Archiv der Kategorie: Pflanzenporträt

Crassula Moonglow

Bei den Crassula Hybriden gibt es immer wieder interessante Pflanzen.
So auch die heute vorgestellte Crassula „Moonglow“ übersetzt als Mondschein.
Der Name dieses Hybriden wurde wahrscheinlich wegen des grauen Belags auf der Epidermis gewählt.

Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de

Dieser Bastard entstand bei einem Amerikaner mit Namen Johns aus einer Kreuzung mit Crassula deceptor x Crassula falcata.

Crassula deceptor ein Kreuzungspartner der Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de
Crassula falcata ein Kreuzungspartner der Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de

Die schöne Form hatte es vielen Sukkulentensammlern angetan und so verbreitete sie sich schnell in den Sammlungen. Von Vorteil ist es, dass diese Pflanze unempfindlicher als zum Beispiel „Buddhas Temple“ ist. Die Sukkulente ist sowohl an einem hellen Fenster wie auch im Gewächshaus gut aufgehoben. Wie bei allen Crassula ist eine lockere Kakteenerde das optimale Pflanzsubstrat. Im Winter kann sie auch bei Temperaturen bis zu 5 °C, aber dann trocken gehalten werden. Frost verträgt sie aber nicht.

Die im Winter erscheinende Blüte von Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de

Wer diese Sukkulenten am Zimmerfenster hält, sollte sie auch im Winter alle 4 Wochen etwas gießen. Blütezeit ist November bis Dezember.
Weitervermehrung über Stecklinge, Samen würden wieder in verschiedene Formen aufspalten.

Pflege von Kakteen und Sukkulenten im Januar
Pflege von Kakteen und Sukkulenten im Januar

Aloe arborescens

Der lateinische Artname dieser Aloe bedeutet “Baumartig” was auf ihre Wuchsform verweist.
Die Erstbeschreibung erfolge bereits 1768 von Phillip Miller
in “The Gardeners Dictionary“.
Aloe arborescens ist häufig in Malawi, Mosambik, Simbabwe und Südafrika von Meereshöhe bis auf 2800 Metern anzutreffen.

Aloe arborescens mit Blütenstand
Aloe arborescens mit Blütenstand. Die unteren Blüten werden nach und nach geöffnet©Kaktusmichel.de


Sie wächst in der Regel auf Felshängen in Felsspalten aber auch im dichten Gestrüpp.
Aloe arborescens bildet hohe Stämme aus, die bis über 2 Meter hoch werden können.

Aloe arborescens in Rosetten angeordnete Blätter
Rosettenartig angeordnete Blätter der Aloe arborescens©Kaktusmichel


In der Natur haben die Triebe manchmal eine Dicke bis zu 30 cm, aber in Topfkultur bleiben die einzelnen Stämme deutlich dünner.
Mit der Zeit gibt es, durch die vielen Seitentriebe größere Büsche.

Die Zähnchen an Aloe arborescens
Die gezahnten Blätter der Aloe arborescens©Kaktusmichel


Die rosettig angeordneten Blätter können 50 bis 60 cm lang werden und die Ränder sind mit nicht sehr harten zahnartigen Auswüchsen besetzt.

Blütenknospe an Aloe arborescens
Blütenknospe an einer Aloe arborescens©Kaktusmichel


Bei sehr großen Exemplaren wird der Blütenstand bis zu 90 cm hoch, in Kultur muss man sich meist mit der Hälfte begnügen.

Blütenstand an Aloe arborescens
Währen der Blütenstand sich schon oft Ende November entwickelt, öffnen sich die Blüten erst mitte Januar ©Kaktusmichel.de

 

Aloe arborescens
Mit der Zeit wird die Pflanze zu einem dichten Busch©Kaktusmichel


In der chinesischen Medizien wird sie wirkungsvoller als die bekanntere Aloe vera bezeichnet. Sie soll nach deren Studien sogar Krebstumore zum Stillstand bringen.
Auch in alten medizinischen Klosterbüchern wird seine immunstärkende Heilkraft gepriesen.
Neue Untersuchungen haben gezeigt, wenn schon dann sollte nur das innere der Blätter genutzt werden. Siehe dazu auch den Beitrag des Krebsinformationsdienstes.
Aber Selbstversuche sollte man eher skeptisch entgegentreten.

