Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Juli

 Während der heißen Tage die Pflanzen früh am Morgen oder erst am späten Nachmittag bzw. Abend gießen!
Die am Tage geschlossenen Stomata der Kakteen und vieler der anderen Sukkulenten verhindern eine Verdunstung von Feuchtigkeit und damit auch den Saftstrom. Deshalb ist es besser über die heißen Mittagsstunden nicht zu gießen.
Über Nacht jedoch kann das angebotene Nass von den Wurzeln aufgenommen werden.

Kühle Nächte fördern das Wachstum.

Gut ist es, die Fenster und Türen Tag und Nacht offen zu lassen, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.
Frische, bewegte Luft ist ein wichtiger Faktor für die Pflanzengesundheit.
Hitzestau führt zu Verbrennungen und macht die Pflanzen anfälliger für Schädlinge.

Türe gegen ungewollte Eindringlinge.

Gegen ungebetenen Besuch durch größere Tiere während dieser Zeit kann ein an die Türgröße angepasster Holzrahmen, der mit einem engmaschigen Drahtgitter bespannt wurde, in der offenen Türen fixiert werden.

Regenwasser sollte gesammelt werden.

Wer kein Regenwasser sammelt, aber im Garten noch Platz für eine Regentonne hat, sollte eine solche aufstellen, denn Regenwasser ist seiner geringen Härte wegen zum Gießen optimal. Man kann die beabsichtigte Düngerlösung bereits in dem Sammelbehältnis anmischen. So muss man den Dünger nicht für jede einzelne Gießkanne neu abmessen. Mit einer Regenfasspumpe und einem Gartenschlauch lässt sich das Wasser direkt ins Gewächshaus leiten, sodass der Transport durch Gießkannen entfällt.

In trockenen Sommern muss auch drausen gegossen werden.

 Bei längeren Trockenperioden müssen die epiphytischen Kakteen, die den Sommer über draußen im Freien stehen bzw. hängen, regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Wer in einem Gebiet wohnt, das öfters von Hagel bedroht wird, sollte sich überlegen seine Kakteen und anderen Sukkulenten mit einem Dach aus feinmaschigem Gitter zu schützen.

Noch ist Pflanzzeit für Freilandkakteen.

Ein Beet für Freilandkakteen, die ganzjährig draußen bleiben sollen, kann noch bis in den August hinein angelegt und bepflanzt werden.
Dafür eignen sich winterharte Kakteen.

“Winterhart” bedeutet, dass die Witterungsbedingungen ganzjährig ungeschützt ausgehalten werden. Dabei sind die Mindesttemperaturen nur ein Faktor. Tiefe Temperaturen unter einer schützenden Schneeschicht werden meist viel besser vertragen als wechselfeuchte Winter mit abwechselndem Schnee- und Tauwetter.

Nicht überall kann ein Kakteenbeet angelegt werden.

Was im Weinbauklima an der Bergstraße ohne weiteres gelingt, kann im oft dauerfeuchten Norden von Deutschland schon unmöglich sein.
Eine gute Recherche, welche Pflanzen in einen Stein- oder Wüstengarten dauerhaft im Freien gepflanzt werden können und welche das örtliche Klima vertragen, ist die Grundlage, bevor man dieses Experiment startet. Auf jeden Fall Rückschläge mit einplanen, denn diese lassen sich nicht immer vermeiden!
Oder es werden nur Sommergäste in den Garten gestellt die im Winter wieder einen Frosgeschützten Platz bekommen.
Das Wichtigste für die Anlage eines solchen Beetes sind ein sonniger Standort (mindestens sechs Stunden Sonne am Tag) sowie ein durchlässiger Untergrund.

Substrat für Freilandkakteen.

Als Substrat hat sich bei mir eine Mischung aus zwei Dritteln mineralischer Bestandteile mit einer Körnung von 0–20 mm und einem Drittel leichter Gartenerde bewährt. Der mineralische Anteil kann aus Sand, Ziegelsplitt, Bims, Lava, Blähton oder Ähnlichem bestehen. Als Bodenabdeckung empfehle ich eine mindestens 5 cm dicke Schicht aus grobkörniger Lava oder aus Splitt anderer Gesteinsarten.
Unkraut lässt sich so leichter entfernen.
Gut bewährt hat sich auch ein drainierter Unterbau aus großen Steinplatten oder zerbrochenen Dachziegeln, die mit Vlies abgedeckt werden, damit die darüber aufgebrachte feinere Mischung nicht in den Spalten des Untergrundes versickert.
Mit einer leichten Schräge im Unterbau erreicht man einen schnelleren Abfluss des überschüssigen Regenwassers. Die Substratschicht braucht insgesamt nicht dicker als 15–20 cm aufgefüllt zu werden, nur für größere Pflanzen sollten es 30–40 cm sein.

Steine nicht nur zur Zierde.

Um die Kakteen vor kalten Winden zu schützen, werden große Steine neben die Pflanzen gelegt, zusätzlich speichern diese bei Sonnenschein die Wärme und geben sie nachts an die Umgebung wieder ab.
Wenn alle Sukkulenten eingepflanzt sind, gießen wir noch nicht sofort an, sondern frühestens nach einer Woche, damit sich Verletzungen an den Wurzeln schließen können. Ansonsten können Pilze oder andere Krankheitserreger über die frischen Wundflächen in die Pflanze eindringen.

Ist der Standort sehr trocken und heiß oder gar überdacht, das Substrat alle zwei bis drei Wochen befeuchten bis die Pflanzen eingewurzelt sind.
Ab Ende September wird das Gießen im Freiland eingestellt.

Düngung der Freilandkakteen.

Meine Freilandsukkulenten erhalten von März bis Mai einen herkömmlichen Volldünger (15–20 Gramm je Quadratmeter), also jetzt nicht mehr, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen können.

Tipps für die Zimmerkultur.

Im Hochsommer wird es hinter der Fensterscheibe oft zu heiß für die Sukkulenten. Mangels Luftbewegung kann dies zu einem Hitzestau und in der Folge zu Verbrennungen an den Pflanzen führen. Meist hilft es schon, wenn die Pflanzen etwas mehr Wasser bekommen. Sie vertragen die Hitze dann besser. Das Schließen der Rollläden über die Mittagszeit an den besonders heißen Tagen ist eine Option, kann aber dazu führen, dass die Pflanzen zu stark verweichlichen.

Sofern die Möglichkeit besteht, ist es für viele Arten am besten, sie auf die Fensterbank nach draußen zu stellen. An der frischen Luft wird die pralle Mittagssonne weit besser vertragen. So, direkt dem Wetter und den schwankenden Temperaturen ausgesetzt, werden die Pflanzen abgehärtet. Auch Schädlinge werden auf diesen Pflanzen nur sehr selten zum Problem.

Immer ein offenes Auge für Schädlinge.

Man kann es nicht oft genug sagen: Weiterhin ein Augenmerk auf Schädlinge halten und bei Bedarf Gegenmaßnahmen ergreifen! Sofort erkannter Befall lässt sich meist noch mit einfachen Mitteln (z. B. Absammeln oder Absprühen) in den Griff bekommen.
Ist der Befall stärker sollte man zu stärkeren Mitteln greifen,
siehe dazu den Blobeitrag über die Wolllaus.

Gerade wärend der trocknen und heißen zeit treten auch gerne Spinnmilben an den Kakteen und Sukkulenten auf (Blogbeitrag).

Samenernte bei Kakteen und anderen Sukkulenten.

