Tag der offenen Tür in Darmstadt

Am Sonntag, den 12. Mai 2019 ist nicht nur Muttertag, es gibt in Darmstadt noch eine Attraktion.
Die Kakteenfreunde Darmstadt stellen sich an diesem Tag in Ihrem Vereinsheim in Darmstadt, Darmstrasse 4a, der Öffentlichkeit vor.

Von 9 bis 17 Uhr können Sie an neun Verkaufsständen von Vereinsmitgliedern, Pflanzen kaufen, Tipps und Ratschläge erfahren und einiges an Spaß haben.
Besuchen Sie auch unseren Stand 🙂

Turbinicarpus beguinii©Kaktusmichel.de

 

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Mai

Nach den letzten kalten Nächten wird es jetzt hoffentlich mit dem Frost vorbei sein.

Aufstellung im Freien

Wenn es auch mit Arbeit für den Kakteenpfleger verbunden ist, einige Kakteen fühlen sich über die Sommermonate im Freien wohler. Deshalb empfiehlt sich für die Vertreter der Gattungen Rebutia, Sulcorebutia, Echinopsis, Trichocereus und auch so manchen Echinocereus eine Aufstellung im Freiland. Dort können sie je nach Wetterlage von Anfang oder Mitte Mai bis zum Oktober verbleiben. Wer dafür ein Frühbeet mit abnehmbaren Fenstern hat, ist klar im Vorteil, da es bei ungünstiger Witterung nochmal geschlossen werden kann. Solche „Freigänger“, entwickeln sich oft deutlich besser als Pflanzen, die ganzjährig im Gewächshaus stehen.
Gerade die stärkeren Temperaturschwankungen, das Mehr an Licht, das Fehlen von Hitzestaus, sowie nicht zuletzt der morgendliche Tau und die ständige Luftbewegung tun den Kakteen gut.

Sukkulenten in der Somerfrische©DornenPROJEKT.de
Sukkulenten in der Somerfrische©DornenPROJEKT.de

Auch bei den anderen Sukkulenten gibt es einige, die aus dem Gewächshaus ausgeräumt werden können, die frische Luft lieben und im Freien an vollsonnigen Plätzen um einiges besser gedeihen als im Gewächshaus. Dazu gehören beispielsweise Vertreter der Gattungen Adromischus, Aeonium, Haworthia oder auch die schwergewichtige Agaven, Aloen und Yuccas. Am besten die Pflanzen zuerst für zwei bis drei Tage an einem schattigeren Platz unterbringen, gut wässern und sie langsam an das Sonnenlicht zu gewöhnen.

Sukkulenten in der Blumenampel

Sukkulenten die in einer Blumenampel gepflegt werden, können am Ast eines Baumes aufgehängt werden, vielleicht in Begleitung einiger Tillandsien. Insbesondere epiphytische Kakteen, z. B. Epiphyllum, Rhipsalis, und Schlumbergera, fühlen sich im Halbschatten eines Baumes sehr wohl. Zur Aufhängung von Sukkulenten und Tillandsien eignet sich Spaliere, alternativ auch ein Gitter aus einer Estrichmatte / Armierungsgitter aus dem Baumarkt.

http://www.kaktusmichel.de/Dornenprojekt/
http://www.kaktusmichel.de/Dornenprojekt/

Platz an der Hauswand

Eine Aufstellung direkt an einer Hauswand bietet, abhängig von der Hauptwindrichtung, Schutz vor übermäßigem Regen. Auch die vom Mauerwerk tagsüber gespeicherte Wärme, die in den Nachtstunden langsam abgegeben wird, ist dem Gedeihen vieler Sukkulenten förderlich.

Pflege in der Zimmerkultur:

Da es jetzt wieder wärmer wird, neigen viele dazu, ihre Kakteen am Fensterbrett stärker zu gießen. Aber Pflanzen, die in einem Übertopf stehen können da leicht „ertrinken“. Grundsätzlich sind Übertöpfe riskant. Wer der schöneren Optik wegen darauf nicht verzichten will, sollte kleine Steine, Tongranulat oder etwas Styropor auf den Grund des Übertopfs legen und dafür das Ziergefäß etwas größer wählen. Dadurch stehen die Wurzeln nicht ständig im überschüssigen Wasser und man kann seitlich in den Topf sehen und kontrollieren, ob das Wasser zu lange in Übertopf steht.

Einfache Gießmethode, dass anstauen

Anstauen ist eine Möglichkeit, das Gießen einfacher und weniger zeitaufwendig zu gestalten. Dazu stellt man mehrere Töpfe in eine flache Schale oder Wanne. Das Gießwasser wird dann in diese Schale bzw. Wanne gegeben und von den darin stehenden Töpfen aufgesogen. Wasser, das nach ein bis zwei Stunden noch übrig ist, muss entfernt werden.

Allgemeine Pflege

Der traditionelle Zeitpunkt für das Ausräumen der Pflanzen sind die Tage nach den Eisheiligen. Jedoch können auch nach der „kalten Sophie“ (15. Mai) noch Nachtfröste auftreten. Da die Kälte dann meist nur ein paar Stunden anhält, kann man sich leicht behelfen, indem man eine Decke, ein Vlies oder ähnliches bereithält, womit man die Pflanzen im Falle von Frost über Nacht abdecken kann.

Gartenvlies eignet sich auch ganz hervorragend zum Schattieren, wenn die Pflanzen am Anfang zu stark durch die Sonne gestresst werden. Ein paar Steine zum Beschweren auf die Ecken der Abdeckung gelegt und der Vlies fliegt nicht so leicht davon.

Immer noch Umtopfen

Das Ausräumen, sollte man auch dafür nutzen, um zu kontrollieren, ob die Kakteen umgetopft werden müssen. Auch wenn die Überwinterungszeit für Umtopfkationen optimal ist, so kann dies auch jetzt noch erledigt werden.

Oft werde ich gefragt, ob Ton- oder Kunststofftöpfen der Vorzug zu geben sei?

