vom Pflanzenkörper lösen. Manche zeigen die Reife durch Aufplatzen oder Umfärben an. Nach der Ernte müssen die Samen gereinigt, das heißt vom Fruchtfleisch befreit werden. Je nach Gattung ist das leichter oder schwieriger zu bewerkstelligen. Einige Früchte sind bei Reife innen trocken und der Samen fällt nach Öffnen der Frucht einfach heraus, ohne dass noch Fruchtfleisch anhaftet. Eine Reinigung ist dann meist nicht erforderlich. Bei anderen Arten sind die Samen innerhalb der Frucht in saftiges Fruchtfleisch eingebettet. In der Natur werden diese Früchte oft – samt Samen – von Kleinsäugern oder Vögeln gefressen. Die unverdauten Körner werden über den Kot ausgeschieden und auf diese Weise oft weit verbreitet. Bei solchen Früchten ist die Reinigung der Samen aufwendiger, denn der Samen muss vom anhaftenden Fruchtfleisch befreit werden. Dies kann durch Auswaschen in einem feinmaschigen Sieb oder einem Leinentuch unter Wasser erfolgen. Anschließend lässt man die Samen auf Papier trocknen. Haftet weniger Fruchtfleisch an den Körnern, genügt es, die Samen zwischen zwei Papiertüchern hin und her zu reiben.

Die Früchte mancher Arten geben die Samen beim Lösen der Frucht durch eine Basalpore frei (z. B. bei einigen Vertretern der Gattung Ferocactus oder Eriosyce). Die Samen rieseln beim Lösen der Frucht vom Kaktus aus dieser Öffnung heraus und bleiben im Scheitel oder im Wollfilz der Pflanzen liegen. Das Aufsammeln der kleinen Körnchen mit einer Pinzette ist eine Option, aber sehr langwierig. Eine geniale Erfindung ist der „Samensauger“, der mit einfachen Mitteln selbst hergestellt werden kann: In den Schraubdeckel eines Glases werden zwei Löcher gebohrt und in diese ein längeres und ein kürzeres Schlauchstück gesteckt.

Der fertige “Samensauger”.

Das lange Stück ist der “Saugrüssel”, der bis kurz vor den Glasboden geführt wird, das kurze Stück endet weit oben im Glas. Sind die Bohrungen etwas größer geraten als der Durchmesser des Schlauches ist, die Öffnungen mit Silikon verschließen und trocknen lassen! An dem kurzen Schlauchstück mit dem Mund die Luft ansaugen und das längere Schlauchstück über die Samenkörner halten und damit aufsaugen. Die Samen sammeln sich dann am Boden des Glases.

Schwierig ist die Ernte auch bei einigen Mammillaria-Arten, bei welchen die Samenkörner in einer Art Tasche im Inneren des Pflanzenkörpers reifen. In der Natur werden die Samen so über mehrere Jahre verteilt peu á peu freigegeben. So lange wollen wir meist nicht warten. Man kann den Verschlussdeckel, der die Samenkörner schützt und zurückhält, vorsichtig anritzen, um an das kostbare Saatgut zu gelangen.

Ebenfalls eine Sonderbehandlung erfahren die Samenkapseln der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) wie beispielsweise Lithops oder Lapidaria. Die Körner sind in hartschaligen Kapselfrüchten eingeschlossen und mit einer Art Membrane abgedeckt. Die Früchte geben die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser frei.

Hier das ganze im Zeitraffer an eine Lapidaria margaretae

Auf diese Weise sind die Samen in der Natur gut geschützt, bis optimale Bedingungen für ein Keimen vorliegen. Wir können dieses Phänomen für die Samenernte nutzen: Die Kapselfrucht mit Wasser besprühen, bereits kurze Zeit danach öffnen sich Frucht und Abdeckung und geben die Samen frei, die mit einem Pinsel leicht herausgewischt werden können. Öffnet sich nur die Kapsel, sind die Samenkörner noch nicht reif. Pflanzen, deren Früchte die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser freigeben, werden auch als “Regenschwemmlinge” bezeichnet.

Beizung von Samenkörnern.

Zur Vorbeugung gegen eine Verpilzung der Aussaat kann Kaliumpermanganat zur Beize des Saatguts eingesetzt werden. Es genügt bereits eine kleine Menge von diesem Pulver in Wasser aufgelöst. Sobald sich das Wasser leicht verfärbt, genügt die Dosis schon. Es gibt aber auch fertige 1%ige Lösungen zu kaufen. Zur Behandlung die Samenkörner z. B. in ein Nylonsöckchen oder einen Teefilter geben und in der Kaliumpermanganatlösung schwenken, danach entweder gleich aussäen oder trocknen lassen.

Kaliumpermanganatpulver eignet sich auch zur Trockenbeize der Samen. Dafür gibt man die Samen zusammen mit etwas von dem Pulver in eine Filmdose (oder etwas Ähnlichem), schüttelt das ganze etwas hin und her, gibt anschließend die Samen samt Pulver in ein Sieb und siebt die Samen ab, fertig.

Lagerung des Saatguts.

Ganz frisches Saatgut am besten noch für vier bis sechs Wochen an einem kühlen Ort lagern, damit die Keimsperre im Samenkorn abgebaut wird! Die Keimsperre dient dazu, dass die Samen nicht schon in der Fruchtkapsel zur Keimung kommen.

In Samenbanken werden die Samen oft bei zweistelligen Minusgraden tiefgefroren. Für unsere Bedürfnisse ist das aber unnötiger Aufwand. Bei der Lagerung sollten größere Temperaturschwankungen, hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden. Ich strebe eine Lagertemperatur von etwa 10 °C an. Ein trockener, kühler Keller ist ein optimaler Lagerort. Als Lagergefäß haben sich Gläser mit Schraubdeckel bewährt, die Schutz vor Fressfeinden wie zum Beispiel Bohnenkäfern, Mehlmotten und Mäusen bieten. Um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren, kann noch ein Trockenmittelbeutel (Silica Gel) oder etwas Katzenstreu in das Aufbewahrungsgefäß gelegt werden. Dies beugt auch einem Pilzbefall vor. Die Lagerung sollte dunkel erfolgen.

Jede noch so gute Lagerung schützt nicht davor, dass die Samen früher oder später nicht mehr keimfähig sind. Manches Saatgut verliert die Keimfähigkeit bereits nach einem Jahr, dazu zählen die Vertreter der Gattungen Frailea und Astrophytum, über mehrere Jahre keimfähig bleibt Saatgut von z. B. Lithops, Ferocactus, den meisten Mammillaria-Arten und Ariocarpus.

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Juni

Unsere Kakteen und Sukkulenten befinden sich in der Hauptwachstumszeit.
Wer seine Pflanzen in einem Gewächshaus pflegt sollte Fenster und Türen auch nachts geöffnet lassen.
Somit haben wir genügend Temperaturabsenkung und unsere Pflanzen können nach oft schon sehr warmen Tagen aufatmen.
Diese Gegebenheit führt auch dazu, dass mehr Wasser und Dünger von den Sukkulenten verbraucht wird.

Aber beim Gießen dennoch Vorsicht, Staunässe wird von den wenigsten vertragen.

Echinocereus blankii Hybride ©Kaktusmichel.de

Stecklingsschnitt bei Kakteen und anderen Sukkulenten.

Ab jetzt können durch die milderen Temperaturen auch Stecklinge geschnitten werden. Während Kakteen in der Kultur meist über Samen vermehrt werden, ist bei einigen anderen Sukkulenten eine vegetative Vermehrung lohnenswerter.
Mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere ist schnell ein Ableger abgeschnitten. Sehr wichtig aber ist die vorherige Reinigung des Werkzeuges mit etwas Alkohol (z. B. Spiritus), da mit keine Krankheitserreger von Pflanze zu Pflanze übertragen werden. Nur gesunde Triebe für die Stecklingsvermehrung auswählen!

Auch große Kakteen können abgeschnitten werden, zwecks einer Neubewurzelung.
Auch große Kakteen können abgeschnitten werden, zwecks einer Neubewurzelung.

 

Aber auch zu lang gewachsene Kakteen können jetzt abgeschnitten werden. Für Kakteen, die zu lang werden, sich auf die Seite legen, wie es manchmal bei Mammillaria-Arten vorkommt, und nur durch Festbinden an Stäben noch zu einem senkrechten Wachstum gezwungen werden können, kann die Kürzung wieder zu einem ansprechenden Erscheinungsbild führen.
Diese Prozedur eignet sich auch für Pflanzen, die von
unten stark verkorken und nicht mehr schön aussehen
.

Den unteren Stumpf sollte man weiterkultivieren, da sich an diesem oft neue Sprosse bilden, die ab einer gewissen Größe
wieder als Ableger abgenommen und bewurzelt werden können.

Bei großen Schnittflächen an Säulenkakteen wird beim Kopfstück der Stumpf zusätzlich etwas angespitzt, um eine gute Wurzelbildung aus dem Leitbündel zu erzielen. Nach dem Schnitt die Schnittfläche zur Desinfizierung mit Aluminiumpulver, Kohlestaub oder Zimtpulver bestäuben.
Die Schnittstellen der Stecklinge und Abschnitte müssen gut
abtrocknen, was je nach Pflanzendurchmesser zwischen ein paar Stunden und mehreren Tagen oder Wochen dauert, bis sie in neues Substrat gesteckt werden.

