Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im September

Bei trockener und milder Witterung, weiterhin auch nachts die Fenster und Türen im Gewächshaus offen halten. Die nächtliche Abkühlung härtet unsere Sukkulenten zusätzlich ab. Das Wachstum der Kakteen und vieler anderer Sukkulenten verlangsamt sich, deshalb gießen wir nicht mehr so oft und viel.

September die Schwalben ziehen fort und die Kakteenpflege wird weniger. ©Kaktusmichel.de

Arbeiten an den Freilandkakteen


Gerade Opuntien haben über die Sommermonate beträchtlich an Größe zugenommen.
Die schweren Pflanzentriebe liegen dann oft auf dem Boden auf, darum diese mit Steinen etwas unterbauen, damit die Feuchtigkeit von unten nicht an die Triebe kommt und im Winter dann zu Pilzbefall führt. Anflug von Wildkräutern beseitigen und auf genügend Abstand von schnell wachsenden Stauden zu den winterharten Kakteen achten, sonst besteht die Gefahr, dass sie überwuchert werden.

Zimmerkultur

Auch wenn im Zimmer die Außentemperatur kaum eine Rolle spielt, sollte das Gießen vermindert werden. Die kürzer werdenden Tage verlangsamen auch bei den Pfleglingen auf dem Fensterbrett das Wachstum.

Allgemeine Pflege

Wegen der abnehmenden Tageslänge das Düngen einstellen.
Wer über Winter größere Mengen an Kakteen und Sukkulenten umtopfen möchte, sollte sich jetzt schon mit Substrat eindecken. Dieses an einem trockenen Aufbewahrungsort lagern bis zur Verwendung. Das umtopfen im Winter hat den Vorteil, dass die Pflanzen sich in dieser Zeit in Wachstumsruhe befinden. Es sollte dann keine feuchte Erde sein, die eventuell ein Wachstumsschub auslöst.

Sonderbehandlung Supermark-Kakteen

Im Herbst werden meist vermehrt Kakteen und andere Sukkulenten im Supermarkt angeboten. Diese Pflanzen sitzen in reinem Torf, weil Torf in der Verarbeitung für die Topfma­schinen einfacher ist. Außerdem ist dieses Substrat genau darauf abgestimmt, dass in der Massenhaltung die Bewässerung und Düngung reibungslos funktioniert. Ebenso ist es für die Produzenten eine Kostenfrage, denn das Substrat darf nicht viel kosten. Aus dieser behüteten Umgebung kommen diese Pflanzen in den Verkauf beim Discounter. Das Substrat ist ausgetrocknet, die letzten Düngerreserven haben kurz vor der Wurzelspitze halt gemacht und es setzen sich kleine Salzkristalle vor die Wurzelöffnung. Jetzt kommt der glückliche Käufer mit seiner Neuerwerbung nach Hause und gießt die Pflanze. Doch trockener Torf nimmt nur schwer wieder Wasser auf, es kann sein, dass alles von der Erde ab perlt und der Kaktus wartet umsonst auf den Schluck Wasser. Der andere Fall ist, er bekommt Wasser, die Salzkonzentration löst sich auf und verbrennt die Saugwurzeln und diese sterben ab. Deshalb ist es besser solche Neuerwerbungen erst einmal von diesem Substrat zu befreien und in ein besseres umzusetzen.


Weihnachtskakteen

Weihnachtskakteen ( Schlumbergera truncata/russelianus Hybriden) stehen im Sommer am besten draußen an einem Platz im lichten Schatten. Diese Pflanzen reagieren photoperiodisch dies bedeutet sie reagieren auf die Tageslänge. Das Wachstum der Triebe setzt bei Tageslängen von 14 bis 16 Stunden, die Knospenbildung bei 8 – 9 Stunden und einer Temperatur um die 15 °C ein. Jetzt ist die beste Zeit diese blühfreudigen, epiphytischen Kakteen mit Dünger zu versorgen. Die Pflanzen haben dann genug Kraft für den neuen Blütenflor im Winter. Von diesen Kakteen jetzt Stecklinge ernten. Dafür dreht man mehrgliederige, noch junge Triebe ab und steckt sie in ein trockenes Substrat. Dieses öfters besprühen und nach ca. 4 Wochen zeigen sich neue Wurzeln.

Vortrag Mittagsblumengewächse

In den nächsten Monaten halten wir fast wöchentlich in verschiedenen Ortsgruppen der DKG,  Vorträge.
Einer dieser Präsentationen handelt von  den Aizoaceae, umgangssprachlich als Mittagsblumengewächse bezeichnet.
Diese große Pflanzenfamilie beherbergt fast 120 Gattungen mit circa 2400 Arten. Die meisten findet man in Südafrika aber auch in Australien und verwildert in allen südlichen Ländern. Es gibt darunter einjährige, aber auch sehr viele mehrjährige Stauden.
Die meisten davon sind sukkulent, deshalb interessieren mich diese Pflanzen natürlich sehr. In dieser Darbietung kann ich nur einen kleinen Teil dieser faszinierenden Gewächse vorstellen. Alles andere würde sonst den zeitlichen Rahmen sprengen.
In den ca. 40 Minuten dieses Kurz-Vortrags, werden dennoch alle Pflanzen begeisterten, auf ihre Kosten kommen.
Vorstellen werde ich zum Beispiel:
Lebende Steine, mit ihrer ausgeklügelten Lichtaufnahme, mittels Fenstern in ihren Blättern (Loben).

Lebende Steine
Lithops salicola v. maculata ©DornenProjekt.de

Oder auch Sukkulenten mit Zähnen, wie der Tigerrachen (Faucaria) und das Stomatium.