Vorzug von Kunststofftöpfen

Aufgrund ihrer vielen Vorteile bevorzuge ich Kunststofftöpfe:
Sie sind günstig in der Anschaffung, deutlich leichter als Tontöpfe, einfacher zu reinigen, beim Umtopfen problemlos zu entfernen und es gibt sie in vielen Formen und Größen. Nachteilig ist, dass sie früher oder später spröde werden. Beim Transport oder Hochheben können dann die Ränder abbrechen, was zu einer Verletzung des Pflegers oder der Pflanze führen kann.

Die Pluspunkte von Tontöpfen

Aber auch Tontöpfe haben positive Aspekte. Einer davon ist, dass die Temperatur im Inneren bei Sonneneinstrahlung gleichmäßiger und zudem generell kühler ist. Im Freiland sind sie haltbarer und aufgrund ihres Eigengewichts auch standsicherer.
Einen entscheidenden Unterschied gibt es beim Wurzelwachstum:
Da Wurzeln immer in Richtung des abfließenden Wassers wachsen (dorthin, wo sich die Nährsalze anreichern), streben sie bei Tontöpfen in Richtung Topfwand (während sie in Kunststofftöpfen gleichmäßig verteilt sind) und haften an dieser an. Beim entfernen aus Tontöpfen, werden die Wurzeln daher meist geschädigt und man muss länger warten, bis die Schäden wieder verheilt sind.

Oft muss bei der Umtopfaktion, auch der Tontopf zerschlagen werden damit die Pflanze befreit werden kann. Ungünstig sind in diesem Fall auch Töpfe die oben
schmäler sind als am Grund.

Zeit zum Düngen

Auch Kakteen und andere Sukkulenten benötigen Nährstoffe, wollen also gedüngt werden. Anstatt ein paarmal im Jahr zu düngen, enthält mein Gießwasser im Zeitraum Ende April bis Anfang August immer Dünger, jedoch in einer reduzierten Konzentration (etwa 0,5 Gramm Düngesalz je Liter Wasser, entspricht 0,5 ‰). So muss ich mir keine Gedanken machen, wann wieder zu düngen ist.

Pfropfen von Kakteen und Sukkulenten

Der Zeitraum von Mai bis Anfang August ist optimal für das Pfropfen von Kakteen und anderen Sukkulenten, auch Veredeln genannt. Beim Pfropfen werden zwei unterschiedliche Pflanzen miteinander verbunden. Die untere Pflanze, die im Substrat wurzelt, wird als Unterlage, die Pflanze, die darauf gepfropft wird, als Pfröpfling bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum gepfropft wird: Um Sämlinge langsam wachsender Arten schneller treiben zu lassen und eher zur Blüte zu bringen, um wurzelempfindliche Arten einfacher kultivieren zu können, um chlorophyllarme Pflanzen zu erhalten oder kranke Pflanzen zu retten.

Als Unterlage wählt man Pflanzen gut wüchsiger und unempfindlicher Arten aus, die am besten schon einen Tag vorher kräftig gewässert wurden.
Die Unterlage kann eine bewurzelte Pflanze, ein Steckling oder Sämling sein.
Gepfropft werden Sämlinge, Abschnitte von Cristaten, einzelne Warzen, Teilabschnitte von Rippen oder ein Trieb. Die Größe der Unterlage richtet sich nach dem Leitbündeldurchmesser des Pfröpflings: Leitbündel von Unterlage und Pfröpfling müssen aufeinander passen.

Als Unterlage kommen sehr viele Kakteenarten, aber auch andere Sukkulenten in Frage:

Geeignete Propfunterlagen

Pereskiopsis spathulata für das Pfropfen von Sämlingen,

– viele Trichocereen, u. a. Trichocereus spachianus, T. pasacana und T. macrogonus eignen sich als Unterlage für viele Kakteenarten,

Echinocereus reichenbachii oder Opuntia polyacantha für winterharte Pedio- und Sclerocacteen,

– auf Hylocereus undatus werden oft Gymnocalycium, Astrophytum oder auch Pflanzen mit Chlorophyllschäden gepfropft,

Ferocactus glaucescens ist eine gute Unterlage für Astrophytum caput-medusae,

– die Wurzelknollen von Ceropegia woodii eignen sich für empfindliche Ceropegien und andere Ascleps,

Oleander für das Pfropfen von Adenium-Arten und

Euphorbia canariensis ist eine gute Unterlage für viele in Kultur als schwierig geltende sukkulente Wolfsmilchgewächse.

Sauberkeit beim Veredeln

Beim Pfropfen strikt auf Hygiene achten, um insbesondere auch die Übertragung von Viren zu vermeiden! Dazu gehört das Desinfizieren des Schneidewerkzeugs (z. B. mit Spiritus). Beim Pfropfen sowie für die Dauer den Verwachsen von Pfröpfling und Unterlage sollte es nicht zu kalt sein.
Die Tagestemperatur sollte möglichst über 20 °C betragen.

Verschiedene Propfmethoden

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Pfropfmethoden, über die man seitenweise Artikel schreiben kann.
Ein toller Bericht stand im Journal der AG Echinopsisybridenfreunde.
Ich will daher an dieser Stelle das Verfahren nur grob skizzieren:

Von der Unterlage wird die Triebspitze mit einem waagrechten Schnitt mit einem scharfen Messer entfernt. Den austretenden Pflanzensaft an der Schnittstelle mit dem Messerrücken abschaben. Die Schnittränder der Unterlage werden abschrägt, um zu verhindern, dass der Pfröpfling beim Abtrocknen der Schnittfläche von den hochstehenden Triebrändern abgehebelt wird.