Bei Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia) die Schnittstelle in Wasser tauchen, bis kein Milchsaft mehr austritt, danach abtrocknen lassen.

Wenn die Schnittstelle gut trocken ist, einen Topf mit durchlässigem Substrat oder auch reinem Vogelsand, der als Einstreu bei Ziervögeln Verwendung findet, füllen. Vogelsand hat sich als Bewurzelungssubstrat für Kakteen und Sukkulenten gut bewährt. Scheinbar wirkt das zugesetzte Anisöl als Desinfektionsmittel und Stimulator für die Wurzelbildung.

Die Stecklinge werden nach dem Abtrocknen in das Bewurzelungssubstrat gesteckt und an einem warmen, aber nicht
vollsonnigen Platz aufgestellt. Ich besprühe die Pflanzen dann öfters und gieße nach ein, zwei Wochen erstmals leicht an. Nicht
übermäßig feucht halten! Nach einiger Zeit bilden sich neue Wurzeln und das Wachstum beginnt.

Neuen Pflänzchen können bei den anderen Sukkulenten, auch aus sogenannten Blattstecklingen  gewonnen werden, beispielsweise bei den Gattungen Echeveria, Gasteria, Haworthia und Adromischus. Dafür einzelne Blätter abdrehen oder
schneiden. Die weitere Vorgehensweise ist die gleiche wie bei den geschnittenen Stecklingen.

Euphorbia milii©Kaktusmichel.de

Einige lieben eher den Schatten

Nicht alle Kakteen fühlen sich im Sommer auf dem sonnigen Fensterbrett wohl. Gerade die sogenannten Oster- und Weihnachtskakteen (Rhipsalidopsis und Schlumbergera) lieben nicht die pralle Mittagssonne. Entweder es wird um diese Zeit etwas schattiert oder wer einen Garten hat, sollte diese Pflanzen lieber über Sommer im Halbschatten dort aufstellen.
Auch für Rhipsalis und Tillandsien trifft dies zu.

Tillandsia jucunda©DornenProjekt.de

Vorsicht vor der Sciaramücke

Wer sonstige Zimmerpflanzen neu gekauft hat, erlebt oft das Trauermücken (Sciaramücke) mit diesen eingeschleppt wurden. So mancher verwechselt sie mit Fruchtfliegen die gerne auf reifem Obst sitzen, dies Art bevorzugt aber die Blumenerde.
Die Fliegen sind nur lästig, gefährlicher ist die Larven dieser Insekten, den sie ernähren sich nicht nur von nicht zersetzten Teilen in der Substrat.
Die kleine durchsichtigen Würmchen können auch Kakteen befallen, entweder wenn diese noch sehr klein sind oder eine Faulstelle den Eintritt erleichtert, aber auch die Wurzel schmecken ihnen. Vorbeugend sollte das Substrat nicht dauerfeucht gehalten werden, dies begünstigt die Vermehrung der Schadinsekten.

Anhand von Gelbtafeln erkennt man, ob größere Mengen der kleinen schwarzen Fliegen unterwegs sind.
Diese Fallen sind aber mehr oder weniger nur ein Anzeiger (Monitoring) für den Befall, außerdem wirken sie nur gegen die erwachsenen Tiere nicht gegen die Larven.
Für erste und schnelle Hilfe sorgt ein einfaches Fliegenspray aber nicht so dicht an den Pflanzen anwenden sonst kommt es durch das Treibgas schnell zu Verkühlungen.

Es wirken auch Systemische Gifte, die es zum aufstreuen oder angießen gibt.
Als biologische Schädlingsbekämpfung haben sich bestimmte Nematoden als nützlich erwiesen. Diese werden dem Gießwasser beigegeben, diese Fadenwürmer dringen in die Trauermückenlarven ein und dekontaminieren sie mit symbiontischen Bakterien, an denen die Schädling in 1-10 Tagen erliegen. Bei größeren Anlagen werden oft auch Raubmilben (Hypoaspis miles) eingesetzt, die zudem noch andere Schädlinge in Schach halten.

Gut bewährt hat sich auch der Einsatz
von Bacillus thuringiensis israelensis (Bti),
der bei höheren Temperaturen erfolgreicher ist, als der Einsatz von Nematoden.
Bti ist in Mitteln enthalten, die zur Bekämpfung von Stechmückenlarven in Regenwasser
tonnen oder Teichen angeboten werden

Eine weiter elegante Art der Bekämpfung ist mit Hilfe von Fettkrautpflanzen (Pinguicula), die zwischen die Töpfe gestellt werden, die Fliegen abzufangen. Diese Fleischfressenden Pflanzen sehen schön aus, blühen fast das ganze Jahr und kommen auch mit starker Sonneneinstrahlung klar, wenn ihnen nur genügend Feuchtigkeit geboten wird.

Opuntia azurea©Kaktusmichel.de

Selbst mal Bienchen spielen.

Viele Blüten an unseren Pflanzen verleiten dazu, es einmal mit einer Bestäubung zu versuchen.
Erst müssen wir uns im klaren sein,
geht es uns um eine Arterhaltung oder wollen wir einen Bastard erzeugen. Bei einer Artreinen Weitervermehrung brauchen wir zwei Pflanzen von der gleichen Gattung und Art. Kommt es nicht auf die Artreinheit des Aussaatmaterials an, oder wir möchten gerne eine neue Kulturform erzeugen, dann können wir versuchen zwei Blüten die gerade an unseren Kakteen geöffnet sind zu bestäuben. Die besten Erfolge haben wir wenn beide Pflanzen aus der gleichen Gattung und Art stammen. Oft gelingt so, Hybriden innerhalb einer Gattung zu erzielen. Eine Bestäubung zwischen unterschiedlichen Gattungen gelingt nicht immer, es ist schwieriger oder kann auch misslingen.

Trichocereus terscheckii©Kaktusmichel.de

Nach einer erfolgreichen Bestäubung verdickt sich die Blütenröhre, bis die Frucht fertig ausgebildet ist. Die Frucht
muss vollständig ausgereift sein, bevor es an die Ernte geht. Manche Früchte platzen auf, wenn sie reif sind, und die Samenkörner werden sichtbar, andere ändern bei Reife die Farbe oder die Frucht lässt sich leicht von der Pflanze lösen. Die
Fruchtreife kann nach einem oder gar erst nach zwölf Monaten eintreten, dies ist von Art zu Art unterschiedlich

Dokumentation beim Bestäuben.

Eins sollte aber beachtet werden: Sobald man Hybriden erzeugt, sind die Kreuzungspartner zu dokumentieren damit auch spätere Besitzer solche Nachkommen eine Vorstellung von den Elternpflanzen haben, und die Pflanze nicht als scheinbar Artrein weitergegeben wird.

Bei der Bezeichnung der Kreuzung wird als Erstes die Mutterpflanze (der Samenträger) genannt, danach
der Vater (Pollenspender), dazwischen steht ein „ד als Symbol für die Kreuzung, also z. B.
Rebutia heliosa × Rebutia albiflora.

Doch sollte nicht vergessen werden, auch weiterhin artreine Bestäubungen vorzunehmen, damit ein bewusster Artenschutz stattfinden kann und der Druck auf die Naturstandorte nachlässt. Für Samen und Pflanzen, die in Kultur in größerer Anzahl erzeugt und angeboten werden, erübrigt sich die Entnahme aus der Natur.

Rebutia spec.©Kaktusmichel.de

Selbstfertil oder Selbststeril?

Ob wir zwei Pflanzen brauchen hängt auch davon ab, ob die zu bestäubende Pflanze selbstfertil oder selbststeril ist. Die selbsterilität verhindert die sogenannte Autogamie (Selbstbestäubung).
Selbststerilität ist im Pflanzenreich mehr vertreten, somit auch bei den Kakteen, da diese Art der Bestäubung zu mehr Samen führt und eine bessere Weiterentwicklung der Individuen erlaubt.
Unter anderem sind bei Astrophytum, die meisten aus der Gattung Copiapoa und Echinocereus selbststeril.

Anders sieht es bei selbstfertilen (selbstbestäubenden) Pflanzen aus, dann genügt es schon wenn zwei Blüten am Kaktus geöffnet sind und wir bestäuben diese gegenseitig.
Dies finden wir zum Beispiel bei Pflanzen aus der Gattung Austrocactus, Aztekium, Blossfeldia aber auch bei einzelnen Arten in der Gattung Mammilaria.
Eine andere Art der Selbstbefruchtung nennt man kleistogam dieses finden wir zum Beispiel bei Ipomea purpurea und den meisten Fraileen, dies erlaubt das die Blüten bei ungünstigen Witterungsverhältnissen, sich ohne zu öffnen selbst bestäuben können, indem der Stempel durch die Pollen wächst, diesen aufnimmt und sich so bestäubt.

