Das grüne Telefon

Heute stelle ich mal ein Buch ‘Das grüne Telefon’ vor, das sich mit einem Thema beschäftigt, wie es in meiner Gärtnerei Tag täglich auftaucht. Und zwar mit dem Betreff:
„Ich hätte da mal eine Frage!“

Im Speziellen bei Gartensendungen in TV und Radio hat es sich eingebürgert, dass Probleme zu einem Thema an die Moderatoren oder Fachgäste weitergeleitet und beantwortet werden.
Auch mir ist es schon so ergangen im Hessischen Rundfunk bei der Sendung Hallo Hessen. Plötzlich steht man da, das Telefon läutet und man soll dem Fragenden eine passende Antwort präsentieren. Das ist nicht immer leicht.
Nun habe ich ein Buch vor mir liegen von 2 Menschen, die das sehr viel öfter erledigen mussten.

Dabei hatten sie es schwerer immer die passende Antwort zu finden, da ihre Themengebiete Zier- und Zimmerpflanzen und Nutzgarten recht groß war.

Am besten hat mir die Aussage im Buch ‘Das grüne Telefon’ gefallen:
“…viele Hörer sind ja der Meinung, dass ein Gärtner über alle Sachgebiete des Gartenbaus Bescheid weiß! Mitnichten. Die Zeiten von Leonardo da Vinci, des Universal-Genie, sind vorbei…“

Jetzt zum Buch selbst:
Das grüne Telefon.
Der praxisnahe Ratgeber für Garten, Balkon und Zimmerpflanzen.

Das grüne Telefon
Look-Hirnschal/Schöne: MDR Garten-Das grüne Telefon ISBN 978-3-7843-5491-0 LV Buch

In der Radiosendung „Der Radiogarten“ des MDR Thüringen am Samstagvormittag, gibt es das sogenannte grüne Telefon.
Horst Schöne und die leider so früh verstorbene Claudia Look-Hirnschal waren in der Sendung über 15 Jahre die Ansprechpartner für viele Pflanzenfreunde.
In dem mir nun vorliegenden Buch wurden aus etwa 180 Sendungen mit den Beiden über 5400 Fragen viele Tipps und Ratschläge schriftlich festgehalten.
Schön geordnet nach Monaten ist das Werk sehr übersichtlich, was saisonale Fragen betrifft.
Der leichte und einfache Plauderton macht das Lesen in diesem Buch einfach und unterhaltsam.
Ob es um Schnittmaßnahmen am Sommerflieder oder der Quitte  geht, um Schnecken- oder Gierschplagen im Garten oder um Mitbringsel aus südlichen Ländern, für jeden hat dieses Buch eine Antwort parat.
Auch die locker eingestreuten Anekdoten aus den Gärten der Verfasser machen diese Lektüre zum Vergnügen.
Abgerundet wird das Buch ‘Das grüne Telefon’ durch mehrere Bilder und Zeichnungen und einem ausgiebigen Stichwortverzeichnis.

Das grüne Telefon
Look-Hirnschal/Schöne: MDR Garten-Das grüne Telefon ISBN 978-3-7843-5491-0 LV Buch

Mein Fazit:
Ein e
infach und unterhaltsam zu lesendes Buch.
Für jeden Pflanzenfreund wird die eine oder andere Frage gut und ausreichend beantwortet.
Aufgrund des enorm großen Gebietes der Pflanzen im Zier- und Gartenbau kann natürlich nicht alles abgedeckt werden. Gut geeignet für Anfänger und ebenso für erfahrene Gärtner.
Ich vergebe dafür 5 von 5 Gartenzwerge.

Das Buch ist erschienen im LV. Buch Verlag.
Look-Hirnschal/Schöne: MDR Garten-Das grüne Telefon
ISBN 978-3-7843-5491-0 LV Buch

Fester Leineneinband
204 Seiten
Farbbilder und Zeichnungen
Preis 18 €
zu beziehen in jeder Buchhandlung oder über Amazon

 

Echeveria diffractens

Die heute vorgestellte Echeveria diffractens soll in der Natur eher selten zu finden sein, da ihr Lebensraum in Mexiko im Bundesstaat Veracruz so langsam zerstört wird.
Dort wächst sie auf Lavagestein in einer eher tropischen Laubwaldumgebung.

