Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im August

Die Kakteen und Sukkulenten werden das letzte Mal in diesem Jahr gedüngt, hierzu kann ein Kalium (K) betonter Dünger eingesetzt werden, wie den der auch oft für die Herbst­-Düngung des Rasens verwendet wird.
Dieser stärkt das Zellgewebe für den Winter.

Mammillaria hahniana©Kaktusmichel.de

Blütenreste entfernen

Anhaftende Blütenreste absammeln oder abschneiden um keine Eintrittsöffnungen für Fäulnis in den folgenden Monaten zu ermöglichen. Dabei findet sich dann auch noch die eine oder andere Samenfrucht an den Kakteen. Auch wenn der Bestäubungspartner nicht bekannt ist, die Samen können für die nächste Aussaat genutzt werden. Meist gibt es dann robustere Nachkommen, wenn auch nicht immer Artrein. Bei sehr starkwüchsigen Opuntien ist jetzt die letzte Gelegenheit einige Triebe abzuschneiden und diese für die Weitervermehrung zu stecken.

Samenkapseln an einer Epithelantha micromeris©Kaktusmichel.de

Urlaub und Kakteen

Wer in Urlaub fährt, sollte seine Nachbarn oder Verwandten genau aufklären, wie die Pflanzen zu gießen sind.
Leider hat schon so manche gut gemeinte Wassergabe einem lang gehegten Schatz den Garaus gemacht.
Am besten die Pflanzen nach Wasseran­spruch zusammen stellen, das macht auch einem ungeübten Pfleger die Sache etwas leichter.
Sind nur 2 – 3 Wochen für die Urlaubsreise eingeplant, reicht es vor der Abreise die Kakteen noch einmal durchdringend zu wässern, dann ist das ausreichend bis zur Heimkehr. Bei so manchen anderen Sukkulenten kann dieser Zeitraum der Trockenheit etwas zu lang sein, diesen sollten wenigstens einmal Wasser in 14 Tagen bekommen.

Die lebenden Steine kommen langsam in Blüte (Lithops dorotheae) ©Kaktusmichel.de

Allgemeine Pflege

Wie schon in den vergangenen Monaten, wenn möglich in den frühen Morgenstunden gießen.
Auf Schmierläuse (Bekämpfung siehe meinen Blogbeitrag) und Spinnmilben (dazu auch der Blogbeitrag) achten die sich in der trockenen Luft sehr rasant vermehren können.
Umtopfarbeiten während den heißen Monaten nur in Ausnahmefällen durchführen. Weiterhin ist es möglich Stecklinge zu schneiden, diese an einem schattigen Platz abtrocknen lassen um sie später dann zu Bewurzeln.

Fast in jeder älteren Sammlung ist der gelbe Sauerklee oder auch Hornsauerklee (Oxalis corniculatus) zu finden.

Sauerklee satt. Da hilft nur Austopfen und alle fremden Wurzeln entfernen.


Die Aussage der blüht schön, kann nicht beruhigen.
Dieses Unkraut ist sehr lästig und nur schwer zu bekämpfen. Essbar ist es nicht, da der Klee zu viel Oxalsäure enthält, Abreisen stört ihn wenig, wegen der sehr langen, fleischigen Wurzeln.

Die Wurzeln vom Sauerklee sind sehr lang.


Außerdem besitzt der Sauerklee eine fast grenzenlose Vitalität um wieder und wieder auszutreiben, selbst nach langer Trockenheit. Die Samen kleben überall fest und keimen noch nach Jahren bei Erdkontakt.
Da hilft nur die Kakteen und anderen Sukkulenten auszutopfen und jedes noch so kleine Würzelchen aus dem Substrat zu entfernen.
Eine weitere Möglichkeit ist angerührtes Herbizid mit einem Pinsel aufzunehmen und den Klee damit zu befeuchten.
Dabei besteht jedoch das Risiko, die Kulturpflanze ebenfalls zu treffen und zu schädigen.
Am besten ist immer die Vorbeugung.
Neuerwerbungen auf Unkräuter und tierische Schädlinge zu überprüfen, bei Bedarf in neues Substrat zu pflanzen und immer wieder kontrollieren, um den Anfängen Einhalt zu bieten.

Uuser Kaakdus Vereinsabbend waar widder sehr invormatiff, Schatzilein! ©Kaktusmichel.de

Erfahrungsaustausch ist wichtig!

Nutzen Sie die Urlaubszeit dazu andere Kakteen- und Sukkulentenfreunde zu besuchen oder einzuladen und Erfahrungen positive wie negative auszutauschen.
Meist gibt es viele Gemeinsamkeiten bei unserem Hobby.

Oder schauen Sie mal auf der DKG Webseite unter Ortsgruppen nach, sicher gibt es eine dieser Interessengemeinschaften auch in Ihrer Nähe.

In meinem Umkreis bieten sich gleich 3 Ortsgruppen an:
Michelstadt
Darmstadt
und Aschaffenburg

Während den Treffen gibt es immer genügend Information auch zu Pflanzenschutz-Themen, tolle Vorträge über Kakteen und andere Sukkulenten, sowie Reiseberichte in die Heimatländer dieser einzigartigen Pflanzen. Nur Mut ein Besuch lohnt sich immer.

Ein Gewächshaus für die Kakteen

Wer seine Kakteen Jahr für Jahr vom Keller oder den Dachboden in den Garten trägt und die ganze Prozedur im Herbst in die Gegenrichtung startet, für den ist mein Vorschlag sicher nicht so abwegig.

Statt Urlaub ein Gewächshaus aufstellen?

Einmal auf den Urlaub verzichten und das Geld für ein Gewächshaus ausgeben. Jedoch sind im Vorfeld einige Punkte zu klären. Gehört das Grundstück, auf dem das Gewächshaus aufgestellt werden soll, Ihnen? Sonst hat der Vermieter ein Wort mitzureden. Wie groß darf das Gewächshaus sein? Dies bitte mit dem zuständigen Bauamt ihres Wohnortes abklären. Maßgeblich für die Größe ist der umbaute Raum, in der Regel sind bis zu 30 m³ ohne Genehmigung möglich. Der Abstand zum Nachbarn und die Firsthöhe sind dabei ebenfalls zu klären. Manchmal ist es auch eine Frage des Brandschutzes, wenn beispielsweise ein oberirdischer Gastank auf dem Gelände steht. Leider hat in Deutschland jedes Bundesland hierzu seine eigenen Vorschriften. Wenn alle behördlichen Fragen geklärt sind, geht es an die konkrete Planung.

