Archiv der Kategorie: Pflanzenporträt

Sulcorebutia

Ihren Namen bekam die Gattung Sulcorebutia wegen einer angeblichen Furche oberhalb der Areolen.

Dies ist aber von mir noch nicht so genau untersucht worden.

Backeberg beschrieb aus diesem Grund 1951 diesen Genus als ‚Furchenrebutia‘.

Der Name ist zusammengesetzt aus dem lateinischen Worten sulcos für „Furche“ und Rebutia (eine Gattung die nach Pierre Rebut benannt wurde) da die Blüten und der Habitus dieser Kakteengattungen ihm ähnlich erschienen.

Sulcorebutien in Blüte©Kaktusmichel.de

Seit Bestehen dieser Genre werden immer wieder Zweifel angemeldet, ob es gerechtfertigt sei ihre Selbstständigkeit beizubehalten.

So werden Weingartia oder Rebutia verwandtschaftliche Ähnlichkeiten unterstellt.
Da zurzeit noch keine endgültigen Beweise, auch auf Basis von DNA-Untersuchungen, gegen diese Gattung sprechen, werde ich den Gattungsnamen weiterhin beibehalten.

Sulcorebutia breviflora©DornenProjekt.de

 

Für den Laien sind die meisten zu dieser Gruppe gehörenden Pflanzen gut an den ovalen oder langezogenen, verlängerten Areolen zu erkennen.

Erkennungsmerkmal, die ovalen langezogenen Areolen.

Der Körper der meisten Arten, die zu dieser Gattung zählen, ist eher klein und kugelförmig oder kurz-zylindrisch. Aber es kommen auch Individuen vor, die einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen können.

Diese Kakteen haben oft rübenartige Wurzeln.

Die Wurzeln sind faserig oder rübenförmig ausgebildet. Diese Rüben können, wenn man ihnen Platz gibt, bis zu 50 cm lang werden. Sie dienen dazu lange Durststrecken in der Natur zu überwinden. Außerdem können Sulco’s aus diesen verdickten Wurzeln wieder neu austreiben, wenn sie im Habitat von z.B. Ziegen abgefressen wurden. In Kultur können diese langen Austriebe auch eingekürzt werden ohne der Pflanze zu schaden.

Sulcorebutia flavissima©DornenProjekt.de

 

Die spiralförmig angeordneten Rippen sind in flache Höcker unterteilt.

Aus den langgezogenen Areolen wachsen die meist kammartig angeordneten Dornen, ohne Mitteldornen. Blüten sind unbehaart, trichterförmig, weiß, gelb, orange, rot oder auch lila mit allen Zwischentönen, manchmal auch geflammt oder mehrfarbig.
Die Früchte haben etwa 5 mm Durchmesser, reißen bei der Fruchtreife auf oder trocknen einfach ein und zerfallen bei Berührung.
Sulcorebutien kommen ausschließlich in Bolivien vor. Dort findet man sie in der Hauptsache im Bergland östlich des Andenhauptkammes auf 1.200 bis 3.500 m Höhe.

Sulcorebutia totorensis©DornenProjekt.de

 

Die Kultur ist recht einfach und auch für Kakteenanfänger gut geeignet.

Wer die Möglichkeit hat, der sollte die Pflanzen über die Sommerzeit im Freien kultivieren. Da sie in höheren Lagen beheimatet sind, bekommt ihnen stehende Luft im Gewächshaus nicht so gut. Auch zu warm überwinterte Exemplare kommen nicht oder nur schwer zur Blüte.
Besser ist es diese Pflanzen bei 3 bis 8 °C und trocken, im Winter zu halten.
Eine Vermehrung kann durch abtrennen und bewurzeln von Sprossen oder über Samen erfolgen.
Die Keimung des Saatguts erfolgt bei Zimmertemperatur nach 2 bis 3 Wochen.
Einige Arten dieser Gattung findest Du in meinem Shop
oder in noch größerer Auswahl in der Gärtnerei.

Echeveria perezcalixii

Die Gattung Echeveria aus der Familie der Crassulaceae trägt ihren Namen zur Ehren von Atanasio Echeverria, einem botanischen Zeichner aus Mexiko.

