Stachel oder Dornen

Dornen (be)stechend schön

Verteidigung, Sonnenschutz und Tropfbewässerung

Keine Rose ohne Dornen, halt das stimmt nicht, denn Rosen haben Stacheln. Das hat sich leider falsch in unserem Sprachgebrauch fest gesetzt. In der Lyrik war der Begriff Dornen wohl besser geeignet zum Reimen als Stacheln.
Stacheln sind nicht mit der Epidermis (Oberhaut) verwachsen sie können deshalb leichter abgebrochen werden und sind keine umgewandelten Organe wie es bei den Dornen der Fall ist.
Helgas Blogbeitrag beschäftigt sich mit einem immer wieder falsch benannten Begriff bei Kakteen.

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Verkaufsoffener Sonntag

Es wird Frühling, zumindestens in unserer Gärtnerei.
Am kommenden Sonntag den 10. März haben
wir unseren ersten “Verkaufsoffenen Sonntag” im Jahr 2019.

Von 10-13 Uhr können Sie Kakteen, andere Sukkulenten
und Tillandsien anschauen, kaufen oder sich auch
beraten lassen. Nach “alter Tradition” gibt es natürlich
auch wieder gratis einen Kaffee dazu.

Es freuen sich Helga und der Kaktusmichel

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im März

Pflegemaßnahmen im Gewächshaus

Früher wurde der März bisweilen als „Sterbemonat“ der Kakteen und anderen Sukkulenten bezeichnet. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir unsere Pfleglinge – in Erwartung des neuen Blütenflors – in diesen Tagen genauer betrachten und uns dabei die Opfer der Überwinterung vermehrt auffallen.

Glandulicactus uncinatus©DornenProjekt
Glandulicactus uncinatus blüht oft schon im März©DornenProjekt.de

Gründe für das absterben einzelner Pflanzen

Der Tod so mancher Pflanze ist durch zu gut gemeinte bzw. zu späte Wassergaben im Herbst verursacht. Das Substrat konnte über die Wintermonate nicht mehr abtrocknen, was zu Fäulnis im Wurzelbereich und zum Ableben der Pflanze führte.
Leider sind auch vereinzelte Tropfstellen im Gewächshaus manchmal dafür verantwortlich.
Auch werden beim Einräumen ins Winterquartier oft Schädlinge übersehen, die im Winter ihr Unwesen treiben.
Oder die Pflanze war bereits geschwächt und konnte sich nicht mehr erholen.

Gewächshaus auspacken

Wer sein Gewächshaus mit Luftpolsterfolie eingepackt hatte, sollte diese gegen Mitte bis Ende des Monats an einem trüben Tag entfernen. Eine zu spät entfernte Folie führt dazu, dass die Pflanzen sich nicht rechtzeitig an die zunehmende Kraft der Sonne gewöhnen können, was später zu Verbrennungen an den Pflanzen führen kann.

Thelocactus lausseri blüht ende März©DornenProjekt.de

Lüften nicht vergessen

Die Sonne steht im März schon hoch am Himmel und wärmt das Gewächshaus ordentlich auf. Wer keine automatischen Fensterheber installiert hat, sollte dafür sorgen, dass um die Mittagszeit gelüftet wird. Frische Luft tut den Pflanzen gut und härtet sie dabei auch ab. Stauende Hitze fördert Verbrennungen, stresst die Sukkulenten und begünstigt die Vermehrung diverser Schädlinge, insbesondere von Spinnmilben.

Pflegemßnahmen in der Zimmerkultur

Jetzt ist an der Zeit seine Pfleglinge, die für einen besseren Knospenansatz den Winter über an einem kühlen und vielleicht dunklen Quartier untergebracht waren, zurück an den gewohnten Platz am Zimmerfenster zu stellen. Wenn sie dunkler standen, sollte der Umzug an einem trüben Tag eingeplant werden, oder die Pflanzen vorübergehend schattiert werden. So können sie sich allmählich an das größere Lichtangebot gewöhnen.

Mammillaria moelleriana ist nicht der einzige Warzenkaktus der schon so früh blüht©DornenProjekt.de

Die Gäste am Fensterbrett müssen jetzt auf jeden Fall angegossen werden. Sie bilden dann in kurzer Zeit neue Wurzeln und sind besser gegen die höheren Temperaturen am Fenster gewappnet.

Lichtmangel

Des Öfteren bekomme ich Pflanzen gezeigt, die sichtlich unter Lichtmangel leiden. Auf Nachfrage wo diese aufgestellt sind, heißt es meist „an einem hellen Platz“.

Bei Lichtmangel werden die Blattabstände größer©DornenProjekt.de

 

In Deutschland herrscht im Freien selbst im Dezember bei bedecktem Himmel noch eine Beleuchtungsstärke von ca. 3500 Lux, im Sommer im Schatten etwa 5000 Lux. In einer Wohnung sind es direkt hinter der Fensterscheibe nur etwa 2000 Lux. Bereits einen Meter von der Scheibe entfernt kommen wir nur noch auf ca. 500 Lux und bei 3 m Abstand zum Fenster verringert sich der Wert auf magere 150 Lux. Wer ein Lux-Meter zur Hand hat, kann sich davon selbst überzeugen.
Ein Kaktus benötigt jedoch für ein normales Wachstum mindestens 1500–3000 Lux.
Was vom menschlichen Auge noch als hell empfunden wird, ist für viele Pflanzen schlichtweg viel zu dunkel.