● WAMA Gewächshaus Modell Midi 80
● Seitenhöhe 1,50m / Firsthöhe 2,29m
● Standardausstattung dieses Modells:
– Abschließbare Tür (B 0,80m x H 1,90m), in der Höhe teilbar, Türanschlag rechts
– Dachrinnen mit Fallrohren (links und rechts jeweils 1 Dachrinne mit 1 Fallrohr)
– 6 Dachfenster, manuelle Fensteraufsteller
– Passende Klemmleisten zur sturmsicheren Befestigung der Verglasung, Farbe weiß
● Kompletteindeckung mit 16mm Stegdreifachplatten (U-Wert: 2,3 und Lichtdurchlässigkeit: 76%)
● Optional dazu bestelltes Zubehör:
– Pflanz- und Arbeitstische Größe: 124 x 63 x 92cm (ArtNr PT20602) ohne Einsätze

Vor dem Kauf die Planung!

Wer sein Gewächshaus im Winter beheizt, tut gut daran, ein Fundament zu graben und mit Beton auszugießen und dies gut zu isolieren. Ein Eigenbau ist bei genügend vorhandenen Heimwerker-Fähigkeiten machbar, jedoch meist nicht günstiger. Auf jeden Fall unbedingt vorher eine Kostentabelle für den Materialbedarf aufstellen und die anfallenden Kosten mit dem Preis eines Gewächshauses von der Stange vergleichen, oft sind diese preiswerter. Auch den eigenen zeitlichen Aufwand und Helfer einplanen.

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Soll das Gewächshaus im Winter beheizt werden?

Bei der Materialauswahl immer die späteren Heizkosten im Auge behalten. Hier spielt der U-Wert (früher K-Wert) eine große Rolle. Dieser Wärmedurchgangs-Koeffizient beschreibt die Dämmeigenschaft eines Materials. Je höher der Wert, desto mehr müssen Sie für Heizkosten einplanen. Hier auch noch ein weiterer Blogbeitrag dazu von mir. Eine Mehrausgabe für bessere Isolierung amortisiert sich meist in kürzester Zeit. Zur Auswahl stehen Einfachverglasung, Doppelverglasung, aber auch Doppelsteg- oder Dreifachstegplatten aus Polycarbonat/Plexiglas. Die Einfachverglasung ist das günstigste in der Anschaffung und eignet sich eher für im Winter unbeheizte Gewächshauser bestückt mit winterharten Kakteen und anderen Sukkulenten. Sonst wird der Aufwand für die Isolation für den Winter jedes Jahr im Herbst sehr hoch. Doppelverglasung ist sehr teuer und die Scheiben haben ein enormes Gewicht. Deshalb sollten Doppelstegplatten  von mindestens 16 mm Dicke angestrebt werden. Sowohl die 16 mm oder auch 32 mm haben genügend Stabilität bei jedem Wetter und halten auch mal eine größere Schneelast problemlos aus. Alternativ dazu gibt es Folien-Gewächshäuser, ebenfalls in verschiedenen Größen. Vorteile dieser Häuser sind der geringe Anschaffungspreis, keine Probleme bei Hagelschauer und der schnelle Aufbau. Nachteil bei der Variante mit nur einer Folienschicht, geringe Isolierwerte kurze Lebensdauer der Folie, stärkere Windanfälligkeit und Probleme durch Schneelast.

Aber auch hier besteht die Möglichkeit, sich ein Gewächshaus mit einer Doppelschichtfolie anzuschaffen. Diese haben nicht nur eine höhere Stabilität, sondern sind durch die Luft, die zwischen die Folienschichten geblasen wird auch sehr gut Wärme isoliert. Hier noch ein paar Denkanstöße für die Planung eines Gewächshauses. Es gibt thermisch getrennte Aluprofile, das bedeutet, sie haben fast keine Kältebrücke zwischen drinnen und draußen. Doch diese Profile kosten eine Stange Geld. Lassen Sie sich am besten beim Händler die Wärmeverbrauchswerte errechnen und wägen sie ab, ob die Mehrausgabe für diese Profile sich rechnen.

Hoklartherm Biotop 3 und Vario TH 1 3,27×4,52

Kleine Wärmebedarfs Rechnung aus meinem Buch.

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

Der Wärmebedarf lässt sich mit folgender Formel errechnen:
Wärmebedarf in Watt = Außenfläche in m² x den U-Wert x Temperaturdifferenz in °C
Das bedeutet beispielhaft:
Bei einem Gewächshaus betragen die
Länge 4 m, die Breite 3 m, die Firsthöhe 2,80 m, die Traufhöhe 1,65 m
und die Schräge von der Traufe bis zum First 2 m. Errechnung der gesamten Außenfläche:
Vorne + hinten 2 x 1,4 x 1,96
Seiten links + rechts 2 x 1,4 x 2,56
Giebel vorne + hinten 1,265 x 1,265
Dach links + rechts 2 x 1,265 x 2,56
Ergibt eine Gesamtfläche von 20,73 qm
Differenz zwischen innen +6 °C und außen -18 °C ist 24
Ermittlung des Wärmebedarfes 20,73 x 2,4 x 24 ergibt aufgerundet
1.200 Watt
Formel: (2 x ((1,4 x 1,96) + (1,4 x 2,56) + (1,265 x 2,56)) + (1,265 x
1,265)) x 2,4 x 24
Dies ergibt eine Außenfläche von 42,55 m².
Es werden Stegdoppelplatten von 16 mm Dicke verwendet, die in
etwa einen U-Wert von 2,4 haben. Bei einer Temperaturdifferenz
von 26 °C (innen 6, außen -20 °C) kommen wir auf einen Wärmebedarf von rund 2.700 Watt.

Dachfenster sind oft undicht.