Echeveria diffractens Blattrosette und der mit Brakteen besetzte Blütenstängel©Kaktusmichel.de
Echeveria diffractens Blattrosette und der mit Brakteen besetzte Blütenstängel©Kaktusmichel.de

In Kultur ist es eine recht häufig anzutreffende Pflanze, da sie sich leicht vermehrt. Oft geschieht das über die kleinen Blättchen (Braktee) an den Blütentrieben. Dieses fallen bei kleinster Berührung ab und bilden schnell Wurzeln. Der Artname diffractens übersetzt „beugen“ umgangssprachlich „zerbrechen“ wurde auch wegen dieser Eigenheit, gewählt.
Die Pflege dieser Art ist recht einfach, aber sie sollte nicht zu feucht gehalten werden.

Blüten an einer Echeveria diffractens©Kaktusmichel.de

Die Traubenartig angeordneten Blüten, erscheinen anfangs Dezember und erfreuen uns bis in den Februar hinein.
Eine Überwinterungstemperatur bei 6 Grad wird gut vertragen,
aber bei sparsamen gießen. Auch eine Kultur im geheizten Zimmer ist kein Problem. Der Standplatz sollte möglichst hell sein. Die volle Sonne wird bei ausreichende Feuchtigkeit gut vertragen.
Ein sonniger Standort sorgt für einen gedrungenen Wuchs und eine schöne Blattfärbung.
Als Substrat wählen wir, Blumenerde  mit Sand oder normale Kakteenerde mit etwas mehr Humusanteil.
Im Sommer nicht zu trocken halten. Im Winter oder bei kühlen Temperaturen nicht über das Laub gießen, sonst kann es zu Fäulnis kommen. Nur bedenken: Je niedriger die Temperatur, desto weniger gießen! Bei den erwähnten 6 °C reicht es alle 6 bis 8 Wochen, wenn die Pflanzen wärmer stehen, dann öfters. Schädlinge sind in der Hauptsache Wollläuse, die zwischen den Blattachseln sitzen oder schwarze Bohnenläuse an den Blüten. Auch wenn der Laie die Echeveria sehr oft mit den Dachwurz (Sempervivum) verwechselt, eine Echeveria ist nicht frosthart! Bevor die ersten Fröste ins Land ziehen muss man die Sommergäste vom Garten in einen geschützten Raum bringen.

Crassula Moonglow

Bei den Crassula Hybriden gibt es immer wieder interessante Pflanzen.
So auch die heute vorgestellte Crassula „Moonglow“ übersetzt als Mondschein.
Der Name dieses Hybriden wurde wahrscheinlich wegen des grauen Belags auf der Epidermis gewählt.

Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de

Dieser Bastard entstand bei einem Amerikaner mit Namen Johns aus einer Kreuzung mit Crassula deceptor x Crassula falcata.

Crassula deceptor ein Kreuzungspartner der Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de
Crassula falcata ein Kreuzungspartner der Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de

Die schöne Form hatte es vielen Sukkulentensammlern angetan und so verbreitete sie sich schnell in den Sammlungen. Von Vorteil ist es, dass diese Pflanze unempfindlicher als zum Beispiel „Buddhas Temple“ ist. Die Sukkulente ist sowohl an einem hellen Fenster wie auch im Gewächshaus gut aufgehoben. Wie bei allen Crassula ist eine lockere Kakteenerde das optimale Pflanzsubstrat. Im Winter kann sie auch bei Temperaturen bis zu 5 °C, aber dann trocken gehalten werden. Frost verträgt sie aber nicht.

Die im Winter erscheinende Blüte von Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de

Wer diese Sukkulenten am Zimmerfenster hält, sollte sie auch im Winter alle 4 Wochen etwas gießen. Blütezeit ist November bis Dezember.
Weitervermehrung über Stecklinge, Samen würden wieder in verschiedene Formen aufspalten.

Pflege von Kakteen und Sukkulenten im Januar
Pflege von Kakteen und Sukkulenten im Januar

Grüße zum Jahreswechsel

In unserer Gärtnerei sind nun die Feiertage eingekehrt.
Wir haben bis zum 14. Januar 2020 etwas Erholung verdient.
Danach sind wir wieder frisch gestärkt für Euch da.
Sicher war 2019 ein turbulentes Jahr, eigentlich wollten wir es
etwas ruhiger angehen lassen. Jedoch haben viele Termine, Kunden und Arbeiten im Gewächshaus es hektischer werden lassen als geplant.