Tigerrachen
Faucaria plana©DornenProjekt.de

Und natürlich wunderbare Blüten in allen Farbschattierungen, wie sie bei der Gattung Delosperma vorkommen.

Delosperma
Delosperma cv. Fire Spinner ©DornenProjekt.de

Auch eine Samenkapsel mit ihrem überraschenden Öffnungsmechanismus  wird Euch im Zeitraffer vorgestellt.
Ihr seht, es wird nicht langweilig in diesem Vortrag.
An unserem Veranstaltungsabend gibt es meist nicht nur einen Vortrag von mir, auch Helga entführt uns im Anschluss, in traumhafte Gärten im Rhein-Main-Gebiet.
Schaut doch mal in Ihren Blogbeitrag, um Euch auf dieses Highlight einzustimmen.

Hier die Termine unserer Vorträge 2019

OG Osthessen-Fulda
am 6. September 2019
ab 20:00 Uhr
Mesembs und Traumgärten

OG Aschaffenburg
am 12. September 2019
ab 20:00 Uhr
Mesembs und Traumgärten

OG Darmstadt
am 20. September 2019
ab 20:00 Uhr
Mesembs und Traumgärten

OG Frankfurt
am 04. Oktober 2019
ab 19:30 Uhr
Mesembs und Traumgärten

OG Bergstrasse
am  09. Oktober 2019
ab 19:30 Uhr
Naturblick und Traumgärten

OG Michelstadt
am 31. Oktober 2019
ab 19:30 Uhr
Mesembs und Traumgärten

Alle Vorträge sind natürlich kostenlos aber nie umsonst :-).

Es freuen sich auf Euer Kommen
Helga und Michael

Offener Sonntag im September

Der erste Sonntag im September…..das bedeutet beim Kaktusmichel ist wieder verkaufsoffener Sonntag.
Von 10 – 13 Uhr habe ich für sie geöffnet.

Kommen Sie doch mal vorbei und überzeugen sich von meiner guten Qualität und den günstigen Preisen. Sicher fehlt in Ihrem Heim noch ein Kaktus, packen Sie es an. Ich warte auf Sie. So finden Sie meine Gärtnerei

 

Sonntag, der 1. September 2019
von 10 bis 13 Uhr,
bei Andreae Kakteenkulturen,
Otzbergstrasse 103,
64853 Otzberg-Lengfeld, Hessen.

Und wer dann noch gerne selbst gebackenes Brot essen möchte
kann dies beim:

Backhausfest (Backesfest)

Sonntag, den 01.09.2019, von 12:00 Uhr bis 22:00 Uhr
in Otzberg-Hering
in der Odenwaldstr.
Am altem Backes

Gewächshaus Teil2

Durch meinen Blogbeitrag “Ein Gewächshaus für die Kakteen
erhielt ich einiges an freundlicher Resonanzen.

Oft hieß es:  “…….aber leider fehlt mir der Platz für solch ein Projekt!”
Aufgrund dessen möchte ich diesen Bericht noch hinzufügen. Natürlich geht es auch eine Nummer kleiner. Zum Beispiel mit einem Balkon- oder Minigewächshaus.
Deshalb habe ich mich für Euch umgesehen, was es da noch auf dem Markt gibt.
Ein Anbieter mit gutem Konzept ist zum Beispiel:

Dort kann man nicht nur Gewächshäuser von unter 1 m bis über 4 m Breite von verschiedenen Herstellern beziehen, sondern auch gerade für Leute mit wenig Platz sogenannte Minigewächshäuser. Diese bieten dennoch reichlich Stauraum auch für Kakteen u.a. Sukkulenten.

Mini Gewächshaus “Hamton 5” von ©Gewächshausplaza

Kleingewächshäuser haben den Vorteil wenig Stellplatz zu benötigen, leicht auf- und abbaubar zu sein. Besonders, wenn es nur temporär oder von Frühjahr bis Herbst genutzt werden soll. Auch für eine Überwinterung kann es kostengünstig beheizt werden.

“Growhouse L” mit praktischem Lattenboden. ©Gewächshausplaza

Die Gewächshäuschen sind mit Schiebetüren und beim Typ ‘Hampton’ zusätzlich mit einer seitlichen Lammellenbelüftung versehen. Ideal um stauende Hitze zu vermeiden.

Praktische Lammellenlüftung beim Hampton 5. ©Gewächshausplaza
Durch stufigen Aufbau der Regalfächer kommt auch noch genug Licht an die Pflanzen. ©Gewächshausplaza

Vielleicht ist das genau die Sorte Gewächshaus die auf Ihren vorhandenen Platz und Geldbeutel zugeschnitten ist?
Außerdem muss man nicht der große Handwerker sein, um solch ein Projekt in die Wirklichkeit umzusetzen.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im August

Die Kakteen und Sukkulenten werden das letzte Mal in diesem Jahr gedüngt, hierzu kann ein Kalium (K) betonter Dünger eingesetzt werden, wie den der auch oft für die Herbst­-Düngung des Rasens verwendet wird.
Dieser stärkt das Zellgewebe für den Winter.

Mammillaria hahniana©Kaktusmichel.de

Blütenreste entfernen

Anhaftende Blütenreste absammeln oder abschneiden um keine Eintrittsöffnungen für Fäulnis in den folgenden Monaten zu ermöglichen. Dabei findet sich dann auch noch die eine oder andere Samenfrucht an den Kakteen. Auch wenn der Bestäubungspartner nicht bekannt ist, die Samen können für die nächste Aussaat genutzt werden. Meist gibt es dann robustere Nachkommen, wenn auch nicht immer Artrein. Bei sehr starkwüchsigen Opuntien ist jetzt die letzte Gelegenheit einige Triebe abzuschneiden und diese für die Weitervermehrung zu stecken.