Manches mal finden wir in Pflanzenbeschreibungen einen Hinweis ob die Pflanze selbstbefruchtent ist oder einen anderen Bestäuber braucht. Sonst helfen nur Selbstversuche.

Wie funktioniert eine Bestäubung.

Wenn sich eine Blüte öffnet, sind die Pollen nicht
sofort reif. Oft muss man mehrere Stunden warten, bis die Pollensäckchen aufreißen und die Pollenkörner frei geben.
Dann den reifen Pollen mit einem Pinsel, einem Wattestäbchen oder einer Pinzette vorsichtig von dem Pollenträger abnehmen
und auf der Narbe (Stempel) der zu bestäubenden Pflanze aufbringen. Zuvor sollte das Werkzeug gesäubert worden sein, um sicherzustellen, dass man nicht ungewollt Pollen einer anderen Art überträgt.

Reizbestäung

Wer nur eine Pflanze hat und diese auch noch selbststeril ist, aber dennoch unbedingt Samen ernten will, kann auch einen Versuch mit der sogenannten Reizbestäubung starten. Mit diesem Vorgang
kann es gelingen, die Sperre zu überwinden, die normalerweise verhindert, dass eine selbststerile Pflanze mit sich selbst oder zwei unterschiedliche Gattungen untereinander bestäubt werden
kann. Insekten erreichen dies durch das Pollengemisch, welches sie am Körper herumtragen, manchmal zufällig.

Wir können diesen Versuch auch selbst durchführen, indem wir mit einem Pinsel etwas Zementstaub auf die Narbe der zu bestäubenden Blüte aufbringen. Der Zementstaub kann die Selbststerilität aufheben. Nach etwa 2 Minuten wird der Pollen des Bestäubungspartners mit auf die Narbe aufgetragen. Wenn man Glück hat, gelingt nun die Befruchtung.

Samenkapseln an Notocactus floricomus©Kaktusmichel.de


Bei
einer Erfolgreichen Bestäubung verdickt sich die Blütenröhre bis die Frucht fertig ausgebildet ist. Die Samenkapsel muss vollständig ausgereift sein bevor es an die Ernte geht. Manchmal erkennt man es daran, dass sie aufplatzt und der Samen sichtbar wird. Oder die Farbe sich verändert und die Frucht sich leicht von der Pflanze ablösen lässt. Die Samenreife kann nach einem oder gar erst nach zwölf Monaten eintreten, dies ist von Art zu Art unterschiedlich.

Samen reinigen

Die Samen müssen jetzt gereinigt, das heißt vom Fruchtfleisch befreit, werden. Je nach Gattung ist das leichter oder schwerer zu bewerkstelligen. Einige werden trocken und nur noch eine Papierartige Hülle hindert den Samen daran auszufallen.
Bei Turbinicarpus, Astrophytum und Ariocarpus ist der Samen nach der Fruchtreife nicht mehr mit dem Fruchtfleisch verbunden. Sondern bereits trocken und kann einfach ausgeschüttelt werden. Ein entfernen der Schmutzpartikel genügt und wir haben sauberes Aussaatmaterial.
Andere habe die Samen in saftigem Fruchtfleisch eingepackt, damit es in der Natur über Tiere weiterverbreitet wird. Deshalb ist zum Beispiel bei Echinocereus, Mammillaria und Echinopsis die Reinigung etwas aufwendiger. Hier muss der Samen erst vom anhaftenden Fruchtfleisch befreit werden. Meist geschieht dies durch auswaschen in einem Sieb oder Leinen Beutelchen und anschließenden Trocknen. Ist weniger Fruchtfleisch an den Samen, kann es auch genügen die Samen zwischen zwei Papiertüchern hin und her zu reiben.

Samen von Kakteen lagern.

Ein anschließendes Beizen der Samen halte ich nicht für unbedingt notwendig. Wer dies aber als Vorbeugung gegen Pilze tun möchte, nimmt dazu Kaliumpermanganat, es genügt eine kleine Menge von diesem Pulver, wenn sich das Wasser leicht verfärbt genügt die Dosis schon. Man kann sich aber auch eine 1% Lösung fertig kaufen. Die Samen in dieser Lösung schwenken und danach trocknen lassen. Jetzt lagern wir den Samen noch für 4-6 Wochen an einem kühlen aber luftigen Ort, damit die Keimsperre im Samenkorn abgebaut wird. Die Keimsperre ist notwendig, damit die Körner nicht schon in der Fruchtkapsel zur Keimung kommen.
Wer Samen länger lagern möchte sollte eines bedenken auch bei idealen Verhältnissen gibt es Arten die schon nach kurzer Zeit ihre Keimfähigkeit verlieren dazu gehören Frailea und auch Astrophytumsamen, über mehrere Jahre Keimfähig bleiben zum Beispiel Lithops, großsamige Mammilarien und Ariocarpen.

Mehr Tipps in unserem Buch.

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

 

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Mai

Nach den letzten kalten Nächten wird es jetzt hoffentlich mit dem Frost vorbei sein.

Aufstellung im Freien

Wenn es auch mit Arbeit für den Kakteenpfleger verbunden ist, einige Kakteen fühlen sich über die Sommermonate im Freien wohler. Deshalb empfiehlt sich für die Vertreter der Gattungen Rebutia, Sulcorebutia, Echinopsis, Trichocereus und auch so manchen Echinocereus eine Aufstellung im Freiland. Dort können sie je nach Wetterlage von Anfang oder Mitte Mai bis zum Oktober verbleiben. Wer dafür ein Frühbeet mit abnehmbaren Fenstern hat, ist klar im Vorteil, da es bei ungünstiger Witterung nochmal geschlossen werden kann. Solche „Freigänger“, entwickeln sich oft deutlich besser als Pflanzen, die ganzjährig im Gewächshaus stehen.
Gerade die stärkeren Temperaturschwankungen, das Mehr an Licht, das Fehlen von Hitzestaus, sowie nicht zuletzt der morgendliche Tau und die ständige Luftbewegung tun den Kakteen gut.

Sukkulenten in der Somerfrische©DornenPROJEKT.de
Sukkulenten in der Somerfrische©DornenPROJEKT.de

Auch bei den anderen Sukkulenten gibt es einige, die aus dem Gewächshaus ausgeräumt werden können, die frische Luft lieben und im Freien an vollsonnigen Plätzen um einiges besser gedeihen als im Gewächshaus. Dazu gehören beispielsweise Vertreter der Gattungen Adromischus, Aeonium, Haworthia oder auch die schwergewichtige Agaven, Aloen und Yuccas. Am besten die Pflanzen zuerst für zwei bis drei Tage an einem schattigeren Platz unterbringen, gut wässern und sie langsam an das Sonnenlicht zu gewöhnen.

Sukkulenten in der Blumenampel

Sukkulenten die in einer Blumenampel gepflegt werden, können am Ast eines Baumes aufgehängt werden, vielleicht in Begleitung einiger Tillandsien. Insbesondere epiphytische Kakteen, z. B. Epiphyllum, Rhipsalis, und Schlumbergera, fühlen sich im Halbschatten eines Baumes sehr wohl. Zur Aufhängung von Sukkulenten und Tillandsien eignet sich Spaliere, alternativ auch ein Gitter aus einer Estrichmatte / Armierungsgitter aus dem Baumarkt.

http://www.kaktusmichel.de/Dornenprojekt/
http://www.kaktusmichel.de/Dornenprojekt/

Platz an der Hauswand

Eine Aufstellung direkt an einer Hauswand bietet, abhängig von der Hauptwindrichtung, Schutz vor übermäßigem Regen. Auch die vom Mauerwerk tagsüber gespeicherte Wärme, die in den Nachtstunden langsam abgegeben wird, ist dem Gedeihen vieler Sukkulenten förderlich.

Pflege in der Zimmerkultur:

Da es jetzt wieder wärmer wird, neigen viele dazu, ihre Kakteen am Fensterbrett stärker zu gießen. Aber Pflanzen, die in einem Übertopf stehen können da leicht „ertrinken“. Grundsätzlich sind Übertöpfe riskant. Wer der schöneren Optik wegen darauf nicht verzichten will, sollte kleine Steine, Tongranulat oder etwas Styropor auf den Grund des Übertopfs legen und dafür das Ziergefäß etwas größer wählen. Dadurch stehen die Wurzeln nicht ständig im überschüssigen Wasser und man kann seitlich in den Topf sehen und kontrollieren, ob das Wasser zu lange in Übertopf steht.

Einfache Gießmethode, dass anstauen

Anstauen ist eine Möglichkeit, das Gießen einfacher und weniger zeitaufwendig zu gestalten. Dazu stellt man mehrere Töpfe in eine flache Schale oder Wanne. Das Gießwasser wird dann in diese Schale bzw. Wanne gegeben und von den darin stehenden Töpfen aufgesogen. Wasser, das nach ein bis zwei Stunden noch übrig ist, muss entfernt werden.

Allgemeine Pflege

Der traditionelle Zeitpunkt für das Ausräumen der Pflanzen sind die Tage nach den Eisheiligen. Jedoch können auch nach der „kalten Sophie“ (15. Mai) noch Nachtfröste auftreten. Da die Kälte dann meist nur ein paar Stunden anhält, kann man sich leicht behelfen, indem man eine Decke, ein Vlies oder ähnliches bereithält, womit man die Pflanzen im Falle von Frost über Nacht abdecken kann.