Schnitt durch ein Blatt von Aloe arborescens
Schnitt durch das Blatt einer Aloe arborescens, deutlich sieht man das geleeartige Fruchtfleisch©Kaktusmichel

 

Die Kultur ist recht einfach, wenn sie nicht zu nass oder zu trocken gehalten wird, hat sie ein recht rasches Wachstum. Substrat etwas humoser, um mehr Nahrung zu bieten. Düngung am besten alle 4 Wochen, wer auf rasches Wachstum Wert legt.
Vermehrung am leichtesten aus Stecklingen, aber auch aus Samen.
Schädlinge treten an vitalen Pflanzen kaum auf.
Eine frostfreie Überwinterung ist angeraten. Temperaturen von 6 – 8° C werden gut überstanden, dann aber nur alle 6 Wochen etwas gießen. Im Sommer darf die Pflanze gerne im Freiland stehen, dort werden auch etwas schattigere Plätze gut vertragen.

Echeveria laui

Eine ausfallend schöne Sukkulente ist Echeveria laui.
Auch für den Laien ist es leicht zu erkennen, dass sie zu den Dickblattgewächsen zählt.
Benannt wurde sie 1976, nach dem deutschen Priester, Kakteen- und Sukkulentensammler Alfred Lau.

Die Blätter dieser Sukkulente sind etwas gewölbt, dickfleischig und weiß bereift, manchmal auch rosa durchscheinend. Der weiße pulvrige Belag geht bei Berührung leicht ab. Deshalb sollte man diese Pflanze nicht so oft anfassen oder mit ölhaltigen Mitteln benetzen, sie sieht dann nicht mehr so schön aus.

Echeveria laui©Kaktusmichel.de

Die Rosetten neigen mehr oder weniger im Alter zu sprossen, aber in der Regel eher selten.
Heimat dieser etwas schwierig zu pflegenden Pflanze ist Oaxaca in Mexiko.
Beim Gießen sehr vorsichtig sein, nicht über die Pflanze gießen und lieber zu trocken halten als zu nass.
Bei zu viel Nässe kann sie schnell abfaulen.
Im Sommer sollte sie den sonnigsten Platz bekommen. Wir halten sie in Ampeltöpfen damit wir das Wässern besser beeinflussen können.
Verträgt bei trockenem Standort, im Winter Temperaturen bis an die Frostgrenze.
Das Substrat darf etwas humoser sein, aber dennoch gut wasserdurchlässig.

Echeveria laui, hier in einem leichten rosa Ton©DornenProjekt.de

Vermehrung leicht aus Samen, aber auch wie die meisten anderen Echeverien über Blattstecklinge.
Auch die Blättchen an den Blütenstängeln können für eine Weitervermehrung bedingt genutzt werden.

Bei ungünstigem Standort kann es zu einem Befall durch Wollläuse kommen. Wie schon gesagt ist ein Ölhaltiges Insektenbekämpfungsmittel dafür nicht gut geeignet, daher
besser ein Systemisches Gift (Bi 58, Lizetan AF und  andere), dass über das Gießwasser aufgenommen wird oder Giftstäbchen bzw. Streumittel.
Zu den Wollläusen habe ich auch einen Beitrag geschrieben hier zum weiterlesen….

Weitere Pflanzenbeschreibungen und Tipps natürlich auch in meinem Buch über Kakteen und andere Sukkulenten

Lebende Steine

Viele kennen  Sukkulente Pflanzen mit dem Namen „Lebende Steine“ im botanische Sinne heißen sie Lithops.
Der Gattungsnamen setzt sich zusammen aus den griechischen Worten lithos für „Stein“ und opsis für „Aussehen“, was somit bedeutet: „sieht aus wie ein Stein“.
Diese Mimese, also die Anpassung an die Steine ihres Umfeldes, dient dazu sich vor Fressfeinden zu schützen.
Zwar gibt es im afrikanischen Museum von Johannisburg eine Zeichnung eines Lithops, von W. J. Burchell 1811 angefertigt, aber Nicholas Edward Brown benannte diese Gattung erst 1922 gültig.

Lithops localis©DornenProjekt.de


Das Verbreitungsgebiet ist recht groß, es gibt sie in Südafrika, Namibia und Botswana, wo sie in Quarzkies-Schotter wachsen.
Es sind schon mindestens 40 Arten von Lithops bekannt. Diese Pflanzen setzen sich aus zwei verwachsenen Blättern (Loben) zusammen, die wie ein geteilter Kegel aussehen, in Fachkreisen auch Kopf genannt.
Sie werden durch einen Spalt getrennt. Der obere Teil dieser Loben ist mehr oder weniger von durchsichtigen Bereichen durchsetzt, man nennt sie Fenster.