Samenkapseln an einer Epithelantha micromeris©Kaktusmichel.de

Urlaub und Kakteen

Wer in Urlaub fährt, sollte seine Nachbarn oder Verwandten genau aufklären, wie die Pflanzen zu gießen sind.
Leider hat schon so manche gut gemeinte Wassergabe einem lang gehegten Schatz den Garaus gemacht.
Am besten die Pflanzen nach Wasseran­spruch zusammen stellen, das macht auch einem ungeübten Pfleger die Sache etwas leichter.
Sind nur 2 – 3 Wochen für die Urlaubsreise eingeplant, reicht es vor der Abreise die Kakteen noch einmal durchdringend zu wässern, dann ist das ausreichend bis zur Heimkehr. Bei so manchen anderen Sukkulenten kann dieser Zeitraum der Trockenheit etwas zu lang sein, diesen sollten wenigstens einmal Wasser in 14 Tagen bekommen.

Die lebenden Steine kommen langsam in Blüte (Lithops dorotheae) ©Kaktusmichel.de

Allgemeine Pflege

Wie schon in den vergangenen Monaten, wenn möglich in den frühen Morgenstunden gießen.
Auf Schmierläuse (Bekämpfung siehe meinen Blogbeitrag) und Spinnmilben (dazu auch der Blogbeitrag) achten die sich in der trockenen Luft sehr rasant vermehren können.
Umtopfarbeiten während den heißen Monaten nur in Ausnahmefällen durchführen. Weiterhin ist es möglich Stecklinge zu schneiden, diese an einem schattigen Platz abtrocknen lassen um sie später dann zu Bewurzeln.

Fast in jeder älteren Sammlung ist der gelbe Sauerklee oder auch Hornsauerklee (Oxalis corniculatus) zu finden.

Sauerklee satt. Da hilft nur Austopfen und alle fremden Wurzeln entfernen.


Die Aussage der blüht schön, kann nicht beruhigen.
Dieses Unkraut ist sehr lästig und nur schwer zu bekämpfen. Essbar ist es nicht, da der Klee zu viel Oxalsäure enthält, Abreisen stört ihn wenig, wegen der sehr langen, fleischigen Wurzeln.

Die Wurzeln vom Sauerklee sind sehr lang.


Außerdem besitzt der Sauerklee eine fast grenzenlose Vitalität um wieder und wieder auszutreiben, selbst nach langer Trockenheit. Die Samen kleben überall fest und keimen noch nach Jahren bei Erdkontakt.
Da hilft nur die Kakteen und anderen Sukkulenten auszutopfen und jedes noch so kleine Würzelchen aus dem Substrat zu entfernen.
Eine weitere Möglichkeit ist angerührtes Herbizid mit einem Pinsel aufzunehmen und den Klee damit zu befeuchten.
Dabei besteht jedoch das Risiko, die Kulturpflanze ebenfalls zu treffen und zu schädigen.
Am besten ist immer die Vorbeugung.
Neuerwerbungen auf Unkräuter und tierische Schädlinge zu überprüfen, bei Bedarf in neues Substrat zu pflanzen und immer wieder kontrollieren, um den Anfängen Einhalt zu bieten.

Uuser Kaakdus Vereinsabbend waar widder sehr invormatiff, Schatzilein! ©Kaktusmichel.de

Erfahrungsaustausch ist wichtig!

Nutzen Sie die Urlaubszeit dazu andere Kakteen- und Sukkulentenfreunde zu besuchen oder einzuladen und Erfahrungen positive wie negative auszutauschen.
Meist gibt es viele Gemeinsamkeiten bei unserem Hobby.

Oder schauen Sie mal auf der DKG Webseite unter Ortsgruppen nach, sicher gibt es eine dieser Interessengemeinschaften auch in Ihrer Nähe.

In meinem Umkreis bieten sich gleich 3 Ortsgruppen an:
Michelstadt
Darmstadt
und Aschaffenburg

Während den Treffen gibt es immer genügend Information auch zu Pflanzenschutz-Themen, tolle Vorträge über Kakteen und andere Sukkulenten, sowie Reiseberichte in die Heimatländer dieser einzigartigen Pflanzen. Nur Mut ein Besuch lohnt sich immer.

Ein Gewächshaus für die Kakteen

Wer seine Kakteen Jahr für Jahr vom Keller oder den Dachboden in den Garten trägt und die ganze Prozedur im Herbst in die Gegenrichtung startet, für den ist mein Vorschlag sicher nicht so abwegig.

Statt Urlaub ein Gewächshaus aufstellen?

Einmal auf den Urlaub verzichten und das Geld für ein Gewächshaus ausgeben. Jedoch sind im Vorfeld einige Punkte zu klären. Gehört das Grundstück, auf dem das Gewächshaus aufgestellt werden soll, Ihnen? Sonst hat der Vermieter ein Wort mitzureden. Wie groß darf das Gewächshaus sein? Dies bitte mit dem zuständigen Bauamt ihres Wohnortes abklären. Maßgeblich für die Größe ist der umbaute Raum, in der Regel sind bis zu 30 m³ ohne Genehmigung möglich. Der Abstand zum Nachbarn und die Firsthöhe sind dabei ebenfalls zu klären. Manchmal ist es auch eine Frage des Brandschutzes, wenn beispielsweise ein oberirdischer Gastank auf dem Gelände steht. Leider hat in Deutschland jedes Bundesland hierzu seine eigenen Vorschriften. Wenn alle behördlichen Fragen geklärt sind, geht es an die konkrete Planung.