Gartenvlies eignet sich auch ganz hervorragend zum Schattieren, wenn die Pflanzen am Anfang zu stark durch die Sonne gestresst werden. Ein paar Steine zum Beschweren auf die Ecken der Abdeckung gelegt und der Vlies fliegt nicht so leicht davon.

Immer noch Umtopfen

Das Ausräumen, sollte man auch dafür nutzen, um zu kontrollieren, ob die Kakteen umgetopft werden müssen. Auch wenn die Überwinterungszeit für Umtopfkationen optimal ist, so kann dies auch jetzt noch erledigt werden.

Oft werde ich gefragt, ob Ton- oder Kunststofftöpfen der Vorzug zu geben sei?

Vorzug von Kunststofftöpfen

Aufgrund ihrer vielen Vorteile bevorzuge ich Kunststofftöpfe:
Sie sind günstig in der Anschaffung, deutlich leichter als Tontöpfe, einfacher zu reinigen, beim Umtopfen problemlos zu entfernen und es gibt sie in vielen Formen und Größen. Nachteilig ist, dass sie früher oder später spröde werden. Beim Transport oder Hochheben können dann die Ränder abbrechen, was zu einer Verletzung des Pflegers oder der Pflanze führen kann.

Die Pluspunkte von Tontöpfen

Aber auch Tontöpfe haben positive Aspekte. Einer davon ist, dass die Temperatur im Inneren bei Sonneneinstrahlung gleichmäßiger und zudem generell kühler ist. Im Freiland sind sie haltbarer und aufgrund ihres Eigengewichts auch standsicherer.
Einen entscheidenden Unterschied gibt es beim Wurzelwachstum:
Da Wurzeln immer in Richtung des abfließenden Wassers wachsen (dorthin, wo sich die Nährsalze anreichern), streben sie bei Tontöpfen in Richtung Topfwand (während sie in Kunststofftöpfen gleichmäßig verteilt sind) und haften an dieser an. Beim entfernen aus Tontöpfen, werden die Wurzeln daher meist geschädigt und man muss länger warten, bis die Schäden wieder verheilt sind.

Oft muss bei der Umtopfaktion, auch der Tontopf zerschlagen werden damit die Pflanze befreit werden kann. Ungünstig sind in diesem Fall auch Töpfe die oben
schmäler sind als am Grund.

Zeit zum Düngen

Auch Kakteen und andere Sukkulenten benötigen Nährstoffe, wollen also gedüngt werden. Anstatt ein paarmal im Jahr zu düngen, enthält mein Gießwasser im Zeitraum Ende April bis Anfang August immer Dünger, jedoch in einer reduzierten Konzentration (etwa 0,5 Gramm Düngesalz je Liter Wasser, entspricht 0,5 ‰). So muss ich mir keine Gedanken machen, wann wieder zu düngen ist.

Pfropfen von Kakteen und Sukkulenten

Der Zeitraum von Mai bis Anfang August ist optimal für das Pfropfen von Kakteen und anderen Sukkulenten, auch Veredeln genannt. Beim Pfropfen werden zwei unterschiedliche Pflanzen miteinander verbunden. Die untere Pflanze, die im Substrat wurzelt, wird als Unterlage, die Pflanze, die darauf gepfropft wird, als Pfröpfling bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum gepfropft wird: Um Sämlinge langsam wachsender Arten schneller treiben zu lassen und eher zur Blüte zu bringen, um wurzelempfindliche Arten einfacher kultivieren zu können, um chlorophyllarme Pflanzen zu erhalten oder kranke Pflanzen zu retten.

Als Unterlage wählt man Pflanzen gut wüchsiger und unempfindlicher Arten aus, die am besten schon einen Tag vorher kräftig gewässert wurden.
Die Unterlage kann eine bewurzelte Pflanze, ein Steckling oder Sämling sein.
Gepfropft werden Sämlinge, Abschnitte von Cristaten, einzelne Warzen, Teilabschnitte von Rippen oder ein Trieb. Die Größe der Unterlage richtet sich nach dem Leitbündeldurchmesser des Pfröpflings: Leitbündel von Unterlage und Pfröpfling müssen aufeinander passen.

Als Unterlage kommen sehr viele Kakteenarten, aber auch andere Sukkulenten in Frage:

Geeignete Propfunterlagen

Pereskiopsis spathulata für das Pfropfen von Sämlingen,

– viele Trichocereen, u. a. Trichocereus spachianus, T. pasacana und T. macrogonus eignen sich als Unterlage für viele Kakteenarten,

Echinocereus reichenbachii oder Opuntia polyacantha für winterharte Pedio- und Sclerocacteen,

– auf Hylocereus undatus werden oft Gymnocalycium, Astrophytum oder auch Pflanzen mit Chlorophyllschäden gepfropft,

Ferocactus glaucescens ist eine gute Unterlage für Astrophytum caput-medusae,

– die Wurzelknollen von Ceropegia woodii eignen sich für empfindliche Ceropegien und andere Ascleps,

Oleander für das Pfropfen von Adenium-Arten und

Euphorbia canariensis ist eine gute Unterlage für viele in Kultur als schwierig geltende sukkulente Wolfsmilchgewächse.

Sauberkeit beim Veredeln

Beim Pfropfen strikt auf Hygiene achten, um insbesondere auch die Übertragung von Viren zu vermeiden! Dazu gehört das Desinfizieren des Schneidewerkzeugs (z. B. mit Spiritus). Beim Pfropfen sowie für die Dauer den Verwachsen von Pfröpfling und Unterlage sollte es nicht zu kalt sein.
Die Tagestemperatur sollte möglichst über 20 °C betragen.

Verschiedene Propfmethoden

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Pfropfmethoden, über die man seitenweise Artikel schreiben kann.
Ein toller Bericht stand im Journal der AG Echinopsisybridenfreunde.
Ich will daher an dieser Stelle das Verfahren nur grob skizzieren:

Von der Unterlage wird die Triebspitze mit einem waagrechten Schnitt mit einem scharfen Messer entfernt. Den austretenden Pflanzensaft an der Schnittstelle mit dem Messerrücken abschaben. Die Schnittränder der Unterlage werden abschrägt, um zu verhindern, dass der Pfröpfling beim Abtrocknen der Schnittfläche von den hochstehenden Triebrändern abgehebelt wird.

Während des Arbeitens muss man verhindern, dass die Schnittfläche abtrocknet. Deshalb lässt man bis kurz vor der Pfropfung eine dünne Scheibe des vorher abgeschnittenen Teils auf der Unterlage liegen. Dann wird der Pfröpfling präpariert. Handelt es sich dabei um eine ganz Pflanze, wird das untere Drittel des Körpers mitsamt der Wurzeln abgeschnitten. Man entfernt nun die dünne Scheibe von der Unterlage und setzt den Pfröpfling auf die Unterlage. Durch Drehen und leichtes Andrücken wird die Luft zwischen den Schnittflächen entfernt. Es ist darauf zu achten, dass die Leitbündel von Unterlage und Pfröpfling übereinander liegen. Verrutscht der Pfröpfling später, muss noch einmal nachgeschnitten und der Pfröpfling neu positioniert werden

Damit Unterlage und Pfröpfling gut miteinander verwachsen, muss der Pfröpfling für einige Zeit auf die Pfropfstelle gedrückt werden. Hierzu können Bänder, an deren Enden Gewichte befestigt sind, vorsichtig über den Pfröpfling gelegt werden oder der Pfröpfling mittels Gummibändern, die unter den Topf herumgeführt werden, angepresst werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein sogenannter Pfropfapparat. Abhängig von der Größe des Pfröpflings und der Schnittfläche, dauert es bis zu einer Woche, bis der Pfröpfling mit der Unterlage verwachsen ist.

Sämlinge sind empfindlicher und vertragen keinen großen Druck. Sie halten oft schon durch ihr Eigengewicht und die Adhäsionskraft des Pflanzensafts zwischen den Schnittflächen.

Behandlung nach dem Pfropfen

Bis der Pfröpfling angewachsen ist, werden die Pfropfungen an einen warmen, aber schattigen Platz gestellt. Ist der Aufwand von Erfolg gekrönt, dann ist schon nach wenigen Tagen ein Zuwachs an der aufgepfropften Pflanze zu erkennen. Viele Unterlagen neigen zum Sprossen. Diese Nebensprosse müssen regelmäßig entfernt werden, da sie in Konkurrenz zum Pfröpfling stehen und diesem Wasser und Nährsalze entziehen.