Anzeichen für zuwenig Licht

Am leichtesten ist das an der Wuchsform (Habitus) des Gewächses ab zu lesen. Anzeiger für zu wenig Licht sind: Eine vorher kugelige Pflanze wächst spitz weiter, Säulen wachsen in Richtung des Fensters, der Areolenabstand vergrößert sich oder bei den anderen Sukkulenten wird die Distanz zwischen den Zweigen oder von Blatt zu Blatt immer größer.

Turbinicarpus schmiedickeanus gehört mit zu den ersten Turbinicarpen die blühen©Kaktusmichel.de

Allgemeine Pflege

Der März eignet sich sehr gut noch zur Aussaat von Kakteen und anderen Sukkulenten. Vorteil gegenüber einer früheren Aussaat:
Man benötigt kein Kunstlicht und keine zusätzliche Wärme mehr. Gerade die wechselnden Temperaturen in einem Gewächshaus, zwischen Tag und Nacht regen die Keimung an.
Bestens bewährt für eine Aussaat haben sich die Anzuchtkästen die auch für Tomaten gerne genutzt werden.
Wer nach dem Mond aussät sollte dies 3 Tage vor Vollmond tun, einen Vergleichsversuch ist es Wert.

Umtopfen

Die Pflanzen, denen es im Topf zu eng geworden ist oder die länger als etwa vier Jahre im selben Substrat sitzen, haben es verdient, umgetopft zu werden. Die meisten anderen Sukkulenten vertragen höhere Anteile humoser Substratbestandteile als die Kakteen. Eine Ausnahme bilden die hochsukkulenten Arten, die ein sehr durchlässiges Erdreich benötigen.
Aber für alle hat sich Bims als mineralischer Substratbestandteil bewährt. Das poröse Vulkangestein saugt sich mit Wasser voll und gibt es langsam an die Pflanzen ab. So kann vom Substrat mehr Wasser aufgenommen und die Gießhäufigkeit reduziert werden.

Ich persönlich empfehle, nicht zu viele verschiedene Substratmischungen in einer Sammlung einzusetzen. So entwickelt man ein besseres Gefühl dafür, wie lange das Gemisch zum Abtrocknen braucht.

Aloe ferox steht im März in unserem Wintergarten schon in Blüte©Kaktusmichel.de

So verletzt man sich nicht

Kräftig bedornte Kakteen lassen sich gut mithilfe zweier Styroporplatten umtopfen, die man von zwei Seiten auf die Dornen des Kaktus drückt. So bleiben Kaktus und Pfleger unverletzt. Beim Umtopfen auch die Stecketiketten überprüfen! Sind sie noch stabil, kann man die Schrift noch lesen? Gerade mit Filzstift beschriftete Schilder neigen zum Ausbleichen, ein normaler Bleistift ist da bedeutend länger lesbar.

 

Echinocactus grusonii ©DornenProjekt
Umtopfhilfe Styroporplatten©DornenProjekt.de

Und immer wieder Schädlinge

Im Februar habe ich Ihnen schon einige alternative und chemische Mittel gegen ungebetene Gäste an den Pflanzen empfohlen. Beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel immer auf die Temperaturen achten, denn die Wirkstoffe entwickeln ihre Wirkung in unterschiedlichen Temperaturbereichen. So besteht das Insektizid „Spruzit Neu“ beispielsweise aus dem Wirkstoff Pyrethrine in Kombination mit Rapsöl. Pyrethrine, ein Kontaktgift, wirkt optimal in einem Temperaturbereich von 5–22 °C, darüber lässt die Wirkung rasch nach. Das Rapsöl, dessen Wirkung auf dem Ersticken der Plagegeister beruht, wirkt im gesamten Temperaturbereich, allerdings ist zu berücksichtigen, dass es bei Temperaturen über 25 °C bei einigen Arten/Gattungen zu Unverträglichkeiten (Schäden an den Pflanzen) durch das Öl kommen kann. Grundsätzlich ist vom Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bei Temperaturen über 25 °C abzuraten.

Echeveria Blüte ©Kaktusmichel
Echeverien gehören zu den unermüdlichen blühern©Kaktusmichel.de

Gerade bei sehr dicht bedornten Arten und eng stehenden Kulturen hilft oft nur ein systemisches Mittel. Systemische Mittel werden von der Pflanze entweder über die Wurzel (beim Gießen) oder über die Epidermis (beim Sprühen) aufgenommen, verteilen sich über den Wasserstrom in der Pflanze und sind dort eine gewisse Zeit wirksam. Sobald ein Schädling an der Pflanze saugt, nimmt er das Gift auf. Aber systemische Gifte der Wirkstoffgruppe Phosphorsäureester (z. B. Rogor 40 LC, Bi 58 Schädlingsvernichter) wirken erst ab einer Temperatur von 15 °C. Temperaturen jenseits der 30 °C sind eher kontraproduktiv bei der Ausbringung von Fungiziden (gegen Pilze) und Insektiziden (gegen Insekten), da die Pflanzen dann die Verdunstung eingestellt haben. Damit kommt der Wasserstrom zum Erliegen und eine Verbreitung der Wirkstoffe in der Pflanze unterbleibt.