● WAMA Gewächshaus Modell Midi 80
● Seitenhöhe 1,50m / Firsthöhe 2,29m
● Standardausstattung dieses Modells:
– Abschließbare Tür (B 0,80m x H 1,90m), in der Höhe teilbar, Türanschlag rechts
– Dachrinnen mit Fallrohren (links und rechts jeweils 1 Dachrinne mit 1 Fallrohr)
– 6 Dachfenster, manuelle Fensteraufsteller
– Passende Klemmleisten zur sturmsicheren Befestigung der Verglasung, Farbe weiß
● Kompletteindeckung mit 16mm Stegdreifachplatten (U-Wert: 2,3 und Lichtdurchlässigkeit: 76%)
● Optional dazu bestelltes Zubehör:
– Pflanz- und Arbeitstische Größe: 124 x 63 x 92cm (ArtNr PT20602) ohne Einsätze

Vor dem Kauf die Planung!

Wer sein Gewächshaus im Winter beheizt, tut gut daran, ein Fundament zu graben und mit Beton auszugießen und dies gut zu isolieren. Ein Eigenbau ist bei genügend vorhandenen Heimwerker-Fähigkeiten machbar, jedoch meist nicht günstiger. Auf jeden Fall unbedingt vorher eine Kostentabelle für den Materialbedarf aufstellen und die anfallenden Kosten mit dem Preis eines Gewächshauses von der Stange vergleichen, oft sind diese preiswerter. Auch den eigenen zeitlichen Aufwand und Helfer einplanen.

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Soll das Gewächshaus im Winter beheizt werden?

Bei der Materialauswahl immer die späteren Heizkosten im Auge behalten. Hier spielt der U-Wert (früher K-Wert) eine große Rolle. Dieser Wärmedurchgangs-Koeffizient beschreibt die Dämmeigenschaft eines Materials. Je höher der Wert, desto mehr müssen Sie für Heizkosten einplanen. Hier auch noch ein weiterer Blogbeitrag dazu von mir. Eine Mehrausgabe für bessere Isolierung amortisiert sich meist in kürzester Zeit. Zur Auswahl stehen Einfachverglasung, Doppelverglasung, aber auch Doppelsteg- oder Dreifachstegplatten aus Polycarbonat/Plexiglas. Die Einfachverglasung ist das günstigste in der Anschaffung und eignet sich eher für im Winter unbeheizte Gewächshauser bestückt mit winterharten Kakteen und anderen Sukkulenten. Sonst wird der Aufwand für die Isolation für den Winter jedes Jahr im Herbst sehr hoch. Doppelverglasung ist sehr teuer und die Scheiben haben ein enormes Gewicht. Deshalb sollten Doppelstegplatten  von mindestens 16 mm Dicke angestrebt werden. Sowohl die 16 mm oder auch 32 mm haben genügend Stabilität bei jedem Wetter und halten auch mal eine größere Schneelast problemlos aus. Alternativ dazu gibt es Folien-Gewächshäuser, ebenfalls in verschiedenen Größen. Vorteile dieser Häuser sind der geringe Anschaffungspreis, keine Probleme bei Hagelschauer und der schnelle Aufbau. Nachteil bei der Variante mit nur einer Folienschicht, geringe Isolierwerte kurze Lebensdauer der Folie, stärkere Windanfälligkeit und Probleme durch Schneelast.

Aber auch hier besteht die Möglichkeit, sich ein Gewächshaus mit einer Doppelschichtfolie anzuschaffen. Diese haben nicht nur eine höhere Stabilität, sondern sind durch die Luft, die zwischen die Folienschichten geblasen wird auch sehr gut Wärme isoliert. Hier noch ein paar Denkanstöße für die Planung eines Gewächshauses. Es gibt thermisch getrennte Aluprofile, das bedeutet, sie haben fast keine Kältebrücke zwischen drinnen und draußen. Doch diese Profile kosten eine Stange Geld. Lassen Sie sich am besten beim Händler die Wärmeverbrauchswerte errechnen und wägen sie ab, ob die Mehrausgabe für diese Profile sich rechnen.

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Kleine Wärmebedarfs Rechnung aus meinem Buch.

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

Der Wärmebedarf lässt sich mit folgender Formel errechnen:
Wärmebedarf in Watt = Außenfläche in m² x den U-Wert x Temperaturdifferenz in °C
Das bedeutet beispielhaft:
Bei einem Gewächshaus betragen die
Länge 4 m, die Breite 3 m, die Firsthöhe 2,80 m, die Traufhöhe 1,65 m
und die Schräge von der Traufe bis zum First 2 m. Errechnung der gesamten Außenfläche:
Vorne + hinten 2 x 1,4 x 1,96
Seiten links + rechts 2 x 1,4 x 2,56
Giebel vorne + hinten 1,265 x 1,265
Dach links + rechts 2 x 1,265 x 2,56
Ergibt eine Gesamtfläche von 20,73 qm
Differenz zwischen innen +6 °C und außen -18 °C ist 24
Ermittlung des Wärmebedarfes 20,73 x 2,4 x 24 ergibt aufgerundet
1.200 Watt
Formel: (2 x ((1,4 x 1,96) + (1,4 x 2,56) + (1,265 x 2,56)) + (1,265 x
1,265)) x 2,4 x 24
Dies ergibt eine Außenfläche von 42,55 m².
Es werden Stegdoppelplatten von 16 mm Dicke verwendet, die in
etwa einen U-Wert von 2,4 haben. Bei einer Temperaturdifferenz
von 26 °C (innen 6, außen -20 °C) kommen wir auf einen Wärmebedarf von rund 2.700 Watt.