Substratwechsel beim Neukauf

Oft werden im Frühjahr wieder neue Kakteen für die Sammlung erstanden. Gerade Anfänger kaufen diese gerne im Supermarkt oder Gartencenter. Diese Schnäppchen aus Massenkultur sitzen meist in reinem Torf. Dieser ist für die Weiterkultur ungeeignet, da er nach dem Austrocknen nur sehr schwer wieder Wasser aufnimmt. Am besten ist es, die neu erworbenen Exemplare sogleich auszutopfen und zu enttorfen.
Je nach Beschaffenheit des Torfsubstrates lässt es sich im trockenen Zustand ausschütteln oder in Wasser auswaschen. Danach die Wurzeln mehrere Tage abtrocknen lassen, damit die Wunden am Wurzelwerk verheilen können, und dann die Pflanzen in eine geeignetes Kakteensubstrat einpflanzen.
Übrigens ist es sowieso besser nur ein oder zwei verschiedene Substrate in der Sammlung zu verwenden, dies macht es leichter einen Gießrhythmus zu finden.

Nach dem Umtopfen – wie stets!
Erst mindestens eine Woche warten, bis wieder mit dem Gießen begonnen wird.

 

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im April

Pflege von Kakteen und Sukkulenten im April

Wir hatten dieses Jahr schon einige schöne Tage und es juckt einem in den Fingern im Gewächshaus alles auf Vordermann zu bringen. So mancher Wintergast im Gewächshaus, der auch etwas Frost verträgt, kann wieder an die frische Luft gestellt werden. Dazu zähle ich Zitruspflanzen, Olivenbäumchen, so manche Agave und auch etliche Yuccas. Bei den Kakteen und anderen Sukkulenten würde ich noch etwas warten.

Pflegearbeiten im Gewächshaus:

Auch wenn es draußen oft noch recht frisch ist, an einem sonnigen Tag erreicht die Lufttemperatur im Gewächshaus schnell die 30 Grad Marke. Dem muss man durch Öffnen der Fenster und Türen entgegenwirken. Wer nicht immer daheim sein kann, hat das Problem, dass es morgens scheinbar noch zu kalt ist, um Fenster des Gewächshauses zu öffnen, sich im Laufe des Tages aber die Wärme aufstaut und niemand da ist um Frischluft hereinzulassen. Abhilfe schaffen dann automatische Fensterheber, die auch ohne Stromanschluss temperaturgesteuert für eine zuverlässige Lüftung sorgen.

Aztekium hintonii©Kaktusmichel.de

Zeigt das Thermometer frühmorgens 6 °C oder mehr an, dann kann man die Fenster problemlos öffnen. Während der Winterruhe mussten die Pflanzen ja auch mit diesen Temperaturen zurechtkommen. Am späten Nachmittag oder je nach Temperatur Abends das Gewächshaus wieder schließen.

War es im März noch nicht möglich, ausreichend zu gießen, dann ist dies jetzt auf jeden Fall nachzuholen, sonst drohen starke Verbrennungen. Die Pflanzen haben während der trockenen Überwinterung ihre Saugwurzeln verloren und sind in der Lage, diese nach Wassergaben schnell wieder zu bilden.
Nach dem wir ein bis zweimal gegossen haben kann auch mit dem Düngen der Pflanzen begonnen werden.

Echinocereus pectinatus©Kaktusmichel.de

Pflege bei Zimmerkultur:

Die Licht- und Temperaturverhältnisse lassen es jetzt zu, dass langsam im normalen Gießrhythmus gegossen wird. Besonders, wenn unter dem Fensterbrett der Heizkörper noch in Betrieb ist, trocknet das Substrat sehr rasch ab. Regelmäßiges Lüften stärkt die Pflanzen.

Kakteen brauchen viel Licht

In der Pflegeanleitung vom März habe ich geschrieben, dass die sukkulenten Pflanzen möglichst direkt am Fenster stehen sollen. Wer aber dafür keine Möglichkeiten hat und dennoch Kakteen und andere Sukkulenten halten möchte, muss mit künstlichem Licht nachhelfen.

Früher verwendete man dafür Natriumdampf- oder MH-Lampen. Die Anschaffungskosten waren sehr teuer, der Platzbedarf enorm und der Stromverbrauch wegen des schlechten Wirkungsgrades hoch, denn viel Energie wurde in Wärme anstatt in Licht umgewandelt.

Eine gute Alternative sind Leuchtstoffröhren mit einem Farbspektrum, das dem Tageslicht nahe kommt. Vermehrt werden heutzutage auch LED-Lampen eingesetzt. Die LED-Technik ist den Kinderschuhen entwachsen und bietet für unsere Zwecke sehr brauchbare Leuchtmittel an, die außerdem noch eine längere Lebensdauer und einen geringen Stromverbrauch aufweisen.

Allgemeine Pflege:

Der April ist noch ein guter Termin für die Aussaat von Kakteen und anderen Sukkulenten. Zusatzbeleuchtung und Heizung sind jetzt nicht mehr nötig. Die meisten Arten keimen gut zwischen 20 und 30 °C. Hochgebirgsarten von z. B. Gymnocalycium, Rebutia oder Lobivia sowie viele der Mittagsblumengewächse benötigen niedrigere Temperaturen für die Keimung: 20 bis max. 25 °C sind hier ideal. Temperaturen über 35 °C hemmen die Keimung der meisten Arten und können zu einem total Ausfall führen.

Sämlinge aus dem letzten Jahr, die ihre Töpfe gut füllen, sollten nun in einen größeren Topf oder Schale verzogen (pikiert) werden. Mein Rezept für das Substrat: als unterste Schicht grober Bims, darauf etwas Humus, darüber eine nicht zu grobe, aber gut durchlässige, überwiegend mineralische Mischung.

Sämlinge Pikieren

Für das Pikieren eignet sich eine handliche Pinzette, denn meist sind die Pflänzchen noch zu klein, um sie gut zwischen den Fingern halten zu können. Mit einem Pikierstab wird ein kleines Loch in das vorbereitete Substrat gedrückt, die Wurzeln des Sämlings werden dort hineingesteckt und dann das Substrat mit dem Pikierstab vorsichtig angedrückt. Ungefähr etwas mehr als den Durchmesser eines Sämlings bis zum nächsten freilassen.

Auch hier erst später angießen

Nach dem Pikieren eine Woche warten, bevor die frisch gepflanzten Sämlinge angegossen werden. So können beim Pikieren ggf. verletzte Wurzeln vorher verheilen. Ich bevorzuge hierbei das Anstauen. Dann erst wieder gießen, wenn das Substrat vollständig abgetrocknet ist. Die kleinen Pflänzchen eher halbschattig weiterkultivieren, pralle Mittagssonne vermeiden.

Beschaffenheit des Gießwassers:

Eine Anmerkung zum Gießwasser: Regenwasser ist optimal. Gibt es keine Möglichkeit solches aufzufangen, kann alternativ Leitungswasser verwendet werden. Dabei spielt der Härtegrad eine entscheidende Rolle. Die wesentlichen Härtebildner im Leitungswasser sind Calcium- und Magnesiumionen. Je „härter“ das Gießwasser, umso schneller verkalkt das Substrat. Damit einher geht der Anstieg des pH-Werts. Epiphytische Kakteen und einige andere Gattungen (z. B. Discocactus oder Uebelmannia) reagieren darauf schnell empfindlich.

Bei vielen genügt Leitungswasser

Der Rest verträgt Leitungswasser bis etwa 20° Deutscher Härte. Darüber sollte man Maßnahmen ergreifen, um die Härte zu reduzieren, z. B. Mischen mit Regenwasser bzw. destilliertem Wasser oder das Ausfällen von Calciumionen mit Oxalsäure. Hierauf möchte ich an dieser Stelle aber nicht eingehen. Den jeweiligen Härtegrad des Trinkwassers kann man bei Wasserversorger oder bei der Stadt-/ Gemeindeverwaltung erfragen.

Der PH-Wert

Der pH-Wert des Substrats hat entscheidenden Einfluss darauf, wie gut die Pflanzen Nährstoffe aufnehmen können. Für unsere Zwecke sollte das Substrat einen pH-Wert etwa zwischen 5 und 6 haben (leicht sauer). Entscheidend hierfür sind die Zusammensetzung des Substrats und der pH-Wert des Gießwassers. Einige Dünger wirken sauer und können dabei helfen, das Substrat in einem leicht sauren Bereich zu halten.

Gießrhytmus

Das Bewässern der Pflanzen kann jetzt in normalem Rhythmus (ca. alle 7–14 Tage) fortgeführt werden. Dabei auf die Witterung achten und nur gießen, wenn das Substrat wieder abgetrocknet ist. Oft liest man, dass kaltes Gießwasser vorher angewärmt werden sollte. Ich praktiziere dies nicht und habe auch noch keine nachteiligen Folgen an meinen Pflanzen bemerkt. Zum Anwärmen reicht es, wenn das Vorratsbehältnis für das Gießwasser im Gewächshaus oder Zimmer steht.

Düngen

Ich beginne meine Pflanzen gegen Ende des Monats zu düngen. Für die meisten Kakteen und andere Sukkulenten empfehlen sich Dünger mit einem geringeren Stickstoffanteil. Bei mir hat sich ein NPK-Dünger mit einem Verhältnis von 8N-12P-24K-4Mg bewährt (aber auch 5N-8N-10N sind eine gute Alternative), der zudem Spurenelemente enthält. Stickstoff (N) wird für das Wachstum benötigt, Phosphor (P) ist Grundlage für einen guten Blütenansatz und Kalium (K) dient der Abhärtung und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Magnesium (Mg) ist essentiell für die Chlorophyllbildung und somit für die Fotosynthese.