Nach dem erfolgreichen Bestäuben (Blogbeitrag) setzen die Pflanzen Früchte an, die je nach Art wenige Wochen bis über ein Jahr zur Reife benötigen. Reife Früchte lassen sich leicht vom Pflanzenkörper lösen. Manche zeigen die Reife durch Aufplatzen oder Umfärben an. Nach der Ernte müssen die Samen gereinigt, das heißt vom Fruchtfleisch befreit werden. Je nach Gattung ist das leichter oder schwieriger zu bewerkstelligen. Einige Früchte sind bei Reife innen trocken und der Samen fällt nach Öffnen der Frucht einfach heraus, ohne dass noch Fruchtfleisch anhaftet. Eine Reinigung ist dann meist nicht erforderlich. Bei anderen Arten sind die Samen innerhalb der Frucht in saftiges Fruchtfleisch eingebettet. In der Natur werden diese Früchte oft – samt Samen – von Kleinsäugern oder Vögeln gefressen. Die unverdauten Körner werden über den Kot ausgeschieden und auf diese Weise oft weit verbreitet. Bei solchen Früchten ist die Reinigung der Samen aufwendiger, denn der Samen muss vom anhaftenden Fruchtfleisch befreit werden. Dies kann durch Auswaschen in einem feinmaschigen Sieb oder einem Leinentuch unter Wasser erfolgen. Anschließend lässt man die Samen auf Papier trocknen. Haftet weniger Fruchtfleisch an den Körnern, genügt es, die Samen zwischen zwei Papiertüchern hin und her zu reiben.

Die Früchte mancher Arten geben die Samen beim Lösen der Frucht durch eine Basalpore frei (z. B. bei einigen Vertretern der Gattung Ferocactus oder Eriosyce). Die Samen rieseln beim Lösen der Frucht vom Kaktus aus dieser Öffnung heraus und bleiben im Scheitel oder im Wollfilz der Pflanzen liegen. Das Aufsammeln der kleinen Körnchen mit einer Pinzette ist eine Option, aber sehr langwierig. Eine geniale Erfindung ist der „Samensauger“, der mit einfachen Mitteln selbst hergestellt werden kann: In den Schraubdeckel eines Glases werden zwei Löcher gebohrt und in diese ein längeres und ein kürzeres Schlauchstück gesteckt.

Der fertige “Samensauger”.

Das lange Stück ist der “Saugrüssel”, der bis kurz vor den Glasboden geführt wird, das kurze Stück endet weit oben im Glas. Sind die Bohrungen etwas größer geraten als der Durchmesser des Schlauches ist, die Öffnungen mit Silikon verschließen und trocknen lassen! An dem kurzen Schlauchstück mit dem Mund die Luft ansaugen und das längere Schlauchstück über die Samenkörner halten und damit aufsaugen. Die Samen sammeln sich dann am Boden des Glases.

Schwierig ist die Ernte auch bei einigen Mammillaria-Arten, bei welchen die Samenkörner in einer Art Tasche im Inneren des Pflanzenkörpers reifen. In der Natur werden die Samen so über mehrere Jahre verteilt peu á peu freigegeben. So lange wollen wir meist nicht warten. Man kann den Verschlussdeckel, der die Samenkörner schützt und zurückhält, vorsichtig anritzen, um an das kostbare Saatgut zu gelangen.

Ebenfalls eine Sonderbehandlung erfahren die Samenkapseln der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) wie beispielsweise Lithops oder Lapidaria. Die Körner sind in hartschaligen Kapselfrüchten eingeschlossen und mit einer Art Membrane abgedeckt. Die Früchte geben die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser frei.

Hier das ganze im Zeitraffer an eine Lapidaria margaretae

Auf diese Weise sind die Samen in der Natur gut geschützt, bis optimale Bedingungen für ein Keimen vorliegen. Wir können dieses Phänomen für die Samenernte nutzen: Die Kapselfrucht mit Wasser besprühen, bereits kurze Zeit danach öffnen sich Frucht und Abdeckung und geben die Samen frei, die mit einem Pinsel leicht herausgewischt werden können. Öffnet sich nur die Kapsel, sind die Samenkörner noch nicht reif. Pflanzen, deren Früchte die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser freigeben, werden auch als “Regenschwemmlinge” bezeichnet.

Beizung von Samenkörnern.

Zur Vorbeugung gegen eine Verpilzung der Aussaat kann Kaliumpermanganat zur Beize des Saatguts eingesetzt werden. Es genügt bereits eine kleine Menge von diesem Pulver in Wasser aufgelöst. Sobald sich das Wasser leicht verfärbt, genügt die Dosis schon. Es gibt aber auch fertige 1%ige Lösungen zu kaufen. Zur Behandlung die Samenkörner z. B. in ein Nylonsöckchen oder einen Teefilter geben und in der Kaliumpermanganatlösung schwenken, danach entweder gleich aussäen oder trocknen lassen.

Kaliumpermanganatpulver eignet sich auch zur Trockenbeize der Samen. Dafür gibt man die Samen zusammen mit etwas von dem Pulver in eine Filmdose (oder etwas Ähnlichem), schüttelt das ganze etwas hin und her, gibt anschließend die Samen samt Pulver in ein Sieb und siebt die Samen ab, fertig.

Lagerung des Saatguts.

Ganz frisches Saatgut am besten noch für vier bis sechs Wochen an einem kühlen Ort lagern, damit die Keimsperre im Samenkorn abgebaut wird! Die Keimsperre dient dazu, dass die Samen nicht schon in der Fruchtkapsel zur Keimung kommen.

In Samenbanken werden die Samen oft bei zweistelligen Minusgraden tiefgefroren. Für unsere Bedürfnisse ist das aber unnötiger Aufwand. Bei der Lagerung sollten größere Temperaturschwankungen, hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden. Ich strebe eine Lagertemperatur von etwa 10 °C an. Ein trockener, kühler Keller ist ein optimaler Lagerort. Als Lagergefäß haben sich Gläser mit Schraubdeckel bewährt, die Schutz vor Fressfeinden wie zum Beispiel Bohnenkäfern, Mehlmotten und Mäusen bieten. Um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren, kann noch ein Trockenmittelbeutel (Silica Gel) oder etwas Katzenstreu in das Aufbewahrungsgefäß gelegt werden. Dies beugt auch einem Pilzbefall vor. Die Lagerung sollte dunkel erfolgen.

Jede noch so gute Lagerung schützt nicht davor, dass die Samen früher oder später nicht mehr keimfähig sind. Manches Saatgut verliert die Keimfähigkeit bereits nach einem Jahr, dazu zählen die Vertreter der Gattungen Frailea und Astrophytum, über mehrere Jahre keimfähig bleibt Saatgut von z. B. Lithops, Ferocactus, den meisten Mammillaria-Arten und Ariocarpus.

Ein Saguaro sucht ein neues Zuhause.

Saguaro sucht ein neues Zuhause.“

Als das Künstler-Ehepaar vor einigen Jahren eine Kunst- und Naturausstellung „Leben unter heißer Sonne – Die Sonora-Wüste in den USA“ planten, durfte das Wahrzeichen der Sonora-Wüste, der Saguaro als Highlight der Ausstellung natürlich nicht fehlen.

Saguaro in der Ausstellung in Wiesbaden©Paulduro
Saguaro in der Ausstellung in Wiesbaden©Paulduro

Da Saguaros, besonders in einer stattlichen Größe, jedoch nicht gerade zu den einheimischen Pflanzen in Deutschland gehören, der Import aus USA schwierig, langwierig und sehr teuer ist stand fest:

Sie gestalten einen „Saguaro“ selbst!

Modelliert wurde der insgesamt 3,60 m hohe Saguaro aus einem besonders festen PU-Schaum. Der Rohling (Mittelteil, 5 große und 1 kleiner Arm) wurde in mehreren Arbeitsgängen mit Modelliermasse und Kunststoff bedeckt, um eine stabile Oberfläche zu erhalten. Die Kolorierung des Modells erfolgte mit hochwertigsten und lichtechten Künstlerfarben. Auf die Oberfläche wurde zum Schutz ein Firnis aufgetragen.