Zu einem Problem wurden bei mir die Dachfenster zur Belüftung. Gerade im Frühjahr, wenn der Schnee abtaut oder bei starkem Regen, findet das Wasser schnell einen Weg ins Gewächshaus. Deshalb habe ich innen kurze Dachrinnen unterhalb der Dachfenster angebracht, damit das Tropfwasser gezielt abgeführt werden kann. Es ist sehr ärgerlich, wenn durch das getröpfel im Winter schöne Pflanzen abfaulen. Sorgen­freier ist man mit Fenstern die vorne und hinten im Giebel eingebaut sind und auf beiden Seiten direkt über dem Sockel des Gewächshauses, in Kombination genauso effektiv und besser abzudichten als Dachfenster. Manche Gewächshäuser sind so konzipiert, dass große Seitenflächen komplett geöffnet werden können.
Von der Firma Beckmann wurde mir erklärt, es würden für die Dachfenster Spezialgummidichtungen aus EDPM eingesetzt. Die eine absolute Dichtigkeit bei richtiger Montage gewährleisten.

BECKMANN Gewächshäuser Plantarium PLAN 7 und PLAN 12 Ihr Spezialist für Gartenartikel und Gewächhäuser.
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Im Winter zusätzliche Isolation.

Zusätzliche Isolierung im Winter verschafft eine Luftpolsterfolie, deren Anbringung jedoch sehr aufwendig sein kann. Hinzu kommt, dass selbst bei guter Pflege die Folie nur begrenzt lange hält und daher die Neuan­schaffung gleich mit einkalkuliert werden sollte. Am wirkungsvollsten ist die Folie im Inneren des Gewächshauses, jedoch sind Pflanzen oder Tische dabei schnell im Weg. Wird sie außen angebracht, muss man sie gut befestigen, sonst findet man die Folie nach einem Sturm eventuell im Garten des Nachbarn wieder. Da kann sich eine anfangs teurere Stegdoppelplatte schnell rechnen, die auch ohne zusätzliche Isolierung gut für den Winter gerüstet ist
und nicht unbedingt zusätzlich isoliert werden muss.

Sonderzubehör.

Ebenso ist eine zweigeteilte Tür im Gewächshaus von Vorteil. Im Sommer hat man dadurch eine zusätzliche Lüftungsmöglichkeit, indem nur die obere Hälfte der Tür geöffnet wird. Die untere Hälfte bleibt geschlossen und Katzen, Mäuse oder anderes Getier bleiben draußen.
Für Licht, Heizgeräte und Ventilator eine entsprechende Stromleitung mit 2 bis 3 Steckdosen einplanen.
Eine günstigere Variante, wenn möglich, das Gewächshaus mit einem eigenen Wasserkreislauf und zusätzlichen Thermostat an die Hausheizung anschließen. Dies spart sehr viel Geld im Vergleich zur Beheizung mit Strom.
Machen Sie an die Regenrinne im Außenbereich einen Ablauf, der in einem Wasserfass endet, Regenwasser ist etwas Kostbares.
Die Gewächshaustische mit Wannen ausstatten, damit die Sukkulenten von unten angestaut werden können. Es ist besser für die Pflanzen. Wer möchte, kann einen Ablasshahn an den Wannen anbringen, um das überschüssige Wasser einige Zeit nach dem Gießvorgang abzulassen. Aber mit der Zeit kennt man die Anstaumenge und der Hahn ist nicht mehr so wichtig.

Kleine Hilfestellung für eine Auswahl.
Links zu Gewächshausherstellern die mir ihr Bildmaterial zur Verfügung stellten:

 

Offener Sonntag

Am 4. August 2019 haben wir wieder für Sie sonntags geöffnet.

Wir haben an diesem Tag von 10 bis 13 Uhr für Sie geöffnet.
Auch wenn sie etwas weiter fahren müssen, ein Besuch bei uns lohnt sich immer.

Bis am Sonntag es freut sich:
Euer Kaktusmichel von Andreae Kakteenkulturen

Und außerdem noch ein Geheimtipp:
In Otzberg-Lengfeld wird an diesem Wochenende noch eine Attraktion geboten die
33. Vorderladertage beim SV 1966 Lengfeld e.V.
Das könnte man doch super für einen Ausflug verbinden!

 

Echinocereus blankii oder ein Hybride?

Gleich vorne neben unseren Schwiegermutterstühlen im Schaubeet, wächst ein Echinocereus der immer  für Aufsehen sorgt.
Ohne Blüten ist es einfach nur eine bedornte Gurke die des Öfteren eher gräulich grün und nicht so attraktiv wirkt.

Kaum ist dieser Kaktus aber mal im Flor, bleibt fast jeder davor stehen und findet ihn ganz toll.
Bei uns trägt er den Namen Echinocereus blankii.
Der Artname wurde ihm 1865 von Palmer gegeben, aber wie bei vielen Kakteen hat sich die Nomenklatur mal wieder geändert und er heißt seit 2012 nun Echinocereus enneacanthus subsp. brevispinus (W.O.Moore) N.P.Taylor.

Echinocereus blankii in voller Blüte ©Kaktusmichel.de


Der Gattungsname setzt sich zusammen aus dem lateinischen echinus für „Igel“ und cera für „Kerze“, frei übersetzt „Igelsäulenkaktus“.

Die ersten Pflanzen dieser Gattung wurden noch als Cereus beschrieben.
Doch 1848 erkannte Engelmann an Hand von Samen und Blütenmerkmalen, dass diese Kakteen einer eigenen Gattung angehören müssen.

Auffallend ist, dass fast alle Echinocereen eine grüne Narbe in der Blütenmitte haben.

Auffallend ist der grüne Stempel in der Blüte bei den Echinocereen ©Kaktusmichel.de


Wenn, ich jetzt aber unter dem Artnamen genauer nachschaue kommen mir meine Zweifel, ob wir diese Pflanze richtigen benannt haben?

Mit der Nachbestimmung ist es immer wieder schwer, deshalb kann ich mich kaum festlegen.
Vielleicht handelt es sich auch um einen Hybriden?


Egal wir sind uns einig, in Blüten ist er die Attraktion 🙂 , da spielt der Name nur eine untergeordnete Rolle!


Und hier noch was zur Pflege:

Im Allgemeinen vertragen gerade die Angehörigen dieser Gattung mehr Dünger aufgrund ihres stärkeren Wachstums und der über mehrere Tage anhaltenden Blütenpracht.
In alten Literaturhinweisen wird immer wieder gewarnt, mit dem Gießen zu früh anzufangen.
Es wird von Mausohrgröße der
Knospen gesprochen, bevor die ersten Wassergaben verabreicht werden darf.
Doch nach meiner Erfahrung ist es nicht notwendig, mit
dem Gießen so lange zu warten, meist beginne ich, wenn der erste Blütenansatz zu sehen ist.
Der Standort muss stimmen, am
besten volle Sonne auf einem erhöhten Platz, das ist wichtiger.
Bei ungünstigem
Standort oder Unterernährung treten an den Pflanzen vermehrt Schädlinge wie Spinnmilben und Wollläuse auf.
Deshalb bei immer wiederkehrendem Befall unbedingt die Standortgegebenheiten überprüfen.