Während des Arbeitens muss man verhindern, dass die Schnittfläche abtrocknet. Deshalb lässt man bis kurz vor der Pfropfung eine dünne Scheibe des vorher abgeschnittenen Teils auf der Unterlage liegen. Dann wird der Pfröpfling präpariert. Handelt es sich dabei um eine ganz Pflanze, wird das untere Drittel des Körpers mitsamt der Wurzeln abgeschnitten. Man entfernt nun die dünne Scheibe von der Unterlage und setzt den Pfröpfling auf die Unterlage. Durch Drehen und leichtes Andrücken wird die Luft zwischen den Schnittflächen entfernt. Es ist darauf zu achten, dass die Leitbündel von Unterlage und Pfröpfling übereinander liegen. Verrutscht der Pfröpfling später, muss noch einmal nachgeschnitten und der Pfröpfling neu positioniert werden

Damit Unterlage und Pfröpfling gut miteinander verwachsen, muss der Pfröpfling für einige Zeit auf die Pfropfstelle gedrückt werden. Hierzu können Bänder, an deren Enden Gewichte befestigt sind, vorsichtig über den Pfröpfling gelegt werden oder der Pfröpfling mittels Gummibändern, die unter den Topf herumgeführt werden, angepresst werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein sogenannter Pfropfapparat. Abhängig von der Größe des Pfröpflings und der Schnittfläche, dauert es bis zu einer Woche, bis der Pfröpfling mit der Unterlage verwachsen ist.

Sämlinge sind empfindlicher und vertragen keinen großen Druck. Sie halten oft schon durch ihr Eigengewicht und die Adhäsionskraft des Pflanzensafts zwischen den Schnittflächen.

Behandlung nach dem Pfropfen

Bis der Pfröpfling angewachsen ist, werden die Pfropfungen an einen warmen, aber schattigen Platz gestellt. Ist der Aufwand von Erfolg gekrönt, dann ist schon nach wenigen Tagen ein Zuwachs an der aufgepfropften Pflanze zu erkennen. Viele Unterlagen neigen zum Sprossen. Diese Nebensprosse müssen regelmäßig entfernt werden, da sie in Konkurrenz zum Pfröpfling stehen und diesem Wasser und Nährsalze entziehen.

Substratwechsel beim Neukauf

Oft werden im Frühjahr wieder neue Kakteen für die Sammlung erstanden. Gerade Anfänger kaufen diese gerne im Supermarkt oder Gartencenter. Diese Schnäppchen aus Massenkultur sitzen meist in reinem Torf. Dieser ist für die Weiterkultur ungeeignet, da er nach dem Austrocknen nur sehr schwer wieder Wasser aufnimmt. Am besten ist es, die neu erworbenen Exemplare sogleich auszutopfen und zu enttorfen.
Je nach Beschaffenheit des Torfsubstrates lässt es sich im trockenen Zustand ausschütteln oder in Wasser auswaschen. Danach die Wurzeln mehrere Tage abtrocknen lassen, damit die Wunden am Wurzelwerk verheilen können, und dann die Pflanzen in eine geeignetes Kakteensubstrat einpflanzen.
Übrigens ist es sowieso besser nur ein oder zwei verschiedene Substrate in der Sammlung zu verwenden, dies macht es leichter einen Gießrhythmus zu finden.

Nach dem Umtopfen – wie stets!
Erst mindestens eine Woche warten, bis wieder mit dem Gießen begonnen wird.

 

Offener Sonntag im Mai

Am Sonntag, den 5. Mai ist wieder verkaufsoffen bei Andreae Kakteenkulturen. Kommen Sie vorbei die Kakteenblüte ist bereits in vollem Gange. Geöffnet ist von 10 bis 13 Uhr zum Schauen, beraten und kaufen. Wir haben auch wieder eine Tasse Kaffee für Sie bereitgestellt.

Und wie schon seit einigen Jahren zur Tradition geworden,
bietet ein Tomatenfreund, an diesem Sonntag  wieder verschiedene Pflanzen alter Tomatensorten zum Verkauf bei mir an.

Zum Abrunden Ihres sonntags, hier noch ein Veranstaltungshinweise für Sie.

Bild von Pexels auf Pixabay

Sonntag 05.Mai 11 bis 18 Uhr
Töpfermarkt im Burghof der Veste Otzberg (ca. 30 Minuten Fußweg ab der Gärtnerei).
Schon seit über 30 Jahren werden im Rahmen dieser Veranstaltung meisterlich gearbeitetes
Gebrauchsgeschirr und andere keramische Erzeugnisse angeboten.
Für die Veranstaltung wird kein Eintritt erhoben.

Spinnmilben an Kakteen

Spinnmilben an Kakteen und anderen Sukkulenten.

Zu den heimtückischsten Schädlingen an unseren Sukkulenten gehört die Spinnmilbe aus der Familie der Tetranychidea. Manche Kakteen- und Sukkulentenarten werden besonders gerne von Spinnmilben befallen, das Schadbild ist unübersehbar und der Befall geht rasend schnell vonstatten.

Spinnmilbenbefall©Kaktusmichel.de
Spinnmilbenbefall©Kaktusmichel.de


Befall an Kakteen.


Besonders betroffen sind bei den Kakteen Aporocactus, Chamaecereus, Echinocereus, Rebutia, Lobivia, Matucana und Echinopsis.
Der Hauptübeltäter heißt Brevipalpus russulus die sogenannte Kakteenspinnmilbe die aber keine Spinnennetze webt, wie der Namen vermuten lässt.
Sie richtet ihre Schäden in der Scheitelregion, also im zarten Neuaustrieb an.

Befall an Chamaecereus, nach der Behandlung hat die Spitze wieder grün ausgetrieben©Kaktusmichel.de


Die ersten Anzeichen auf der Epidermis für einen Befall sind winzige matte Punkte, die sich dann rostfarben verändern. Das Schadbild weitet sich flächig in eine Verschorfung um, die fast wie ein Sonnenbrand erscheint. Diese Stellen entstehen durch das anstechen der Epidermis und das Injizieren einer schädlichen Substanz beim Aussaugen des Zellsaftes.
Die Folge ist Verlust von Chlorophyll und eine somit verminderte Wuchskraft. Erst nach einer erfolgreichen Behandlung kommen aus der Mitte des Scheitels wieder intakte Zellen aus der Verkorkung heraus. Aber die einmal befallene Epidermis wird nicht wieder grün.