Das Auffälligste an Kakteen sind natürlich die Dornen, die auch bei unserem Saguaro nicht fehlen durften. Knapp 10.000 Stück, aus weichem Kunststoff, wurden in Handarbeit einzeln gesteckt!

Auch die Dornen wurden von Hand gefertigt und befestigt©Paulduro
Auch die Dornen wurden von Hand gefertigt und befestigt©Paulduro

Da jeder Saguaro auch diverse Mitbewohner hat, wurde zusätzlich noch ein kleiner Kaktuskauz modelliert, der in einer ausgedienten Specht-Höhle wohnt.

Im Kaktus wohnt auch ein kleiner Repro-Kauz©Paulduro
Im Kaktus wohnt auch ein kleiner Repro-Kauz©Paulduro

Gesagt – Getan: „Nach ca. 460 gemeinsamen Arbeitsstunden war der lebensnaher Saguaro fertig!“

Aktuell ist dieser Saguaro eingelagert. Da die Ausstellung nicht mehr gezeigt und aufgelöst wird.

Deshalb sucht die Fam. Paulduro für dieses exklusives Ausstellungsstück ein neues Zuhause. Er ist völlig pflegeleicht in der Haltung, braucht nicht gegossen werden, und das Beste: „Er sticht nicht!“ Allerdings verträgt er keine Wetterereignisse wie Regen oder Frost und kann daher nur in Innenräumen aufgestellt werden.

Der Saguaro mit seinem Künstler©Paulduro
Der Saguaro mit seinem Künstler©Paulduro

Es wäre doch wirklich sehr schade, wenn er sein Dasein weiterhin in einem Lagerraum fristen müsste.

Wer die Illusion der Sonora-Wüste im eigenen Heim komplettieren möchte, dem können sie noch einige Wüstenbewohner wie Gila-Monster, Westliche Diamantklapperschlange in Bronze oder als täuschend echte Schlange (Paulduro Repro-Plastik) anbieten.

Begleittiere für den Saguaro können auch erworben werden©Paulduro
Begleittiere für den Saguaro können auch erworben werden©Paulduro

Steckbrief

Maße:

Höhe 3,60 m

Arme: In ca. 2 m Höhe (5 große und 1 kleiner Arm)

Stammdurchmesser: ca. 45 cm an der dicksten Stelle

Befestigung:

Im Inneren des „Saguaros“ verläuft ein stabiles Metallrohr.

Der Fuß ist eine ca. 30 kg schwere Metallplatte mit einem stabilen Metallstab. Beim Aufstellen des Kaktus wird der Stab in das eingelassene Metallrohr eingeführt (Kaktus ist drehbar).

Kolorierung: Mit lichtechten Künstlerfarben

Dornen: Ca. 10000 Stück aus weichem Kunststoff

Höhle mit Kaktuskauz:

In ca. 3 m Höhe, fast an der Spitze des „Saguaros“, befindet sich eine künstliche Höhle mit einer Paulduro-Repro-Plastik „Kaktuskauz“. Die Eule ist zwar aus Kunststoff, aber dennoch extrem lebensecht. Sie ist frei modelliert und mit Künstlerfarben koloriert.

Kosten:

13.200,00 Euro zzgl. 7% MwSt. Transportkosten je nach Entfernung oder Abholung

Ernst Paulduro und Ursula Krabbe-Paulduro,
www.ernstpaulduro.de

info@ernstpaulduro.de

In vier Stunden zum Kakteengarten

Ist es Dir auch schon so ergangen?
Du schaust in Deinen Garten und die eine Ecke gefällt Dir nicht.
Da muss, was getan werden!
So geschehen bei Bekannten von uns.

Ein Wiesenstück, das nicht viel hermacht, soll zu einem Kakteengärtchen umgewandelt werden.©DornenProjekt.de

Da das Wiesenstück ein starkes Gefälle hatte, eignete es sich gut für einen Sukkulenten Garten mit winterharten Kakteen.
Es musste keine extra Drainage dafür gegraben werde.

Skizzen helfen oft weiter.

Beschäftigst Du Dich auch mit so einem Gedanken?
Dann solltest Du am besten erst mal eine Skizze zeichnen und damit dann eine Einkaufsliste erstellen.

Eine Skizze erleichtert die Planung des Projekts©Kaktusmichel.de

Materialbeschaffung.

Danach sondieren, wo bekomme ich mein Material her?
Und welche Mengen brauche ich dazu?

Immer bedenken, kann ich das alles selbst besorgen und transportieren? Sonst kommen  noch zusätzliche Kosten für den Transport hinzu!

Einkaufsliste©Kaktusmichel.de

Erst alles besorgen, dann Arbeiten.

Beginne aber besser erst mit der Arbeit, wenn Material und Pflanzen bereitliegen.
Es gibt nichts Schlimmeres, als fehlendes Baumaterial bei Arbeitsbeginn.
Schon ist Deine Arbeitswut verraucht 🙂

Mulchfolie stoppt den Unterbewuchs, damit nicht gleich wieder Unkräuter im Beet stehen ©DornenProjekt.de

Mulchfolie gegen Unkräuter.

Damit nicht der ganze Rasensoden abgegraben werden muss,
kam eine Unkrautvlies als Untergrund zum Einsatz!
Das Vlies wurde bis unter die Mauersteine verlegt und zusätzlich mit Erdankern gesichert. An Nahtstellen gut überlappen ca. 20 cm.

Aufteilung in kleine Parzellen ©DornenProjekt.de

Um ein Abrutschen des Substrats zu verhindern, legte ich mehrere Parzellen an. Die einzelnen Abschnitte wurden mit den behauenen Mauersteinen abgeteilt. Anschließend, mit durchlässigem Kakteen-Substrat aufgefüllt.

Wie in einem Weinberg wird die Steillage so überbrückt ©DornenProjekt.de

So arbeitet man sich langsam von oben nach unten.

Einpflanzen und abdecken mit Schotter kann in einem Arbeitsgang erfolgen©DornenProjekt.de

Abdecken des Kakteen Substrats.

Zum Abdecken der durchlässigen Erde wurde ein grober Schotter verwendet. Dieser wurde in der Farbe passend zu den Mauersteinen ausgewählt.
Am besten erst die Pflanzen einsetzten und anschließend den Schotter um die Pflanzen auffüllen.

Fertig bepflanzt zum Wachsen bereit©DornenProjekt.de

Nach 4 Stunden war das Kakteengärtchen fertig.

Im Laufe der Jahre wird es dichter zusammenwachsen und somit immer schöner werden.

Ich wünsche Heike und René  viel Spaß mit dem kleinen “Mexikogarten”.

Euer Kaktusmichel

P.s.
Im Juni konnte man schon die ersten Blüten bewundern, siehe unten

Kakteenhumor 2020

Es gibt ihn wieder den neuen Wandkalender für 2020.
Die erste Ausgabe des Kalenders erschien im Jahre 2000.
Somit kannst Du die 20. Ausgabe unseres Kalenders in den Händen halten.
Uns freut natürlich auch die steigende Beliebtheit dieses Werkes.

Lasst Dir Kakteenhumor 2020 nicht entgehen!
Für jeden Monat ein schönes Kakteen- oder Sukkulentenbild, eine Karikatur rund um unser Hobby, ein paar gute Sprüche und eine Anleitung für die Pflege unserer Lieblinge.

Kakteenhumor 2020
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Verkauf solange der Vorrat reicht. Also zugreifen, bevor er wieder vergriffen ist.