Damit im nächsten Jahr wieder ausreichend Blüten gebildet werden braucht dieser Kaktus genügend Zuwachs also nicht mit Dünger und Wasser sparen.
Auch sollte er  kühl und trocken überwintert werden, am besten bei 6-10 °C.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Juli

 Während der heißen Tage die Pflanzen früh am Morgen oder erst am späten Nachmittag bzw. Abend gießen!
Die am Tage geschlossenen Stomata der Kakteen und vieler der anderen Sukkulenten verhindern eine Verdunstung von Feuchtigkeit und damit auch den Saftstrom. Deshalb ist es besser über die heißen Mittagsstunden nicht zu gießen.
Über Nacht jedoch kann das angebotene Nass von den Wurzeln aufgenommen werden.

Kühle Nächte fördern das Wachstum.

Gut ist es, die Fenster und Türen Tag und Nacht offen zu lassen, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.
Frische, bewegte Luft ist ein wichtiger Faktor für die Pflanzengesundheit.
Hitzestau führt zu Verbrennungen und macht die Pflanzen anfälliger für Schädlinge.

Türe gegen ungewollte Eindringlinge.

Gegen ungebetenen Besuch durch größere Tiere während dieser Zeit kann ein an die Türgröße angepasster Holzrahmen, der mit einem engmaschigen Drahtgitter bespannt wurde, in der offenen Türen fixiert werden.

Regenwasser sollte gesammelt werden.

Wer kein Regenwasser sammelt, aber im Garten noch Platz für eine Regentonne hat, sollte eine solche aufstellen, denn Regenwasser ist seiner geringen Härte wegen zum Gießen optimal. Man kann die beabsichtigte Düngerlösung bereits in dem Sammelbehältnis anmischen. So muss man den Dünger nicht für jede einzelne Gießkanne neu abmessen. Mit einer Regenfasspumpe und einem Gartenschlauch lässt sich das Wasser direkt ins Gewächshaus leiten, sodass der Transport durch Gießkannen entfällt.

In trockenen Sommern muss auch drausen gegossen werden.

 Bei längeren Trockenperioden müssen die epiphytischen Kakteen, die den Sommer über draußen im Freien stehen bzw. hängen, regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Wer in einem Gebiet wohnt, das öfters von Hagel bedroht wird, sollte sich überlegen seine Kakteen und anderen Sukkulenten mit einem Dach aus feinmaschigem Gitter zu schützen.

Noch ist Pflanzzeit für Freilandkakteen.

Ein Beet für Freilandkakteen, die ganzjährig draußen bleiben sollen, kann noch bis in den August hinein angelegt und bepflanzt werden.
Dafür eignen sich winterharte Kakteen.

“Winterhart” bedeutet, dass die Witterungsbedingungen ganzjährig ungeschützt ausgehalten werden. Dabei sind die Mindesttemperaturen nur ein Faktor. Tiefe Temperaturen unter einer schützenden Schneeschicht werden meist viel besser vertragen als wechselfeuchte Winter mit abwechselndem Schnee- und Tauwetter.

Nicht überall kann ein Kakteenbeet angelegt werden.

Was im Weinbauklima an der Bergstraße ohne weiteres gelingt, kann im oft dauerfeuchten Norden von Deutschland schon unmöglich sein.
Eine gute Recherche, welche Pflanzen in einen Stein- oder Wüstengarten dauerhaft im Freien gepflanzt werden können und welche das örtliche Klima vertragen, ist die Grundlage, bevor man dieses Experiment startet. Auf jeden Fall Rückschläge mit einplanen, denn diese lassen sich nicht immer vermeiden!
Oder es werden nur Sommergäste in den Garten gestellt die im Winter wieder einen Frosgeschützten Platz bekommen.
Das Wichtigste für die Anlage eines solchen Beetes sind ein sonniger Standort (mindestens sechs Stunden Sonne am Tag) sowie ein durchlässiger Untergrund.

Substrat für Freilandkakteen.

Als Substrat hat sich bei mir eine Mischung aus zwei Dritteln mineralischer Bestandteile mit einer Körnung von 0–20 mm und einem Drittel leichter Gartenerde bewährt. Der mineralische Anteil kann aus Sand, Ziegelsplitt, Bims, Lava, Blähton oder Ähnlichem bestehen. Als Bodenabdeckung empfehle ich eine mindestens 5 cm dicke Schicht aus grobkörniger Lava oder aus Splitt anderer Gesteinsarten.
Unkraut lässt sich so leichter entfernen.
Gut bewährt hat sich auch ein drainierter Unterbau aus großen Steinplatten oder zerbrochenen Dachziegeln, die mit Vlies abgedeckt werden, damit die darüber aufgebrachte feinere Mischung nicht in den Spalten des Untergrundes versickert.
Mit einer leichten Schräge im Unterbau erreicht man einen schnelleren Abfluss des überschüssigen Regenwassers. Die Substratschicht braucht insgesamt nicht dicker als 15–20 cm aufgefüllt zu werden, nur für größere Pflanzen sollten es 30–40 cm sein.

Steine nicht nur zur Zierde.

Um die Kakteen vor kalten Winden zu schützen, werden große Steine neben die Pflanzen gelegt, zusätzlich speichern diese bei Sonnenschein die Wärme und geben sie nachts an die Umgebung wieder ab.
Wenn alle Sukkulenten eingepflanzt sind, gießen wir noch nicht sofort an, sondern frühestens nach einer Woche, damit sich Verletzungen an den Wurzeln schließen können. Ansonsten können Pilze oder andere Krankheitserreger über die frischen Wundflächen in die Pflanze eindringen.

Ist der Standort sehr trocken und heiß oder gar überdacht, das Substrat alle zwei bis drei Wochen befeuchten bis die Pflanzen eingewurzelt sind.
Ab Ende September wird das Gießen im Freiland eingestellt.

Düngung der Freilandkakteen.