 

Spinnmilbenbefall©Kaktusmichel.de
Diese Pflanze ist so stark durch Spinnmilben geschädigt, dass sie lieber entsorgt werden sollte.©Kaktusmichel.de


Die Kakteenspinnmilbe wird über neu in die Sammlung hinzugekommene, befallene Kakteen verbreitet. Außerdem kann eine Milbenpopulation über Kleidung oder Hände mitgebracht werden.

Spinnmilbe©DornenProjekt
Spinnmilbe siehe Pfeil©DornenProjekt.de


Aber auch die anderen Sukkulenten können von diesen Plagegeistern heimgesucht werden.


Befall an Sukkulenten


Bei den anderen Sukkulenten findet man sie vermehrt auf Caudexpflanzen aus der Familie der Cucurbitaceae und Adenium. Als Schädling tritt dort meist die gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticaea) auf, gut erkennbar an spinnwebartigen Gespinsten zwischen den Blattstielen und den Blättern.
Es betrifft dann die glatten, weichen Blätter an denen die Tierchen auf der Blattunterseite ihr Unwesen treiben. Das Schadbild wird in der Regel an den Blattadern sichtbar, auch hier tritt eine punktartige Gelbfärbung durch den Chlorophyll Entzug auf. Anschließend welken die Blätter und werden abgeworfen.

Spinnmilbenbefall an einer Zitronenpflanze. by CC BY-SA 3.0 by Paramecium
Spinnmilbenbefall an einem Zitrusgewächs Bild von Paramecium CC BY-SA 3.0 by Paramecium

In unseren Breiten kommt die gemeine Spinnmilbe den Sommer über auch im Freien vor, oft auf Weiden, Linden, Obstgehölzen und Bohnen, wodurch ein Befall über den Wind weiter verbreitet wird.

Die Spinnmilbe ist mit bloßen Auge schwer zu sehen. Aber mit der Lupe, erkennen wir die etwa 0,2 – 0,6 mm kleinen, gelblich, braunen oder auch grünlichen Tiere die dort emsig herumlaufen.

Spinnmilben lieben die Trockenheit, Feuchtigkeit meiden sie.

An warmen trockenen Sommertagen ist aus einem Ei innerhalb einer Woche ein adultes Tier gewachsen, welches 50–100 Eier legen kann und das bei bis zu 9 Generationen im Jahr. Jeder kann sich vorstellen, wie groß eine Population bei optimalen Bedingungen wäre, eine Zahl mit 17 Nullen.

Natürliche Hilfsmittel.

Deshalb sind Pflanzen die zu Befall neigen im Sommer besser im Freien aufgehoben, dort ist scheinbar allein durch den Morgentau ein Schaden nicht feststellbar.
Aber auch das Übersprühen mit Wasser hat eine heilsame Wirkung, was aufgrund der Feuchtigkeit und der mechanischen Wirkung zum Erfolg führen kann.

Bei einzelnen Sukkulenten hilft es, wenn die Pflanze stark gegossen in eine Plastiktüte verpackt wird und darin 2 Tage verbleibt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sterben die Schädlinge ab. Aber meist ist leider nicht nur eine Pflanze betroffen. Dann brauchen wir andere Mittel.

Chemische Bekämpfung.


Wer einen starken Befall hat, wird um eine gezielte Behandlung nicht herum kommen.
Zur Bekämpfung eignen sich vor allem Akarizide (Bi 58, Lizetan AF und andere). Aber hier sollten die eingesetzten Mittel öfters gewechselt werden, um einer Resistenz vorzubeugen.
Bei mir kommt in diesen Fällen Spruzit zur Anwendung, durch das enthaltene Rapsöl kommt auch keine Resistenz auf. Auch Schwefelpräparate, eigentlich gegen Pilze, haben sich als  sehr wirksam erwiesen.

Bekämpfen mit Nützlingen

Wer die Kleinklimatischen Bedingungen schaffen kann, darf es auch mit Nützlingen versuchen. Aber er sollte sich vorher genau über die Lebensbedingungen informieren.
Sonst ist es schade ums Geld und der Erfolg ist nur mangelhaft.

Viele Tipps zu Schädlingen an Kakteen und Sukkulenten
gibt es auch in dem Buch von Thomas Brand
Pflanzenschutz bei Kakteen und anderen Sukkulenten
ISBN 978-3-00-029589-8

Offener Sonntag

Am Sonntag den 7. April ist wieder unser offener Sonntag.
Von 10 – 13 Uhr könnt ihr Euch  in Ruhe bei uns umsehen,
Tipps holen und natürlich auch  Kakteen und andere Sukkulenten mit nach Hause nehmen.
Wer gerne einen Kaffee dabei trinkt, sollte auch nicht zu kurz kommen 🙂

Ein über 120 Jahrer alter Echinocactus grusonii in unserer Gärtnerei©Kaktusmichel.de

Auf euren Besuch freuen sich Helga und der Kaktusmichel.

Übrigens an der Veste Otzberg findet an diesem Wochenende von 11 – 18 Uhr,
auch der Ostereiermarkt statt.

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im April

Pflege von Kakteen und Sukkulenten im April

Wir hatten dieses Jahr schon einige schöne Tage und es juckt einem in den Fingern im Gewächshaus alles auf Vordermann zu bringen. So mancher Wintergast im Gewächshaus, der auch etwas Frost verträgt, kann wieder an die frische Luft gestellt werden. Dazu zähle ich Zitruspflanzen, Olivenbäumchen, so manche Agave und auch etliche Yuccas. Bei den Kakteen und anderen Sukkulenten würde ich noch etwas warten.

Pflegearbeiten im Gewächshaus:

Auch wenn es draußen oft noch recht frisch ist, an einem sonnigen Tag erreicht die Lufttemperatur im Gewächshaus schnell die 30 Grad Marke. Dem muss man durch Öffnen der Fenster und Türen entgegenwirken. Wer nicht immer daheim sein kann, hat das Problem, dass es morgens scheinbar noch zu kalt ist, um Fenster des Gewächshauses zu öffnen, sich im Laufe des Tages aber die Wärme aufstaut und niemand da ist um Frischluft hereinzulassen. Abhilfe schaffen dann automatische Fensterheber, die auch ohne Stromanschluss temperaturgesteuert für eine zuverlässige Lüftung sorgen.