Um nur ein paar Highlights zu erwähnen.
Begonnen hat es schon früh im Jahr mit einem Drehtag beim Hessischen Rundfunk und das ganze auch noch live.
Bei Hallo Hessen durften wir mal hinter die Kulissen schauen,
das war natürlich sehr aufregend und spannend.
Im März einen Vortrag bei den Kakteenfreunden Mannheim
über Hybriden mit tollen Blüten und Informationen.
Am 6. April besuchte uns eine Facebookgruppe mit über 20 Leuten.
Es war wie immer eine lustige Gesellschaft 🙂
Am 13. April durften wir bei Heike und René einen kleinen Kakteengarten anlegen. Ansteckend war die Freude der beiden nach der Fertigstellung des Objekts.


Am 12. Mai nahmen wir am Tag der offenen Tür bei den Kakteenfreunden Darmstadt teil. Die Veranstaltung war wieder gut besucht, danke an alle die Zeit hatten und kommen konnten.
Am 1. Juni besuchten uns die Kakteenfreunde aus Stuttgart mit einem Bus. Danke für Euer kommen.
Am 8. Juni trafen sich die Kakteenfreunde aus Michelstadt zu einem Stacheltreff in unserer Gärtnerei, bei dem auch ein Reporter vom Darmstädter Echo anwesend war. Am 22. Juni besichtigten eine kleine Truppe der Hohenloher Kakteenfreunde unsere Gärtnerei.
Am 10. Juli war es ein Bus mit belgischen Kakteenfreunden, die bei uns auf Kakteenjagt gingen 🙂
Am 13. Juli gab es wieder ein amüsantes Treffen von Kakteenbegeisterten einer Facebookgruppe bei uns.
Und am 26. Juni waren es die Kakteenfreunde aus Bonn.
Der hessische Rundfunk war mal wieder zu einem Dreh am
22. Juli für einen Beitrag in der Sendung Hallo Wetter zu Besuch.
21. September konnte ein weiteres Treffen der Facebookfreunde bei uns stattfinden

Und ab September waren unsere Vorträge:
Über Traumgärten und Mesembs in
Fulda, Aschaffenburg, Frankfurt, Darmstadt und Michelstadt gefragt.
Am 16. Oktober erschien ein Beitrag über die Gärtnerei im Darmstädter Echo was zu einem regelrechten Ansturm von Kakteen begeisterten Fans führte.
Das war mal eine grobe Zusammenfassung des Jahres 2019.

Auf geht es in unser letztes Jahr in der Gärtnerei:
Bis jetzt haben sich schon 25 Busse für das neue Jahr angekündigt.
Auch so manche Gruppe wird sich noch einmal bei uns einfinden, bevor wir im Oktober unsere Pforten für immer schließen.
Packen wir es an.
Bis dahin wünschen wir Euch schöne Feiertage und einen guten
Rutsch ins neue Jahr.

Kalender 2020

Das Jahr liegt im Endspurt.
Habt ihr schon an den neuen Kalender gedacht?
Allzu viele Exemplare sind nicht mehr vom unserem
Wandkalender für 2020 auf Lager.

Wer noch einen erwerben möchte, sollte sich etwas sputen.
Am einfachsten ist es noch schnell in der Gärtnerei vorbeizukommen, aber daran denken vom 22. Dezember  2019 bis zum 14. Januar 2020 ist die Gärtnerei geschlossen.
Oder ihr lasst ihn euch zusenden, einfach über den Shop bestellen.
Also wer noch einen braucht, auf geht es. Sonst liegt er nicht mehr rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum 🙂

Aloe arborescens

Der lateinische Artname dieser Aloe bedeutet “Baumartig” was auf ihre Wuchsform verweist.
Die Erstbeschreibung erfolge bereits 1768 von Phillip Miller
in “The Gardeners Dictionary“.
Aloe arborescens ist häufig in Malawi, Mosambik, Simbabwe und Südafrika von Meereshöhe bis auf 2800 Metern anzutreffen.

Aloe arborescens mit Blütenstand
Aloe arborescens mit Blütenstand. Die unteren Blüten werden nach und nach geöffnet©Kaktusmichel.de


Sie wächst in der Regel auf Felshängen in Felsspalten aber auch im dichten Gestrüpp.
Aloe arborescens bildet hohe Stämme aus, die bis über 2 Meter hoch werden können.

Aloe arborescens in Rosetten angeordnete Blätter
Rosettenartig angeordnete Blätter der Aloe arborescens©Kaktusmichel


In der Natur haben die Triebe manchmal eine Dicke bis zu 30 cm, aber in Topfkultur bleiben die einzelnen Stämme deutlich dünner.
Mit der Zeit gibt es, durch die vielen Seitentriebe größere Büsche.