Wann soll ich Düngen?

Ich empfehle, in der Zeit von Ende April bis Anfang August bei jedem Gießen mit einer reduzierten Düngerkonzentration von 0,5 Gramm Düngesalz je Liter Wasser (entspricht 0,5 ‰) zu düngen. In der Regel ist das bei vielen Düngern etwa die Hälfte der angegebenen Dosieranweisung. Doch bevor man mit dem Düngen beginnt, sollten die Pfleglinge erst ein- oder zweimal ohne Dünger gegossen worden sein, damit sich wieder genügend Saugwurzeln gebildet und die Pflanzen sich nach der langen Winterruhe gut regeneriert haben.

Im Freiland darf es mehr Stickstoff sein

Besonders starkzehrende Kakteen (z. B. große werdende Opuntien) oder andere Sukkulenten (z. B. Vertreter der Kürbisgewächse) benötigen zwischendurch auch Düngergaben mit einem höheren Stickstoffanteil. Wer winterharte Kakteen im Freiland pflegt sollte diese ebenfalls jetzt Düngen. Hier darf es ruhig etwas mehr an Dünger sein: 15 Gramm auf den Quadratmeter sind angebracht.

Auf Schädlinge achten

Regelmäßig die Kakteen und anderen Sukkulenten auf Schädlinge kontrollieren! Das gilt eigentlich jeden Monat, soll dennoch nicht unerwähnt bleiben. Und denken Sie daran, jetzt erscheinende Blüten zu fotografieren! Im Herbst, wenn die trüben Tage beginnen, freuen sie sich beim Betrachten der Bilder über die schönen Farbtupfer.

Nun auch an die Kellerkinder denken

Spätestens Anfang des Monats sollte das leerstehende, unbeheizte Gewächshaus oder Frühbeet gesäubert und für den Einzug der Pflanzen aus dem Winterquartier (Keller usw.) vorbereitet werden. Der Umzug der eingewinterten Pflanzen ins Sommerquartier sollte an einem trüben Tag (Sonnenbrandgefahr!) gegen Mitte des Monats erfolgen. Sollte es doch noch einmal zu einer frostigen Nacht kommen, können die Pflanzen durch Auflegen von dünnen Styroporplatten oder ausgebreitete Seiten einer Zeitung geschützt werden, das reicht schon. Die wärmeliebende Arten verharren noch am Zimmerfenster, wie beispielsweise Melocactus, Discocactus, Pilosocereus oder auch die empfindlicheren Vertreter der Gattung Euphorbia.

Es kann weiterhin umgetopft werden.


Noch mehr Info in unserem Buch

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

 

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im März

Pflegemaßnahmen im Gewächshaus

Früher wurde der März bisweilen als „Sterbemonat“ der Kakteen und anderen Sukkulenten bezeichnet. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir unsere Pfleglinge – in Erwartung des neuen Blütenflors – in diesen Tagen genauer betrachten und uns dabei die Opfer der Überwinterung vermehrt auffallen.

Glandulicactus uncinatus©DornenProjekt
Glandulicactus uncinatus blüht oft schon im März©DornenProjekt.de

Gründe für das absterben einzelner Pflanzen

Der Tod so mancher Pflanze ist durch zu gut gemeinte bzw. zu späte Wassergaben im Herbst verursacht. Das Substrat konnte über die Wintermonate nicht mehr abtrocknen, was zu Fäulnis im Wurzelbereich und zum Ableben der Pflanze führte.
Leider sind auch vereinzelte Tropfstellen im Gewächshaus manchmal dafür verantwortlich.
Auch werden beim Einräumen ins Winterquartier oft Schädlinge übersehen, die im Winter ihr Unwesen treiben.
Oder die Pflanze war bereits geschwächt und konnte sich nicht mehr erholen.

Gewächshaus auspacken

Wer sein Gewächshaus mit Luftpolsterfolie eingepackt hatte, sollte diese gegen Mitte bis Ende des Monats an einem trüben Tag entfernen. Eine zu spät entfernte Folie führt dazu, dass die Pflanzen sich nicht rechtzeitig an die zunehmende Kraft der Sonne gewöhnen können, was später zu Verbrennungen an den Pflanzen führen kann.

Thelocactus lausseri blüht ende März©DornenProjekt.de

Lüften nicht vergessen

Die Sonne steht im März schon hoch am Himmel und wärmt das Gewächshaus ordentlich auf. Wer keine automatischen Fensterheber installiert hat, sollte dafür sorgen, dass um die Mittagszeit gelüftet wird. Frische Luft tut den Pflanzen gut und härtet sie dabei auch ab. Stauende Hitze fördert Verbrennungen, stresst die Sukkulenten und begünstigt die Vermehrung diverser Schädlinge, insbesondere von Spinnmilben.

Pflegemßnahmen in der Zimmerkultur

Jetzt ist an der Zeit seine Pfleglinge, die für einen besseren Knospenansatz den Winter über an einem kühlen und vielleicht dunklen Quartier untergebracht waren, zurück an den gewohnten Platz am Zimmerfenster zu stellen. Wenn sie dunkler standen, sollte der Umzug an einem trüben Tag eingeplant werden, oder die Pflanzen vorübergehend schattiert werden. So können sie sich allmählich an das größere Lichtangebot gewöhnen.

Mammillaria moelleriana ist nicht der einzige Warzenkaktus der schon so früh blüht©DornenProjekt.de

Die Gäste am Fensterbrett müssen jetzt auf jeden Fall angegossen werden. Sie bilden dann in kurzer Zeit neue Wurzeln und sind besser gegen die höheren Temperaturen am Fenster gewappnet.

Lichtmangel

Des Öfteren bekomme ich Pflanzen gezeigt, die sichtlich unter Lichtmangel leiden. Auf Nachfrage wo diese aufgestellt sind, heißt es meist „an einem hellen Platz“.

Bei Lichtmangel werden die Blattabstände größer©DornenProjekt.de

 

In Deutschland herrscht im Freien selbst im Dezember bei bedecktem Himmel noch eine Beleuchtungsstärke von ca. 3500 Lux, im Sommer im Schatten etwa 5000 Lux. In einer Wohnung sind es direkt hinter der Fensterscheibe nur etwa 2000 Lux. Bereits einen Meter von der Scheibe entfernt kommen wir nur noch auf ca. 500 Lux und bei 3 m Abstand zum Fenster verringert sich der Wert auf magere 150 Lux. Wer ein Lux-Meter zur Hand hat, kann sich davon selbst überzeugen.
Ein Kaktus benötigt jedoch für ein normales Wachstum mindestens 1500–3000 Lux.
Was vom menschlichen Auge noch als hell empfunden wird, ist für viele Pflanzen schlichtweg viel zu dunkel.

Anzeichen für zuwenig Licht

Am leichtesten ist das an der Wuchsform (Habitus) des Gewächses ab zu lesen. Anzeiger für zu wenig Licht sind: Eine vorher kugelige Pflanze wächst spitz weiter, Säulen wachsen in Richtung des Fensters, der Areolenabstand vergrößert sich oder bei den anderen Sukkulenten wird die Distanz zwischen den Zweigen oder von Blatt zu Blatt immer größer.

Turbinicarpus schmiedickeanus gehört mit zu den ersten Turbinicarpen die blühen©Kaktusmichel.de

Allgemeine Pflege

Der März eignet sich sehr gut noch zur Aussaat von Kakteen und anderen Sukkulenten. Vorteil gegenüber einer früheren Aussaat:
Man benötigt kein Kunstlicht und keine zusätzliche Wärme mehr. Gerade die wechselnden Temperaturen in einem Gewächshaus, zwischen Tag und Nacht regen die Keimung an.
Bestens bewährt für eine Aussaat haben sich die Anzuchtkästen die auch für Tomaten gerne genutzt werden.
Wer nach dem Mond aussät sollte dies 3 Tage vor Vollmond tun, einen Vergleichsversuch ist es Wert.

Umtopfen

Die Pflanzen, denen es im Topf zu eng geworden ist oder die länger als etwa vier Jahre im selben Substrat sitzen, haben es verdient, umgetopft zu werden. Die meisten anderen Sukkulenten vertragen höhere Anteile humoser Substratbestandteile als die Kakteen. Eine Ausnahme bilden die hochsukkulenten Arten, die ein sehr durchlässiges Erdreich benötigen.
Aber für alle hat sich Bims als mineralischer Substratbestandteil bewährt. Das poröse Vulkangestein saugt sich mit Wasser voll und gibt es langsam an die Pflanzen ab. So kann vom Substrat mehr Wasser aufgenommen und die Gießhäufigkeit reduziert werden.

Ich persönlich empfehle, nicht zu viele verschiedene Substratmischungen in einer Sammlung einzusetzen. So entwickelt man ein besseres Gefühl dafür, wie lange das Gemisch zum Abtrocknen braucht.