Diese Pflanzenfamilie wurde 1828 durch Augustin Pyramus de Candolle aufgestellt. Die Gattung besteht etwa aus 140 Arten.
Circa 95% davon wachsen in Mexiko. Die meisten Individuen dieser Sukkulenten kommen nur in begrenzten Gebieten vor, also endemisch.

Dazu gehört auch Echeveria perezcalixii.

Diese wurde im Dezember 2008 gefunden und 2010 von Jimeno-Sevilla und P. Carrillo in der Brittonia Vol.62 Nr.4 beschrieben.

Echeveria perezcalixii-©Kaktusmichel.de

Aufgrund dieser endemischen Vorkommens,

in der südlichen Sierra Madre Occidental (Bundesstaaten Jalisco, Nayarit und Zacatecas) in Mexiko wird es als neue Art bezeichnet. Das Verbreitungsgebiet liegt auf eine Höhe von 200 bis 2000 Metern über dem Meeresspiegel, in Eichen- und Kiefernwäldern.

Sie wird mit Echeveria fulgens verglichen,

von der sie sich unter anderem, durch ihre stiellosen, leicht bereiften Blätter mit helleren Rändern und durch die längeren Blütenstiele und Kelchblätter unterscheidet.

Echeveria-perezcalixii-Blütenstand©Kaktusmichel.de

Ein sonniger Standort sorgt für einen gedrungenen Wuchs und eine schöne Blattfärbung.

Zu große Pflanzen können zurückgeschnitten und als Stecklinge für die Vermehrung verwendet werden.

Als Substrat dient Blumenerde mit Sand, Tongranulat, Bims.

Aber normale Kakteenerde mit etwas mehr Humusanteil ist auch sehr gut geeignet.
Im Sommer nicht zu trocken halten. Gießen bis zum Ende der Blüte, was sich bis in den Januar hineinziehen kann. Im Winter oder bei kühlen Temperaturen nicht über das Laub gießen, sonst kann es zu Fäulnis kommen.
Schädlinge sind in der Hauptsache Wollläuse, die zwischen den Blattachseln sitzen oder schwarze Bohnenläuse an den Blüten.

Auch wenn der Laie Echeveria sehr oft mit den Dachwurz (Sempervivum) verwechselt, eine Echeveria ist nicht frosthart!

Bevor die ersten Fröste ins Land ziehen muss man die Sommergäste vom Garten in einen geschützten Raum bringen.
Am besten in einen frostfreien, hellen Raum (Temperatur um die 6 °C) oder zumindest an ein helles Fenster stellen. Nur bedenken:

Je niedriger die Temperatur, desto weniger gießen!

Bei den erwähnten 6 °C reicht es alle 6 bis 8 Wochen, wenn die Pflanzen wärmer stehen, dann öfters. Die Vermehrung von Echeveria ist recht einfach: Entweder über den reichlich gebildeten, staubfeinen Samen oder über Blatt- und Kopfstecklinge von zu groß gewordenen Exemplaren. Diese bilden willig neue Wurzeln aus.

Schlumbergera x buckleyi unser Weihnachtskaktus.

Die Heimat der Weihnachtskakteen.

Der Ursprung dieser Hybriden ist einesteils die botanische Art Schlumbergera truncata und und als zweites S. russeliana. Vorkommend im nördlichen Teil von Rio de Janeiro, San Paulo und dem Orgelgebirge in Ostbrasilien, in Höhenlagen von 1500 m bis über 2000 m. Dort sind es sogenannte Aufsitzerpflanzen, mit anderen Worten, sie wachsen epiphytisch auf Bäumen oder Felsen in Humusansammlungen.

Vermarktet werden nur noch Kreuzungen.

Der Ursprung war eine Kreuzung zwischen Schlumbergera russeliana und Schlumbergera truncata. Bekannt ist diese Züchtung seit etwa 1840, der ‘Vater’ dieser Hybriden war W. T. Buckley aus England. Folgerichtig der Name ‘Schlumberger x buckleyi’, wobei das ‚x‘ für Hybride steht.

Diese Pflanze ist der eigentliche „Ur-Weihnachtskaktus“, aber sie wird nur noch selten in den Sammlungen gepflegt.
Die Massenware unter dem Trivialnamen Weihnachtskaktus, ist heutzutage eine Auswahl- und Zuchtform, die aus dieser alten Hybriden entstanden ist.