Aztekium hintonii©Kaktusmichel.de

Zeigt das Thermometer frühmorgens 6 °C oder mehr an, dann kann man die Fenster problemlos öffnen. Während der Winterruhe mussten die Pflanzen ja auch mit diesen Temperaturen zurechtkommen. Am späten Nachmittag oder je nach Temperatur Abends das Gewächshaus wieder schließen.

War es im März noch nicht möglich, ausreichend zu gießen, dann ist dies jetzt auf jeden Fall nachzuholen, sonst drohen starke Verbrennungen. Die Pflanzen haben während der trockenen Überwinterung ihre Saugwurzeln verloren und sind in der Lage, diese nach Wassergaben schnell wieder zu bilden.
Nach dem wir ein bis zweimal gegossen haben kann auch mit dem Düngen der Pflanzen begonnen werden.

Echinocereus pectinatus©Kaktusmichel.de

Pflege bei Zimmerkultur:

Die Licht- und Temperaturverhältnisse lassen es jetzt zu, dass langsam im normalen Gießrhythmus gegossen wird. Besonders, wenn unter dem Fensterbrett der Heizkörper noch in Betrieb ist, trocknet das Substrat sehr rasch ab. Regelmäßiges Lüften stärkt die Pflanzen.

Kakteen brauchen viel Licht

In der Pflegeanleitung vom März habe ich geschrieben, dass die sukkulenten Pflanzen möglichst direkt am Fenster stehen sollen. Wer aber dafür keine Möglichkeiten hat und dennoch Kakteen und andere Sukkulenten halten möchte, muss mit künstlichem Licht nachhelfen.

Früher verwendete man dafür Natriumdampf- oder MH-Lampen. Die Anschaffungskosten waren sehr teuer, der Platzbedarf enorm und der Stromverbrauch wegen des schlechten Wirkungsgrades hoch, denn viel Energie wurde in Wärme anstatt in Licht umgewandelt.

Eine gute Alternative sind Leuchtstoffröhren mit einem Farbspektrum, das dem Tageslicht nahe kommt. Vermehrt werden heutzutage auch LED-Lampen eingesetzt. Die LED-Technik ist den Kinderschuhen entwachsen und bietet für unsere Zwecke sehr brauchbare Leuchtmittel an, die außerdem noch eine längere Lebensdauer und einen geringen Stromverbrauch aufweisen.

Allgemeine Pflege:

Der April ist noch ein guter Termin für die Aussaat von Kakteen und anderen Sukkulenten. Zusatzbeleuchtung und Heizung sind jetzt nicht mehr nötig. Die meisten Arten keimen gut zwischen 20 und 30 °C. Hochgebirgsarten von z. B. Gymnocalycium, Rebutia oder Lobivia sowie viele der Mittagsblumengewächse benötigen niedrigere Temperaturen für die Keimung: 20 bis max. 25 °C sind hier ideal. Temperaturen über 35 °C hemmen die Keimung der meisten Arten und können zu einem total Ausfall führen.

Sämlinge aus dem letzten Jahr, die ihre Töpfe gut füllen, sollten nun in einen größeren Topf oder Schale verzogen (pikiert) werden. Mein Rezept für das Substrat: als unterste Schicht grober Bims, darauf etwas Humus, darüber eine nicht zu grobe, aber gut durchlässige, überwiegend mineralische Mischung.

Sämlinge Pikieren

Für das Pikieren eignet sich eine handliche Pinzette, denn meist sind die Pflänzchen noch zu klein, um sie gut zwischen den Fingern halten zu können. Mit einem Pikierstab wird ein kleines Loch in das vorbereitete Substrat gedrückt, die Wurzeln des Sämlings werden dort hineingesteckt und dann das Substrat mit dem Pikierstab vorsichtig angedrückt. Ungefähr etwas mehr als den Durchmesser eines Sämlings bis zum nächsten freilassen.

Auch hier erst später angießen

Nach dem Pikieren eine Woche warten, bevor die frisch gepflanzten Sämlinge angegossen werden. So können beim Pikieren ggf. verletzte Wurzeln vorher verheilen. Ich bevorzuge hierbei das Anstauen. Dann erst wieder gießen, wenn das Substrat vollständig abgetrocknet ist. Die kleinen Pflänzchen eher halbschattig weiterkultivieren, pralle Mittagssonne vermeiden.

Beschaffenheit des Gießwassers:

Eine Anmerkung zum Gießwasser: Regenwasser ist optimal. Gibt es keine Möglichkeit solches aufzufangen, kann alternativ Leitungswasser verwendet werden. Dabei spielt der Härtegrad eine entscheidende Rolle. Die wesentlichen Härtebildner im Leitungswasser sind Calcium- und Magnesiumionen. Je „härter“ das Gießwasser, umso schneller verkalkt das Substrat. Damit einher geht der Anstieg des pH-Werts. Epiphytische Kakteen und einige andere Gattungen (z. B. Discocactus oder Uebelmannia) reagieren darauf schnell empfindlich.

Bei vielen genügt Leitungswasser

Der Rest verträgt Leitungswasser bis etwa 20° Deutscher Härte. Darüber sollte man Maßnahmen ergreifen, um die Härte zu reduzieren, z. B. Mischen mit Regenwasser bzw. destilliertem Wasser oder das Ausfällen von Calciumionen mit Oxalsäure. Hierauf möchte ich an dieser Stelle aber nicht eingehen. Den jeweiligen Härtegrad des Trinkwassers kann man bei Wasserversorger oder bei der Stadt-/ Gemeindeverwaltung erfragen.