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Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Juni

Unsere Kakteen und Sukkulenten befinden sich in der Hauptwachstumszeit.
Wer seine Pflanzen in einem Gewächshaus pflegt sollte Fenster und Türen auch nachts geöffnet lassen.
Somit haben wir genügend Temperaturabsenkung und unsere Pflanzen können nach oft schon sehr warmen Tagen aufatmen.
Diese Gegebenheit führt auch dazu, dass mehr Wasser und Dünger von den Sukkulenten verbraucht wird.

Aber beim Gießen dennoch Vorsicht, Staunässe wird von den wenigsten vertragen.

Echinocereus blankii Hybride ©Kaktusmichel.de

Stecklingsschnitt bei Kakteen und anderen Sukkulenten.

Ab jetzt können durch die milderen Temperaturen auch Stecklinge geschnitten werden. Während Kakteen in der Kultur meist über Samen vermehrt werden, ist bei einigen anderen Sukkulenten eine vegetative Vermehrung lohnenswerter.
Mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere ist schnell ein Ableger abgeschnitten. Sehr wichtig aber ist die vorherige Reinigung des Werkzeuges mit etwas Alkohol (z. B. Spiritus), da mit keine Krankheitserreger von Pflanze zu Pflanze übertragen werden. Nur gesunde Triebe für die Stecklingsvermehrung auswählen!

Auch große Kakteen können abgeschnitten werden, zwecks einer Neubewurzelung.
Auch große Kakteen können abgeschnitten werden, zwecks einer Neubewurzelung.

 

Aber auch zu lang gewachsene Kakteen können jetzt abgeschnitten werden. Für Kakteen, die zu lang werden, sich auf die Seite legen, wie es manchmal bei Mammillaria-Arten vorkommt, und nur durch Festbinden an Stäben noch zu einem senkrechten Wachstum gezwungen werden können, kann die Kürzung wieder zu einem ansprechenden Erscheinungsbild führen.
Diese Prozedur eignet sich auch für Pflanzen, die von
unten stark verkorken und nicht mehr schön aussehen
.

Den unteren Stumpf sollte man weiterkultivieren, da sich an diesem oft neue Sprosse bilden, die ab einer gewissen Größe
wieder als Ableger abgenommen und bewurzelt werden können.

Bei großen Schnittflächen an Säulenkakteen wird beim Kopfstück der Stumpf zusätzlich etwas angespitzt, um eine gute Wurzelbildung aus dem Leitbündel zu erzielen. Nach dem Schnitt die Schnittfläche zur Desinfizierung mit Aluminiumpulver, Kohlestaub oder Zimtpulver bestäuben.
Die Schnittstellen der Stecklinge und Abschnitte müssen gut
abtrocknen, was je nach Pflanzendurchmesser zwischen ein paar Stunden und mehreren Tagen oder Wochen dauert, bis sie in neues Substrat gesteckt werden.

Bei Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia) die Schnittstelle in Wasser tauchen, bis kein Milchsaft mehr austritt, danach abtrocknen lassen.

Wenn die Schnittstelle gut trocken ist, einen Topf mit durchlässigem Substrat oder auch reinem Vogelsand, der als Einstreu bei Ziervögeln Verwendung findet, füllen. Vogelsand hat sich als Bewurzelungssubstrat für Kakteen und Sukkulenten gut bewährt. Scheinbar wirkt das zugesetzte Anisöl als Desinfektionsmittel und Stimulator für die Wurzelbildung.

Die Stecklinge werden nach dem Abtrocknen in das Bewurzelungssubstrat gesteckt und an einem warmen, aber nicht
vollsonnigen Platz aufgestellt. Ich besprühe die Pflanzen dann öfters und gieße nach ein, zwei Wochen erstmals leicht an. Nicht
übermäßig feucht halten! Nach einiger Zeit bilden sich neue Wurzeln und das Wachstum beginnt.

Neuen Pflänzchen können bei den anderen Sukkulenten, auch aus sogenannten Blattstecklingen  gewonnen werden, beispielsweise bei den Gattungen Echeveria, Gasteria, Haworthia und Adromischus. Dafür einzelne Blätter abdrehen oder
schneiden. Die weitere Vorgehensweise ist die gleiche wie bei den geschnittenen Stecklingen.

Euphorbia milii©Kaktusmichel.de

Einige lieben eher den Schatten

Nicht alle Kakteen fühlen sich im Sommer auf dem sonnigen Fensterbrett wohl. Gerade die sogenannten Oster- und Weihnachtskakteen (Rhipsalidopsis und Schlumbergera) lieben nicht die pralle Mittagssonne. Entweder es wird um diese Zeit etwas schattiert oder wer einen Garten hat, sollte diese Pflanzen lieber über Sommer im Halbschatten dort aufstellen.
Auch für Rhipsalis und Tillandsien trifft dies zu.

Tillandsia jucunda©DornenProjekt.de

Vorsicht vor der Sciaramücke

Wer sonstige Zimmerpflanzen neu gekauft hat, erlebt oft das Trauermücken (Sciaramücke) mit diesen eingeschleppt wurden. So mancher verwechselt sie mit Fruchtfliegen die gerne auf reifem Obst sitzen, dies Art bevorzugt aber die Blumenerde.
Die Fliegen sind nur lästig, gefährlicher ist die Larven dieser Insekten, den sie ernähren sich nicht nur von nicht zersetzten Teilen in der Substrat.
Die kleine durchsichtigen Würmchen können auch Kakteen befallen, entweder wenn diese noch sehr klein sind oder eine Faulstelle den Eintritt erleichtert, aber auch die Wurzel schmecken ihnen. Vorbeugend sollte das Substrat nicht dauerfeucht gehalten werden, dies begünstigt die Vermehrung der Schadinsekten.

Anhand von Gelbtafeln erkennt man, ob größere Mengen der kleinen schwarzen Fliegen unterwegs sind.
Diese Fallen sind aber mehr oder weniger nur ein Anzeiger (Monitoring) für den Befall, außerdem wirken sie nur gegen die erwachsenen Tiere nicht gegen die Larven.
Für erste und schnelle Hilfe sorgt ein einfaches Fliegenspray aber nicht so dicht an den Pflanzen anwenden sonst kommt es durch das Treibgas schnell zu Verkühlungen.

Es wirken auch Systemische Gifte, die es zum aufstreuen oder angießen gibt.
Als biologische Schädlingsbekämpfung haben sich bestimmte Nematoden als nützlich erwiesen. Diese werden dem Gießwasser beigegeben, diese Fadenwürmer dringen in die Trauermückenlarven ein und dekontaminieren sie mit symbiontischen Bakterien, an denen die Schädling in 1-10 Tagen erliegen. Bei größeren Anlagen werden oft auch Raubmilben (Hypoaspis miles) eingesetzt, die zudem noch andere Schädlinge in Schach halten.

Gut bewährt hat sich auch der Einsatz
von Bacillus thuringiensis israelensis (Bti),
der bei höheren Temperaturen erfolgreicher ist, als der Einsatz von Nematoden.
Bti ist in Mitteln enthalten, die zur Bekämpfung von Stechmückenlarven in Regenwasser
tonnen oder Teichen angeboten werden

Eine weiter elegante Art der Bekämpfung ist mit Hilfe von Fettkrautpflanzen (Pinguicula), die zwischen die Töpfe gestellt werden, die Fliegen abzufangen. Diese Fleischfressenden Pflanzen sehen schön aus, blühen fast das ganze Jahr und kommen auch mit starker Sonneneinstrahlung klar, wenn ihnen nur genügend Feuchtigkeit geboten wird.

Opuntia azurea©Kaktusmichel.de

Selbst mal Bienchen spielen.