Dachfenster sind oft undicht.

Zu einem Problem wurden bei mir die Dachfenster zur Belüftung. Gerade im Frühjahr, wenn der Schnee abtaut oder bei starkem Regen, findet das Wasser schnell einen Weg ins Gewächshaus. Deshalb habe ich innen kurze Dachrinnen unterhalb der Dachfenster angebracht, damit das Tropfwasser gezielt abgeführt werden kann. Es ist sehr ärgerlich, wenn durch das getröpfel im Winter schöne Pflanzen abfaulen. Sorgen­freier ist man mit Fenstern die vorne und hinten im Giebel eingebaut sind und auf beiden Seiten direkt über dem Sockel des Gewächshauses, in Kombination genauso effektiv und besser abzudichten als Dachfenster. Manche Gewächshäuser sind so konzipiert, dass große Seitenflächen komplett geöffnet werden können.
Von der Firma Beckmann wurde mir erklärt, es würden für die Dachfenster Spezialgummidichtungen aus EDPM eingesetzt. Die eine absolute Dichtigkeit bei richtiger Montage gewährleisten.

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Im Winter zusätzliche Isolation.

Zusätzliche Isolierung im Winter verschafft eine Luftpolsterfolie, deren Anbringung jedoch sehr aufwendig sein kann. Hinzu kommt, dass selbst bei guter Pflege die Folie nur begrenzt lange hält und daher die Neuan­schaffung gleich mit einkalkuliert werden sollte. Am wirkungsvollsten ist die Folie im Inneren des Gewächshauses, jedoch sind Pflanzen oder Tische dabei schnell im Weg. Wird sie außen angebracht, muss man sie gut befestigen, sonst findet man die Folie nach einem Sturm eventuell im Garten des Nachbarn wieder. Da kann sich eine anfangs teurere Stegdoppelplatte schnell rechnen, die auch ohne zusätzliche Isolierung gut für den Winter gerüstet ist
und nicht unbedingt zusätzlich isoliert werden muss.

Voss Thermogewächshäuser

Sonderzubehör.

Ebenso ist eine zweigeteilte Tür im Gewächshaus von Vorteil. Im Sommer hat man dadurch eine zusätzliche Lüftungsmöglichkeit, indem nur die obere Hälfte der Tür geöffnet wird. Die untere Hälfte bleibt geschlossen und Katzen, Mäuse oder anderes Getier bleiben draußen.
Für Licht, Heizgeräte und Ventilator eine entsprechende Stromleitung mit 2 bis 3 Steckdosen einplanen.
Eine günstigere Variante, wenn möglich, das Gewächshaus mit einem eigenen Wasserkreislauf und zusätzlichen Thermostat an die Hausheizung anschließen. Dies spart sehr viel Geld im Vergleich zur Beheizung mit Strom.
Machen Sie an die Regenrinne im Außenbereich einen Ablauf, der in einem Wasserfass endet, Regenwasser ist etwas Kostbares.
Die Gewächshaustische mit Wannen ausstatten, damit die Sukkulenten von unten angestaut werden können. Es ist besser für die Pflanzen. Wer möchte, kann einen Ablasshahn an den Wannen anbringen, um das überschüssige Wasser einige Zeit nach dem Gießvorgang abzulassen. Aber mit der Zeit kennt man die Anstaumenge und der Hahn ist nicht mehr so wichtig.

Kleine Hilfestellung für eine Auswahl.
Links zu Gewächshausherstellern die mir ihr Bildmaterial zur Verfügung stellten:

 

Offener Sonntag

Am 4. August 2019 haben wir wieder für Sie sonntags geöffnet.

Wir haben an diesem Tag von 10 bis 13 Uhr für Sie geöffnet.
Auch wenn sie etwas weiter fahren müssen, ein Besuch bei uns lohnt sich immer.

Bis am Sonntag es freut sich:
Euer Kaktusmichel von Andreae Kakteenkulturen

Und außerdem noch ein Geheimtipp:
In Otzberg-Lengfeld wird an diesem Wochenende noch eine Attraktion geboten die
33. Vorderladertage beim SV 1966 Lengfeld e.V.
Das könnte man doch super für einen Ausflug verbinden!

 

Echinocereus blankii oder ein Hybride?

Gleich vorne neben unseren Schwiegermutterstühlen im Schaubeet, wächst ein Echinocereus der immer  für Aufsehen sorgt.
Ohne Blüten ist es einfach nur eine bedornte Gurke die des Öfteren eher gräulich grün und nicht so attraktiv wirkt.

Kaum ist dieser Kaktus aber mal im Flor, bleibt fast jeder davor stehen und findet ihn ganz toll.
Bei uns trägt er den Namen Echinocereus blankii.
Der Artname wurde ihm 1865 von Palmer gegeben, aber wie bei vielen Kakteen hat sich die Nomenklatur mal wieder geändert und er heißt seit 2012 nun Echinocereus enneacanthus subsp. brevispinus (W.O.Moore) N.P.Taylor.

Echinocereus blankii in voller Blüte ©Kaktusmichel.de


Der Gattungsname setzt sich zusammen aus dem lateinischen echinus für „Igel“ und cera für „Kerze“, frei übersetzt „Igelsäulenkaktus“.