Vorsicht mit Pflanzenschutzmitteln

Wenn Sie mit chemischen Pflanzenschutzmitteln arbeiten, sind die Sicherheitshinweise zwingend einzuhalten, anderenfalls gefährden Sie Ihre eigene Gesundheit. Die Einhaltung der Gebrauchsanweisung stellt sicher, dass das Mittel seine Wirkung optimal entfaltet. Falsch angewendete chemische Pflanzenschutzmittel sind nicht nur eine Geldverschwendung, sondern können die Pflanzen, die Umwelt sowie den Anwender gefährden, darüber hinaus auch die Resistenzbildung fördern.

Gießen

Alle die ihre Pflanzen gegen Ende Februar noch nicht mit leichten Wassergaben oder durch Sprühen aufgeweckt haben, sollten dies bis Mitte oder Ende des Monats nachholen. Oft kann bereits nach dem zweiten leichten Wässern die normale Menge Wasser verabreicht werden. Ich bevorzuge das Anstauen der Pflanzen von unten. Hierbei stehen die Pflanzen in einer wasserdichten Wanne, die mehrere Zentimeter hoch geflutet wird. Das Wasser wird über die Kapillarwirkung durch das Substrat aufgesogen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Restwasser nicht über einen längeren Zeitraum in der Wanne (oder dem Untersetzer) stehen bleibt.

Wie immer sollte das Gießen auch zur Überprüfung auf Schädlinge genutzt werden um eine Bekämpfung einzuleiten. Viele Kakteen fangen jetzt schon mit der Blüte an oder zeigen Knospenansatz . An sonnigen Tagen gut lüften.

Sulcorebutia

Ihren Namen bekam die Gattung Sulcorebutia wegen einer angeblichen Furche oberhalb der Areolen.

Dies ist aber von mir noch nicht so genau untersucht worden.

Backeberg beschrieb aus diesem Grund 1951 diesen Genus als ‚Furchenrebutia‘.

Der Name ist zusammengesetzt aus dem lateinischen Worten sulcos für „Furche“ und Rebutia (eine Gattung die nach Pierre Rebut benannt wurde) da die Blüten und der Habitus dieser Kakteengattungen ihm ähnlich erschienen.

Sulcorebutien in Blüte©Kaktusmichel.de

Seit Bestehen dieser Genre werden immer wieder Zweifel angemeldet, ob es gerechtfertigt sei ihre Selbstständigkeit beizubehalten.

So werden Weingartia oder Rebutia verwandtschaftliche Ähnlichkeiten unterstellt.
Da zurzeit noch keine endgültigen Beweise, auch auf Basis von DNA-Untersuchungen, gegen diese Gattung sprechen, werde ich den Gattungsnamen weiterhin beibehalten.

Sulcorebutia breviflora©DornenProjekt.de

 

Für den Laien sind die meisten zu dieser Gruppe gehörenden Pflanzen gut an den ovalen oder langezogenen, verlängerten Areolen zu erkennen.

Erkennungsmerkmal, die ovalen langezogenen Areolen.

Der Körper der meisten Arten, die zu dieser Gattung zählen, ist eher klein und kugelförmig oder kurz-zylindrisch. Aber es kommen auch Individuen vor, die einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen können.

Diese Kakteen haben oft rübenartige Wurzeln.

Die Wurzeln sind faserig oder rübenförmig ausgebildet. Diese Rüben können, wenn man ihnen Platz gibt, bis zu 50 cm lang werden. Sie dienen dazu lange Durststrecken in der Natur zu überwinden. Außerdem können Sulco’s aus diesen verdickten Wurzeln wieder neu austreiben, wenn sie im Habitat von z.B. Ziegen abgefressen wurden. In Kultur können diese langen Austriebe auch eingekürzt werden ohne der Pflanze zu schaden.

Sulcorebutia flavissima©DornenProjekt.de

 

Die spiralförmig angeordneten Rippen sind in flache Höcker unterteilt.

Aus den langgezogenen Areolen wachsen die meist kammartig angeordneten Dornen, ohne Mitteldornen. Blüten sind unbehaart, trichterförmig, weiß, gelb, orange, rot oder auch lila mit allen Zwischentönen, manchmal auch geflammt oder mehrfarbig.
Die Früchte haben etwa 5 mm Durchmesser, reißen bei der Fruchtreife auf oder trocknen einfach ein und zerfallen bei Berührung.
Sulcorebutien kommen ausschließlich in Bolivien vor. Dort findet man sie in der Hauptsache im Bergland östlich des Andenhauptkammes auf 1.200 bis 3.500 m Höhe.

Sulcorebutia totorensis©DornenProjekt.de

 

Die Kultur ist recht einfach und auch für Kakteenanfänger gut geeignet.