Aloe ferox steht im März in unserem Wintergarten schon in Blüte©Kaktusmichel.de

So verletzt man sich nicht

Kräftig bedornte Kakteen lassen sich gut mithilfe zweier Styroporplatten umtopfen, die man von zwei Seiten auf die Dornen des Kaktus drückt. So bleiben Kaktus und Pfleger unverletzt. Beim Umtopfen auch die Stecketiketten überprüfen! Sind sie noch stabil, kann man die Schrift noch lesen? Gerade mit Filzstift beschriftete Schilder neigen zum Ausbleichen, ein normaler Bleistift ist da bedeutend länger lesbar.

 

Echinocactus grusonii ©DornenProjekt
Umtopfhilfe Styroporplatten©DornenProjekt.de

Und immer wieder Schädlinge

Im Februar habe ich Ihnen schon einige alternative und chemische Mittel gegen ungebetene Gäste an den Pflanzen empfohlen. Beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel immer auf die Temperaturen achten, denn die Wirkstoffe entwickeln ihre Wirkung in unterschiedlichen Temperaturbereichen. So besteht das Insektizid „Spruzit Neu“ beispielsweise aus dem Wirkstoff Pyrethrine in Kombination mit Rapsöl. Pyrethrine, ein Kontaktgift, wirkt optimal in einem Temperaturbereich von 5–22 °C, darüber lässt die Wirkung rasch nach. Das Rapsöl, dessen Wirkung auf dem Ersticken der Plagegeister beruht, wirkt im gesamten Temperaturbereich, allerdings ist zu berücksichtigen, dass es bei Temperaturen über 25 °C bei einigen Arten/Gattungen zu Unverträglichkeiten (Schäden an den Pflanzen) durch das Öl kommen kann. Grundsätzlich ist vom Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bei Temperaturen über 25 °C abzuraten.

Echeveria Blüte ©Kaktusmichel
Echeverien gehören zu den unermüdlichen blühern©Kaktusmichel.de

Gerade bei sehr dicht bedornten Arten und eng stehenden Kulturen hilft oft nur ein systemisches Mittel. Systemische Mittel werden von der Pflanze entweder über die Wurzel (beim Gießen) oder über die Epidermis (beim Sprühen) aufgenommen, verteilen sich über den Wasserstrom in der Pflanze und sind dort eine gewisse Zeit wirksam. Sobald ein Schädling an der Pflanze saugt, nimmt er das Gift auf. Aber systemische Gifte der Wirkstoffgruppe Phosphorsäureester (z. B. Rogor 40 LC, Bi 58 Schädlingsvernichter) wirken erst ab einer Temperatur von 15 °C. Temperaturen jenseits der 30 °C sind eher kontraproduktiv bei der Ausbringung von Fungiziden (gegen Pilze) und Insektiziden (gegen Insekten), da die Pflanzen dann die Verdunstung eingestellt haben. Damit kommt der Wasserstrom zum Erliegen und eine Verbreitung der Wirkstoffe in der Pflanze unterbleibt.

Vorsicht mit Pflanzenschutzmitteln

Wenn Sie mit chemischen Pflanzenschutzmitteln arbeiten, sind die Sicherheitshinweise zwingend einzuhalten, anderenfalls gefährden Sie Ihre eigene Gesundheit. Die Einhaltung der Gebrauchsanweisung stellt sicher, dass das Mittel seine Wirkung optimal entfaltet. Falsch angewendete chemische Pflanzenschutzmittel sind nicht nur eine Geldverschwendung, sondern können die Pflanzen, die Umwelt sowie den Anwender gefährden, darüber hinaus auch die Resistenzbildung fördern.

Gießen

Alle die ihre Pflanzen gegen Ende Februar noch nicht mit leichten Wassergaben oder durch Sprühen aufgeweckt haben, sollten dies bis Mitte oder Ende des Monats nachholen. Oft kann bereits nach dem zweiten leichten Wässern die normale Menge Wasser verabreicht werden. Ich bevorzuge das Anstauen der Pflanzen von unten. Hierbei stehen die Pflanzen in einer wasserdichten Wanne, die mehrere Zentimeter hoch geflutet wird. Das Wasser wird über die Kapillarwirkung durch das Substrat aufgesogen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Restwasser nicht über einen längeren Zeitraum in der Wanne (oder dem Untersetzer) stehen bleibt.

Wie immer sollte das Gießen auch zur Überprüfung auf Schädlinge genutzt werden um eine Bekämpfung einzuleiten. Viele Kakteen fangen jetzt schon mit der Blüte an oder zeigen Knospenansatz . An sonnigen Tagen gut lüften.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Februar

Pflegemaßnahmen im Gewächshaus:

In den letzten Jahren verzeichneten wir in Deutschland oft schon im Februar sonnenreiche Wochen, die für einen guten Blütenansatz bei den Kakteen sorgten.

Das erste mal gießen der Kakteen.

Sollte die Wetterlage es zulassen, können schon ab Mitte des Monats die seit Anfang des Winters trocken stehenden Kakteen und Sukkulenten morgens leicht gegossen oder eingenebelt werden. Das Wurzelwachstum wird dadurch angeregt, außerdem die Pflanzen von Staub befreit.

Danach das Gewächshaus bei sonnigem Wetter und Plus-Temperaturen über die Mittagszeit lüften.

Crassula ovata, der Geldbaum, blüht von Dezember bis in den Februar ©Kaktusmichel.de

Gefahren durch Luftfeuchtigkeit.

Die erhöhte Luftfeuchtigkeit sollte sich nicht zu lange im Gewächshaus halten, da dies sonst zu Pilzbefall führen kann.
Auch wird die Vermehrung von Schmierläusen, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Wollläuse bezeichnet, durch die warmen Temperaturen begünstigt. Deshalb regelmäßig lüften und den Ventilator einschalten.

Mehr und weniger Wasser.

Insbesondere Sukkulenten mit dicken Blätter, die epiphytischen Kakteen und die Agaven vertragen jetzt schon eine kräftigere Wassergabe. Bei einigen schwer blühenden Echinocereen und Tephrocacteen hat es sich bewährt, diese erst zu gießen, nachdem ein Knospenansatz zu sehen ist. Wenn es auch für Pfleger und Pflanze eine Quälerei bedeuten mag – der Erfolg heiligt die Mittel. Es ist aber jedem selbst überlassen, ob man dieses Prozedere einsetzen möchte. Vielleicht hilft auch ein neuer Standplatz.

Echevrien blühen den ganzen Winter ©Kaktusmichel.de

Noppenfolie gegen Ende des Monats entfernen.

Wer sein Gewächshaus im Herbst mit Noppenfolie isoliert hatte, sollte diese gegen Ende des Monats, oder wenn das witterungsbedingt noch nicht möglich ist, spätestens im März entfernen. Dies sollte an einem trüben Tag erfolgen, um einen Sonnenbrand der Pflanzen zu verhindern. Eine zu spät entfernte Folie verhindert, dass sich die Pflanzen allmählich an kräftigere Sonneneinstrahlung gewöhnen und kann daher zu Verbrennungen an den Pflanzen führen oder sie sogar ganz vernichten.

Arbeiten in der Zimmerkultur:

Die Pfleglinge, die an einem kühlen und dunkleren Platz überwintert haben, können bereits im Laufe des Monats ans helle Fenster geräumt werden. Auch hier ist darauf zu achten, dass dies an einem trüben Tag erfolgt, damit die Pflanzen sich allmählich an die Sonne gewöhnen können. Eventuell vorübergehend eine leichte Schattierung am Fenster anbringen.

Sedum palmeri, bei trockener Überwinterung verträgt er sogar Frost ©Kaktusmichel.de

Vorsicht beim Lüften im Zimmer.

In der Zimmerkultur kann schon Anfang Februar mit dem Gießen begonnen werden, denn je nach Wetterlage kann es hinter dem Fensterglas schon sehr warm werden. Wer bei frostigen Außentemperaturen lüftet, sollte die Pflanzen vor Schäden durch eisige Zugluft schützen. Dazu kann man im unteren Bereich des gekippten Fensters eine zusammengefaltete Zeitung einklemmen. Stehen die Pfleglinge im Keller, am Ende des Monats leicht angießen, aber nur, wenn die Pflanzen kurz darauf an einen hellen Fensterplatz ausgeräumt werden.

Euphorbia aeruginosa, wie viele andere Euphorbien blüht sie im zeitigen Frühjahr ©Kaktusmichel.de

Aussaat schon möglich.

Wer ein Zimmergewächshaus besitzt, vielleicht sogar mit Heizkabel oder einer sonstigen Wärmequelle, kann Ende des Monats mit der Aussaat von Kakteen und anderen Sukkulenten beginnen. Die Samenkörner nicht mit Substrat bedecken, denn Kakteen und die allermeisten Sukkulenten sind Lichtkeimer. An einem hellen Platz, aber nicht zu sonnig, wachsen die Sämlinge zügig heran. Es ist immer ein besonderes Erlebnis zu beobachten, wie sich die winzigen Pflänzchen entwickeln.

Kakteensämlinge Lobivia ferox ©Kaktusmichel.de

Auf Schädlinge achten.