Meine Freilandsukkulenten erhalten von März bis Mai einen herkömmlichen Volldünger (15–20 Gramm je Quadratmeter), also jetzt nicht mehr, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen können.

Tipps für die Zimmerkultur.

Im Hochsommer wird es hinter der Fensterscheibe oft zu heiß für die Sukkulenten. Mangels Luftbewegung kann dies zu einem Hitzestau und in der Folge zu Verbrennungen an den Pflanzen führen. Meist hilft es schon, wenn die Pflanzen etwas mehr Wasser bekommen. Sie vertragen die Hitze dann besser. Das Schließen der Rollläden über die Mittagszeit an den besonders heißen Tagen ist eine Option, kann aber dazu führen, dass die Pflanzen zu stark verweichlichen.

Sofern die Möglichkeit besteht, ist es für viele Arten am besten, sie auf die Fensterbank nach draußen zu stellen. An der frischen Luft wird die pralle Mittagssonne weit besser vertragen. So, direkt dem Wetter und den schwankenden Temperaturen ausgesetzt, werden die Pflanzen abgehärtet. Auch Schädlinge werden auf diesen Pflanzen nur sehr selten zum Problem.

Immer ein offenes Auge für Schädlinge.

Man kann es nicht oft genug sagen: Weiterhin ein Augenmerk auf Schädlinge halten und bei Bedarf Gegenmaßnahmen ergreifen! Sofort erkannter Befall lässt sich meist noch mit einfachen Mitteln (z. B. Absammeln oder Absprühen) in den Griff bekommen.
Ist der Befall stärker sollte man zu stärkeren Mitteln greifen,
siehe dazu den Blobeitrag über die Wolllaus.

Gerade wärend der trocknen und heißen zeit treten auch gerne Spinnmilben an den Kakteen und Sukkulenten auf (Blogbeitrag).

Samenernte bei Kakteen und anderen Sukkulenten.

Nach dem erfolgreichen Bestäuben (Blogbeitrag) setzen die Pflanzen Früchte an, die je nach Art wenige Wochen bis über ein Jahr zur Reife benötigen. Reife Früchte lassen sich leicht vom Pflanzenkörper lösen. Manche zeigen die Reife durch Aufplatzen oder Umfärben an. Nach der Ernte müssen die Samen gereinigt, das heißt vom Fruchtfleisch befreit werden. Je nach Gattung ist das leichter oder schwieriger zu bewerkstelligen. Einige Früchte sind bei Reife innen trocken und der Samen fällt nach Öffnen der Frucht einfach heraus, ohne dass noch Fruchtfleisch anhaftet. Eine Reinigung ist dann meist nicht erforderlich. Bei anderen Arten sind die Samen innerhalb der Frucht in saftiges Fruchtfleisch eingebettet. In der Natur werden diese Früchte oft – samt Samen – von Kleinsäugern oder Vögeln gefressen. Die unverdauten Körner werden über den Kot ausgeschieden und auf diese Weise oft weit verbreitet. Bei solchen Früchten ist die Reinigung der Samen aufwendiger, denn der Samen muss vom anhaftenden Fruchtfleisch befreit werden. Dies kann durch Auswaschen in einem feinmaschigen Sieb oder einem Leinentuch unter Wasser erfolgen. Anschließend lässt man die Samen auf Papier trocknen. Haftet weniger Fruchtfleisch an den Körnern, genügt es, die Samen zwischen zwei Papiertüchern hin und her zu reiben.

Die Früchte mancher Arten geben die Samen beim Lösen der Frucht durch eine Basalpore frei (z. B. bei einigen Vertretern der Gattung Ferocactus oder Eriosyce). Die Samen rieseln beim Lösen der Frucht vom Kaktus aus dieser Öffnung heraus und bleiben im Scheitel oder im Wollfilz der Pflanzen liegen. Das Aufsammeln der kleinen Körnchen mit einer Pinzette ist eine Option, aber sehr langwierig. Eine geniale Erfindung ist der „Samensauger“, der mit einfachen Mitteln selbst hergestellt werden kann: In den Schraubdeckel eines Glases werden zwei Löcher gebohrt und in diese ein längeres und ein kürzeres Schlauchstück gesteckt.

Der fertige “Samensauger”.

Das lange Stück ist der “Saugrüssel”, der bis kurz vor den Glasboden geführt wird, das kurze Stück endet weit oben im Glas. Sind die Bohrungen etwas größer geraten als der Durchmesser des Schlauches ist, die Öffnungen mit Silikon verschließen und trocknen lassen! An dem kurzen Schlauchstück mit dem Mund die Luft ansaugen und das längere Schlauchstück über die Samenkörner halten und damit aufsaugen. Die Samen sammeln sich dann am Boden des Glases.

Schwierig ist die Ernte auch bei einigen Mammillaria-Arten, bei welchen die Samenkörner in einer Art Tasche im Inneren des Pflanzenkörpers reifen. In der Natur werden die Samen so über mehrere Jahre verteilt peu á peu freigegeben. So lange wollen wir meist nicht warten. Man kann den Verschlussdeckel, der die Samenkörner schützt und zurückhält, vorsichtig anritzen, um an das kostbare Saatgut zu gelangen.

Ebenfalls eine Sonderbehandlung erfahren die Samenkapseln der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) wie beispielsweise Lithops oder Lapidaria. Die Körner sind in hartschaligen Kapselfrüchten eingeschlossen und mit einer Art Membrane abgedeckt. Die Früchte geben die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser frei.

Hier das ganze im Zeitraffer an eine Lapidaria margaretae

Auf diese Weise sind die Samen in der Natur gut geschützt, bis optimale Bedingungen für ein Keimen vorliegen. Wir können dieses Phänomen für die Samenernte nutzen: Die Kapselfrucht mit Wasser besprühen, bereits kurze Zeit danach öffnen sich Frucht und Abdeckung und geben die Samen frei, die mit einem Pinsel leicht herausgewischt werden können. Öffnet sich nur die Kapsel, sind die Samenkörner noch nicht reif. Pflanzen, deren Früchte die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser freigeben, werden auch als “Regenschwemmlinge” bezeichnet.

Beizung von Samenkörnern.