Züchtererfolg

Es wurde bei diesen Kultivaren mehr auf den aufrechten und stabilen Wuchs, Blühwilligkeit und -farbe geachtet.
Die alten Formen hatten eher hängende Triebe und waren empfindlicher. Auch wurden die Zweige und Knospen beim Umstellen an einen anderen Platz oft abgeworfen.

Wuchsform der Pflanze.

Strauchartig verzweigter Wuchs. Die Sprossglieder blattartig, flach und am Rand eingekerbt oder leicht gezahnt mit einer Länge von bis zu 3,5 cm und einer Breite von 2,5 cm. Diese Stämme sind in einzelne Abschnitte unterteilt, botanisch als Phyllokladien bezeichnet. Am Ende der Glieder sind nur schwach ausgeprägte Areolen in Gruppen angeordnet. Daraus entwickeln sich feine borstenartige Dornen, die Blüten und auch die weiteren Phyllokladien.

Die Blüte.

Die Blütenblätter verwachsen im unteren Bereich zu einer Blütenröhre. Im oberen Teil trennen sich diese dann und sind leicht zurückgebogen. Die Blütenkrone ist etwas schief angeordnet, dies heißt zygomorph. Je nach dominantz der eingekreuzten Art können die Blüten auch mehr radiär ausgebildet sein und weniger zygomorph.
Größe der Blüte: Etwa 6 cm lang bei einem Durchmesser von 4 cm. Blütenfarben mit allen Zwischentönen (diese werden auch durch Temperaturen beeinflusst) von weiß, über gelb, orange, rosa und rot.

Blütezeit zwischen Dezember und Januar. Die Frucht ist rot und schwach kantig.

Pflege.

Die Hauptwachstumszeit erfolgt an sogenannten Langtagen (April – August) mit 14–16 Stunden Licht, bei Temperaturen über 20 Grad. Im Gegensatz dazu die Blütenbildung an Kurztagen (Oktober – November) mit 8 – 9 Stunden Helligkeit, bei etwa 15 Grad. Nach der Blüte werden diese Kakteen etwas trockener gehalten. Sobald die ersten Knospen zu sehen sind, solltest du wieder mehr gießen.

Standort in Kultur

Diese Pflanze fühlen sich im Sommer an einem halbschattigen Platz im Garten wohl.
In der Wohnung mag sie somit im Sommer keine volle Sonne, sondern eher einen Platz an einem Ost oder Nordfenster.
Während der Blüte am besten an einem kühlen, hellen Platz stellen (15 – 18 Grad).

Erdzusammensetzung

Wer sein Substrat selber anmischst möchte, kann dies aus lockerer Kakteenerde mit erhöhtem Humusanteil tun. Gerne auch mit einer geringen Menge Lehm.
Umtopfen solltest du alle 2–3 Jahre, nach der Blüte.

Da hartes Gießwasser nur schlecht vertragen wird, bitte wenn möglich mit Regenwasser gießen.
Das Düngen nicht vergessen und Staunässe vermeiden.

Vermehrung.

Wengleich du diese Kakteen auch aus Samen vermehren kannst, dies ist aber langwierig. Abgesehen davon wenn du keine neuen Kreuzungen erzielen willst, solltest du  auf Stecklinge zurückgreifen.
Diese gewinnst du aus einem Stamm mit 3 bis 4 Gliedern, die nach kurzem Abtrocknen in leicht feuchtem Torf-Sandgemisch, bei 20–24 Grad, schnell bewurzeln.

Conophytum sitzlerianum in Kultur

Conophytum sitzlerianum ein nicht mehr gebräuchlicher Namen.
Wie bei vielen unseren Kakteen und Sukkulenten passiert es immer wieder, dass von der Aussaat bis zum ersten Verkauf sich die Namen geändert haben, dies ist natürlich etwas sarkastisch dargestellt.
Aber oft ist es so, dass man sich gerade an einen Namen gewöhnt hat und nach neuerer Forschung die Zugehörigkeit der Pflanze neu überdacht wurde, so auch bei der Vorgestellten Sukkulente. Conophytum sitzlerianum wurde 1938 durch Schwantes beschrieben, aber nach neueren Erkenntnissen handelt es sich um Conophytum bilobum.