Die Zähnchen an Aloe arborescens
Die gezahnten Blätter der Aloe arborescens©Kaktusmichel


Die rosettig angeordneten Blätter können 50 bis 60 cm lang werden und die Ränder sind mit nicht sehr harten zahnartigen Auswüchsen besetzt.

Blütenknospe an Aloe arborescens
Blütenknospe an einer Aloe arborescens©Kaktusmichel


Bei sehr großen Exemplaren wird der Blütenstand bis zu 90 cm hoch, in Kultur muss man sich meist mit der Hälfte begnügen.

Blütenstand an Aloe arborescens
Währen der Blütenstand sich schon oft Ende November entwickelt, öffnen sich die Blüten erst mitte Januar ©Kaktusmichel.de

 

Aloe arborescens
Mit der Zeit wird die Pflanze zu einem dichten Busch©Kaktusmichel


In der chinesischen Medizien wird sie wirkungsvoller als die bekanntere Aloe vera bezeichnet. Sie soll nach deren Studien sogar Krebstumore zum Stillstand bringen.
Auch in alten medizinischen Klosterbüchern wird seine immunstärkende Heilkraft gepriesen.
Neue Untersuchungen haben gezeigt, wenn schon dann sollte nur das innere der Blätter genutzt werden. Siehe dazu auch den Beitrag des Krebsinformationsdienstes.
Aber Selbstversuche sollte man eher skeptisch entgegentreten.

Schnitt durch ein Blatt von Aloe arborescens
Schnitt durch das Blatt einer Aloe arborescens, deutlich sieht man das geleeartige Fruchtfleisch©Kaktusmichel

 

Die Kultur ist recht einfach, wenn sie nicht zu nass oder zu trocken gehalten wird, hat sie ein recht rasches Wachstum. Substrat etwas humoser, um mehr Nahrung zu bieten. Düngung am besten alle 4 Wochen, wer auf rasches Wachstum Wert legt.
Vermehrung am leichtesten aus Stecklingen, aber auch aus Samen.
Schädlinge treten an vitalen Pflanzen kaum auf.
Eine frostfreie Überwinterung ist angeraten. Temperaturen von 6 – 8° C werden gut überstanden, dann aber nur alle 6 Wochen etwas gießen. Im Sommer darf die Pflanze gerne im Freiland stehen, dort werden auch etwas schattigere Plätze gut vertragen.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Dezember

Luftfeuchtigkeit senken.

Um die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus niedrig zu halten oder zu senken, kann bei frostfreien Temperaturen über die Mittagszeit noch gelüftet werden.
Wo Strom zur Verfügung steht, verbessert ein angeschlossener Ventilator diesen Prozess.
Dieses Gerät ist auch während längeren Frostperioden von Nutzen, bei denen die Tür nicht geöffnet werden kann. Die stetige Luftbewegung verhindert Schimmelbildung an feuchteren Stellen im Gewächshaus.
Dies ist auch davon abhängig, ob das Haus auch im Winter Sonnenlicht bekommt, dann genügt es schon, wenn der Lüfter 4 bis 5 mal, besonders während der Abend- und Nachtstunden für ungefähr 30 Minuten eingeschaltet wird.
Steht es jedoch während der Winterzeit größtenteils im Schatten, dann sollte der Ventilator über einen längeren Zeitraum und öfter eingeschaltet werden.
Eine Zeitschaltuhr ist für diesen Zweck sehr nützlich.

Beim Rundgang durch das Gewächshaus, immer auch einen Blick auf das Min-/Maximalthermometer werfen, die tiefste Temperatur sollte nicht unter 3 °C fallen.

© Echeveria pulvinata

Die meisten Kakteen und andere Sukkulenten werden während der Wintermonate im Gewächshaus nicht gegossen.
Ausnahmen von dieser Regel wurden bereits im November auf gezählt. Hinzu kommen alle Pflanzen die jetzt ihre Blüten zeigen. Sie erhalten an sonnigen Tagen, am besten vormittags, etwas Wasser. Damit zum einen nicht zu viele Saugwurzeln absterben und damit für die große Kraftanstrengung der Blütenöffnung nicht die letzten Reserven der Pflanze aufgebraucht werden. Jedoch, höchstens einmal im Monat etwas Feuchtigkeit zuführen.

Tillandsien, die im Gewächshaus zur Überwinterung bei den Kakteen und Sukkulenten untergebracht wurden, ebenfalls an sonnigen Tagen, am besten morgens, mit einer feinen Nebeldüse kurz mit Wasser übersprühen. Nur soviel, dass sie am Leben gehalten werden.