Lithops hallii, Blütenknospe kommt zwischen den beiden Loben hervor©DornenProjekt.de


Die Zeichnung, bestehend aus Linien oder Punkten, die in diesen Fenstern zu sehen ist, bezeichnet als Inseln. Diese Inseln dienen der Beschattung der Fenster, die das Sonnenlicht in den Pflanzenkörper einlassen, um eine Phothosynthese zu ermöglichen.
Die Blütezeit beginnt etwa ab August und dauert bis Ende Oktober Anfang November.
Aus dem Spalt zwischen den Loben wächst einmal im Jahr eine Blüte. Das Erblühen beginnt meist ab 13 Uhr bis gegen 18 Uhr, dann schließt sich die Blume und entfaltet sich am nächsten Tag wieder. Mit jedem neuen öffnen der Blüte wird sie etwas größer, bis sie nach einigen Tagen verwelkt.

Lithops erniae, die Blüte hat ihre volle größe erreicht und wird am nächsten Tag verwelken©DornenProjekt.de


Die Blütenfarben sind Weiß und Gelb, seltene Züchtungen bzw. auslesen blühen auch in Orange oder Rot.
Die Samenkapseln haben fünf, manchmal auch sechs Fächer. Sie öffnen sich, wenn Wassertropfen darauf fallen. Mit den nächsten Tropfen werden die Samen dann herausgeschwemmt, deshalb nennt man sie auch Regenschwemmlinge.
In der Natur ertragen die Pflanzen Höchsttemperaturen von über 50 °C und Tiefsttemperaturen, die
kurzzeitig an die -5 °C gehen können.
In Kultur überwintern sie am besten trocken bei 5 bis 10 °C. So stoppt das Wachstum in der Lichtarmen Zeit. Wichtig ist während der Vegetationszeit den hellsten Platz mit der besten Lichtausbeute anzubieten, sonst vergeilen die Pflanzen. Optimal ist es, wenn die Loben nur wenig aus dem Substrat herausragen.

Seltene erscheinung, ein Lithops otzenianum mit vier Loben©Kaktusmichel.de


Das Substrat sollte rein mineralisch sein und gut durchlässig.
Gedüngt wird nur einmal im Jahr und dann nur die Hälfte der angegebenen Düngermenge.
Die Hauptwachstumszeit beginnt ab Ende August bis in den Oktober hinein, dann sind die Vorjahresloben schon eingetrocknet (verbraucht) und es haben sich ein oder auch zwei neue Blattpaare ausgebildet. Jetzt können wir wieder etwas kräftiger gießen. Von April bis Juli nur sparsam und von November bis März gar nicht gießen. Bei guter Pflege kann solch eine Pflanze mit der Zeit größere Polster bilden und über 50 Jahre alt werden. Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder auch durch Abtrennen einzelner Loben und deren Bewurzelung.

Verschiedene Arten der Lebenden Steine©Kaktusmichel.de

 Dazu passen der Vortrag am 31. Oktober 2019 im Michelstädter Hof.

Echinocereus blankii oder ein Hybride?

Gleich vorne neben unseren Schwiegermutterstühlen im Schaubeet, wächst ein Echinocereus der immer  für Aufsehen sorgt.
Ohne Blüten ist es einfach nur eine bedornte Gurke die des Öfteren eher gräulich grün und nicht so attraktiv wirkt.

Kaum ist dieser Kaktus aber mal im Flor, bleibt fast jeder davor stehen und findet ihn ganz toll.
Bei uns trägt er den Namen Echinocereus blankii.
Der Artname wurde ihm 1865 von Palmer gegeben, aber wie bei vielen Kakteen hat sich die Nomenklatur mal wieder geändert und er heißt seit 2012 nun Echinocereus enneacanthus subsp. brevispinus (W.O.Moore) N.P.Taylor.

Echinocereus blankii in voller Blüte ©Kaktusmichel.de


Der Gattungsname setzt sich zusammen aus dem lateinischen echinus für „Igel“ und cera für „Kerze“, frei übersetzt „Igelsäulenkaktus“.

Die ersten Pflanzen dieser Gattung wurden noch als Cereus beschrieben.
Doch 1848 erkannte Engelmann an Hand von Samen und Blütenmerkmalen, dass diese Kakteen einer eigenen Gattung angehören müssen.

Auffallend ist, dass fast alle Echinocereen eine grüne Narbe in der Blütenmitte haben.

Auffallend ist der grüne Stempel in der Blüte bei den Echinocereen ©Kaktusmichel.de


Wenn, ich jetzt aber unter dem Artnamen genauer nachschaue kommen mir meine Zweifel, ob wir diese Pflanze richtigen benannt haben?