Die ersten Pflanzen dieser Gattung wurden noch als Cereus beschrieben.
Doch 1848 erkannte Engelmann an Hand von Samen und Blütenmerkmalen, dass diese Kakteen einer eigenen Gattung angehören müssen.

Auffallend ist, dass fast alle Echinocereen eine grüne Narbe in der Blütenmitte haben.

Auffallend ist der grüne Stempel in der Blüte bei den Echinocereen ©Kaktusmichel.de


Wenn, ich jetzt aber unter dem Artnamen genauer nachschaue kommen mir meine Zweifel, ob wir diese Pflanze richtigen benannt haben?

Mit der Nachbestimmung ist es immer wieder schwer, deshalb kann ich mich kaum festlegen.
Vielleicht handelt es sich auch um einen Hybriden?


Egal wir sind uns einig, in Blüten ist er die Attraktion 🙂 , da spielt der Name nur eine untergeordnete Rolle!


Und hier noch was zur Pflege:

Im Allgemeinen vertragen gerade die Angehörigen dieser Gattung mehr Dünger aufgrund ihres stärkeren Wachstums und der über mehrere Tage anhaltenden Blütenpracht.
In alten Literaturhinweisen wird immer wieder gewarnt, mit dem Gießen zu früh anzufangen.
Es wird von Mausohrgröße der
Knospen gesprochen, bevor die ersten Wassergaben verabreicht werden darf.
Doch nach meiner Erfahrung ist es nicht notwendig, mit
dem Gießen so lange zu warten, meist beginne ich, wenn der erste Blütenansatz zu sehen ist.
Der Standort muss stimmen, am
besten volle Sonne auf einem erhöhten Platz, das ist wichtiger.
Bei ungünstigem
Standort oder Unterernährung treten an den Pflanzen vermehrt Schädlinge wie Spinnmilben und Wollläuse auf.
Deshalb bei immer wiederkehrendem Befall unbedingt die Standortgegebenheiten überprüfen.

Damit im nächsten Jahr wieder ausreichend Blüten gebildet werden braucht dieser Kaktus genügend Zuwachs also nicht mit Dünger und Wasser sparen.
Auch sollte er  kühl und trocken überwintert werden, am besten bei 6-10 °C.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Juli

 Während der heißen Tage die Pflanzen früh am Morgen oder erst am späten Nachmittag bzw. Abend gießen!
Die am Tage geschlossenen Stomata der Kakteen und vieler der anderen Sukkulenten verhindern eine Verdunstung von Feuchtigkeit und damit auch den Saftstrom. Deshalb ist es besser über die heißen Mittagsstunden nicht zu gießen.
Über Nacht jedoch kann das angebotene Nass von den Wurzeln aufgenommen werden.

Kühle Nächte fördern das Wachstum.

Gut ist es, die Fenster und Türen Tag und Nacht offen zu lassen, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.
Frische, bewegte Luft ist ein wichtiger Faktor für die Pflanzengesundheit.
Hitzestau führt zu Verbrennungen und macht die Pflanzen anfälliger für Schädlinge.

Türe gegen ungewollte Eindringlinge.

Gegen ungebetenen Besuch durch größere Tiere während dieser Zeit kann ein an die Türgröße angepasster Holzrahmen, der mit einem engmaschigen Drahtgitter bespannt wurde, in der offenen Türen fixiert werden.

Regenwasser sollte gesammelt werden.

Wer kein Regenwasser sammelt, aber im Garten noch Platz für eine Regentonne hat, sollte eine solche aufstellen, denn Regenwasser ist seiner geringen Härte wegen zum Gießen optimal. Man kann die beabsichtigte Düngerlösung bereits in dem Sammelbehältnis anmischen. So muss man den Dünger nicht für jede einzelne Gießkanne neu abmessen. Mit einer Regenfasspumpe und einem Gartenschlauch lässt sich das Wasser direkt ins Gewächshaus leiten, sodass der Transport durch Gießkannen entfällt.

In trockenen Sommern muss auch drausen gegossen werden.

 Bei längeren Trockenperioden müssen die epiphytischen Kakteen, die den Sommer über draußen im Freien stehen bzw. hängen, regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Wer in einem Gebiet wohnt, das öfters von Hagel bedroht wird, sollte sich überlegen seine Kakteen und anderen Sukkulenten mit einem Dach aus feinmaschigem Gitter zu schützen.

Noch ist Pflanzzeit für Freilandkakteen.

Ein Beet für Freilandkakteen, die ganzjährig draußen bleiben sollen, kann noch bis in den August hinein angelegt und bepflanzt werden.
Dafür eignen sich winterharte Kakteen.

“Winterhart” bedeutet, dass die Witterungsbedingungen ganzjährig ungeschützt ausgehalten werden. Dabei sind die Mindesttemperaturen nur ein Faktor. Tiefe Temperaturen unter einer schützenden Schneeschicht werden meist viel besser vertragen als wechselfeuchte Winter mit abwechselndem Schnee- und Tauwetter.

Nicht überall kann ein Kakteenbeet angelegt werden.

Was im Weinbauklima an der Bergstraße ohne weiteres gelingt, kann im oft dauerfeuchten Norden von Deutschland schon unmöglich sein.
Eine gute Recherche, welche Pflanzen in einen Stein- oder Wüstengarten dauerhaft im Freien gepflanzt werden können und welche das örtliche Klima vertragen, ist die Grundlage, bevor man dieses Experiment startet. Auf jeden Fall Rückschläge mit einplanen, denn diese lassen sich nicht immer vermeiden!
Oder es werden nur Sommergäste in den Garten gestellt die im Winter wieder einen Frosgeschützten Platz bekommen.
Das Wichtigste für die Anlage eines solchen Beetes sind ein sonniger Standort (mindestens sechs Stunden Sonne am Tag) sowie ein durchlässiger Untergrund.