Euphorbia millii Form

 

Freiland

Im Freiland sind im Moment keine großen Pflegemaßnahmen erforderlich. Jedoch sollte der regelmäßige Rundgang dafür genutzt werden zu kontrollieren, ob die behelfsmäßigen Überdachungen für die Pflanzen, die ersten starken Winde gut überstanden haben und bei Bedarf nachbessern.

Zimmerkultur

Die Pflanzen auf dem Fensterbrett werden so wenig wie möglich gegossen, damit sie bei den ungünstigen Lichtverhältnissen nicht zu stark wachsen.

Weihnachtskakteen, die im Winterquartier Knospen zeigen, können an einen wärmeren Fensterplatz umziehen. Danach den Wurzelballen einmal gut durch feuchten und erst wieder gießen, wenn er abgetrocknet ist. Dies ist natürlich auch von der Raumtemperatur abhängig, je wärmer um so öfter und je kühler, desto seltener gießen.

Cylindropuntia imbricata im Winter

Allgemeine Pflege

Ohne Probleme kann auch in diesem Monat umgetopft werden. Die Pflanzen sind nicht im Wachstum und werden dadurch nicht gestört. Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass das neue Substrat vollständig trocken ist. Zeigt es bei Berührung noch eine Restfeuchte an, die Erde zum Abtrocknen in einen warmen Raum stellen und erst danach mit den Topfarbeiten beginnen. Pflanzen, bei denen nach dem Austopfen ein Wurzelschnitt erforderlich war, erst die Schnittstelle abtrocknen lassen. Dafür die sukkulenten Gewächse ein oder zwei Tage liegen lassen bevor sie wieder eingesetzt werden.
Wer erst im neuen Jahr mit diesen Arbeiten beginnen möchte, hat jetzt noch Zeit die Bestände an Töpfen, Stecketiketten und Substraten aufzufüllen. Somit steht einer aufkommenden Arbeitswut nichts im Wege.
Regelmäßige Kontrollgänge im Winterquartier am besten mit einem Kalender Vorplanen, damit bleiben sie besser im Gedächtnis und es wird schneller zur Selbstverständlichkeit. Bei den Rundgängen auch nach Schädlingen an den Pfleglingen Ausschau halten. Da bei niedrigen Temperaturen Gifte nur schlecht wirken, die Plagegeister mit einem Wattestäbchen das in Spiritus getränkt wurde, entfernen. Wenn möglich kranke oder befallene Pflanzen separieren und damit der schnellen Ausbreitung von Krankheiten oder Schädlingen vor beugen.

Ich hoffe, Sie sind mit Ihren Kakteen und anderen Sukkulenten durch diesen Pflegekalender gut und unterhaltsam durch das Jahr gekommen.
Wenn nur ein neuer Tipp für Sie dabei war, habe ich mein Ziel erreicht. Ich wünsche allen eine schöne und erholsame Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr und noch viel Freude mit Ihren Pflanzen.

Echeveria laui

Eine auffallend schöne Sukkulente ist Echeveria laui.
Auch für den Laien ist es leicht zu erkennen, dass sie zu den Dickblattgewächsen zählt.
Benannt wurde sie 1976, nach dem deutschen Priester, Kakteen- und Sukkulentensammler Alfred Lau.

Die Blätter dieser Sukkulente sind etwas gewölbt, dickfleischig und weiß bereift, manchmal auch rosa durchscheinend. Der weiße pulvrige Belag geht bei Berührung leicht ab. Deshalb sollte man diese Pflanze nicht so oft anfassen oder mit ölhaltigen Mitteln benetzen, sie sieht dann nicht mehr so schön aus.

Echeveria laui©Kaktusmichel.de

Die Rosetten neigen mehr oder weniger im Alter zu sprossen, aber in der Regel eher selten.
Heimat dieser etwas schwierig zu pflegenden Pflanze ist Oaxaca in Mexiko.
Beim Gießen sehr vorsichtig sein, nicht über die Pflanze gießen und lieber zu trocken halten als zu nass.
Bei zu viel Nässe kann sie schnell abfaulen.
Im Sommer sollte sie den sonnigsten Platz bekommen. Wir halten sie in Ampeltöpfen damit wir das Wässern besser beeinflussen können.
Verträgt bei trockenem Standort, im Winter Temperaturen bis an die Frostgrenze.
Das Substrat darf etwas humoser sein, aber dennoch gut wasserdurchlässig.