Zur Vorbeugung gegen eine Verpilzung der Aussaat kann Kaliumpermanganat zur Beize des Saatguts eingesetzt werden. Es genügt bereits eine kleine Menge von diesem Pulver in Wasser aufgelöst. Sobald sich das Wasser leicht verfärbt, genügt die Dosis schon. Es gibt aber auch fertige 1%ige Lösungen zu kaufen. Zur Behandlung die Samenkörner z. B. in ein Nylonsöckchen oder einen Teefilter geben und in der Kaliumpermanganatlösung schwenken, danach entweder gleich aussäen oder trocknen lassen.

Kaliumpermanganatpulver eignet sich auch zur Trockenbeize der Samen. Dafür gibt man die Samen zusammen mit etwas von dem Pulver in eine Filmdose (oder etwas Ähnlichem), schüttelt das ganze etwas hin und her, gibt anschließend die Samen samt Pulver in ein Sieb und siebt die Samen ab, fertig.

Lagerung des Saatguts.

Ganz frisches Saatgut am besten noch für vier bis sechs Wochen an einem kühlen Ort lagern, damit die Keimsperre im Samenkorn abgebaut wird! Die Keimsperre dient dazu, dass die Samen nicht schon in der Fruchtkapsel zur Keimung kommen.

In Samenbanken werden die Samen oft bei zweistelligen Minusgraden tiefgefroren. Für unsere Bedürfnisse ist das aber unnötiger Aufwand. Bei der Lagerung sollten größere Temperaturschwankungen, hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden. Ich strebe eine Lagertemperatur von etwa 10 °C an. Ein trockener, kühler Keller ist ein optimaler Lagerort. Als Lagergefäß haben sich Gläser mit Schraubdeckel bewährt, die Schutz vor Fressfeinden wie zum Beispiel Bohnenkäfern, Mehlmotten und Mäusen bieten. Um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren, kann noch ein Trockenmittelbeutel (Silica Gel) oder etwas Katzenstreu in das Aufbewahrungsgefäß gelegt werden. Dies beugt auch einem Pilzbefall vor. Die Lagerung sollte dunkel erfolgen.

Jede noch so gute Lagerung schützt nicht davor, dass die Samen früher oder später nicht mehr keimfähig sind. Manches Saatgut verliert die Keimfähigkeit bereits nach einem Jahr, dazu zählen die Vertreter der Gattungen Frailea und Astrophytum, über mehrere Jahre keimfähig bleibt Saatgut von z. B. Lithops, Ferocactus, den meisten Mammillaria-Arten und Ariocarpus.

Ein Saguaro sucht ein neues Zuhause.

Saguaro sucht ein neues Zuhause.“

Als das Künstler-Ehepaar vor einigen Jahren eine Kunst- und Naturausstellung „Leben unter heißer Sonne – Die Sonora-Wüste in den USA“ planten, durfte das Wahrzeichen der Sonora-Wüste, der Saguaro als Highlight der Ausstellung natürlich nicht fehlen.

Saguaro in der Ausstellung in Wiesbaden©Paulduro
Saguaro in der Ausstellung in Wiesbaden©Paulduro

Da Saguaros, besonders in einer stattlichen Größe, jedoch nicht gerade zu den einheimischen Pflanzen in Deutschland gehören, der Import aus USA schwierig, langwierig und sehr teuer ist stand fest:

Sie gestalten einen „Saguaro“ selbst!

Modelliert wurde der insgesamt 3,60 m hohe Saguaro aus einem besonders festen PU-Schaum. Der Rohling (Mittelteil, 5 große und 1 kleiner Arm) wurde in mehreren Arbeitsgängen mit Modelliermasse und Kunststoff bedeckt, um eine stabile Oberfläche zu erhalten. Die Kolorierung des Modells erfolgte mit hochwertigsten und lichtechten Künstlerfarben. Auf die Oberfläche wurde zum Schutz ein Firnis aufgetragen.

Das Auffälligste an Kakteen sind natürlich die Dornen, die auch bei unserem Saguaro nicht fehlen durften. Knapp 10.000 Stück, aus weichem Kunststoff, wurden in Handarbeit einzeln gesteckt!

Auch die Dornen wurden von Hand gefertigt und befestigt©Paulduro
Auch die Dornen wurden von Hand gefertigt und befestigt©Paulduro

Da jeder Saguaro auch diverse Mitbewohner hat, wurde zusätzlich noch ein kleiner Kaktuskauz modelliert, der in einer ausgedienten Specht-Höhle wohnt.

Im Kaktus wohnt auch ein kleiner Repro-Kauz©Paulduro
Im Kaktus wohnt auch ein kleiner Repro-Kauz©Paulduro

Gesagt – Getan: „Nach ca. 460 gemeinsamen Arbeitsstunden war der lebensnaher Saguaro fertig!“

Aktuell ist dieser Saguaro eingelagert. Da die Ausstellung nicht mehr gezeigt und aufgelöst wird.

Deshalb sucht die Fam. Paulduro für dieses exklusives Ausstellungsstück ein neues Zuhause. Er ist völlig pflegeleicht in der Haltung, braucht nicht gegossen werden, und das Beste: „Er sticht nicht!“ Allerdings verträgt er keine Wetterereignisse wie Regen oder Frost und kann daher nur in Innenräumen aufgestellt werden.

Der Saguaro mit seinem Künstler©Paulduro
Der Saguaro mit seinem Künstler©Paulduro

Es wäre doch wirklich sehr schade, wenn er sein Dasein weiterhin in einem Lagerraum fristen müsste.

Wer die Illusion der Sonora-Wüste im eigenen Heim komplettieren möchte, dem können sie noch einige Wüstenbewohner wie Gila-Monster, Westliche Diamantklapperschlange in Bronze oder als täuschend echte Schlange (Paulduro Repro-Plastik) anbieten.

Begleittiere für den Saguaro können auch erworben werden©Paulduro
Begleittiere für den Saguaro können auch erworben werden©Paulduro

Steckbrief

Maße:

Höhe 3,60 m

Arme: In ca. 2 m Höhe (5 große und 1 kleiner Arm)

Stammdurchmesser: ca. 45 cm an der dicksten Stelle

Befestigung:

Im Inneren des „Saguaros“ verläuft ein stabiles Metallrohr.

Der Fuß ist eine ca. 30 kg schwere Metallplatte mit einem stabilen Metallstab. Beim Aufstellen des Kaktus wird der Stab in das eingelassene Metallrohr eingeführt (Kaktus ist drehbar).