Viele Blüten an unseren Pflanzen verleiten dazu, es einmal mit einer Bestäubung zu versuchen.
Erst müssen wir uns im klaren sein,
geht es uns um eine Arterhaltung oder wollen wir einen Bastard erzeugen. Bei einer Artreinen Weitervermehrung brauchen wir zwei Pflanzen von der gleichen Gattung und Art. Kommt es nicht auf die Artreinheit des Aussaatmaterials an, oder wir möchten gerne eine neue Kulturform erzeugen, dann können wir versuchen zwei Blüten die gerade an unseren Kakteen geöffnet sind zu bestäuben. Die besten Erfolge haben wir wenn beide Pflanzen aus der gleichen Gattung und Art stammen. Oft gelingt so, Hybriden innerhalb einer Gattung zu erzielen. Eine Bestäubung zwischen unterschiedlichen Gattungen gelingt nicht immer, es ist schwieriger oder kann auch misslingen.

Trichocereus terscheckii©Kaktusmichel.de

Nach einer erfolgreichen Bestäubung verdickt sich die Blütenröhre, bis die Frucht fertig ausgebildet ist. Die Frucht
muss vollständig ausgereift sein, bevor es an die Ernte geht. Manche Früchte platzen auf, wenn sie reif sind, und die Samenkörner werden sichtbar, andere ändern bei Reife die Farbe oder die Frucht lässt sich leicht von der Pflanze lösen. Die
Fruchtreife kann nach einem oder gar erst nach zwölf Monaten eintreten, dies ist von Art zu Art unterschiedlich

Dokumentation beim Bestäuben.

Eins sollte aber beachtet werden: Sobald man Hybriden erzeugt, sind die Kreuzungspartner zu dokumentieren damit auch spätere Besitzer solche Nachkommen eine Vorstellung von den Elternpflanzen haben, und die Pflanze nicht als scheinbar Artrein weitergegeben wird.

Bei der Bezeichnung der Kreuzung wird als Erstes die Mutterpflanze (der Samenträger) genannt, danach
der Vater (Pollenspender), dazwischen steht ein „ד als Symbol für die Kreuzung, also z. B.
Rebutia heliosa × Rebutia albiflora.

Doch sollte nicht vergessen werden, auch weiterhin artreine Bestäubungen vorzunehmen, damit ein bewusster Artenschutz stattfinden kann und der Druck auf die Naturstandorte nachlässt. Für Samen und Pflanzen, die in Kultur in größerer Anzahl erzeugt und angeboten werden, erübrigt sich die Entnahme aus der Natur.

Rebutia spec.©Kaktusmichel.de

Selbstfertil oder Selbststeril?

Ob wir zwei Pflanzen brauchen hängt auch davon ab, ob die zu bestäubende Pflanze selbstfertil oder selbststeril ist. Die selbsterilität verhindert die sogenannte Autogamie (Selbstbestäubung).
Selbststerilität ist im Pflanzenreich mehr vertreten, somit auch bei den Kakteen, da diese Art der Bestäubung zu mehr Samen führt und eine bessere Weiterentwicklung der Individuen erlaubt.
Unter anderem sind bei Astrophytum, die meisten aus der Gattung Copiapoa und Echinocereus selbststeril.

Anders sieht es bei selbstfertilen (selbstbestäubenden) Pflanzen aus, dann genügt es schon wenn zwei Blüten am Kaktus geöffnet sind und wir bestäuben diese gegenseitig.
Dies finden wir zum Beispiel bei Pflanzen aus der Gattung Austrocactus, Aztekium, Blossfeldia aber auch bei einzelnen Arten in der Gattung Mammilaria.
Eine andere Art der Selbstbefruchtung nennt man kleistogam dieses finden wir zum Beispiel bei Ipomea purpurea und den meisten Fraileen, dies erlaubt das die Blüten bei ungünstigen Witterungsverhältnissen, sich ohne zu öffnen selbst bestäuben können, indem der Stempel durch die Pollen wächst, diesen aufnimmt und sich so bestäubt.

Manches mal finden wir in Pflanzenbeschreibungen einen Hinweis ob die Pflanze selbstbefruchtent ist oder einen anderen Bestäuber braucht. Sonst helfen nur Selbstversuche.

Wie funktioniert eine Bestäubung.

Wenn sich eine Blüte öffnet, sind die Pollen nicht
sofort reif. Oft muss man mehrere Stunden warten, bis die Pollensäckchen aufreißen und die Pollenkörner frei geben.
Dann den reifen Pollen mit einem Pinsel, einem Wattestäbchen oder einer Pinzette vorsichtig von dem Pollenträger abnehmen
und auf der Narbe (Stempel) der zu bestäubenden Pflanze aufbringen. Zuvor sollte das Werkzeug gesäubert worden sein, um sicherzustellen, dass man nicht ungewollt Pollen einer anderen Art überträgt.

Reizbestäung

Wer nur eine Pflanze hat und diese auch noch selbststeril ist, aber dennoch unbedingt Samen ernten will, kann auch einen Versuch mit der sogenannten Reizbestäubung starten. Mit diesem Vorgang
kann es gelingen, die Sperre zu überwinden, die normalerweise verhindert, dass eine selbststerile Pflanze mit sich selbst oder zwei unterschiedliche Gattungen untereinander bestäubt werden
kann. Insekten erreichen dies durch das Pollengemisch, welches sie am Körper herumtragen, manchmal zufällig.

Wir können diesen Versuch auch selbst durchführen, indem wir mit einem Pinsel etwas Zementstaub auf die Narbe der zu bestäubenden Blüte aufbringen. Der Zementstaub kann die Selbststerilität aufheben. Nach etwa 2 Minuten wird der Pollen des Bestäubungspartners mit auf die Narbe aufgetragen. Wenn man Glück hat, gelingt nun die Befruchtung.

Samenkapseln an Notocactus floricomus©Kaktusmichel.de


Bei
einer Erfolgreichen Bestäubung verdickt sich die Blütenröhre bis die Frucht fertig ausgebildet ist. Die Samenkapsel muss vollständig ausgereift sein bevor es an die Ernte geht. Manchmal erkennt man es daran, dass sie aufplatzt und der Samen sichtbar wird. Oder die Farbe sich verändert und die Frucht sich leicht von der Pflanze ablösen lässt. Die Samenreife kann nach einem oder gar erst nach zwölf Monaten eintreten, dies ist von Art zu Art unterschiedlich.

Samen reinigen

Die Samen müssen jetzt gereinigt, das heißt vom Fruchtfleisch befreit, werden. Je nach Gattung ist das leichter oder schwerer zu bewerkstelligen. Einige werden trocken und nur noch eine Papierartige Hülle hindert den Samen daran auszufallen.
Bei Turbinicarpus, Astrophytum und Ariocarpus ist der Samen nach der Fruchtreife nicht mehr mit dem Fruchtfleisch verbunden. Sondern bereits trocken und kann einfach ausgeschüttelt werden. Ein entfernen der Schmutzpartikel genügt und wir haben sauberes Aussaatmaterial.
Andere habe die Samen in saftigem Fruchtfleisch eingepackt, damit es in der Natur über Tiere weiterverbreitet wird. Deshalb ist zum Beispiel bei Echinocereus, Mammillaria und Echinopsis die Reinigung etwas aufwendiger. Hier muss der Samen erst vom anhaftenden Fruchtfleisch befreit werden. Meist geschieht dies durch auswaschen in einem Sieb oder Leinen Beutelchen und anschließenden Trocknen. Ist weniger Fruchtfleisch an den Samen, kann es auch genügen die Samen zwischen zwei Papiertüchern hin und her zu reiben.

Samen von Kakteen lagern.