Echeveria laui, hier in einem leichten rosa Ton©DornenProjekt.de

Vermehrung leicht aus Samen, aber auch wie die meisten anderen Echeverien über Blattstecklinge.
Auch die Blättchen an den Blütenstängeln können für eine Weitervermehrung bedingt genutzt werden.

Blütenstand Echeveria laui©Kaktusmichel.de

Bei ungünstigem Standort kann es zu einem Befall durch Wollläuse kommen. Wie schon gesagt ist ein Ölhaltiges Insektenbekämpfungsmittel dafür nicht gut geeignet, daher
besser ein Systemisches Gift (Bi 58, Lizetan AF und  andere), dass über das Gießwasser aufgenommen wird oder Giftstäbchen bzw. Streumittel.
Zu den Wollläusen habe ich auch einen Beitrag geschrieben hier zum weiterlesen….

Weitere Pflanzenbeschreibungen und Tipps natürlich auch in meinem Buch über Kakteen und andere Sukkulenten

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im November

Jetzt da die Tage schon kühler und kürzer werden, stellen wir das Gießen ein oder reduzieren es.

Nur wenige Arten brauchen noch Wasser.

Nur wenige Sukkulenten im Gewächshaus, sind weiterhin dankbar für kleine Wassergaben. Diese Ausnahmen bilden zum Beispiel Notocactus, Parodia, Epiphyllum, Schlumbergera und Rhipsalis sowie gepfropfte Exemplare. Bei den Sukkulenten sind es Vertreter aus den Gattungen Crassula, Conophytum, Echeveria, Haworthia, Kalanchoe, botanische Pelargonien (solange sie noch Blätter tragen) und Arten der Gattung Sedum. Sie sollten im Abstand von 4 bis 6 Wochen etwas Wasser bekommen. Am besten morgens bei sonnigem Wetter, doch nur in geringen Mengen. Nur das Substrat befeuchten und nichts über die Pflanzen gießen, denn in der Kühlen und meist stehenden Luft kommt es schnell zu einem Pilzbefall und Fäulnis.

Diese Gießregel gilt bei kühler Überwinterung mit Temperaturen unter 10 Grad. Bei höheren Temperaturen im Zimmer siehe unten.

Die letzten Conophytum Blüten in diesem Jahr, schließen sich bald©Kaktusmichel.de

Heizung bei Frost einschalten.

Solange die Außentemperaturen noch über 10° C betragen, weiterhin das Gewächshaus regelmäßig lüften und nur über Nacht bei Frostgefahr die Heizung einschalten. Viele Kakteen und andere Sukkulenten kommen mit Temperaturen zwischen 3 und 8° C während der Winterzeit aus, das schont den Geldbeutel und sorgt für einen besseren Blütenansatz.

Pflanzen die es wärmer mögen.

Die Gattungen, deren Arten kälteempfindlicher sind wie Arrojadoa, Discocatus, Melocactus, Uebelmannia, Pachypodium und Euphorbia, ist ein Umzug ins Haus angesagt.
Ist in der Wohnung kein Platz,  kann durch eine spezielle Heizmatte Abhilfe geschaffen werden, die Temperatur am Wurzelballen für diese Pflanzen leicht zu erhöhen, auf circa 15 °C. Gerade in größeren Gewächshäusern kann durch Ausnutzen der verschiedenen Temperaturzonen, im Giebelbereich ist es wärmer als am Boden, auch für Wärmebedürftige Arten leichter ein Standplatz gefunden werden.

Auch wenn es noch keine Weihnachten sind, die ersten Weihnachtskakteen werden schon in den Supermärkten angeboten. Um von den Blüten länger etwas zu haben, sollten sie bei 8-15 Grad aufgestellt werden©Kaktusmichel.de

Luftpolsterfolie ja oder nein.

Seit einigen Jahren habe ich bei meinen privaten Kakteenhäusern über Winter keine Luftpolsterfolie als Kälteschutz angebracht.
Nur zwischen Glas und Heizkörper bis ca. Oberkante Pflanztisch drei cm starke Styroporplatten zur Isolierung aufgestellt.
Es ist aber sicher kein Fehler um mehr Energie zu sparen eine Wärmedämmung anzubringen.
Wird eine Luftpolsterfolie außen am Gewächshaus angebracht auf eine gute Befestigung achten, notfalls mit größeren Steinen am Boden beschweren, denn Stürme können sonst schnell einen Schaden anrichten und die Folie davon tragen. Optimaler finde ich eine Folie, die im Innenbereich des Gewächshauses befestigt wurde, sie hält die Wärme besser zurück durch die Luftschicht zwischen Folie und Glas. Außerdem wird eventuell vorhandenes Tropf- bzw. Schwitzwasser schneller abgeleitet. Leider mangelt es oft am nötigen Platz, um innen eine Noppenfolie einzuziehen.