Der PH-Wert

Der pH-Wert des Substrats hat entscheidenden Einfluss darauf, wie gut die Pflanzen Nährstoffe aufnehmen können. Für unsere Zwecke sollte das Substrat einen pH-Wert etwa zwischen 5 und 6 haben (leicht sauer). Entscheidend hierfür sind die Zusammensetzung des Substrats und der pH-Wert des Gießwassers. Einige Dünger wirken sauer und können dabei helfen, das Substrat in einem leicht sauren Bereich zu halten.

Gießrhytmus

Das Bewässern der Pflanzen kann jetzt in normalem Rhythmus (ca. alle 7–14 Tage) fortgeführt werden. Dabei auf die Witterung achten und nur gießen, wenn das Substrat wieder abgetrocknet ist. Oft liest man, dass kaltes Gießwasser vorher angewärmt werden sollte. Ich praktiziere dies nicht und habe auch noch keine nachteiligen Folgen an meinen Pflanzen bemerkt. Zum Anwärmen reicht es, wenn das Vorratsbehältnis für das Gießwasser im Gewächshaus oder Zimmer steht.

Düngen

Ich beginne meine Pflanzen gegen Ende des Monats zu düngen. Für die meisten Kakteen und andere Sukkulenten empfehlen sich Dünger mit einem geringeren Stickstoffanteil. Bei mir hat sich ein NPK-Dünger mit einem Verhältnis von 8N-12P-24K-4Mg bewährt (aber auch 5N-8N-10N sind eine gute Alternative), der zudem Spurenelemente enthält. Stickstoff (N) wird für das Wachstum benötigt, Phosphor (P) ist Grundlage für einen guten Blütenansatz und Kalium (K) dient der Abhärtung und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Magnesium (Mg) ist essentiell für die Chlorophyllbildung und somit für die Fotosynthese.

Wann soll ich Düngen?

Ich empfehle, in der Zeit von Ende April bis Anfang August bei jedem Gießen mit einer reduzierten Düngerkonzentration von 0,5 Gramm Düngesalz je Liter Wasser (entspricht 0,5 ‰) zu düngen. In der Regel ist das bei vielen Düngern etwa die Hälfte der angegebenen Dosieranweisung. Doch bevor man mit dem Düngen beginnt, sollten die Pfleglinge erst ein- oder zweimal ohne Dünger gegossen worden sein, damit sich wieder genügend Saugwurzeln gebildet und die Pflanzen sich nach der langen Winterruhe gut regeneriert haben.

Im Freiland darf es mehr Stickstoff sein

Besonders starkzehrende Kakteen (z. B. große werdende Opuntien) oder andere Sukkulenten (z. B. Vertreter der Kürbisgewächse) benötigen zwischendurch auch Düngergaben mit einem höheren Stickstoffanteil. Wer winterharte Kakteen im Freiland pflegt sollte diese ebenfalls jetzt Düngen. Hier darf es ruhig etwas mehr an Dünger sein: 15 Gramm auf den Quadratmeter sind angebracht.

Auf Schädlinge achten

Regelmäßig die Kakteen und anderen Sukkulenten auf Schädlinge kontrollieren! Das gilt eigentlich jeden Monat, soll dennoch nicht unerwähnt bleiben. Und denken Sie daran, jetzt erscheinende Blüten zu fotografieren! Im Herbst, wenn die trüben Tage beginnen, freuen sie sich beim Betrachten der Bilder über die schönen Farbtupfer.

Nun auch an die Kellerkinder denken

Spätestens Anfang des Monats sollte das leerstehende, unbeheizte Gewächshaus oder Frühbeet gesäubert und für den Einzug der Pflanzen aus dem Winterquartier (Keller usw.) vorbereitet werden. Der Umzug der eingewinterten Pflanzen ins Sommerquartier sollte an einem trüben Tag (Sonnenbrandgefahr!) gegen Mitte des Monats erfolgen. Sollte es doch noch einmal zu einer frostigen Nacht kommen, können die Pflanzen durch Auflegen von dünnen Styroporplatten oder ausgebreitete Seiten einer Zeitung geschützt werden, das reicht schon. Die wärmeliebende Arten verharren noch am Zimmerfenster, wie beispielsweise Melocactus, Discocactus, Pilosocereus oder auch die empfindlicheren Vertreter der Gattung Euphorbia.

Es kann weiterhin umgetopft werden.


Noch mehr Info in unserem Buch

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

 

Blütenfeuerwerk der Kakteenhybriden

Keiner kommt an der Schönheit der Echinopsis oder Trichocereus Blüten, die aus Züchtungen entstanden sind, vorbei.

Deshalb auch der Titel des Vortrags ‘Blütenfeuerwerk der Kakteenhybriden’.

©DornenProjekt.de

Aber nicht nur von diesen beiden Familien, die zwischenzeitlich zusammengelegt wurden, gibt es außerordentlich schöne Kreuzungen, auch von Astrophytum, Leuchtenbergia, Lobivia und noch anderen Gattungen.


Deshalb werden auch Bilder dieser Pflanzen in unserem Vortrag vorgestellt.
In den 65 Minuten dieser Beamerpräsentation möchten wir alle Kakteenbegeisterte mit einem Farbfeuerwerk überraschen.

©DornenProjekt.de


Dieses mal geht es uns nicht um einen Vortrag mit viel Text, obwohl einiges an Informationen weitergegeben wird, nein, bei dieser Multimediapräsentation, stehen an erster Stelle die Blüten. Das ganze ist mit verschiedenen, gemafreien Musik­stücken unterlegt.

Vorgestellt wird diese Bilderreihe, zum ersten Mal am 28. März 2019 bei den Kakteenfreunden Mannheim-Ludwigshafen ab 19:30 Uhr oder am 7. Juni bei den Kakteenfreunden aus Frankfurt.

Ein Vortrag aus der Werkstatt von Helga und Michael Januschkowetz.

Eintritt frei. Wir freuen uns auf Euer Kommen.