Ein anschließendes Beizen der Samen halte ich nicht für unbedingt notwendig. Wer dies aber als Vorbeugung gegen Pilze tun möchte, nimmt dazu Kaliumpermanganat, es genügt eine kleine Menge von diesem Pulver, wenn sich das Wasser leicht verfärbt genügt die Dosis schon. Man kann sich aber auch eine 1% Lösung fertig kaufen. Die Samen in dieser Lösung schwenken und danach trocknen lassen. Jetzt lagern wir den Samen noch für 4-6 Wochen an einem kühlen aber luftigen Ort, damit die Keimsperre im Samenkorn abgebaut wird. Die Keimsperre ist notwendig, damit die Körner nicht schon in der Fruchtkapsel zur Keimung kommen.
Wer Samen länger lagern möchte sollte eines bedenken auch bei idealen Verhältnissen gibt es Arten die schon nach kurzer Zeit ihre Keimfähigkeit verlieren dazu gehören Frailea und auch Astrophytumsamen, über mehrere Jahre Keimfähig bleiben zum Beispiel Lithops, großsamige Mammilarien und Ariocarpen.

Mehr Tipps in unserem Buch.

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

 

Tag der offenen Tür in Darmstadt

Am Sonntag, den 12. Mai 2019 ist nicht nur Muttertag, es gibt in Darmstadt noch eine Attraktion.
Die Kakteenfreunde Darmstadt stellen sich an diesem Tag in Ihrem Vereinsheim in Darmstadt, Darmstrasse 4a, der Öffentlichkeit vor.

Von 9 bis 17 Uhr können Sie an neun Verkaufsständen von Vereinsmitgliedern, Pflanzen kaufen, Tipps und Ratschläge erfahren und einiges an Spaß haben.
Besuchen Sie auch unseren Stand 🙂

Turbinicarpus beguinii©Kaktusmichel.de

 

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Mai

Nach den letzten kalten Nächten wird es jetzt hoffentlich mit dem Frost vorbei sein.

Aufstellung im Freien

Wenn es auch mit Arbeit für den Kakteenpfleger verbunden ist, einige Kakteen fühlen sich über die Sommermonate im Freien wohler. Deshalb empfiehlt sich für die Vertreter der Gattungen Rebutia, Sulcorebutia, Echinopsis, Trichocereus und auch so manchen Echinocereus eine Aufstellung im Freiland. Dort können sie je nach Wetterlage von Anfang oder Mitte Mai bis zum Oktober verbleiben. Wer dafür ein Frühbeet mit abnehmbaren Fenstern hat, ist klar im Vorteil, da es bei ungünstiger Witterung nochmal geschlossen werden kann. Solche „Freigänger“, entwickeln sich oft deutlich besser als Pflanzen, die ganzjährig im Gewächshaus stehen.
Gerade die stärkeren Temperaturschwankungen, das Mehr an Licht, das Fehlen von Hitzestaus, sowie nicht zuletzt der morgendliche Tau und die ständige Luftbewegung tun den Kakteen gut.

Sukkulenten in der Somerfrische©DornenPROJEKT.de
Sukkulenten in der Somerfrische©DornenPROJEKT.de

Auch bei den anderen Sukkulenten gibt es einige, die aus dem Gewächshaus ausgeräumt werden können, die frische Luft lieben und im Freien an vollsonnigen Plätzen um einiges besser gedeihen als im Gewächshaus. Dazu gehören beispielsweise Vertreter der Gattungen Adromischus, Aeonium, Haworthia oder auch die schwergewichtige Agaven, Aloen und Yuccas. Am besten die Pflanzen zuerst für zwei bis drei Tage an einem schattigeren Platz unterbringen, gut wässern und sie langsam an das Sonnenlicht zu gewöhnen.

Sukkulenten in der Blumenampel

Sukkulenten die in einer Blumenampel gepflegt werden, können am Ast eines Baumes aufgehängt werden, vielleicht in Begleitung einiger Tillandsien. Insbesondere epiphytische Kakteen, z. B. Epiphyllum, Rhipsalis, und Schlumbergera, fühlen sich im Halbschatten eines Baumes sehr wohl. Zur Aufhängung von Sukkulenten und Tillandsien eignet sich Spaliere, alternativ auch ein Gitter aus einer Estrichmatte / Armierungsgitter aus dem Baumarkt.

http://www.kaktusmichel.de/Dornenprojekt/
http://www.kaktusmichel.de/Dornenprojekt/

Platz an der Hauswand

Eine Aufstellung direkt an einer Hauswand bietet, abhängig von der Hauptwindrichtung, Schutz vor übermäßigem Regen. Auch die vom Mauerwerk tagsüber gespeicherte Wärme, die in den Nachtstunden langsam abgegeben wird, ist dem Gedeihen vieler Sukkulenten förderlich.

Pflege in der Zimmerkultur:

Da es jetzt wieder wärmer wird, neigen viele dazu, ihre Kakteen am Fensterbrett stärker zu gießen. Aber Pflanzen, die in einem Übertopf stehen können da leicht „ertrinken“. Grundsätzlich sind Übertöpfe riskant. Wer der schöneren Optik wegen darauf nicht verzichten will, sollte kleine Steine, Tongranulat oder etwas Styropor auf den Grund des Übertopfs legen und dafür das Ziergefäß etwas größer wählen. Dadurch stehen die Wurzeln nicht ständig im überschüssigen Wasser und man kann seitlich in den Topf sehen und kontrollieren, ob das Wasser zu lange in Übertopf steht.

Einfache Gießmethode, dass anstauen

Anstauen ist eine Möglichkeit, das Gießen einfacher und weniger zeitaufwendig zu gestalten. Dazu stellt man mehrere Töpfe in eine flache Schale oder Wanne. Das Gießwasser wird dann in diese Schale bzw. Wanne gegeben und von den darin stehenden Töpfen aufgesogen. Wasser, das nach ein bis zwei Stunden noch übrig ist, muss entfernt werden.

Allgemeine Pflege

Der traditionelle Zeitpunkt für das Ausräumen der Pflanzen sind die Tage nach den Eisheiligen. Jedoch können auch nach der „kalten Sophie“ (15. Mai) noch Nachtfröste auftreten. Da die Kälte dann meist nur ein paar Stunden anhält, kann man sich leicht behelfen, indem man eine Decke, ein Vlies oder ähnliches bereithält, womit man die Pflanzen im Falle von Frost über Nacht abdecken kann.

Gartenvlies eignet sich auch ganz hervorragend zum Schattieren, wenn die Pflanzen am Anfang zu stark durch die Sonne gestresst werden. Ein paar Steine zum Beschweren auf die Ecken der Abdeckung gelegt und der Vlies fliegt nicht so leicht davon.

Immer noch Umtopfen

Das Ausräumen, sollte man auch dafür nutzen, um zu kontrollieren, ob die Kakteen umgetopft werden müssen. Auch wenn die Überwinterungszeit für Umtopfkationen optimal ist, so kann dies auch jetzt noch erledigt werden.

Oft werde ich gefragt, ob Ton- oder Kunststofftöpfen der Vorzug zu geben sei?

Vorzug von Kunststofftöpfen

Aufgrund ihrer vielen Vorteile bevorzuge ich Kunststofftöpfe:
Sie sind günstig in der Anschaffung, deutlich leichter als Tontöpfe, einfacher zu reinigen, beim Umtopfen problemlos zu entfernen und es gibt sie in vielen Formen und Größen. Nachteilig ist, dass sie früher oder später spröde werden. Beim Transport oder Hochheben können dann die Ränder abbrechen, was zu einer Verletzung des Pflegers oder der Pflanze führen kann.