Conophytum sitzlerianum

Viele Synonyme aber die gleiche Pflanze?
Bemerkenswert ist das es unter diesem Namen 122 Synonyme gibt. Die vielen Synonyme sind durch das große Verbreitungsgebiet und die daraus resultierende morphologische Vielseitigkeit begründet, deshalb wurden so viele neue Namen kreiert und dennoch handelt es sich bei allen um Conophytum bilobum. Aber es schadet in einer Sammlung nicht, den alten Namen dennoch als Synonym auf dem Stecketikett zu vermerken vielleicht heißt sie ja in naher Zukunft wieder so 🙂

Conophytum sind schon lange bekannt.
Obwohl das erste Conophytum wahrscheinlich schon von Claudius 1685 auf einer Expedition gefunden und 1738 in der Literatur von Burman erwähnt wurde, kam es erst 1922 durch N. E. Brown zur Aufstellung der Gattung. Diese Gattung gehört zu den Mittagsblumengewächsen (Aizoaceae). Der Gattungsname setzt sich zusammen aus den griechischen Worten konos für Kegel oder Walze und phyton für Pflanze. Grund dafür ist die Form der Pflanzen. Diese Sukkulenten bestehen aus zwei miteinander verbundenen Blättern, auch Loben genannt.

Conophyten bestehen aus 2 miteinander verbundenen Blättern, wissenschaftlich auch Loben genannt.

Eine Pflanze die sich vor zu starker Sonne schützt.
Einige sind zusätzlich, mit sogenannten Fenstern auf den Spitzen der Loben ausgerüstet, um das Sonnenlicht bis zum Vegetationspunkt zu leiten. Im späten Frühjahr werden die alten Blätter eingezogen und zurückbleibt eine papierartige Hülle, die zum Schutz der neu heranwachsenden Loben während des heißen Sommers dient. Diese Schutzschicht wird im Spätsommer gesprengt und die neue Pflanze begrüßt uns mit ihren Blüten. Mit der Zeit wachsen dadurch kleine Polster heran. Die Blüten öffnen meist erst am späten Nachmittag oder abends, das Farbspektrum ist recht groß, über Weiß, Gelb, Rosa und alle möglichen Rottöne bis zum dunklen Lila. Fundorte liegen im südlichen Afrika und in Namibia in Gebieten, in denen es im Winter etwas feuchter wird.

Lebende Steine und Conophytum.

Wer sich etwas schwertut mit der Unterscheidung von Lithops (den lebenden Steinen) und Conophytum, dem können folgende Merkmale helfen: Lithops haben nicht diese papierartige Schutzschicht, Conophyten haben keine oder nicht so ausgeprägte farbige Struktur auf der Blattoberseite und Conophyten sind Herbst- und Winterwachser.

Links ein schon fast aus der Hülle geschlüptes Conophytum, rechts diese Pflanze ist noch in eine papierartige Schutzhülle verpackt das sie gegen die Sonne im Sommer schützt.

Sie gehören zu den größten in ihrer Gattung.
Das Artepitheton wurde zu Ehren von Dr. Max Sitzler, Kurator der Universität Kiel gewählt. Diese Pflanzen gehören zu den größten dieser Gattung und werden bis zu 5 cm hoch. Sie bilden im Laufe der Jahre größere Polster aus. Die schmalen, graugrünen Blätter sind etwa 2 bis 2,5 cm breit und bis zu 5 cm hoch, leicht nach oben gekielt und bei uns in der Sammlung ohne den roten Rand, wie es hingegen bei C. bilobum der Fall ist.

Conophytum bilobum mit dem ausgeprägten roten Rand.

Blüten die über mehrere Tage geöffnet sind.
Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 2 cm, sind gelb und erblühen nachmittags, schließen Nachts, aber öffnen sich über mehrere Tage. Der Fundort dieser Form ist unbekannt. Aber die Art C. bilobum kommt im westlichen Teil von Südafrika, am nördlichen Cape, von Wallekraal im Sandveld bis Swartpoort in der Nähe des Orange River und Little Namaqualand vor. Diese Pflanzen sind sehr leicht zu pflegen, wenn man den Gießrhythmus einhält.