Auch wenn die kleinen sehr niedlich aussehen, im Gewächshaus können sie erheblichen Schaden anrichten. Meine Mäuse sehen nach der Behandlung mit der Mausefalle nicht mehr so gut aus, deshalb danke an Pixabay und Alexas_Fotos für das schöne Bild.

Auf Schädlinge achten!

Nach dem Einräumen regelmäßig nach Schädlingen Ausschau halten. Es sind nicht nur die kleinen Sauger die unseren Pflanzen das Leben schwer machen, sondern auch größere Mitbewohner. Schnecken verraten sich durch die silbrig glänzenden Schleimspuren auf den Pflanzenkörpern oder Dornen. Sie verstecken sich wie die Asseln in den Zwischenräumen am Topfboden.
Auch kleine, grüne Raupen, die manchmal mit Tillandsien mit einquartiert wurden, hinterlassen ihre Fraßspuren. Mithilfe einer Taschenlampe lassen sie sich nachts leichter aufspüren.
Aber auch Mäuse freuen sich über ein trockenes, beheiztes Winterquartier mit reichlich Nahrungsangebot, was an leer gefressenen Früchten oder angeknabberten Lithops sichtbar wird. Am besten gleich eine Mausefalle mit aufstellen.

Den ersten Reif gibt es meist schon im November, jetzt ist es Zeit für die nur Frostharten kakteen etwas zu schützen©Kaktusmichel.de

Schutz für Freilandkakteen

Nicht alle Kakteen in Freiland können Nässe ab.
Sind diese Pflanzen durch ein Dach vor zu viel Feuchtigkeit von oben, geschützt?
Kleinere Abdeckungen sind schnell aus einem Holzrahmen, Draht und Folie gebastelt, notfalls reicht auch ein kleineres Frühbeet das über die niedriger gewachsenen Pflanzen gestellt wird. Sind alle Sommergäste ins Gewächshaus oder Winterlager eingeräumt?
Es wären nicht die ersten Pflanzen die vergessen und erst bei beginnenden Schneefall entdeckt werden.

Pflege in der Zimmerkultur

Bedingt durch die kürzere Tageslänge und das wenige Licht sollten Sie die sukkulenten Pflanzen nur noch selten gießen. Im Idealfall dürfen die Sukkulenten über Winter nicht zu stark wachsen, deshalb auch keinen Dünger mehr dem Gießwasser beigeben.
Je nach Zimmertemperatur nur alle 6 – 8 Wochen gießen, wenn jedoch nur ein Platz über dem warmen Heizkörper oder der Fußbodenheizung zur Verfügung steht, dann alle 2 – 3 Wochen etwas Wasser geben. Das ist natürlich auch abhängig in welchem Substrat die Pflanzen sitzen. Speichert die Erde mehr Feuchtigkeit eher weniger gießen.
Ist es ein sehr durchlässiges Substrat, muss eventuell etwas mehr und in kürzeren Abständen gegossen werden.
Besser ist eine Styroporplatte auf das Fensterbrett zu legen und die Pflanzen darauf zu stellen, das hält zu hohe Wärme ab und verringert dadurch die Verdunstung.
Bei Sukkulenten auf schlaffe oder angewelkte Blätter achten, das ist ein Zeichen, das öfters gegossen werden sollte.
Um bei Kakteen auch im neuen Jahr wieder reichlich Knospenansatz zu erreichen, sollte die Temperatur im Überwinterungsraum 15° C nicht überschreiten.

Im Winter freut man/Frau sich über jede Blüte um so mehr©Kaktusmichel.de

Mal wieder die Bücher zur Hand nehmen.

Nun ist auch wieder mehr Zeit da um in Fachbücher zu schauen und das Wissen über die Kakteen und anderen Sukkulenten aufzufrischen oder zu vertiefen.
Wer noch geeignete Literatur sucht wird im Internet oder Buchhandel schnell fündig. Auch von mir ist ein Buch auf dem Markt, dass natürlich etwas für den Weihnachtswunschzettel ist.

Wer im nächsten Jahr Kakteen und andere Sukkulenten aussähen, möchte, sollte sich jetzt in Shops und Samenkatalogen kundig machen was es alles gibt.
Es ist ratsam frühzeitig zu bestellen, damit der Wunschsamen auch noch lieferbar ist.