Die Pluspunkte von Tontöpfen

Aber auch Tontöpfe haben positive Aspekte. Einer davon ist, dass die Temperatur im Inneren bei Sonneneinstrahlung gleichmäßiger und zudem generell kühler ist. Im Freiland sind sie haltbarer und aufgrund ihres Eigengewichts auch standsicherer.
Einen entscheidenden Unterschied gibt es beim Wurzelwachstum:
Da Wurzeln immer in Richtung des abfließenden Wassers wachsen (dorthin, wo sich die Nährsalze anreichern), streben sie bei Tontöpfen in Richtung Topfwand (während sie in Kunststofftöpfen gleichmäßig verteilt sind) und haften an dieser an. Beim entfernen aus Tontöpfen, werden die Wurzeln daher meist geschädigt und man muss länger warten, bis die Schäden wieder verheilt sind.

Oft muss bei der Umtopfaktion, auch der Tontopf zerschlagen werden damit die Pflanze befreit werden kann. Ungünstig sind in diesem Fall auch Töpfe die oben
schmäler sind als am Grund.

Zeit zum Düngen

Auch Kakteen und andere Sukkulenten benötigen Nährstoffe, wollen also gedüngt werden. Anstatt ein paarmal im Jahr zu düngen, enthält mein Gießwasser im Zeitraum Ende April bis Anfang August immer Dünger, jedoch in einer reduzierten Konzentration (etwa 0,5 Gramm Düngesalz je Liter Wasser, entspricht 0,5 ‰). So muss ich mir keine Gedanken machen, wann wieder zu düngen ist.

Pfropfen von Kakteen und Sukkulenten

Der Zeitraum von Mai bis Anfang August ist optimal für das Pfropfen von Kakteen und anderen Sukkulenten, auch Veredeln genannt. Beim Pfropfen werden zwei unterschiedliche Pflanzen miteinander verbunden. Die untere Pflanze, die im Substrat wurzelt, wird als Unterlage, die Pflanze, die darauf gepfropft wird, als Pfröpfling bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum gepfropft wird: Um Sämlinge langsam wachsender Arten schneller treiben zu lassen und eher zur Blüte zu bringen, um wurzelempfindliche Arten einfacher kultivieren zu können, um chlorophyllarme Pflanzen zu erhalten oder kranke Pflanzen zu retten.

Als Unterlage wählt man Pflanzen gut wüchsiger und unempfindlicher Arten aus, die am besten schon einen Tag vorher kräftig gewässert wurden.
Die Unterlage kann eine bewurzelte Pflanze, ein Steckling oder Sämling sein.
Gepfropft werden Sämlinge, Abschnitte von Cristaten, einzelne Warzen, Teilabschnitte von Rippen oder ein Trieb. Die Größe der Unterlage richtet sich nach dem Leitbündeldurchmesser des Pfröpflings: Leitbündel von Unterlage und Pfröpfling müssen aufeinander passen.

Als Unterlage kommen sehr viele Kakteenarten, aber auch andere Sukkulenten in Frage:

Geeignete Propfunterlagen

Pereskiopsis spathulata für das Pfropfen von Sämlingen,

– viele Trichocereen, u. a. Trichocereus spachianus, T. pasacana und T. macrogonus eignen sich als Unterlage für viele Kakteenarten,

Echinocereus reichenbachii oder Opuntia polyacantha für winterharte Pedio- und Sclerocacteen,

– auf Hylocereus undatus werden oft Gymnocalycium, Astrophytum oder auch Pflanzen mit Chlorophyllschäden gepfropft,

Ferocactus glaucescens ist eine gute Unterlage für Astrophytum caput-medusae,

– die Wurzelknollen von Ceropegia woodii eignen sich für empfindliche Ceropegien und andere Ascleps,

Oleander für das Pfropfen von Adenium-Arten und

Euphorbia canariensis ist eine gute Unterlage für viele in Kultur als schwierig geltende sukkulente Wolfsmilchgewächse.

Sauberkeit beim Veredeln

Beim Pfropfen strikt auf Hygiene achten, um insbesondere auch die Übertragung von Viren zu vermeiden! Dazu gehört das Desinfizieren des Schneidewerkzeugs (z. B. mit Spiritus). Beim Pfropfen sowie für die Dauer den Verwachsen von Pfröpfling und Unterlage sollte es nicht zu kalt sein.
Die Tagestemperatur sollte möglichst über 20 °C betragen.

Verschiedene Propfmethoden

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Pfropfmethoden, über die man seitenweise Artikel schreiben kann.
Ein toller Bericht stand im Journal der AG Echinopsisybridenfreunde.
Ich will daher an dieser Stelle das Verfahren nur grob skizzieren:

Von der Unterlage wird die Triebspitze mit einem waagrechten Schnitt mit einem scharfen Messer entfernt. Den austretenden Pflanzensaft an der Schnittstelle mit dem Messerrücken abschaben. Die Schnittränder der Unterlage werden abschrägt, um zu verhindern, dass der Pfröpfling beim Abtrocknen der Schnittfläche von den hochstehenden Triebrändern abgehebelt wird.

Während des Arbeitens muss man verhindern, dass die Schnittfläche abtrocknet. Deshalb lässt man bis kurz vor der Pfropfung eine dünne Scheibe des vorher abgeschnittenen Teils auf der Unterlage liegen. Dann wird der Pfröpfling präpariert. Handelt es sich dabei um eine ganz Pflanze, wird das untere Drittel des Körpers mitsamt der Wurzeln abgeschnitten. Man entfernt nun die dünne Scheibe von der Unterlage und setzt den Pfröpfling auf die Unterlage. Durch Drehen und leichtes Andrücken wird die Luft zwischen den Schnittflächen entfernt. Es ist darauf zu achten, dass die Leitbündel von Unterlage und Pfröpfling übereinander liegen. Verrutscht der Pfröpfling später, muss noch einmal nachgeschnitten und der Pfröpfling neu positioniert werden

Damit Unterlage und Pfröpfling gut miteinander verwachsen, muss der Pfröpfling für einige Zeit auf die Pfropfstelle gedrückt werden. Hierzu können Bänder, an deren Enden Gewichte befestigt sind, vorsichtig über den Pfröpfling gelegt werden oder der Pfröpfling mittels Gummibändern, die unter den Topf herumgeführt werden, angepresst werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein sogenannter Pfropfapparat. Abhängig von der Größe des Pfröpflings und der Schnittfläche, dauert es bis zu einer Woche, bis der Pfröpfling mit der Unterlage verwachsen ist.

Sämlinge sind empfindlicher und vertragen keinen großen Druck. Sie halten oft schon durch ihr Eigengewicht und die Adhäsionskraft des Pflanzensafts zwischen den Schnittflächen.

Behandlung nach dem Pfropfen

Bis der Pfröpfling angewachsen ist, werden die Pfropfungen an einen warmen, aber schattigen Platz gestellt. Ist der Aufwand von Erfolg gekrönt, dann ist schon nach wenigen Tagen ein Zuwachs an der aufgepfropften Pflanze zu erkennen. Viele Unterlagen neigen zum Sprossen. Diese Nebensprosse müssen regelmäßig entfernt werden, da sie in Konkurrenz zum Pfröpfling stehen und diesem Wasser und Nährsalze entziehen.

Substratwechsel beim Neukauf

Oft werden im Frühjahr wieder neue Kakteen für die Sammlung erstanden. Gerade Anfänger kaufen diese gerne im Supermarkt oder Gartencenter. Diese Schnäppchen aus Massenkultur sitzen meist in reinem Torf. Dieser ist für die Weiterkultur ungeeignet, da er nach dem Austrocknen nur sehr schwer wieder Wasser aufnimmt. Am besten ist es, die neu erworbenen Exemplare sogleich auszutopfen und zu enttorfen.
Je nach Beschaffenheit des Torfsubstrates lässt es sich im trockenen Zustand ausschütteln oder in Wasser auswaschen. Danach die Wurzeln mehrere Tage abtrocknen lassen, damit die Wunden am Wurzelwerk verheilen können, und dann die Pflanzen in eine geeignetes Kakteensubstrat einpflanzen.
Übrigens ist es sowieso besser nur ein oder zwei verschiedene Substrate in der Sammlung zu verwenden, dies macht es leichter einen Gießrhythmus zu finden.