Pflegeanleitung:
Bei der Pflege sollte man beachten, dass die Pflanzen ihren natürlichen Habitus behalten. Dies bedeutet, sie benötigen einen sehr hellen Platz, was selbst am Zimmerfenster nicht immer gegeben ist. Auch sollte das Substrat besser mineralisch und gut durchlässig sein. In der Natur bekommen diese Pflanzen fast ihre gesamte Feuchtigkeit in Form von Tau und Nebel. Deshalb in Kultur lieber häufig kleine Mengen gießen, anstatt selten große Mengen. Sie dürfen keiner Staunässe ausgesetzt werden. Die Hauptwachstumszeit beginnt etwa ab August, mit dem Aufplatzen der vertrockneten Hüllen. Ab da regelmäßig, aber nicht zu viel gießen, bis Ende Dezember. Die Überwinterungstemperatur kann bis knapp über dem Gefrierpunkt abgesenkt werden. Von Januar bis Juli wird nur bei großer Hitze etwas Wasser zugeführt, in dieser Zeit können sie auch gut unter dem Tisch kultiviert werden. Im Gegensatz zu den Pfahlwurzeln der Lithops haben Conophyten flache Wurzeln. Deswegen fühlen sie sich in niedrigen Schalen sehr wohl. Die Vermehrung der Pflanzen gelingt durch Aussaat oder Teilung oder über Stecklinge, die gleich nach dem Abtrennen gesteckt werden. Dabei spielt es eher eine untergeordnete Rolle, ob die Köpfchen schon eigene Wurzeln haben oder nicht. Hauptsache der Vegetationspunkt knapp über dem Wurzelansatz ist nicht beschädigt. Aussaat am besten im Herbst, damit beginnt auch in der Natur ihre normale Vegetationszeit. Die Aussaattemperatur sollte am Tag nicht über 20 °C steigen. Nachts genügen 10 bis 15 °C.
Wenn Sie ein Conophytum sitzlerianum kaufen wollen geht es hier zu unserem Shop

Kakteen und Sukkulenten im Internet

Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal eine Liste aufgestellt, über Online Magazine die jeder kostenlos im download beziehen kann. Viele Links haben sich geändert und mussten mal überarbeitet werden.
Man sollte nur das Wissen besser aufsaugen und behalten können. Leider ist in mein Hirn ein Sieb eingebaut und nur die großen Brocken bleiben darin hängen. Nichtsdestotrotz, es wird weiter gelesen, was es neues gibt in unserem Hobby.
Deshalb mal diese kleine Auflistung für stille Stunden, in denen ihr was zum Lesen sucht.

Echinopsis Hybride “Raul

Natürlich ist das nur eine kleine Auswahl sicher gibt es noch mehr:

Für alle Sukkulentenliebhaber und die es werden wollen ein Muss, früher unter Avonia News jetzt unter dem Titel Sukkulenten In Deutsch

Ältere Ausgaben der Vereinszeitschrift der DKG KuaS

Viele ältere Kakteenbücher als kostenloser download

Eine Seite über die Gattung Sansevieria

Acta Succulenta ist ein Journal über sukkulente und xerophile Pflanzen und ihren Lebensumständen. In Englisch, Italienisch und Französisch.

Über die Crassulaceen. Es wird zwar zur Zeit nichts neues angeboten, aber die älteren Beiträge sind dennoch sehr interessant. In Englisch und Deutsch.

Das Echinocereus Online-Journal. In Deutsch

Das Magazin Aztekium der Kakteenfreunde aus Rumänien. In Rumänisch

Über die Gattung Gymnocalycium. In Englisch

Succulentopia, ein Magazin über Kakteen und Sukkulenten. In Französisch

Cactus Explorer. In Englisch

Eine Linksammlung über alles was mit Kakteen und Sukkulenten zu tun hat. In Deutsch und Englisch.

Blüte einer Stapelia divaricata

So das wars erst einmal, viel Spaß beim Stöbern es lohnt sich immer wieder mal was zu lesen, den wissen tut nicht weh 🙂
Wer noch andere Journale weiß kann sich ja melden ich werde versuchen sie auf dieser Seite mit einzubinden, wenn es zum Thema passt.

Euer Kaktusmichel

Echinocactus grusonii

Der wohl bekannteste Kaktus, ist der nicht ganz liebevoll als ’Schwiegermutterstuhl’ bezeichnete Echinocactus grusonii. Die Pflanze ist wegen der dichten, gelben Dornen auch als ’Goldkugelkaktus’ im deutschen Sprachraum bekannt. Der Artname Name grusonii soll an den Magdeburger Industriellen und Erfinder Hermann August Jacques Gruson erinnern.