Wer die Möglichkeit hat, der sollte die Pflanzen über die Sommerzeit im Freien kultivieren. Da sie in höheren Lagen beheimatet sind, bekommt ihnen stehende Luft im Gewächshaus nicht so gut. Auch zu warm überwinterte Exemplare kommen nicht oder nur schwer zur Blüte.
Besser ist es diese Pflanzen bei 3 bis 8 °C und trocken, im Winter zu halten.
Eine Vermehrung kann durch abtrennen und bewurzeln von Sprossen oder über Samen erfolgen.
Die Keimung des Saatguts erfolgt bei Zimmertemperatur nach 2 bis 3 Wochen.
Einige Arten dieser Gattung findest Du in meinem Shop
oder in noch größerer Auswahl in der Gärtnerei.

Happy Kaktus

‚Happy Kaktus‘ dem kann ich nur zustimmen.
Nicht nur, weil heute die Sonne scheint, sondern da ich gerade wieder einen kleinen Ratgeber für unser Hobby gelesen habe.
Das Buch mit dem Titel Happy Kaktus ist im DK Verlag erschienen.

Happy Kaktus©DK Verlag München

Als Berater, für diese Lektüre wurde niemand geringeres als John Pilbeam zu rate gezogen.
Pilbeam ein Kakteen- und Sukkulentenspezialist ist bekannt durch seine schon über 20 Bücher die sich mit unserem Hobby beschäftigen unter anderem über Mammillara und Haworthia.
Das Buch ist sowohl für Neueinsteiger als auch für semiprofessionelle, begeisterte Kakteen- und Sukkulentenliebhaber geeignet.

Was mir als Erstes auffiel ist, die modern präsentierte Vorstellung der Gewächse. Das Inhaltsverzeichnis ist für jede beschriebene Pflanze mit einem Bild versehen. Das erleichtert das Auffinden ohne Namenskenntnis schon ungemein. Danach wird mit Mythen über unsere Sukkulenten aufgeräumt. Beispiele dazu, nicht alle Kakteen sind Wüstenpflanzen oder Kakteen müssen doch gewässert werden.

Happy Kaktus©DK Verlag München

Dann werden eine Auswahl von 106 pflegeleichten Kakteen und Sukkulenten in je einer Doppelseite vorgestellt.

Happy Kaktus©DK Verlag München

So einfach und einprägsam habe ich das noch nicht gesehen. Jeder findet auf Anhieb alle Tipps zum Wuchs, Wässern, Standort, Düngen, Vermehrung usw. zur vorgestellten Pflanze.
So wünscht man sich einen Ratgeber!
Ich finde, es ist ein gelungenes Einsteiger Buch, da vergebe ich gerne 5 von 5 Happy Kaktussen.

Happy Kaktus
12,95€

ISBN 978-3-8310-3635-6
DK Verlag
Erschienen im Oktober 2018
144 Seiten, 157 x 199 mm
Über 370 Fotografien und Illustrationen

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Februar

Pflegemaßnahmen im Gewächshaus:

In den letzten Jahren verzeichneten wir in Deutschland oft schon im Februar sonnenreiche Wochen, die für einen guten Blütenansatz bei den Kakteen sorgten.

Das erste mal gießen der Kakteen.

Sollte die Wetterlage es zulassen, können schon ab Mitte des Monats die seit Anfang des Winters trocken stehenden Kakteen und Sukkulenten morgens leicht gegossen oder eingenebelt werden. Das Wurzelwachstum wird dadurch angeregt, außerdem die Pflanzen von Staub befreit.

Danach das Gewächshaus bei sonnigem Wetter und Plus-Temperaturen über die Mittagszeit lüften.

Crassula ovata, der Geldbaum, blüht von Dezember bis in den Februar ©Kaktusmichel.de

Gefahren durch Luftfeuchtigkeit.

Die erhöhte Luftfeuchtigkeit sollte sich nicht zu lange im Gewächshaus halten, da dies sonst zu Pilzbefall führen kann.
Auch wird die Vermehrung von Schmierläusen, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Wollläuse bezeichnet, durch die warmen Temperaturen begünstigt. Deshalb regelmäßig lüften und den Ventilator einschalten.

Mehr und weniger Wasser.

Insbesondere Sukkulenten mit dicken Blätter, die epiphytischen Kakteen und die Agaven vertragen jetzt schon eine kräftigere Wassergabe. Bei einigen schwer blühenden Echinocereen und Tephrocacteen hat es sich bewährt, diese erst zu gießen, nachdem ein Knospenansatz zu sehen ist. Wenn es auch für Pfleger und Pflanze eine Quälerei bedeuten mag – der Erfolg heiligt die Mittel. Es ist aber jedem selbst überlassen, ob man dieses Prozedere einsetzen möchte. Vielleicht hilft auch ein neuer Standplatz.

Echevrien blühen den ganzen Winter ©Kaktusmichel.de

Noppenfolie gegen Ende des Monats entfernen.

Wer sein Gewächshaus im Herbst mit Noppenfolie isoliert hatte, sollte diese gegen Ende des Monats, oder wenn das witterungsbedingt noch nicht möglich ist, spätestens im März entfernen. Dies sollte an einem trüben Tag erfolgen, um einen Sonnenbrand der Pflanzen zu verhindern. Eine zu spät entfernte Folie verhindert, dass sich die Pflanzen allmählich an kräftigere Sonneneinstrahlung gewöhnen und kann daher zu Verbrennungen an den Pflanzen führen oder sie sogar ganz vernichten.