Mit der Nachbestimmung ist es immer wieder schwer, deshalb kann ich mich kaum festlegen.
Vielleicht handelt es sich auch um einen Hybriden?


Egal wir sind uns einig, in Blüten ist er die Attraktion 🙂 , da spielt der Name nur eine untergeordnete Rolle!


Und hier noch was zur Pflege:

Im Allgemeinen vertragen gerade die Angehörigen dieser Gattung mehr Dünger aufgrund ihres stärkeren Wachstums und der über mehrere Tage anhaltenden Blütenpracht.
In alten Literaturhinweisen wird immer wieder gewarnt, mit dem Gießen zu früh anzufangen.
Es wird von Mausohrgröße der
Knospen gesprochen, bevor die ersten Wassergaben verabreicht werden darf.
Doch nach meiner Erfahrung ist es nicht notwendig, mit
dem Gießen so lange zu warten, meist beginne ich, wenn der erste Blütenansatz zu sehen ist.
Der Standort muss stimmen, am
besten volle Sonne auf einem erhöhten Platz, das ist wichtiger.
Bei ungünstigem
Standort oder Unterernährung treten an den Pflanzen vermehrt Schädlinge wie Spinnmilben und Wollläuse auf.
Deshalb bei immer wiederkehrendem Befall unbedingt die Standortgegebenheiten überprüfen.

Damit im nächsten Jahr wieder ausreichend Blüten gebildet werden braucht dieser Kaktus genügend Zuwachs also nicht mit Dünger und Wasser sparen.
Auch sollte er  kühl und trocken überwintert werden, am besten bei 6-10 °C.

Sulcorebutia

Ihren Namen bekam die Gattung Sulcorebutia wegen einer angeblichen Furche oberhalb der Areolen.

Dies ist aber von mir noch nicht so genau untersucht worden.

Backeberg beschrieb aus diesem Grund 1951 diesen Genus als ‚Furchenrebutia‘.

Der Name ist zusammengesetzt aus dem lateinischen Worten sulcos für „Furche“ und Rebutia (eine Gattung die nach Pierre Rebut benannt wurde) da die Blüten und der Habitus dieser Kakteengattungen ihm ähnlich erschienen.

Sulcorebutien in Blüte©Kaktusmichel.de

Seit Bestehen dieser Genre werden immer wieder Zweifel angemeldet, ob es gerechtfertigt sei ihre Selbstständigkeit beizubehalten.

So werden Weingartia oder Rebutia verwandtschaftliche Ähnlichkeiten unterstellt.
Da zurzeit noch keine endgültigen Beweise, auch auf Basis von DNA-Untersuchungen, gegen diese Gattung sprechen, werde ich den Gattungsnamen weiterhin beibehalten.

Sulcorebutia breviflora©DornenProjekt.de

 

Für den Laien sind die meisten zu dieser Gruppe gehörenden Pflanzen gut an den ovalen oder langezogenen, verlängerten Areolen zu erkennen.

Erkennungsmerkmal, die ovalen langezogenen Areolen.

Der Körper der meisten Arten, die zu dieser Gattung zählen, ist eher klein und kugelförmig oder kurz-zylindrisch. Aber es kommen auch Individuen vor, die einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen können.

Diese Kakteen haben oft rübenartige Wurzeln.

Die Wurzeln sind faserig oder rübenförmig ausgebildet. Diese Rüben können, wenn man ihnen Platz gibt, bis zu 50 cm lang werden. Sie dienen dazu lange Durststrecken in der Natur zu überwinden. Außerdem können Sulco’s aus diesen verdickten Wurzeln wieder neu austreiben, wenn sie im Habitat von z.B. Ziegen abgefressen wurden. In Kultur können diese langen Austriebe auch eingekürzt werden ohne der Pflanze zu schaden.

Sulcorebutia flavissima©DornenProjekt.de

 

Die spiralförmig angeordneten Rippen sind in flache Höcker unterteilt.

Aus den langgezogenen Areolen wachsen die meist kammartig angeordneten Dornen, ohne Mitteldornen. Blüten sind unbehaart, trichterförmig, weiß, gelb, orange, rot oder auch lila mit allen Zwischentönen, manchmal auch geflammt oder mehrfarbig.
Die Früchte haben etwa 5 mm Durchmesser, reißen bei der Fruchtreife auf oder trocknen einfach ein und zerfallen bei Berührung.
Sulcorebutien kommen ausschließlich in Bolivien vor. Dort findet man sie in der Hauptsache im Bergland östlich des Andenhauptkammes auf 1.200 bis 3.500 m Höhe.