Echinocactus grusonii in Blüte©Kaktusmichel.de

Der zu seiner Zeit die größte Kakteensammlung Europas besaß. Die Erstbeschreibung verfasste 1886 der Kakteengärtner Heinrich Hildmann aus Berlin. Wenn man bei uns in jeder Gärtnerei oder im Supermarkt diese Kakteen (meist auf den Kanaren gezogen) sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass sie in ihrem natürlichen Vorkommensgebiet so gut wie ausgestorben sind.

Ein über 120 Jahrer alter Echinocactus grusonii in unserer Gärtnerei©Kaktusmichel.de

In den 1990er Jahren wurde im Tal des Rio Moctezuma durch den Bau eines Staudamms ein Großteil der natürlichen Bestände dieser Kakteen vernichtet. Es werden in dieser Region nur noch etwa 250 Exemplare gezählt und das auf einer Fläche von 10 km².
2003 wurde zum Glück ein weiteres Vorkommensgebiet entdeckt. Wer auf Blüten in Kultur wartet, muss sich gedulden bis der Haarfilz in der Scheitelmitte den Durchmesser eines kleinen Tellers erreicht. Erst dann kommen die gelben Blüten zum Vorschein.

Jungpflanzen von Echinocactus grusonii©DornenPROJEKT.de

Der Durchmesser der Pflanze kann 80 cm bei einer Höhe von 1,5 m betragen. Da geht beim Umtopfen ohne Seilwinde oder Hilfe von kräftigen Freunden nichts mehr. Bevor dieser Kaktus aber in Kultur solche Ausmaße erreicht, vergehen 70 Jahre und mehr. Die Pflege ist recht einfach: volle Sonne und je nach Größe eine ausreichende Wasserversorgung. Wenn die Rippen anfangen zu schrumpeln, unbedingt gießen. Die Überwinterungstemperatur über 6 °C einhalten, damit Kälteschäden am Stamm vermieden werden.

Ein unbedorntes Exemplar von Echinocactus grusonii©Kaktusmichel.de

Inzwischen gibt es noch einige Ausleseformen von kurzen gebogenen Dornen bis fast unbedornt und mit weißen Dornen bis zu einer monströsen Zwergform.
Bezugsquelle der Kakteen natürlich in unserer Gärtnerei oder im Shop.

Schwiegermutterstuehle©Kaktusmichel.de

Fleischfresser im eigenen Garten

Ein Kakteenfreund hatte uns gebeten seinen undichten Gartenteich wieder ansehnlich zu Gestalten. Wir unterbreiteten ihm die Idee daraus ein Moorbeet zu erschaffen.
Was ist dabei zu Beachten?

Sarracenia in Blüte©Kaktusmichel.de

Der Standort für ein Moorbeet sollte so gewählt werden, dass mindestens 4 – 6 Stunden die Sonne ungehindert darauf scheinen kann und das die Anlage etwas Wind geschützt ist. In dieser Umgebung danken dies zum Beispiel Sarracenia Arten mit einer wunderbaren Ausfärbung der Fangschläuche. Aber auch die anderen Fleischfresser sogenannte Karniforen erzeugen so ein ganz anderes Gartenerlebnis.

Sarracenia purpurea©DornenProjekt.de

Als Substrat eignet sich am besten ungedüngter Weißtorf. Dieser kann mit Tannen- oder Fichtennadeln, aber auch mit Kokosfasern gemischt werden.
Etwas Bims im Substrat erhöht zusätzlich noch die Wasseraufnahme.

Moorbeet aus Torfziegeln©DornenProjekt.de

Für die Anlage einer kleineren Moorlandschaft im Garten sind keine größeren logistischen Anforderungen notwendig. Die einzige Anstrengung, die wir leisten müssen, ist das Loch für einen Mörtelkübel oder eine Grube die mit Teichfolie ausgelegt wird auszuheben. Alte, ausgediente Kunststoff- oder Tontöpfe werden verkehrt herum im Kübel oder der ausgelegten Grube platziert, diese dienen als Wasserresovoir. Wir füllen jetzt bereits soviel Wasser ein, bis es den Rand der Topfböden erreicht. Nicht vergessen ein Stück Plastikrohr das bis zum Kübelrand reicht, mit einarbeiten, damit später leichter Wasser nach gefüllt und kontrolliert werden kann. Die Töpfe als Abschluss mit Vlies abdecken und den vorher gewässerten Weißtorf oben drauf packen. Sehr natürlich wirkt das ganze wenn, wir noch einzelne Torfziegel mit einfügen. Die Torfschicht sollte mindestens eine Höhe von 15 cm erreichen, sie kann ruhig etwas höher als der Kübelrand oder Grubenrand sein. Höhere und niedrigere Karnivoren arrangieren und einpflanzen. Auf genügend Abstand zwischen den Pflanzen achten.