Arbeiten in der Zimmerkultur:

Die Pfleglinge, die an einem kühlen und dunkleren Platz überwintert haben, können bereits im Laufe des Monats ans helle Fenster geräumt werden. Auch hier ist darauf zu achten, dass dies an einem trüben Tag erfolgt, damit die Pflanzen sich allmählich an die Sonne gewöhnen können. Eventuell vorübergehend eine leichte Schattierung am Fenster anbringen.

Sedum palmeri, bei trockener Überwinterung verträgt er sogar Frost ©Kaktusmichel.de

Vorsicht beim Lüften im Zimmer.

In der Zimmerkultur kann schon Anfang Februar mit dem Gießen begonnen werden, denn je nach Wetterlage kann es hinter dem Fensterglas schon sehr warm werden. Wer bei frostigen Außentemperaturen lüftet, sollte die Pflanzen vor Schäden durch eisige Zugluft schützen. Dazu kann man im unteren Bereich des gekippten Fensters eine zusammengefaltete Zeitung einklemmen. Stehen die Pfleglinge im Keller, am Ende des Monats leicht angießen, aber nur, wenn die Pflanzen kurz darauf an einen hellen Fensterplatz ausgeräumt werden.

Euphorbia aeruginosa, wie viele andere Euphorbien blüht sie im zeitigen Frühjahr ©Kaktusmichel.de

Aussaat schon möglich.

Wer ein Zimmergewächshaus besitzt, vielleicht sogar mit Heizkabel oder einer sonstigen Wärmequelle, kann Ende des Monats mit der Aussaat von Kakteen und anderen Sukkulenten beginnen. Die Samenkörner nicht mit Substrat bedecken, denn Kakteen und die allermeisten Sukkulenten sind Lichtkeimer. An einem hellen Platz, aber nicht zu sonnig, wachsen die Sämlinge zügig heran. Es ist immer ein besonderes Erlebnis zu beobachten, wie sich die winzigen Pflänzchen entwickeln.

Kakteensämlinge Lobivia ferox ©Kaktusmichel.de

Auf Schädlinge achten.

Pflanzen weiterhin auf Schädlinge kontrollieren. Ein Befall durch Spinnmilben oder durch Wollläuse fällt jetzt an geschwächten Pflanzen oder beim Umtopfen auf. Meist ist in diesen Fällen ein Abbrausen mit einer Mischung aus 10 ml Schmierseife und 10 ml Spiritus auf einem Liter Wasser nützlich. Die Umgebungstemperatur sollte dabei nicht unter 15 °C liegen.

Aloe arborescens ©Kaktusmichel.de

Es darf noch umgetopft werden.

Weiterhin ist eine gute Zeit für das Umtopfen, aber in trockenes Substrat achten. Und wie immer erst nach 14 Tagen das erste mal gießen.

Auch im Topf lauern Schädlinge.

Gerade beim umtopfen können wir die  Pfleglinge und das Substrat auf Wurzelläuse überprüfen. Wurzelläuse sind Schmierläuse, die im Wurzelbereich der Pflanzen vorkommen. Einige Arten haben sich auf die Wurzeln spezialisiert, andere kommen sowohl an unter- als auch oberirdischen Pflanzenteilen vor. Einen Befall durch Wurzelläuse erkennt man am weißen Belag an den Topfwänden und am Wurzelballen.

Biologisches Bekämpfungsmittel.

Bei Befall mit Wurzelläusen kann man den Wurzelballen kleinerer Pflanzen in Rainfarnbrühe tauchen, bei größeren Pflanzen damit gießen. Zum Ansetzen in einem Eimer einen Teil getrockneten Rainfarn mit zehn Teilen Wasser übergießen und einen halben Tag stehen lassen. Danach diese Brühe aufkochen, die Blätter absieben und die Brühe abkühlen lassen. Wer im Sommer frischen Rainfarn hat, nimmt 300 g frisches Kraut und zehn Liter kaltes Wasser. Diese Mischung 24 Stunden stehen lassen, danach filtern und kurz aufkochen. Den fertigen Sud in einem Mischungsverhältnis ein Teil Sud zu zwei Teilen Wasser verwenden.

Rainfarn
Rainfarnsud-Tanacetum vulgare, mögen Wurzelläuse nicht.

Syntetische Gifte.

Alternativ bieten sich systemisch wirkende, chemische Pflanzenschutzmittel (Wirkstoffe Acetamiprid oder Dimethoat) an, die in Granulatform beim Umtopfen dem Substrat zugesetzt oder als Sticks in das Substrat gesteckt werden. Diese entfalten ihre Wirkung aber erst dann, wenn wieder gegossen wird.

Stecklinge schneiden.

Jetzt ist schon der Zeitpunkt um Stecklinge von den anderen Sukkulenten zu schneiden. Die Abschnitte im Zimmer kurz abtrocknen lassen und dann in mild feuchtes Substrat stecken. Nach ca. zwei Wochen ab und zu kurz überbrausen, und schon sprießen die neuen Wurzeln.