Sulcorebutia totorensis©DornenProjekt.de

 

Die Kultur ist recht einfach und auch für Kakteenanfänger gut geeignet.

Wer die Möglichkeit hat, der sollte die Pflanzen über die Sommerzeit im Freien kultivieren. Da sie in höheren Lagen beheimatet sind, bekommt ihnen stehende Luft im Gewächshaus nicht so gut. Auch zu warm überwinterte Exemplare kommen nicht oder nur schwer zur Blüte.
Besser ist es diese Pflanzen bei 3 bis 8 °C und trocken, im Winter zu halten.
Eine Vermehrung kann durch abtrennen und bewurzeln von Sprossen oder über Samen erfolgen.
Die Keimung des Saatguts erfolgt bei Zimmertemperatur nach 2 bis 3 Wochen.
Einige Arten dieser Gattung findest Du in meinem Shop
oder in noch größerer Auswahl in der Gärtnerei.

Echeveria perezcalixii

Die Gattung Echeveria aus der Familie der Crassulaceae trägt ihren Namen zur Ehren von Atanasio Echeverria, einem botanischen Zeichner aus Mexiko.

Diese Pflanzenfamilie wurde 1828 durch Augustin Pyramus de Candolle aufgestellt. Die Gattung besteht etwa aus 140 Arten.
Circa 95% davon wachsen in Mexiko. Die meisten Individuen dieser Sukkulenten kommen nur in begrenzten Gebieten vor, also endemisch.

Dazu gehört auch Echeveria perezcalixii.

Diese wurde im Dezember 2008 gefunden und 2010 von Jimeno-Sevilla und P. Carrillo in der Brittonia Vol.62 Nr.4 beschrieben.

Echeveria perezcalixii-©Kaktusmichel.de

Aufgrund dieser endemischen Vorkommens,

in der südlichen Sierra Madre Occidental (Bundesstaaten Jalisco, Nayarit und Zacatecas) in Mexiko wird es als neue Art bezeichnet. Das Verbreitungsgebiet liegt auf eine Höhe von 200 bis 2000 Metern über dem Meeresspiegel, in Eichen- und Kiefernwäldern.

Sie wird mit Echeveria fulgens verglichen,

von der sie sich unter anderem, durch ihre stiellosen, leicht bereiften Blätter mit helleren Rändern und durch die längeren Blütenstiele und Kelchblätter unterscheidet.

Echeveria-perezcalixii-Blütenstand©Kaktusmichel.de

Ein sonniger Standort sorgt für einen gedrungenen Wuchs und eine schöne Blattfärbung.

Zu große Pflanzen können zurückgeschnitten und als Stecklinge für die Vermehrung verwendet werden.

Als Substrat dient Blumenerde mit Sand, Tongranulat, Bims.

Aber normale Kakteenerde mit etwas mehr Humusanteil ist auch sehr gut geeignet.
Im Sommer nicht zu trocken halten. Gießen bis zum Ende der Blüte, was sich bis in den Januar hineinziehen kann. Im Winter oder bei kühlen Temperaturen nicht über das Laub gießen, sonst kann es zu Fäulnis kommen.
Schädlinge sind in der Hauptsache Wollläuse, die zwischen den Blattachseln sitzen oder schwarze Bohnenläuse an den Blüten.

Auch wenn der Laie Echeveria sehr oft mit den Dachwurz (Sempervivum) verwechselt, eine Echeveria ist nicht frosthart!

Bevor die ersten Fröste ins Land ziehen muss man die Sommergäste vom Garten in einen geschützten Raum bringen.
Am besten in einen frostfreien, hellen Raum (Temperatur um die 6 °C) oder zumindest an ein helles Fenster stellen. Nur bedenken:

Je niedriger die Temperatur, desto weniger gießen!

Bei den erwähnten 6 °C reicht es alle 6 bis 8 Wochen, wenn die Pflanzen wärmer stehen, dann öfters. Die Vermehrung von Echeveria ist recht einfach: Entweder über den reichlich gebildeten, staubfeinen Samen oder über Blatt- und Kopfstecklinge von zu groß gewordenen Exemplaren. Diese bilden willig neue Wurzeln aus.

Schlumbergera x buckleyi unser Weihnachtskaktus.

Die Heimat der Weihnachtskakteen.