Stachel oder Dornen

Dornen (be)stechend schön

Verteidigung, Sonnenschutz und Tropfbewässerung

Keine Rose ohne Dornen, halt das stimmt nicht, denn Rosen haben Stacheln. Das hat sich leider falsch in unserem Sprachgebrauch fest gesetzt. In der Lyrik war der Begriff Dornen wohl besser geeignet zum Reimen als Stacheln.
Stacheln sind nicht mit der Epidermis (Oberhaut) verwachsen sie können deshalb leichter abgebrochen werden und sind keine umgewandelten Organe wie es bei den Dornen der Fall ist.
Helgas Blogbeitrag beschäftigt sich mit einem immer wieder falsch benannten Begriff bei Kakteen.

Weiterlesen…….

Verkaufsoffener Sonntag

Es wird Frühling, zumindestens in unserer Gärtnerei.
Am kommenden Sonntag den 10. März haben
wir unseren ersten “Verkaufsoffenen Sonntag” im Jahr 2019.

Von 10-13 Uhr können Sie Kakteen, andere Sukkulenten
und Tillandsien anschauen, kaufen oder sich auch
beraten lassen. Nach “alter Tradition” gibt es natürlich
auch wieder gratis einen Kaffee dazu.

Es freuen sich Helga und der Kaktusmichel

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im März

Pflegemaßnahmen im Gewächshaus

Früher wurde der März bisweilen als „Sterbemonat“ der Kakteen und anderen Sukkulenten bezeichnet. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir unsere Pfleglinge – in Erwartung des neuen Blütenflors – in diesen Tagen genauer betrachten und uns dabei die Opfer der Überwinterung vermehrt auffallen.

Glandulicactus uncinatus©DornenProjekt
Glandulicactus uncinatus blüht oft schon im März©DornenProjekt.de

Gründe für das absterben einzelner Pflanzen

Der Tod so mancher Pflanze ist durch zu gut gemeinte bzw. zu späte Wassergaben im Herbst verursacht. Das Substrat konnte über die Wintermonate nicht mehr abtrocknen, was zu Fäulnis im Wurzelbereich und zum Ableben der Pflanze führte.
Leider sind auch vereinzelte Tropfstellen im Gewächshaus manchmal dafür verantwortlich.
Auch werden beim Einräumen ins Winterquartier oft Schädlinge übersehen, die im Winter ihr Unwesen treiben.
Oder die Pflanze war bereits geschwächt und konnte sich nicht mehr erholen.

Gewächshaus auspacken

Wer sein Gewächshaus mit Luftpolsterfolie eingepackt hatte, sollte diese gegen Mitte bis Ende des Monats an einem trüben Tag entfernen. Eine zu spät entfernte Folie führt dazu, dass die Pflanzen sich nicht rechtzeitig an die zunehmende Kraft der Sonne gewöhnen können, was später zu Verbrennungen an den Pflanzen führen kann.

Thelocactus lausseri blüht ende März©DornenProjekt.de

Lüften nicht vergessen

Die Sonne steht im März schon hoch am Himmel und wärmt das Gewächshaus ordentlich auf. Wer keine automatischen Fensterheber installiert hat, sollte dafür sorgen, dass um die Mittagszeit gelüftet wird. Frische Luft tut den Pflanzen gut und härtet sie dabei auch ab. Stauende Hitze fördert Verbrennungen, stresst die Sukkulenten und begünstigt die Vermehrung diverser Schädlinge, insbesondere von Spinnmilben.

Pflegemßnahmen in der Zimmerkultur

Jetzt ist an der Zeit seine Pfleglinge, die für einen besseren Knospenansatz den Winter über an einem kühlen und vielleicht dunklen Quartier untergebracht waren, zurück an den gewohnten Platz am Zimmerfenster zu stellen. Wenn sie dunkler standen, sollte der Umzug an einem trüben Tag eingeplant werden, oder die Pflanzen vorübergehend schattiert werden. So können sie sich allmählich an das größere Lichtangebot gewöhnen.

Mammillaria moelleriana ist nicht der einzige Warzenkaktus der schon so früh blüht©DornenProjekt.de

Die Gäste am Fensterbrett müssen jetzt auf jeden Fall angegossen werden. Sie bilden dann in kurzer Zeit neue Wurzeln und sind besser gegen die höheren Temperaturen am Fenster gewappnet.

Lichtmangel

Des Öfteren bekomme ich Pflanzen gezeigt, die sichtlich unter Lichtmangel leiden. Auf Nachfrage wo diese aufgestellt sind, heißt es meist „an einem hellen Platz“.

Bei Lichtmangel werden die Blattabstände größer©DornenProjekt.de

 

In Deutschland herrscht im Freien selbst im Dezember bei bedecktem Himmel noch eine Beleuchtungsstärke von ca. 3500 Lux, im Sommer im Schatten etwa 5000 Lux. In einer Wohnung sind es direkt hinter der Fensterscheibe nur etwa 2000 Lux. Bereits einen Meter von der Scheibe entfernt kommen wir nur noch auf ca. 500 Lux und bei 3 m Abstand zum Fenster verringert sich der Wert auf magere 150 Lux. Wer ein Lux-Meter zur Hand hat, kann sich davon selbst überzeugen.
Ein Kaktus benötigt jedoch für ein normales Wachstum mindestens 1500–3000 Lux.
Was vom menschlichen Auge noch als hell empfunden wird, ist für viele Pflanzen schlichtweg viel zu dunkel.

Anzeichen für zuwenig Licht

Am leichtesten ist das an der Wuchsform (Habitus) des Gewächses ab zu lesen. Anzeiger für zu wenig Licht sind: Eine vorher kugelige Pflanze wächst spitz weiter, Säulen wachsen in Richtung des Fensters, der Areolenabstand vergrößert sich oder bei den anderen Sukkulenten wird die Distanz zwischen den Zweigen oder von Blatt zu Blatt immer größer.