Kolorierung: Mit lichtechten Künstlerfarben

Dornen: Ca. 10000 Stück aus weichem Kunststoff

Höhle mit Kaktuskauz:

In ca. 3 m Höhe, fast an der Spitze des „Saguaros“, befindet sich eine künstliche Höhle mit einer Paulduro-Repro-Plastik „Kaktuskauz“. Die Eule ist zwar aus Kunststoff, aber dennoch extrem lebensecht. Sie ist frei modelliert und mit Künstlerfarben koloriert.

Kosten:

13.200,00 Euro zzgl. 7% MwSt. Transportkosten je nach Entfernung oder Abholung

Ernst Paulduro und Ursula Krabbe-Paulduro,
www.ernstpaulduro.de

info@ernstpaulduro.de

In vier Stunden zum Kakteengarten

Ist es Dir auch schon so ergangen?
Du schaust in Deinen Garten und die eine Ecke gefällt Dir nicht.
Da muss, was getan werden!
So geschehen bei Bekannten von uns.

Ein Wiesenstück, das nicht viel hermacht, soll zu einem Kakteengärtchen umgewandelt werden.©DornenProjekt.de

Da das Wiesenstück ein starkes Gefälle hatte, eignete es sich gut für einen Sukkulenten Garten mit winterharten Kakteen.
Es musste keine extra Drainage dafür gegraben werde.

Skizzen helfen oft weiter.

Beschäftigst Du Dich auch mit so einem Gedanken?
Dann solltest Du am besten erst mal eine Skizze zeichnen und damit dann eine Einkaufsliste erstellen.

Eine Skizze erleichtert die Planung des Projekts©Kaktusmichel.de

Materialbeschaffung.

Danach sondieren, wo bekomme ich mein Material her?
Und welche Mengen brauche ich dazu?

Immer bedenken, kann ich das alles selbst besorgen und transportieren? Sonst kommen  noch zusätzliche Kosten für den Transport hinzu!

Einkaufsliste©Kaktusmichel.de

Erst alles besorgen, dann Arbeiten.

Beginne aber besser erst mit der Arbeit, wenn Material und Pflanzen bereitliegen.
Es gibt nichts Schlimmeres, als fehlendes Baumaterial bei Arbeitsbeginn.
Schon ist Deine Arbeitswut verraucht 🙂

Mulchfolie stoppt den Unterbewuchs, damit nicht gleich wieder Unkräuter im Beet stehen ©DornenProjekt.de

Mulchfolie gegen Unkräuter.

Damit nicht der ganze Rasensoden abgegraben werden muss,
kam eine Unkrautvlies als Untergrund zum Einsatz!
Das Vlies wurde bis unter die Mauersteine verlegt und zusätzlich mit Erdankern gesichert. An Nahtstellen gut überlappen ca. 20 cm.

Aufteilung in kleine Parzellen ©DornenProjekt.de

Um ein Abrutschen des Substrats zu verhindern, legte ich mehrere Parzellen an. Die einzelnen Abschnitte wurden mit den behauenen Mauersteinen abgeteilt. Anschließend, mit durchlässigem Kakteen-Substrat aufgefüllt.

Wie in einem Weinberg wird die Steillage so überbrückt ©DornenProjekt.de

So arbeitet man sich langsam von oben nach unten.

Einpflanzen und abdecken mit Schotter kann in einem Arbeitsgang erfolgen©DornenProjekt.de

Abdecken des Kakteen Substrats.

Zum Abdecken der durchlässigen Erde wurde ein grober Schotter verwendet. Dieser wurde in der Farbe passend zu den Mauersteinen ausgewählt.
Am besten erst die Pflanzen einsetzten und anschließend den Schotter um die Pflanzen auffüllen.

Fertig bepflanzt zum Wachsen bereit©DornenProjekt.de

Nach 4 Stunden war das Kakteengärtchen fertig.

Im Laufe der Jahre wird es dichter zusammenwachsen und somit immer schöner werden.

Ich wünsche Heike und René  viel Spaß mit dem kleinen “Mexikogarten”.

Euer Kaktusmichel

P.s.
Im Juni konnte man schon die ersten Blüten bewundern, siehe unten

Kakteenhumor 2020

Es gibt ihn wieder den neuen Wandkalender für 2020.
Die erste Ausgabe des Kalenders erschien im Jahre 2000.
Somit kannst Du die 20. Ausgabe unseres Kalenders in den Händen halten.
Uns freut natürlich auch die steigende Beliebtheit dieses Werkes.

Lasst Dir Kakteenhumor 2020 nicht entgehen!
Für jeden Monat ein schönes Kakteen- oder Sukkulentenbild, eine Karikatur rund um unser Hobby, ein paar gute Sprüche und eine Anleitung für die Pflege unserer Lieblinge.

Kakteenhumor 2020
Broschürenkalender gelocht
28 Seiten
7,50€ plus Porto

Verkauf solange der Vorrat reicht. Also zugreifen, bevor er wieder vergriffen ist.

Bestellung über unseren Shop oder einfach in der Gärtnerei abholen

Die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Juni

Unsere Kakteen und Sukkulenten befinden sich in der Hauptwachstumszeit.
Wer seine Pflanzen in einem Gewächshaus pflegt sollte Fenster und Türen auch nachts geöffnet lassen.
Somit haben wir genügend Temperaturabsenkung und unsere Pflanzen können nach oft schon sehr warmen Tagen aufatmen.
Diese Gegebenheit führt auch dazu, dass mehr Wasser und Dünger von den Sukkulenten verbraucht wird.

Aber beim Gießen dennoch Vorsicht, Staunässe wird von den wenigsten vertragen.

Echinocereus blankii Hybride ©Kaktusmichel.de

Stecklingsschnitt bei Kakteen und anderen Sukkulenten.

Ab jetzt können durch die milderen Temperaturen auch Stecklinge geschnitten werden. Während Kakteen in der Kultur meist über Samen vermehrt werden, ist bei einigen anderen Sukkulenten eine vegetative Vermehrung lohnenswerter.
Mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere ist schnell ein Ableger abgeschnitten. Sehr wichtig aber ist die vorherige Reinigung des Werkzeuges mit etwas Alkohol (z. B. Spiritus), da mit keine Krankheitserreger von Pflanze zu Pflanze übertragen werden. Nur gesunde Triebe für die Stecklingsvermehrung auswählen!