Drosera rotundifolia, der rundblättrige Sonnentau©DornenProjekt.de

Bei einer größeren Fläche können sie die Anlage mit anderen Moorbeetgewächsen ergänzen. Geignete Pflanzen sind zum Beispiel Wollgras, Torfmyrthe, kleine Azaleen, Moosbeeren und je nach Platz noch mehr.
Das Ganze mit schönen Wurzelstücken und Torfmoos vervollständigen. Noch etwas Wasser durch das Plastikrohr einfüllen und fertig sind wir schon. Das ganze Jahr hindurch auf Schnecken achten und bei längeren Trockenperioden immer wieder Regenwasser nachfüllen.

In der ersten Zeit, bei starken Frösten, im Winter mit einer dickeren Schicht Moos oder Tannenreisig die Anlage abdecken. Es macht den Pflanzen aber nichts aus, da die Schläuche bei den Sarracenia-Arten (Schlauchpflanzen) sowieso absterben, auch Venusfliegenfalle und Sonnentau ziehen ein. Im Frühling bevor der Neuaustrieb beginnt die alten Schläuche abschneiden und die Abdeckung rechtzeitig entfernen.

Darlingtonia californica, selbst in unseren Breitenlagen winterhart©DornenProjekt.de

Wer keinen Garten hat, kann sein Moorbeet auch in einem schönen Holzbottich oder in einer ausgedienten Zinkbadewanne anlegen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auf Balkon oder Terrasse findet sich bestimmt noch ein Plätzchen dafür. Auch am Zimmerfenster kann eine kleine Moorlandschaft arrangiert werden, z. B. mit schönen Glasgefäßen und wärmeliebenden Karnivoren.

Drosera binata mit Fliege
Drosera binata auch sieh ist winterhart, hier hat sie eine Fliege als Beute©DornenProjekt.de

Hier das kleine Moorbeet nach der Fertigstellung

Moorbeet©DornenProjekt.de

Und noch ein paar weitere Bilder.

Viel Spaß bei der Beobachtung ihrer Fleischfresser bei der Arbeit.

Wollgras mit Samenstand©Kaktusmichel.de

Graptopetalum macdougallii

Graptopetalum macdougallii, auch als blaue Felsenrose bezeichnet, ein leicht zu kultivierendes Dickblattgewächs (Crassulaceae) aus Mexiko. Dieses Sukkulent ist sehr gut für die Zimmerkultur geeignet oder im Sommer als Ampelpflanze für die Terrasse zu empfehlen.

Der Gattungsname, aufgestellt 1911 von Joseph Nelson Rose, bedeutet nach dem griechischen ‘graptos’ für markieren und dem Wort ‘petalon’ für Blütenblatt, soviel wie gepunktetes Blütenblatt.
Die vorgestellte Art wurde 1940 von Edward Johnston Alexander beschrieben und zu Ehren von T. Macdougall benannt.
Die Pflanzen haben eine Ähnlichkeit mit Echeveria, aber die Blütenstände sind zymös aufgebaut, dies bedeutet der Blütenstand verzweigt sich und trägt an jedem Ende eine Blüte, die Einzelblüte ist sternförmig, fünfzählige, weiß-gelblich mit größeren und kleineren roten Flecken und Punkten. An den Blütenrispen öffnen sich über einen längeren Zeitraum immer wieder neue Blüten. 

Bluete von Graptopetalum macdougallii
Blüten von Graptopetalum macdougallii ©DornenPROJEKT.de

Blätter lanzettlich, fleischig, hellgrün, leicht grau über haucht und rosettenförmig angeordnet. Es werden oberflächliche Ausläufer gebildet die sich sehr gut zur Vermehrung eignen.

Eine Rosette von Graptopetalum macdougallii
Graptopetalum macdougallii©DornenPROJEKT.de

Diese Art findet man in Mexiko, Oaxaca.