Der Ursprung dieser Hybriden ist einesteils die botanische Art Schlumbergera truncata und und als zweites S. russeliana. Vorkommend im nördlichen Teil von Rio de Janeiro, San Paulo und dem Orgelgebirge in Ostbrasilien, in Höhenlagen von 1500 m bis über 2000 m. Dort sind es sogenannte Aufsitzerpflanzen, mit anderen Worten, sie wachsen epiphytisch auf Bäumen oder Felsen in Humusansammlungen.

Vermarktet werden nur noch Kreuzungen.

Der Ursprung war eine Kreuzung zwischen Schlumbergera russeliana und Schlumbergera truncata. Bekannt ist diese Züchtung seit etwa 1840, der ‘Vater’ dieser Hybriden war W. T. Buckley aus England. Folgerichtig der Name ‘Schlumberger x buckleyi’, wobei das ‚x‘ für Hybride steht.

Diese Pflanze ist der eigentliche „Ur-Weihnachtskaktus“, aber sie wird nur noch selten in den Sammlungen gepflegt.
Die Massenware unter dem Trivialnamen Weihnachtskaktus, ist heutzutage eine Auswahl- und Zuchtform, die aus dieser alten Hybriden entstanden ist.

Züchtererfolg

Es wurde bei diesen Kultivaren mehr auf den aufrechten und stabilen Wuchs, Blühwilligkeit und -farbe geachtet.
Die alten Formen hatten eher hängende Triebe und waren empfindlicher. Auch wurden die Zweige und Knospen beim Umstellen an einen anderen Platz oft abgeworfen.

Wuchsform der Pflanze.

Strauchartig verzweigter Wuchs. Die Sprossglieder blattartig, flach und am Rand eingekerbt oder leicht gezahnt mit einer Länge von bis zu 3,5 cm und einer Breite von 2,5 cm. Diese Stämme sind in einzelne Abschnitte unterteilt, botanisch als Phyllokladien bezeichnet. Am Ende der Glieder sind nur schwach ausgeprägte Areolen in Gruppen angeordnet. Daraus entwickeln sich feine borstenartige Dornen, die Blüten und auch die weiteren Phyllokladien.

Die Blüte.

Die Blütenblätter verwachsen im unteren Bereich zu einer Blütenröhre. Im oberen Teil trennen sich diese dann und sind leicht zurückgebogen. Die Blütenkrone ist etwas schief angeordnet, dies heißt zygomorph. Je nach dominantz der eingekreuzten Art können die Blüten auch mehr radiär ausgebildet sein und weniger zygomorph.
Größe der Blüte: Etwa 6 cm lang bei einem Durchmesser von 4 cm. Blütenfarben mit allen Zwischentönen (diese werden auch durch Temperaturen beeinflusst) von weiß, über gelb, orange, rosa und rot.

Blütezeit zwischen Dezember und Januar. Die Frucht ist rot und schwach kantig.

Pflege.

Die Hauptwachstumszeit erfolgt an sogenannten Langtagen (April – August) mit 14–16 Stunden Licht, bei Temperaturen über 20 Grad. Im Gegensatz dazu die Blütenbildung an Kurztagen (Oktober – November) mit 8 – 9 Stunden Helligkeit, bei etwa 15 Grad. Nach der Blüte werden diese Kakteen etwas trockener gehalten. Sobald die ersten Knospen zu sehen sind, solltest du wieder mehr gießen.

Standort in Kultur

Diese Pflanze fühlen sich im Sommer an einem halbschattigen Platz im Garten wohl.
In der Wohnung mag sie somit im Sommer keine volle Sonne, sondern eher einen Platz an einem Ost oder Nordfenster.
Während der Blüte am besten an einem kühlen, hellen Platz stellen (15 – 18 Grad).

Erdzusammensetzung

Wer sein Substrat selber anmischst möchte, kann dies aus lockerer Kakteenerde mit erhöhtem Humusanteil tun. Gerne auch mit einer geringen Menge Lehm.
Umtopfen solltest du alle 2–3 Jahre, nach der Blüte.

Da hartes Gießwasser nur schlecht vertragen wird, bitte wenn möglich mit Regenwasser gießen.
Das Düngen nicht vergessen und Staunässe vermeiden.

Vermehrung.

Wengleich du diese Kakteen auch aus Samen vermehren kannst, dies ist aber langwierig. Abgesehen davon wenn du keine neuen Kreuzungen erzielen willst, solltest du  auf Stecklinge zurückgreifen.
Diese gewinnst du aus einem Stamm mit 3 bis 4 Gliedern, die nach kurzem Abtrocknen in leicht feuchtem Torf-Sandgemisch, bei 20–24 Grad, schnell bewurzeln.