Substrat für Freilandkakteen.

Als Substrat hat sich bei mir eine Mischung aus zwei Dritteln mineralischer Bestandteile mit einer Körnung von 0–20 mm und einem Drittel leichter Gartenerde bewährt. Der mineralische Anteil kann aus Sand, Ziegelsplitt, Bims, Lava, Blähton oder Ähnlichem bestehen. Als Bodenabdeckung empfehle ich eine mindestens 5 cm dicke Schicht aus grobkörniger Lava oder aus Splitt anderer Gesteinsarten.
Unkraut lässt sich so leichter entfernen.
Gut bewährt hat sich auch ein drainierter Unterbau aus großen Steinplatten oder zerbrochenen Dachziegeln, die mit Vlies abgedeckt werden, damit die darüber aufgebrachte feinere Mischung nicht in den Spalten des Untergrundes versickert.
Mit einer leichten Schräge im Unterbau erreicht man einen schnelleren Abfluss des überschüssigen Regenwassers. Die Substratschicht braucht insgesamt nicht dicker als 15–20 cm aufgefüllt zu werden, nur für größere Pflanzen sollten es 30–40 cm sein.

Steine nicht nur zur Zierde.

Um die Kakteen vor kalten Winden zu schützen, werden große Steine neben die Pflanzen gelegt, zusätzlich speichern diese bei Sonnenschein die Wärme und geben sie nachts an die Umgebung wieder ab.
Wenn alle Sukkulenten eingepflanzt sind, gießen wir noch nicht sofort an, sondern frühestens nach einer Woche, damit sich Verletzungen an den Wurzeln schließen können. Ansonsten können Pilze oder andere Krankheitserreger über die frischen Wundflächen in die Pflanze eindringen.

Ist der Standort sehr trocken und heiß oder gar überdacht, das Substrat alle zwei bis drei Wochen befeuchten bis die Pflanzen eingewurzelt sind.
Ab Ende September wird das Gießen im Freiland eingestellt.

Düngung der Freilandkakteen.

Meine Freilandsukkulenten erhalten von März bis Mai einen herkömmlichen Volldünger (15–20 Gramm je Quadratmeter), also jetzt nicht mehr, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen können.

Tipps für die Zimmerkultur.

Im Hochsommer wird es hinter der Fensterscheibe oft zu heiß für die Sukkulenten. Mangels Luftbewegung kann dies zu einem Hitzestau und in der Folge zu Verbrennungen an den Pflanzen führen. Meist hilft es schon, wenn die Pflanzen etwas mehr Wasser bekommen. Sie vertragen die Hitze dann besser. Das Schließen der Rollläden über die Mittagszeit an den besonders heißen Tagen ist eine Option, kann aber dazu führen, dass die Pflanzen zu stark verweichlichen.

Sofern die Möglichkeit besteht, ist es für viele Arten am besten, sie auf die Fensterbank nach draußen zu stellen. An der frischen Luft wird die pralle Mittagssonne weit besser vertragen. So, direkt dem Wetter und den schwankenden Temperaturen ausgesetzt, werden die Pflanzen abgehärtet. Auch Schädlinge werden auf diesen Pflanzen nur sehr selten zum Problem.

Immer ein offenes Auge für Schädlinge.

Man kann es nicht oft genug sagen: Weiterhin ein Augenmerk auf Schädlinge halten und bei Bedarf Gegenmaßnahmen ergreifen! Sofort erkannter Befall lässt sich meist noch mit einfachen Mitteln (z. B. Absammeln oder Absprühen) in den Griff bekommen.
Ist der Befall stärker sollte man zu stärkeren Mitteln greifen,
siehe dazu den Blobeitrag über die Wolllaus.

Gerade wärend der trocknen und heißen zeit treten auch gerne Spinnmilben an den Kakteen und Sukkulenten auf (Blogbeitrag).

Samenernte bei Kakteen und anderen Sukkulenten.

Nach dem erfolgreichen Bestäuben (Blogbeitrag) setzen die Pflanzen Früchte an, die je nach Art wenige Wochen bis über ein Jahr zur Reife benötigen. Reife Früchte lassen sich leicht vom Pflanzenkörper lösen. Manche zeigen die Reife durch Aufplatzen oder Umfärben an. Nach der Ernte müssen die Samen gereinigt, das heißt vom Fruchtfleisch befreit werden. Je nach Gattung ist das leichter oder schwieriger zu bewerkstelligen. Einige Früchte sind bei Reife innen trocken und der Samen fällt nach Öffnen der Frucht einfach heraus, ohne dass noch Fruchtfleisch anhaftet. Eine Reinigung ist dann meist nicht erforderlich. Bei anderen Arten sind die Samen innerhalb der Frucht in saftiges Fruchtfleisch eingebettet. In der Natur werden diese Früchte oft – samt Samen – von Kleinsäugern oder Vögeln gefressen. Die unverdauten Körner werden über den Kot ausgeschieden und auf diese Weise oft weit verbreitet. Bei solchen Früchten ist die Reinigung der Samen aufwendiger, denn der Samen muss vom anhaftenden Fruchtfleisch befreit werden. Dies kann durch Auswaschen in einem feinmaschigen Sieb oder einem Leinentuch unter Wasser erfolgen. Anschließend lässt man die Samen auf Papier trocknen. Haftet weniger Fruchtfleisch an den Körnern, genügt es, die Samen zwischen zwei Papiertüchern hin und her zu reiben.