 

Echeveria perezcalixii

Die Gattung Echeveria aus der Familie der Crassulaceae trägt ihren Namen zur Ehren von Atanasio Echeverria, einem botanischen Zeichner aus Mexiko.

Diese Pflanzenfamilie wurde 1828 durch Augustin Pyramus de Candolle aufgestellt. Die Gattung besteht etwa aus 140 Arten.
Circa 95% davon wachsen in Mexiko. Die meisten Individuen dieser Sukkulenten kommen nur in begrenzten Gebieten vor, also endemisch.

Dazu gehört auch Echeveria perezcalixii.

Diese wurde im Dezember 2008 gefunden und 2010 von Jimeno-Sevilla und P. Carrillo in der Brittonia Vol.62 Nr.4 beschrieben.

Echeveria perezcalixii-©Kaktusmichel.de

Aufgrund dieser endemischen Vorkommens,

in der südlichen Sierra Madre Occidental (Bundesstaaten Jalisco, Nayarit und Zacatecas) in Mexiko wird es als neue Art bezeichnet. Das Verbreitungsgebiet liegt auf eine Höhe von 200 bis 2000 Metern über dem Meeresspiegel, in Eichen- und Kiefernwäldern.

Sie wird mit Echeveria fulgens verglichen,

von der sie sich unter anderem, durch ihre stiellosen, leicht bereiften Blätter mit helleren Rändern und durch die längeren Blütenstiele und Kelchblätter unterscheidet.

Echeveria-perezcalixii-Blütenstand©Kaktusmichel.de

Ein sonniger Standort sorgt für einen gedrungenen Wuchs und eine schöne Blattfärbung.

Zu große Pflanzen können zurückgeschnitten und als Stecklinge für die Vermehrung verwendet werden.

Als Substrat dient Blumenerde mit Sand, Tongranulat, Bims.

Aber normale Kakteenerde mit etwas mehr Humusanteil ist auch sehr gut geeignet.
Im Sommer nicht zu trocken halten. Gießen bis zum Ende der Blüte, was sich bis in den Januar hineinziehen kann. Im Winter oder bei kühlen Temperaturen nicht über das Laub gießen, sonst kann es zu Fäulnis kommen.
Schädlinge sind in der Hauptsache Wollläuse, die zwischen den Blattachseln sitzen oder schwarze Bohnenläuse an den Blüten.

Auch wenn der Laie Echeveria sehr oft mit den Dachwurz (Sempervivum) verwechselt, eine Echeveria ist nicht frosthart!

Bevor die ersten Fröste ins Land ziehen muss man die Sommergäste vom Garten in einen geschützten Raum bringen.
Am besten in einen frostfreien, hellen Raum (Temperatur um die 6 °C) oder zumindest an ein helles Fenster stellen. Nur bedenken:

Je niedriger die Temperatur, desto weniger gießen!

Bei den erwähnten 6 °C reicht es alle 6 bis 8 Wochen, wenn die Pflanzen wärmer stehen, dann öfters. Die Vermehrung von Echeveria ist recht einfach: Entweder über den reichlich gebildeten, staubfeinen Samen oder über Blatt- und Kopfstecklinge von zu groß gewordenen Exemplaren. Diese bilden willig neue Wurzeln aus.

Kaktus zähmen leicht gemacht

Das heutige Buch das ich Euch vorstellen möchte, hat meine Aufmerksamkeit erregt, wegen des Titels:

Kaktus zähmen leicht gemacht.
Der kleine Ratgeber für wohlerzogene Kakteen und Sukkulenten.

 


Meine erste Eingebung, da hat jemand etwas satirisches zu unserem Hobby geschrieben.
Aber beim Durchblätter stellte ich fest, es geht doch in der Hauptsache um Beschreibungen und Pflegehinweise von Kakteen und Sukkulenten.

Nach einer kurzen Einführung mit Grundlagen über Vermehrung, Pflanzgefäße und Vermeidung von Pflegefehlern, geht es schon an die Vorstellung der 50 Lieblingssukkulenten des Autors.
Hier fällt auf, dass es kein Buch mit Fotografien ist, sondern alle Pflanzen werden gezeichnet vorgestellt.

Viele der Zeichnungen sind durchaus ansprechend gestaltet und würden sich auf Dekorations­gegenständen gut machen. Jedoch stimmt das gezeigte nicht immer mit dem Habitus der tatsächlichen Pflanzen überein.

Ein Anfänger in diesem Hobby wird sich sicher öfters schwer tun das Sukkulent an Hand der naiven Malerei zu identifizieren.

Wer schon die eine oder andere vorgestellte Pflanze sein eigen nennt, kann über den Namen eine Pflegeanleitung in diesem Ratgeber finden. Nur sollte man auch hier ein paar Abstriche machen.

So kann man bei einem Echinocactus grusonii, in unseren Breiten, nicht nach 10-20 Jahren eine Höhe von 1-1,20m erwarten und dann auch noch Blüten in gelb, weiß, rosa oder rot. Er kann nur gelb und braucht dafür etwa 40-50 Jahre. Keine Angst dieser Kaktus wird nicht nur 30 Jahre alt, unserer ist schon 120 (Erbstück) und erfreut sich immer noch bester Gesundheit.