Conophytum sitzlerianum in Kultur

Conophytum sitzlerianum ein nicht mehr gebräuchlicher Namen.

Wie bei vielen unseren Kakteen und Sukkulenten passiert es immer wieder, dass von der Aussaat bis zum ersten Verkauf sich die Namen geändert haben, dies ist natürlich etwas sarkastisch dargestellt.
Aber oft ist es so, dass man sich gerade an einen Namen gewöhnt hat und nach neuerer Forschung die Zugehörigkeit der Pflanze neu überdacht wurde, so auch bei der Vorgestellten Sukkulente. Conophytum sitzlerianum wurde 1938 durch Schwantes beschrieben, aber nach neueren Erkenntnissen handelt es sich um Conophytum bilobum.

Conophytum sitzlerianum

Viele Synonyme aber die gleiche Pflanze?

Bemerkenswert ist das es unter diesem Namen 122 Synonyme gibt. Die vielen Synonyme sind durch das große Verbreitungsgebiet und die daraus resultierende morphologische Vielseitigkeit begründet, deshalb wurden so viele neue Namen kreiert und dennoch handelt es sich bei allen um Conophytum bilobum. Aber es schadet in einer Sammlung nicht, den alten Namen dennoch als Synonym auf dem Stecketikett zu vermerken vielleicht heißt sie ja in naher Zukunft wieder so 🙂

Conophytum sind schon lange bekannt.

Obwohl das erste Conophytum wahrscheinlich schon von Claudius 1685 auf einer Expedition gefunden und 1738 in der Literatur von Burman erwähnt wurde, kam es erst 1922 durch N. E. Brown zur Aufstellung der Gattung. Diese Gattung gehört zu den Mittagsblumengewächsen (Aizoaceae). Der Gattungsname setzt sich zusammen aus den griechischen Worten konos für Kegel oder Walze und phyton für Pflanze. Grund dafür ist die Form der Pflanzen. Diese Sukkulenten bestehen aus zwei miteinander verbundenen Blättern, auch Loben genannt.

Conophyten bestehen aus 2 miteinander verbundenen Blättern, wissenschaftlich auch Loben genannt.

Eine Pflanze die sich vor zu starker Sonne schützt.

Einige sind zusätzlich, mit sogenannten Fenstern auf den Spitzen der Loben ausgerüstet, um das Sonnenlicht bis zum Vegetationspunkt zu leiten. Im späten Frühjahr werden die alten Blätter eingezogen und zurückbleibt eine papierartige Hülle, die zum Schutz der neu heranwachsenden Loben während des heißen Sommers dient. Diese Schutzschicht wird im Spätsommer gesprengt und die neue Pflanze begrüßt uns mit ihren Blüten. Mit der Zeit wachsen dadurch kleine Polster heran. Die Blüten öffnen meist erst am späten Nachmittag oder abends, das Farbspektrum ist recht groß, über Weiß, Gelb, Rosa und alle möglichen Rottöne bis zum dunklen Lila. Fundorte liegen im südlichen Afrika und in Namibia in Gebieten, in denen es im Winter etwas feuchter wird.

Lebende Steine und Conophytum.

Wer sich etwas schwertut mit der Unterscheidung von Lithops (den lebenden Steinen) und Conophytum, dem können folgende Merkmale helfen: Lithops haben nicht diese papierartige Schutzschicht, Conophyten haben keine oder nicht so ausgeprägte farbige Struktur auf der Blattoberseite und Conophyten sind Herbst- und Winterwachser.

Links ein schon fast aus der Hülle geschlüptes Conophytum, rechts diese Pflanze ist noch in eine papierartige Schutzhülle verpackt das sie gegen die Sonne im Sommer schützt.

Sie gehören zu den größten in ihrer Gattung.

Das Artepitheton wurde zu Ehren von Dr. Max Sitzler, Kurator der Universität Kiel gewählt. Diese Pflanzen gehören zu den größten dieser Gattung und werden bis zu 5 cm hoch. Sie bilden im Laufe der Jahre größere Polster aus. Die schmalen, graugrünen Blätter sind etwa 2 bis 2,5 cm breit und bis zu 5 cm hoch, leicht nach oben gekielt und bei uns in der Sammlung ohne den roten Rand, wie es hingegen bei C. bilobum der Fall ist.

Conophytum bilobum mit dem ausgeprägten roten Rand.

Blüten die über mehrere Tage geöffnet sind.

Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 2 cm, sind gelb und erblühen nachmittags, schließen Nachts, aber öffnen sich über mehrere Tage. Der Fundort dieser Form ist unbekannt. Aber die Art C. bilobum kommt im westlichen Teil von Südafrika, am nördlichen Cape, von Wallekraal im Sandveld bis Swartpoort in der Nähe des Orange River und Little Namaqualand vor. Diese Pflanzen sind sehr leicht zu pflegen, wenn man den Gießrhythmus einhält.

Pflegeanleitung:

Bei der Pflege sollte man beachten, dass die Pflanzen ihren natürlichen Habitus behalten. Dies bedeutet, sie benötigen einen sehr hellen Platz, was selbst am Zimmerfenster nicht immer gegeben ist. Auch sollte das Substrat besser mineralisch und gut durchlässig sein. In der Natur bekommen diese Pflanzen fast ihre gesamte Feuchtigkeit in Form von Tau und Nebel. Deshalb in Kultur lieber häufig kleine Mengen gießen, anstatt selten große Mengen. Sie dürfen keiner Staunässe ausgesetzt werden. Die Hauptwachstumszeit beginnt etwa ab August, mit dem Aufplatzen der vertrockneten Hüllen. Ab da regelmäßig, aber nicht zu viel gießen, bis Ende Dezember. Die Überwinterungstemperatur kann bis knapp über dem Gefrierpunkt abgesenkt werden. Von Januar bis Juli wird nur bei großer Hitze etwas Wasser zugeführt, in dieser Zeit können sie auch gut unter dem Tisch kultiviert werden. Im Gegensatz zu den Pfahlwurzeln der Lithops haben Conophyten flache Wurzeln. Deswegen fühlen sie sich in niedrigen Schalen sehr wohl. Die Vermehrung der Pflanzen gelingt durch Aussaat oder Teilung oder über Stecklinge, die gleich nach dem Abtrennen gesteckt werden. Dabei spielt es eher eine untergeordnete Rolle, ob die Köpfchen schon eigene Wurzeln haben oder nicht. Hauptsache der Vegetationspunkt knapp über dem Wurzelansatz ist nicht beschädigt. Aussaat am besten im Herbst, damit beginnt auch in der Natur ihre normale Vegetationszeit. Die Aussaattemperatur sollte am Tag nicht über 20 °C steigen. Nachts genügen 10 bis 15 °C.
Wenn Sie ein Conophytum sitzlerianum kaufen wollen geht es hier zu unserem Shop

Kakteen und Sukkulenten im Internet

Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal eine Liste aufgestellt, über Online Magazine die jeder kostenlos im download beziehen kann. Viele Links haben sich geändert und mussten mal überarbeitet werden.
Man sollte nur das Wissen besser aufsaugen und behalten können. Leider ist in mein Hirn ein Sieb eingebaut und nur die großen Brocken bleiben darin hängen. Nichtsdestotrotz, es wird weiter gelesen, was es neues gibt in unserem Hobby.
Deshalb mal diese kleine Auflistung für stille Stunden, in denen ihr was zum Lesen sucht.

Echinopsis Hybride “Raul

Natürlich ist das nur eine kleine Auswahl sicher gibt es noch mehr:

Für alle Sukkulentenliebhaber und die es werden wollen ein Muss, früher unter Avonia News jetzt unter dem Titel Sukkulenten In Deutsch

Ältere Ausgaben der Vereinszeitschrift der DKG KuaS

Viele ältere Kakteenbücher als kostenloser download

Eine Seite über die Gattung Sansevieria

Acta Succulenta ist ein Journal über sukkulente und xerophile Pflanzen und ihren Lebensumständen. In Englisch, Italienisch und Französisch.

Über die Crassulaceen. Es wird zwar zur Zeit nichts neues angeboten, aber die älteren Beiträge sind dennoch sehr interessant. In Englisch und Deutsch.

Das Echinocereus Online-Journal. In Deutsch

Das Magazin Aztekium der Kakteenfreunde aus Rumänien. In Rumänisch

Über die Gattung Gymnocalycium. In Englisch

Succulentopia, ein Magazin über Kakteen und Sukkulenten. In Französisch

Cactus Explorer. In Englisch

Eine Linksammlung über alles was mit Kakteen und Sukkulenten zu tun hat. In Deutsch und Englisch.

Blüte einer Stapelia divaricata

So das wars erst einmal, viel Spaß beim Stöbern es lohnt sich immer wieder mal was zu lesen, den wissen tut nicht weh 🙂
Wer noch andere Journale weiß kann sich ja melden ich werde versuchen sie auf dieser Seite mit einzubinden, wenn es zum Thema passt.

Euer Kaktusmichel