Pflanzen weiterhin auf Schädlinge kontrollieren. Ein Befall durch Spinnmilben oder durch Wollläuse fällt jetzt an geschwächten Pflanzen oder beim Umtopfen auf. Meist ist in diesen Fällen ein Abbrausen mit einer Mischung aus 10 ml Schmierseife und 10 ml Spiritus auf einem Liter Wasser nützlich. Die Umgebungstemperatur sollte dabei nicht unter 15 °C liegen.

Aloe arborescens ©Kaktusmichel.de

Es darf noch umgetopft werden.

Weiterhin ist eine gute Zeit für das Umtopfen, aber in trockenes Substrat achten. Und wie immer erst nach 14 Tagen das erste mal gießen.

Auch im Topf lauern Schädlinge.

Gerade beim umtopfen können wir die  Pfleglinge und das Substrat auf Wurzelläuse überprüfen. Wurzelläuse sind Schmierläuse, die im Wurzelbereich der Pflanzen vorkommen. Einige Arten haben sich auf die Wurzeln spezialisiert, andere kommen sowohl an unter- als auch oberirdischen Pflanzenteilen vor. Einen Befall durch Wurzelläuse erkennt man am weißen Belag an den Topfwänden und am Wurzelballen.

Biologisches Bekämpfungsmittel.

Bei Befall mit Wurzelläusen kann man den Wurzelballen kleinerer Pflanzen in Rainfarnbrühe tauchen, bei größeren Pflanzen damit gießen. Zum Ansetzen in einem Eimer einen Teil getrockneten Rainfarn mit zehn Teilen Wasser übergießen und einen halben Tag stehen lassen. Danach diese Brühe aufkochen, die Blätter absieben und die Brühe abkühlen lassen. Wer im Sommer frischen Rainfarn hat, nimmt 300 g frisches Kraut und zehn Liter kaltes Wasser. Diese Mischung 24 Stunden stehen lassen, danach filtern und kurz aufkochen. Den fertigen Sud in einem Mischungsverhältnis ein Teil Sud zu zwei Teilen Wasser verwenden.

Rainfarn
Rainfarnsud-Tanacetum vulgare, mögen Wurzelläuse nicht.

Syntetische Gifte.

Alternativ bieten sich systemisch wirkende, chemische Pflanzenschutzmittel (Wirkstoffe Acetamiprid oder Dimethoat) an, die in Granulatform beim Umtopfen dem Substrat zugesetzt oder als Sticks in das Substrat gesteckt werden. Diese entfalten ihre Wirkung aber erst dann, wenn wieder gegossen wird.

Stecklinge schneiden.

Jetzt ist schon der Zeitpunkt um Stecklinge von den anderen Sukkulenten zu schneiden. Die Abschnitte im Zimmer kurz abtrocknen lassen und dann in mild feuchtes Substrat stecken. Nach ca. zwei Wochen ab und zu kurz überbrausen, und schon sprießen die neuen Wurzeln.

 

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Januar

Wer Mitglied bei der Deutschen Kakteengesellschft (DKG) ist, konnte im letzten Jahr monatlich meine Beiträge über die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten verfolgen.

Gerne möchte ich für alle die nicht die Verbandszeitschrift KuaS beziehen, diese Ausführungen in meinem Blog wiederholen.  Ich hoffe damit ein Verständnis für die Grundsätze der Kakteen- und Sukkulentenkultur vermitteln zu können.

Aloe arborescens ein Winterblüher©DornenProjekt.de

Gewächshaus:

Obwohl sich die meisten unserer Pflanzen jetzt in tiefster Winterruhe befinden, sind regelmäßige Kontrollgänge im Gewächshaus notwendig, u. a. um die Temperatur zu prüfen, denn der Technik kann man nicht blind vertrauen. Ein zu spät entdeckter Heizungsausfall kann böse Folgen haben. Dabei den Ventilator nicht vergessen! Durch die Luftbewegung werden kalte Ecken im Gewächshaus vermieden und die Gefahr der Kondensation feuchter Luft auf den Pflanzen reduziert. Den Gang durchs Gewächshaus nutzt man natürlich auch für eine Kontrolle der Pflanzen auf Fäulnis, Verpilzung oder Schädlinge.

Crassula rupestris©DornenProjekt.de

Temperaturansprüche:

Für die meisten Kakteen und anderen Sukkulenten genügen Überwinterungstemperaturen zwischen 5 und 10 °C. Nur Pflanzen aus wärmeren Regionen benötigen Temperaturen von über 12 °C. Dazu zählen beispielsweise die Gattungen Discocactus, Melocactus, Pilosocereus, Rhipsalis, Schlumbergera, die madagassischen Vertreter der Gattung Pachypodium und einige Euphorbien.

Wassergabe Sukkulenten:

Dickblättrige Sukkulenten wie Echeveria, Crassula, Sedum, Gasteria und Haworthia sollten im Abstand von vier bis sechs Wochen etwas Wasser erhalten. Aber Vorsicht: nicht über die Pflanzen gießen, sonst besteht Fäulnisgefahr! Auch die Vertreter der Gattungen Schlumbergera, Rhipsalis, Epiphyllum und Disocactus benötigen im Winter etwas Feuchtigkeit.

Pachyphytum machucae©DornenProjekt.de

Die Winterwachser unter den Sukkulenten, meist Pflanzen aus den Winterregengebieten des südlichen Afrikas (z. B. Conophytum, Tylecodon, zahlreiche Pelargonien oder Pachypodium namaquanum), die sich etwa von Oktober bis Ende März im Wachstum befinden, benötigen auch jetzt regelmäßige, aber sparsame Wassergaben sowie etwas Dünger.
Je niedriger die Temperaturen, desto zurückhaltender wird gegossen. Ausschlaggebend für den Wasserbedarf sind nicht nur die Mindesttemperatur, sondern auch die tagsüber erreichten Wärmegrade.

Manche sukkulente Arten kommen jetzt schon zur Blüte. Es ist möglichst darauf zu achten, dass deren Wurzelballen nicht komplett austrocknet, da es sonst die ganze Pflanze schwächt.

Wassergabe Kakteen:

Ab Mitte des Monats können die Arten von Notocactus, Parodia, Cleistocactus und Gymnocalycium an sonnigen Tagen sparsam gegossen werden, damit nicht zu viele der Saugwurzeln absterben. Aber das genügt dann auch wieder für 4 Wochen.

Winterschutz mal anders 🙂

 

Schädlinge:

Wer im letzten Herbst noch ausgesät hat sollte die Sämlinge auf Befall von Trauermücken kontrollieren, der auch in der kühlen Jahreszeit auftritt, insbesondere wenn die kleinen Pflänzchen an einem warmen und feuchten Platz im Gewächshaus stehen.

Zimmerkultur:

Bei einer Kultur auf dem Fensterbrett sollte je nach Zimmertemperatur etwas gegossen werden,  je wärmer die Aufstellung, umso mehr. Meist genügen sparsame Wassergaben etwa alle 4–6 Wochen. Da das Licht für einen arttypischen Wuchs zu dieser Jahreszeit für die meisten Arten nicht ausreicht, ist das Ziel, die Pflanzen am Leben zu erhalten, aber kein Wachstum zu veranlassen. Die Folge eines Zuwachses unter unzureichenden Lichtverhältnissen bedeutet, „Vergeilung“,  wobei die Pflanzen sich mit beschleunigtem Längenwachstum dem Licht nähern. Es wird daher jetzt auch nicht gedüngt.

Rhipsalis pilocarpa, braucht auch im Winter etwas Wasser©DornenProjekt.de

Freiland:

Immer häufiger werden Kakteen auch im Freiland, z. B. im Steingarten ausgepflanzt. Diese winterharten Kakteen erfreuen sich steigender Beliebtheit.
In manchen Gebieten fallen im Januar zuverlässig größere Mengen Schnee. Die Schneedecke auf den Pflanzen ist ein guter Winterschutz. Wo der Schnee ausbleibt, ist es ratsam für empfindlichere Arten einen Regenschutz anzubieten, z. B. ein Dachüberstand am Haus. Bei großen Exemplaren wie bei Cylindropuntia imbricata sollte man darauf achten, dass sie unter der Schneelast nicht zusammenbrechen und wenn notwendig, den Schnee mit einer Stange vorsichtig abklopfen.

Cylindropuntia imbricata©DornenProjekt.de

Allgemeine Pflegehinweise:

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, mit dem Umtopfen
zu beginnen, da die Pflanzen sich in der Winterruhe befinden und das Substrat durchgetrocknet ist. Das neue Substrat sollte vollkommen trocken sein. Die umgetopften Pflanzen nicht angießen, damit Wurzelschäden noch gut abtrocknen können. Die Gelegenheit nutzt man natürlich auch, um nach Schädlingen Ausschau halten.

Selbst im Januar kann während der frostfreien Zeit das Gewächshaus oder Zimmer kurz gelüftet werden, besonders an sonnigen Tagen, wenn Tagestemperaturen über 10 °C zu erwarten sind.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, es einmal mit einer Aussaat zu versuchen: Jetzt ist noch genug Zeit, um in den zahlreichen Samenkatalogen zu stöbern. Aber es kann auch schon unter Verwendung von Kunstlicht ausgesät werden.