Wer sich noch ein bisschen zusätzlich informiert, wird mit den vorgestellten Kakteen und anderen Sukkulenten sicher seine Freude haben. Das Buch ist ein schönes Mitbringsel für angehende Liebhaber dieser außergewöhnlichen Pflanzen.

Zusammenfassung:

Pro
Stabile Druckausgabe des Buches, mit Hart-Cover Einband, macht optisch einen guten Eindruck.
Für den Sukkulenten-Einsteiger geschrieben. Die vorgestellten 50 Arten sind eine schöne Auswahl an Pflanzen, teilweise nur in gut sortierten Fachgärtnereien zu bekommen.

Kontra
Die gemalten Bilder, gerade bei den Kakteen, etwas frei in der Interpretation.
Pflegetipps und Beschreibungen nicht immer korrekt.
Preis von 12.95 Euro bei einem Format von:
186mm x 134mm und 128 Seiten, schon im höheren Preisgefüge.

Nach Abwägung von, für und wieder, würde ich dafür 3 von 5 Kakteen vergeben.

Produktdetails:

frechverlag  Artikel Nr.: 7250
ISBN-13: 9783772472503
Erscheinungstag: 14.01.2019
Seiten: 128
Gebundene Ausgabe

Kaktus zähmen leicht gemacht

Der kleine Ratgeber für wohlerzogene Kakteen und Sukkulenten

Autor: Jones, Tonwen

Ladenpreis: 12,95 €

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Januar

Wer Mitglied bei der Deutschen Kakteengesellschft (DKG) ist, konnte im letzten Jahr monatlich meine Beiträge über die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten verfolgen.

Gerne möchte ich für alle die nicht die Verbandszeitschrift KuaS beziehen, diese Ausführungen in meinem Blog wiederholen.  Ich hoffe damit ein Verständnis für die Grundsätze der Kakteen- und Sukkulentenkultur vermitteln zu können.

Aloe arborescens ein Winterblüher©DornenProjekt.de

Gewächshaus:

Obwohl sich die meisten unserer Pflanzen jetzt in tiefster Winterruhe befinden, sind regelmäßige Kontrollgänge im Gewächshaus notwendig, u. a. um die Temperatur zu prüfen, denn der Technik kann man nicht blind vertrauen. Ein zu spät entdeckter Heizungsausfall kann böse Folgen haben. Dabei den Ventilator nicht vergessen! Durch die Luftbewegung werden kalte Ecken im Gewächshaus vermieden und die Gefahr der Kondensation feuchter Luft auf den Pflanzen reduziert. Den Gang durchs Gewächshaus nutzt man natürlich auch für eine Kontrolle der Pflanzen auf Fäulnis, Verpilzung oder Schädlinge.

Crassula rupestris©DornenProjekt.de

Temperaturansprüche:

Für die meisten Kakteen und anderen Sukkulenten genügen Überwinterungstemperaturen zwischen 5 und 10 °C. Nur Pflanzen aus wärmeren Regionen benötigen Temperaturen von über 12 °C. Dazu zählen beispielsweise die Gattungen Discocactus, Melocactus, Pilosocereus, Rhipsalis, Schlumbergera, die madagassischen Vertreter der Gattung Pachypodium und einige Euphorbien.

Wassergabe Sukkulenten:

Dickblättrige Sukkulenten wie Echeveria, Crassula, Sedum, Gasteria und Haworthia sollten im Abstand von vier bis sechs Wochen etwas Wasser erhalten. Aber Vorsicht: nicht über die Pflanzen gießen, sonst besteht Fäulnisgefahr! Auch die Vertreter der Gattungen Schlumbergera, Rhipsalis, Epiphyllum und Disocactus benötigen im Winter etwas Feuchtigkeit.

Pachyphytum machucae©DornenProjekt.de

Die Winterwachser unter den Sukkulenten, meist Pflanzen aus den Winterregengebieten des südlichen Afrikas (z. B. Conophytum, Tylecodon, zahlreiche Pelargonien oder Pachypodium namaquanum), die sich etwa von Oktober bis Ende März im Wachstum befinden, benötigen auch jetzt regelmäßige, aber sparsame Wassergaben sowie etwas Dünger.
Je niedriger die Temperaturen, desto zurückhaltender wird gegossen. Ausschlaggebend für den Wasserbedarf sind nicht nur die Mindesttemperatur, sondern auch die tagsüber erreichten Wärmegrade.

Manche sukkulente Arten kommen jetzt schon zur Blüte. Es ist möglichst darauf zu achten, dass deren Wurzelballen nicht komplett austrocknet, da es sonst die ganze Pflanze schwächt.

Wassergabe Kakteen:

Ab Mitte des Monats können die Arten von Notocactus, Parodia, Cleistocactus und Gymnocalycium an sonnigen Tagen sparsam gegossen werden, damit nicht zu viele der Saugwurzeln absterben. Aber das genügt dann auch wieder für 4 Wochen.