Lebende Steine

Viele kennen  Sukkulente Pflanzen mit dem Namen „Lebende Steine“ im botanische Sinne heißen sie Lithops.
Der Gattungsnamen setzt sich zusammen aus den griechischen Worten lithos für „Stein“ und opsis für „Aussehen“, was somit bedeutet: „sieht aus wie ein Stein“.
Diese Mimese, also die Anpassung an die Steine ihres Umfeldes, dient dazu sich vor Fressfeinden zu schützen.
Zwar gibt es im afrikanischen Museum von Johannisburg eine Zeichnung eines Lithops, von W. J. Burchell 1811 angefertigt, aber Nicholas Edward Brown benannte diese Gattung erst 1922 gültig.

Lithops localis©DornenProjekt.de


Das Verbreitungsgebiet ist recht groß, es gibt sie in Südafrika, Namibia und Botswana, wo sie in Quarzkies-Schotter wachsen.
Es sind schon mindestens 40 Arten von Lithops bekannt. Diese Pflanzen setzen sich aus zwei verwachsenen Blättern (Loben) zusammen, die wie ein geteilter Kegel aussehen, in Fachkreisen auch Kopf genannt.
Sie werden durch einen Spalt getrennt. Der obere Teil dieser Loben ist mehr oder weniger von durchsichtigen Bereichen durchsetzt, man nennt sie Fenster.

Lithops hallii, Blütenknospe kommt zwischen den beiden Loben hervor©DornenProjekt.de


Die Zeichnung, bestehend aus Linien oder Punkten, die in diesen Fenstern zu sehen ist, bezeichnet als Inseln. Diese Inseln dienen der Beschattung der Fenster, die das Sonnenlicht in den Pflanzenkörper einlassen, um eine Phothosynthese zu ermöglichen.
Die Blütezeit beginnt etwa ab August und dauert bis Ende Oktober Anfang November.
Aus dem Spalt zwischen den Loben wächst einmal im Jahr eine Blüte. Das Erblühen beginnt meist ab 13 Uhr bis gegen 18 Uhr, dann schließt sich die Blume und entfaltet sich am nächsten Tag wieder. Mit jedem neuen öffnen der Blüte wird sie etwas größer, bis sie nach einigen Tagen verwelkt.

Lithops erniae, die Blüte hat ihre volle größe erreicht und wird am nächsten Tag verwelken©DornenProjekt.de


Die Blütenfarben sind Weiß und Gelb, seltene Züchtungen bzw. auslesen blühen auch in Orange oder Rot.
Die Samenkapseln haben fünf, manchmal auch sechs Fächer. Sie öffnen sich, wenn Wassertropfen darauf fallen. Mit den nächsten Tropfen werden die Samen dann herausgeschwemmt, deshalb nennt man sie auch Regenschwemmlinge.
In der Natur ertragen die Pflanzen Höchsttemperaturen von über 50 °C und Tiefsttemperaturen, die
kurzzeitig an die -5 °C gehen können.
In Kultur überwintern sie am besten trocken bei 5 bis 10 °C. So stoppt das Wachstum in der Lichtarmen Zeit. Wichtig ist während der Vegetationszeit den hellsten Platz mit der besten Lichtausbeute anzubieten, sonst vergeilen die Pflanzen. Optimal ist es, wenn die Loben nur wenig aus dem Substrat herausragen.

Seltene erscheinung, ein Lithops otzenianum mit vier Loben©Kaktusmichel.de


Das Substrat sollte rein mineralisch sein und gut durchlässig.
Gedüngt wird nur einmal im Jahr und dann nur die Hälfte der angegebenen Düngermenge.
Die Hauptwachstumszeit beginnt ab Ende August bis in den Oktober hinein, dann sind die Vorjahresloben schon eingetrocknet (verbraucht) und es haben sich ein oder auch zwei neue Blattpaare ausgebildet. Jetzt können wir wieder etwas kräftiger gießen. Von April bis Juli nur sparsam und von November bis März gar nicht gießen. Bei guter Pflege kann solch eine Pflanze mit der Zeit größere Polster bilden und über 50 Jahre alt werden. Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder auch durch Abtrennen einzelner Loben und deren Bewurzelung.

Verschiedene Arten der Lebenden Steine©Kaktusmichel.de

 Dazu passen der Vortrag am 31. Oktober 2019 im Michelstädter Hof.

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