Die Früchte mancher Arten geben die Samen beim Lösen der Frucht durch eine Basalpore frei (z. B. bei einigen Vertretern der Gattung Ferocactus oder Eriosyce). Die Samen rieseln beim Lösen der Frucht vom Kaktus aus dieser Öffnung heraus und bleiben im Scheitel oder im Wollfilz der Pflanzen liegen. Das Aufsammeln der kleinen Körnchen mit einer Pinzette ist eine Option, aber sehr langwierig. Eine geniale Erfindung ist der „Samensauger“, der mit einfachen Mitteln selbst hergestellt werden kann: In den Schraubdeckel eines Glases werden zwei Löcher gebohrt und in diese ein längeres und ein kürzeres Schlauchstück gesteckt.

Der fertige “Samensauger”.

Das lange Stück ist der “Saugrüssel”, der bis kurz vor den Glasboden geführt wird, das kurze Stück endet weit oben im Glas. Sind die Bohrungen etwas größer geraten als der Durchmesser des Schlauches ist, die Öffnungen mit Silikon verschließen und trocknen lassen! An dem kurzen Schlauchstück mit dem Mund die Luft ansaugen und das längere Schlauchstück über die Samenkörner halten und damit aufsaugen. Die Samen sammeln sich dann am Boden des Glases.

Schwierig ist die Ernte auch bei einigen Mammillaria-Arten, bei welchen die Samenkörner in einer Art Tasche im Inneren des Pflanzenkörpers reifen. In der Natur werden die Samen so über mehrere Jahre verteilt peu á peu freigegeben. So lange wollen wir meist nicht warten. Man kann den Verschlussdeckel, der die Samenkörner schützt und zurückhält, vorsichtig anritzen, um an das kostbare Saatgut zu gelangen.

Ebenfalls eine Sonderbehandlung erfahren die Samenkapseln der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) wie beispielsweise Lithops oder Lapidaria. Die Körner sind in hartschaligen Kapselfrüchten eingeschlossen und mit einer Art Membrane abgedeckt. Die Früchte geben die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser frei.

Hier das ganze im Zeitraffer an eine Lapidaria margaretae

Auf diese Weise sind die Samen in der Natur gut geschützt, bis optimale Bedingungen für ein Keimen vorliegen. Wir können dieses Phänomen für die Samenernte nutzen: Die Kapselfrucht mit Wasser besprühen, bereits kurze Zeit danach öffnen sich Frucht und Abdeckung und geben die Samen frei, die mit einem Pinsel leicht herausgewischt werden können. Öffnet sich nur die Kapsel, sind die Samenkörner noch nicht reif. Pflanzen, deren Früchte die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser freigeben, werden auch als “Regenschwemmlinge” bezeichnet.

Beizung von Samenkörnern.

Zur Vorbeugung gegen eine Verpilzung der Aussaat kann Kaliumpermanganat zur Beize des Saatguts eingesetzt werden. Es genügt bereits eine kleine Menge von diesem Pulver in Wasser aufgelöst. Sobald sich das Wasser leicht verfärbt, genügt die Dosis schon. Es gibt aber auch fertige 1%ige Lösungen zu kaufen. Zur Behandlung die Samenkörner z. B. in ein Nylonsöckchen oder einen Teefilter geben und in der Kaliumpermanganatlösung schwenken, danach entweder gleich aussäen oder trocknen lassen.

Kaliumpermanganatpulver eignet sich auch zur Trockenbeize der Samen. Dafür gibt man die Samen zusammen mit etwas von dem Pulver in eine Filmdose (oder etwas Ähnlichem), schüttelt das ganze etwas hin und her, gibt anschließend die Samen samt Pulver in ein Sieb und siebt die Samen ab, fertig.

Lagerung des Saatguts.

Ganz frisches Saatgut am besten noch für vier bis sechs Wochen an einem kühlen Ort lagern, damit die Keimsperre im Samenkorn abgebaut wird! Die Keimsperre dient dazu, dass die Samen nicht schon in der Fruchtkapsel zur Keimung kommen.

In Samenbanken werden die Samen oft bei zweistelligen Minusgraden tiefgefroren. Für unsere Bedürfnisse ist das aber unnötiger Aufwand. Bei der Lagerung sollten größere Temperaturschwankungen, hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden. Ich strebe eine Lagertemperatur von etwa 10 °C an. Ein trockener, kühler Keller ist ein optimaler Lagerort. Als Lagergefäß haben sich Gläser mit Schraubdeckel bewährt, die Schutz vor Fressfeinden wie zum Beispiel Bohnenkäfern, Mehlmotten und Mäusen bieten. Um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren, kann noch ein Trockenmittelbeutel (Silica Gel) oder etwas Katzenstreu in das Aufbewahrungsgefäß gelegt werden. Dies beugt auch einem Pilzbefall vor. Die Lagerung sollte dunkel erfolgen.

Jede noch so gute Lagerung schützt nicht davor, dass die Samen früher oder später nicht mehr keimfähig sind. Manches Saatgut verliert die Keimfähigkeit bereits nach einem Jahr, dazu zählen die Vertreter der Gattungen Frailea und Astrophytum, über mehrere Jahre keimfähig bleibt Saatgut von z. B. Lithops, Ferocactus, den meisten Mammillaria-Arten und Ariocarpus.

Der Blog vom Kaktusmichel