Winterschutz mal anders 🙂

 

Schädlinge:

Wer im letzten Herbst noch ausgesät hat sollte die Sämlinge auf Befall von Trauermücken kontrollieren, der auch in der kühlen Jahreszeit auftritt, insbesondere wenn die kleinen Pflänzchen an einem warmen und feuchten Platz im Gewächshaus stehen.

Zimmerkultur:

Bei einer Kultur auf dem Fensterbrett sollte je nach Zimmertemperatur etwas gegossen werden,  je wärmer die Aufstellung, umso mehr. Meist genügen sparsame Wassergaben etwa alle 4–6 Wochen. Da das Licht für einen arttypischen Wuchs zu dieser Jahreszeit für die meisten Arten nicht ausreicht, ist das Ziel, die Pflanzen am Leben zu erhalten, aber kein Wachstum zu veranlassen. Die Folge eines Zuwachses unter unzureichenden Lichtverhältnissen bedeutet, „Vergeilung“,  wobei die Pflanzen sich mit beschleunigtem Längenwachstum dem Licht nähern. Es wird daher jetzt auch nicht gedüngt.

Rhipsalis pilocarpa, braucht auch im Winter etwas Wasser©DornenProjekt.de

Freiland:

Immer häufiger werden Kakteen auch im Freiland, z. B. im Steingarten ausgepflanzt. Diese winterharten Kakteen erfreuen sich steigender Beliebtheit.
In manchen Gebieten fallen im Januar zuverlässig größere Mengen Schnee. Die Schneedecke auf den Pflanzen ist ein guter Winterschutz. Wo der Schnee ausbleibt, ist es ratsam für empfindlichere Arten einen Regenschutz anzubieten, z. B. ein Dachüberstand am Haus. Bei großen Exemplaren wie bei Cylindropuntia imbricata sollte man darauf achten, dass sie unter der Schneelast nicht zusammenbrechen und wenn notwendig, den Schnee mit einer Stange vorsichtig abklopfen.

Cylindropuntia imbricata©DornenProjekt.de

Allgemeine Pflegehinweise:

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, mit dem Umtopfen
zu beginnen, da die Pflanzen sich in der Winterruhe befinden und das Substrat durchgetrocknet ist. Das neue Substrat sollte vollkommen trocken sein. Die umgetopften Pflanzen nicht angießen, damit Wurzelschäden noch gut abtrocknen können. Die Gelegenheit nutzt man natürlich auch, um nach Schädlingen Ausschau halten.

Selbst im Januar kann während der frostfreien Zeit das Gewächshaus oder Zimmer kurz gelüftet werden, besonders an sonnigen Tagen, wenn Tagestemperaturen über 10 °C zu erwarten sind.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, es einmal mit einer Aussaat zu versuchen: Jetzt ist noch genug Zeit, um in den zahlreichen Samenkatalogen zu stöbern. Aber es kann auch schon unter Verwendung von Kunstlicht ausgesät werden.

House of Plants

Der Titel „House of Plants“ lässt nicht vermuten, dass es sich bei diesem Buch um eine Ausgabe in deutscher Sprache handelt.

Erst der Untertitel „Mit Sukkulenten, Luftpflanzen und Kakteen leben“ sorgt für Aufklärung.
Dieses Druckwerk wurde aus dem englischen übersetzt.

In netter Art wird von Caro Langton & Rose Ray über die Beweggründe, die zum Schreiben dieser Lektüre geführt haben, berichtet.

 

House of Plants, Caro & Rose Ray
© House of Plants – Mit Sukkulenten, Luftpflanzen und Kakteen leben von Caro Langton & Rose Ray, erschienen bei teNeues, € 35, www.teneues.com


In der Einleitung können wir lesen, dass sie ein Haus geerbt haben
, in dem noch einige Kakteen von Rose’s Mutter standen. Scheinbar hat die Tochter auch die Freude an den Sukkulenten mit in die Wiege gelegt bekommen.

Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved
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Mir gefällt die behutsame Heranführung an diese Sukkulenten. Sie erklären, dass Pflanzen nicht nur ein Raumschmuck sind. Man soll sich die Wohnung mit seinen Gegebenheiten anschauen und dann erst die Pflanzen dafür aussuchen. Bei vielen ist es, so habe ich das oft erlebt, gerade umgekehrt und das führt meist zum Scheitern.

 

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Dieses Werk ist leicht und Unterhaltsam zu lesen.
Gleichsam für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.
Untermalt von schönen Skizzen und Bildern in denen die Pflanzen ins rechte Licht gerückt werden.

 

Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved
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Viele Tipps zur Pflege, Bepflanzung und dem Styling werden weitergegeben. Außerdem stellen sie viele Pflanzen mit ihren Ansprüchen im Einzelporträt vor.

Sehr gut wird auch auf die Lichtansprüche der einzelnen Gewächse eingegangen. Selbst Beispiele über vegetative Vermehrung fehlen nicht. Ich finde es ist ein rundum gelungenes Buch.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Kakteen.

 

House of Plants
Mit Sukkulenten, Luftpflanzen und Kakteen leben
Caro Langton & Rose Ray

erschienen bei teNeues
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19,5 x 25,5 cm
224 Seiten, Hardcover
ca. 160 Farbfotografien und Illustrationen
Texte in Deutsch
€ 35
ISBN: 978-3-96171-077-5

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