Turbinicarpus schmiedickeanus gehört mit zu den ersten Turbinicarpen die blühen©Kaktusmichel.de

Allgemeine Pflege

Der März eignet sich sehr gut noch zur Aussaat von Kakteen und anderen Sukkulenten. Vorteil gegenüber einer früheren Aussaat:
Man benötigt kein Kunstlicht und keine zusätzliche Wärme mehr. Gerade die wechselnden Temperaturen in einem Gewächshaus, zwischen Tag und Nacht regen die Keimung an.
Bestens bewährt für eine Aussaat haben sich die Anzuchtkästen die auch für Tomaten gerne genutzt werden.
Wer nach dem Mond aussät sollte dies 3 Tage vor Vollmond tun, einen Vergleichsversuch ist es Wert.

Umtopfen

Die Pflanzen, denen es im Topf zu eng geworden ist oder die länger als etwa vier Jahre im selben Substrat sitzen, haben es verdient, umgetopft zu werden. Die meisten anderen Sukkulenten vertragen höhere Anteile humoser Substratbestandteile als die Kakteen. Eine Ausnahme bilden die hochsukkulenten Arten, die ein sehr durchlässiges Erdreich benötigen.
Aber für alle hat sich Bims als mineralischer Substratbestandteil bewährt. Das poröse Vulkangestein saugt sich mit Wasser voll und gibt es langsam an die Pflanzen ab. So kann vom Substrat mehr Wasser aufgenommen und die Gießhäufigkeit reduziert werden.

Ich persönlich empfehle, nicht zu viele verschiedene Substratmischungen in einer Sammlung einzusetzen. So entwickelt man ein besseres Gefühl dafür, wie lange das Gemisch zum Abtrocknen braucht.

Aloe ferox steht im März in unserem Wintergarten schon in Blüte©Kaktusmichel.de

So verletzt man sich nicht

Kräftig bedornte Kakteen lassen sich gut mithilfe zweier Styroporplatten umtopfen, die man von zwei Seiten auf die Dornen des Kaktus drückt. So bleiben Kaktus und Pfleger unverletzt. Beim Umtopfen auch die Stecketiketten überprüfen! Sind sie noch stabil, kann man die Schrift noch lesen? Gerade mit Filzstift beschriftete Schilder neigen zum Ausbleichen, ein normaler Bleistift ist da bedeutend länger lesbar.

 

Echinocactus grusonii ©DornenProjekt
Umtopfhilfe Styroporplatten©DornenProjekt.de

Und immer wieder Schädlinge

Im Februar habe ich Ihnen schon einige alternative und chemische Mittel gegen ungebetene Gäste an den Pflanzen empfohlen. Beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel immer auf die Temperaturen achten, denn die Wirkstoffe entwickeln ihre Wirkung in unterschiedlichen Temperaturbereichen. So besteht das Insektizid „Spruzit Neu“ beispielsweise aus dem Wirkstoff Pyrethrine in Kombination mit Rapsöl. Pyrethrine, ein Kontaktgift, wirkt optimal in einem Temperaturbereich von 5–22 °C, darüber lässt die Wirkung rasch nach. Das Rapsöl, dessen Wirkung auf dem Ersticken der Plagegeister beruht, wirkt im gesamten Temperaturbereich, allerdings ist zu berücksichtigen, dass es bei Temperaturen über 25 °C bei einigen Arten/Gattungen zu Unverträglichkeiten (Schäden an den Pflanzen) durch das Öl kommen kann. Grundsätzlich ist vom Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bei Temperaturen über 25 °C abzuraten.

Echeveria Blüte ©Kaktusmichel
Echeverien gehören zu den unermüdlichen blühern©Kaktusmichel.de

Gerade bei sehr dicht bedornten Arten und eng stehenden Kulturen hilft oft nur ein systemisches Mittel. Systemische Mittel werden von der Pflanze entweder über die Wurzel (beim Gießen) oder über die Epidermis (beim Sprühen) aufgenommen, verteilen sich über den Wasserstrom in der Pflanze und sind dort eine gewisse Zeit wirksam. Sobald ein Schädling an der Pflanze saugt, nimmt er das Gift auf. Aber systemische Gifte der Wirkstoffgruppe Phosphorsäureester (z. B. Rogor 40 LC, Bi 58 Schädlingsvernichter) wirken erst ab einer Temperatur von 15 °C. Temperaturen jenseits der 30 °C sind eher kontraproduktiv bei der Ausbringung von Fungiziden (gegen Pilze) und Insektiziden (gegen Insekten), da die Pflanzen dann die Verdunstung eingestellt haben. Damit kommt der Wasserstrom zum Erliegen und eine Verbreitung der Wirkstoffe in der Pflanze unterbleibt.

Vorsicht mit Pflanzenschutzmitteln

Wenn Sie mit chemischen Pflanzenschutzmitteln arbeiten, sind die Sicherheitshinweise zwingend einzuhalten, anderenfalls gefährden Sie Ihre eigene Gesundheit. Die Einhaltung der Gebrauchsanweisung stellt sicher, dass das Mittel seine Wirkung optimal entfaltet. Falsch angewendete chemische Pflanzenschutzmittel sind nicht nur eine Geldverschwendung, sondern können die Pflanzen, die Umwelt sowie den Anwender gefährden, darüber hinaus auch die Resistenzbildung fördern.

Gießen

Alle die ihre Pflanzen gegen Ende Februar noch nicht mit leichten Wassergaben oder durch Sprühen aufgeweckt haben, sollten dies bis Mitte oder Ende des Monats nachholen. Oft kann bereits nach dem zweiten leichten Wässern die normale Menge Wasser verabreicht werden. Ich bevorzuge das Anstauen der Pflanzen von unten. Hierbei stehen die Pflanzen in einer wasserdichten Wanne, die mehrere Zentimeter hoch geflutet wird. Das Wasser wird über die Kapillarwirkung durch das Substrat aufgesogen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Restwasser nicht über einen längeren Zeitraum in der Wanne (oder dem Untersetzer) stehen bleibt.

Wie immer sollte das Gießen auch zur Überprüfung auf Schädlinge genutzt werden um eine Bekämpfung einzuleiten. Viele Kakteen fangen jetzt schon mit der Blüte an oder zeigen Knospenansatz . An sonnigen Tagen gut lüften.

Der Blog vom Kaktusmichel