Trauermücken an Kakteen

Vor allem in Aussaaten ist die Trauer- oder Pilzfliege gefürchtet, die auch als Sciara Mücke bezeichnet wird.
Unter den etwa 340 in Deutschland bekannten Arten, trifft man in Gewächshäusern meist Bradysia difformis an, sie gehört zu der Familie der Sciaridae.
Im Freiland sind die Larven dieser Fliegen ein wichtiges Werkzeug zur Unterstützung der Verrottung von abgestorbenen Pflanzenteilen und der Umwandlung in Humus.
Wer schon einmal alle Sämlinge durch diesen Schädling verloren hat, wird seine Nützlichkeit jedoch bezweifeln. Die Fliegen sind nur 1,5 bis 3 mm groß und treten oft in Massen auf. Besonders in Töpfen mit feuchter, warmer, humoser Erde fühlen sie sich wohl.

Trauermücken sind keine beliebten Gäste im Kakteenhaus©Kaktusmichel.de

Eine Fliege kann bis zu 300 Eier legen, die daraus schlüpfenden Maden ernähren sich am liebsten von nicht restlos zersetzten Material. Leider sind gerade Sukkulentensämlinge ein Leckerbissen, den sie nicht verschmähen.
Wenn sich kleine Sämlinge plötzlich bewegen, dann ist bei genauem hinsehen die Larve im Inneren des Pflänzchens dabei ihn zu fressen. Bei älteren Kakteen und Sukkulenten richten diese Tiere nur dann größeren Schaden an, wenn faulige Stellen an diesen auftreten.
In manchen Fällen werden dann befallene Pflanzen, von den Wurzeln ausgehend bis nach oben zur Spitze regelrecht ausgehöhlt.

Larve einer Trauermücke©Kaktusmichel.de

Gerade bei Aussaaten hat sich ein rein mineralisches Substrat als gute Abwehr gegen diesen Schädling bewährt.

Ein Zusatz von frischem Humus lockt die Fliegen unweigerlich an. Selbst eine Aufbewahrung von Kompost oder feuchter Blumenerde im Gewächshaus kann ein vermehrtes Auftreten der Trauermücke begünstigen.
Wenn trotzdem Blumenerde bei der Aussaat verwendet wird, sollte das Töpfchen im oberen Bereich mit einer dünnen Schicht Sand oder feinem Kies abgedeckt werden.

Um zu prüfen, ob Trauermücken im Gewächshaus sind, werden am besten Gelbtafeln aufgestellt.
Diese dienen aber mehr zur Anzeige eines Befalls und weniger der Vernichtung der ganzen Population.

Als erste Maßnahme bei einem Befall hat sich der Einsatz von Insektenspray, das auch im Haus gegen Schnaken und sonstige Quälgeister eingesetzt wird, bewährt. Nur sollte zu den Pflanzen ein größerer Abstand eingehalten werden, um die Sukkulenten nicht durch das kalte Spray zu vereisen.

Biologische Maßnahmen:
Wer größere Mengen an Aussaattöpfen hat, kann es auch mit Nematoden (Heterorhabditis amazonensis) oder mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis v. israelensis, das gerade bei höheren Temperaturen besser wirkt als die Nematoden, versuchen.

Sie finden noch viele weitere Pflegetipps in meinem Blog.

 

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