Kultur und Pflege:
Ein heller und sonniger Standort ist notwendig, damit ein gedrungenes Wachstum erhalten bleibt. Nur bei Stecklingen bis zur Bewurzelung einen halbschattigen Standplatz wählen. An das Substrat werden keine besonderen Ansprüche gestellt, es eignet sich Kakteenerde oder auch Blumenerde mit etwas Sand. Sie vertragen im Winter Temperaturen bis 6 °C. Über die Vegetationszeit nicht zu trocken halten. Ein Zeichen von zu wenig Wasser ist es, wenn zu viele Blätter von unten her eintrocknen, dann muss mehr gegossen werden. Die Pflanzen sind ideal für Hängetöpfe,
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da sie viele Ausläufer treiben und dann schön herunterhängen.

Wenn einmal Schädlinge auftreten, sind es in der Hauptsache Wollläuse.
Sie können die Pflanze in unserer Gärtnerei in Otzberg-Lengfeld kaufen und auch in unserem Shop.

Text vom Kaktusmichel aus der Gärtnerei Andreae Kakteenkulturen, Bilder Helga Januschkowetz, DornenPROJEKT.
Viel Tipps auch in unserem Buch über Kakteen und Sukkulenten in unserem
Buch erhältlich in der Gärtnerei, im Shop oder auch über Amazon.
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YouTube Video

Ab und zu muss es auch mal sein,
dass wir in YouTube ein Filmchen einstellen.
In diesem Video werden unsere bis her erstellten Vorträge vorgestellt.
Unterlegt ist das Video mit guter Musik, deshalb
nicht vergessen die Lautsprecher einzuschalten 🙂

Mammillaria theresae©KAKTUSMICHEL.de

Hier unser neuestes Video:

Hier noch unser erfolgreichster:

Viel Spaß beim anschauen wünscht
der Kaktusmichel und Helga

Ruschia gemina

Ruschia gemina kommt aus der Gruppe der Mesembryanthemum und der Aizoaceae-Familie.
I
m allgemeinen Sprachgebrauch werden sie als Mittagsblumengewächse bezeichnet.
Die Erstbeschreibung erfolgte 1927 von L. Bolus als Cerochlamys gemina.

Ab 1929 führt man diese Gattung unter Ruschia.
Der Artname gemina bedeutet doppelt oder zweifach, was wahrscheinlich wegen der sich paarweise gegenüberstehenden Blätter gewählt wurde.

Ruschia gemina in Blüte©Kaktusmichel.de

Den Erstfund stammte aus Südafrika, in der Karoo bei Rooihoogte, zwischen Ladismith und Lainsburg.
Dort wachsen sie in trockenen bis halbtrockenen Gebieten.
Die Gattung Ruschia, benannt nach einem namibischen Bauern, ist sehr groß, etwa 216 Arten zählen zu ihr. Je nach der Wuchsform, der Blüten oder der Samenkapseln werden sie in verschiedenen Untergattungen gegliedert.
Es sind Arten darunter die bis zu 1,5 m hoch werden, aber manche bilden auch nur ganz flache Polster aus.
Auffallend sind die holzigen Wurzeln, die immer fast vertrocknet aussehen.
Auch die Zweige neigen dazu rasch zu verholzen. Im unteren Bereich trocknen die sukkulenten Blätter stark aus aber bleiben fest mit der Pflanze verbunden.

Ruschia gemina, dreikantige Blätter und durchscheinende Punkte in der Epidermis©Kaktusmichel.de

In der Gattung variieren die Blüten von weiß über rosa bis lila.
Bei der Vorgestellten Art ist es eine schöne fliederfarbe.

Die Blüten sind mehrere Tage geöffnet und werden von Tag zu Tag größer.
Ein Gattungsmerkmal sind die dreieckigen Blätter und die vielen transparenten Punkte auf der Epidermis.

Die Früchte sind holzige Kapseln mit 5 oder 6 Kammern, die erst öffnen wenn Wassertropfen auf sie fallen, wie wir sie auch bei anderen Aizoaceen kennen.
Da sie im Winterregengebieten vorkommen blühen sie bei uns auch zu dieser Jahreszeit.
Vermehrung über Stecklinge oder Samen.

Viel Pflanzenbeschreibungen und Tipps auch in meinem Buch über
Kakteen und Sukkulenten.

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