Nach dem Umtopfen – wie stets!
Erst mindestens eine Woche warten, bis wieder mit dem Gießen begonnen wird.

 

Offener Sonntag im Mai

Am Sonntag, den 5. Mai ist wieder verkaufsoffen bei Andreae Kakteenkulturen. Kommen Sie vorbei die Kakteenblüte ist bereits in vollem Gange. Geöffnet ist von 10 bis 13 Uhr zum Schauen, beraten und kaufen. Wir haben auch wieder eine Tasse Kaffee für Sie bereitgestellt.

Und wie schon seit einigen Jahren zur Tradition geworden,
bietet ein Tomatenfreund, an diesem Sonntag  wieder verschiedene Pflanzen alter Tomatensorten zum Verkauf bei mir an.

Zum Abrunden Ihres sonntags, hier noch ein Veranstaltungshinweise für Sie.

Bild von Pexels auf Pixabay

Sonntag 05.Mai 11 bis 18 Uhr
Töpfermarkt im Burghof der Veste Otzberg (ca. 30 Minuten Fußweg ab der Gärtnerei).
Schon seit über 30 Jahren werden im Rahmen dieser Veranstaltung meisterlich gearbeitetes
Gebrauchsgeschirr und andere keramische Erzeugnisse angeboten.
Für die Veranstaltung wird kein Eintritt erhoben.

Spinnmilben an Kakteen

Spinnmilben an Kakteen und anderen Sukkulenten.

Zu den heimtückischsten Schädlingen an unseren Sukkulenten gehört die Spinnmilbe aus der Familie der Tetranychidea. Manche Kakteen- und Sukkulentenarten werden besonders gerne von Spinnmilben befallen, das Schadbild ist unübersehbar und der Befall geht rasend schnell vonstatten.

Spinnmilbenbefall©Kaktusmichel.de
Spinnmilbenbefall©Kaktusmichel.de


Befall an Kakteen.


Besonders betroffen sind bei den Kakteen Aporocactus, Chamaecereus, Echinocereus, Rebutia, Lobivia, Matucana und Echinopsis.
Der Hauptübeltäter heißt Brevipalpus russulus die sogenannte Kakteenspinnmilbe die aber keine Spinnennetze webt, wie der Namen vermuten lässt.
Sie richtet ihre Schäden in der Scheitelregion, also im zarten Neuaustrieb an.

Befall an Chamaecereus, nach der Behandlung hat die Spitze wieder grün ausgetrieben©Kaktusmichel.de


Die ersten Anzeichen auf der Epidermis für einen Befall sind winzige matte Punkte, die sich dann rostfarben verändern. Das Schadbild weitet sich flächig in eine Verschorfung um, die fast wie ein Sonnenbrand erscheint. Diese Stellen entstehen durch das anstechen der Epidermis und das Injizieren einer schädlichen Substanz beim Aussaugen des Zellsaftes.
Die Folge ist Verlust von Chlorophyll und eine somit verminderte Wuchskraft. Erst nach einer erfolgreichen Behandlung kommen aus der Mitte des Scheitels wieder intakte Zellen aus der Verkorkung heraus. Aber die einmal befallene Epidermis wird nicht wieder grün.

 

Spinnmilbenbefall©Kaktusmichel.de
Diese Pflanze ist so stark durch Spinnmilben geschädigt, dass sie lieber entsorgt werden sollte.©Kaktusmichel.de


Die Kakteenspinnmilbe wird über neu in die Sammlung hinzugekommene, befallene Kakteen verbreitet. Außerdem kann eine Milbenpopulation über Kleidung oder Hände mitgebracht werden.

Spinnmilbe©DornenProjekt
Spinnmilbe siehe Pfeil©DornenProjekt.de


Aber auch die anderen Sukkulenten können von diesen Plagegeistern heimgesucht werden.


Befall an Sukkulenten


Bei den anderen Sukkulenten findet man sie vermehrt auf Caudexpflanzen aus der Familie der Cucurbitaceae und Adenium. Als Schädling tritt dort meist die gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticaea) auf, gut erkennbar an spinnwebartigen Gespinsten zwischen den Blattstielen und den Blättern.
Es betrifft dann die glatten, weichen Blätter an denen die Tierchen auf der Blattunterseite ihr Unwesen treiben. Das Schadbild wird in der Regel an den Blattadern sichtbar, auch hier tritt eine punktartige Gelbfärbung durch den Chlorophyll Entzug auf. Anschließend welken die Blätter und werden abgeworfen.

In unseren Breiten kommt die gemeine Spinnmilbe den Sommer über auch im Freien vor, oft auf Weiden, Linden, Obstgehölzen und Bohnen, wodurch ein Befall über den Wind weiter verbreitet wird.

Spinnmilbe an Sukkulenter Caudexpflanze©Kaktusmichel.de


Die Spinnmilbe ist mit bloßem Auge schwer zu sehen. Aber mit der Lupe, erkennen wir die etwa 0,2 – 0,6 mm kleinen, gelblich, braunen oder auch grünlichen Tiere die dort emsig herumlaufen.

Spinnmilben lieben die Trockenheit, Feuchtigkeit meiden sie.

An warmen trockenen Sommertagen ist aus einem Ei innerhalb einer Woche ein adultes Tier gewachsen, welches 50–100 Eier legen kann und das bei bis zu 9 Generationen im Jahr. Jeder kann sich vorstellen, wie groß eine Population bei optimalen Bedingungen wäre, eine Zahl mit 17 Nullen.

Natürliche Hilfsmittel.

Deshalb sind Pflanzen die zu Befall neigen im Sommer besser im Freien aufgehoben, dort ist scheinbar allein durch den Morgentau ein Schaden nicht feststellbar.
Aber auch das Übersprühen mit Wasser hat eine heilsame Wirkung, was aufgrund der Feuchtigkeit und der mechanischen Wirkung zum Erfolg führen kann.

Bei einzelnen Sukkulenten hilft es, wenn die Pflanze stark gegossen in eine Plastiktüte verpackt wird und darin 2 Tage verbleibt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sterben die Schädlinge ab. Aber meist ist leider nicht nur eine Pflanze betroffen. Dann brauchen wir andere Mittel.

Chemische Bekämpfung.


Wer einen starken Befall hat, wird um eine gezielte Behandlung nicht herumkommen.
Zur Bekämpfung eignen sich vor allem Akarizide (Bi 58, Lizetan AF und andere). Aber hier sollten die eingesetzten Mittel öfters gewechselt werden, um einer Resistenz vorzubeugen.
Bei mir kommt in diesen Fällen Spruzit zur Anwendung, durch das enthaltene Rapsöl kommt auch keine Resistenz auf. Auch Schwefelpräparate, eigentlich gegen Pilze, haben sich als  sehr wirksam erwiesen.

Bekämpfen mit Nützlingen

Wer die Kleinklimatischen Bedingungen schaffen kann, darf es auch mit Nützlingen versuchen. Aber er sollte sich vorher genau über die Lebensbedingungen informieren.
Sonst ist es schade ums Geld und der Erfolg ist nur mangelhaft.

Viele Tipps zu Schädlingen an Kakteen und Sukkulenten
gibt es auch in dem Buch von Thomas Brand
Pflanzenschutz bei Kakteen und anderen Sukkulenten
ISBN 978-3-00-029589-8

Der Blog vom Kaktusmichel