Auch große Kakteen können abgeschnitten werden, zwecks einer Neubewurzelung.
Auch große Kakteen können abgeschnitten werden, zwecks einer Neubewurzelung.

 

Aber auch zu lang gewachsene Kakteen können jetzt abgeschnitten werden. Für Kakteen, die zu lang werden, sich auf die Seite legen, wie es manchmal bei Mammillaria-Arten vorkommt, und nur durch Festbinden an Stäben noch zu einem senkrechten Wachstum gezwungen werden können, kann die Kürzung wieder zu einem ansprechenden Erscheinungsbild führen.
Diese Prozedur eignet sich auch für Pflanzen, die von
unten stark verkorken und nicht mehr schön aussehen
.

Den unteren Stumpf sollte man weiterkultivieren, da sich an diesem oft neue Sprosse bilden, die ab einer gewissen Größe
wieder als Ableger abgenommen und bewurzelt werden können.

Bei großen Schnittflächen an Säulenkakteen wird beim Kopfstück der Stumpf zusätzlich etwas angespitzt, um eine gute Wurzelbildung aus dem Leitbündel zu erzielen. Nach dem Schnitt die Schnittfläche zur Desinfizierung mit Aluminiumpulver, Kohlestaub oder Zimtpulver bestäuben.
Die Schnittstellen der Stecklinge und Abschnitte müssen gut
abtrocknen, was je nach Pflanzendurchmesser zwischen ein paar Stunden und mehreren Tagen oder Wochen dauert, bis sie in neues Substrat gesteckt werden.

Bei Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia) die Schnittstelle in Wasser tauchen, bis kein Milchsaft mehr austritt, danach abtrocknen lassen.

Wenn die Schnittstelle gut trocken ist, einen Topf mit durchlässigem Substrat oder auch reinem Vogelsand, der als Einstreu bei Ziervögeln Verwendung findet, füllen. Vogelsand hat sich als Bewurzelungssubstrat für Kakteen und Sukkulenten gut bewährt. Scheinbar wirkt das zugesetzte Anisöl als Desinfektionsmittel und Stimulator für die Wurzelbildung.

Die Stecklinge werden nach dem Abtrocknen in das Bewurzelungssubstrat gesteckt und an einem warmen, aber nicht
vollsonnigen Platz aufgestellt. Ich besprühe die Pflanzen dann öfters und gieße nach ein, zwei Wochen erstmals leicht an. Nicht
übermäßig feucht halten! Nach einiger Zeit bilden sich neue Wurzeln und das Wachstum beginnt.

Neuen Pflänzchen können bei den anderen Sukkulenten, auch aus sogenannten Blattstecklingen  gewonnen werden, beispielsweise bei den Gattungen Echeveria, Gasteria, Haworthia und Adromischus. Dafür einzelne Blätter abdrehen oder
schneiden. Die weitere Vorgehensweise ist die gleiche wie bei den geschnittenen Stecklingen.

Euphorbia milii©Kaktusmichel.de

Einige lieben eher den Schatten

Nicht alle Kakteen fühlen sich im Sommer auf dem sonnigen Fensterbrett wohl. Gerade die sogenannten Oster- und Weihnachtskakteen (Rhipsalidopsis und Schlumbergera) lieben nicht die pralle Mittagssonne. Entweder es wird um diese Zeit etwas schattiert oder wer einen Garten hat, sollte diese Pflanzen lieber über Sommer im Halbschatten dort aufstellen.
Auch für Rhipsalis und Tillandsien trifft dies zu.

Tillandsia jucunda©DornenProjekt.de

Vorsicht vor der Sciaramücke

Wer sonstige Zimmerpflanzen neu gekauft hat, erlebt oft das Trauermücken (Sciaramücke) mit diesen eingeschleppt wurden. So mancher verwechselt sie mit Fruchtfliegen die gerne auf reifem Obst sitzen, dies Art bevorzugt aber die Blumenerde.
Die Fliegen sind nur lästig, gefährlicher ist die Larven dieser Insekten, den sie ernähren sich nicht nur von nicht zersetzten Teilen in der Substrat.
Die kleine durchsichtigen Würmchen können auch Kakteen befallen, entweder wenn diese noch sehr klein sind oder eine Faulstelle den Eintritt erleichtert, aber auch die Wurzel schmecken ihnen. Vorbeugend sollte das Substrat nicht dauerfeucht gehalten werden, dies begünstigt die Vermehrung der Schadinsekten.

Anhand von Gelbtafeln erkennt man, ob größere Mengen der kleinen schwarzen Fliegen unterwegs sind.
Diese Fallen sind aber mehr oder weniger nur ein Anzeiger (Monitoring) für den Befall, außerdem wirken sie nur gegen die erwachsenen Tiere nicht gegen die Larven.
Für erste und schnelle Hilfe sorgt ein einfaches Fliegenspray aber nicht so dicht an den Pflanzen anwenden sonst kommt es durch das Treibgas schnell zu Verkühlungen.

Es wirken auch Systemische Gifte, die es zum aufstreuen oder angießen gibt.
Als biologische Schädlingsbekämpfung haben sich bestimmte Nematoden als nützlich erwiesen. Diese werden dem Gießwasser beigegeben, diese Fadenwürmer dringen in die Trauermückenlarven ein und dekontaminieren sie mit symbiontischen Bakterien, an denen die Schädling in 1-10 Tagen erliegen. Bei größeren Anlagen werden oft auch Raubmilben (Hypoaspis miles) eingesetzt, die zudem noch andere Schädlinge in Schach halten.

Gut bewährt hat sich auch der Einsatz
von Bacillus thuringiensis israelensis (Bti),
der bei höheren Temperaturen erfolgreicher ist, als der Einsatz von Nematoden.
Bti ist in Mitteln enthalten, die zur Bekämpfung von Stechmückenlarven in Regenwasser
tonnen oder Teichen angeboten werden

Eine weiter elegante Art der Bekämpfung ist mit Hilfe von Fettkrautpflanzen (Pinguicula), die zwischen die Töpfe gestellt werden, die Fliegen abzufangen. Diese Fleischfressenden Pflanzen sehen schön aus, blühen fast das ganze Jahr und kommen auch mit starker Sonneneinstrahlung klar, wenn ihnen nur genügend Feuchtigkeit geboten wird.

Opuntia azurea©Kaktusmichel.de

Selbst mal Bienchen spielen.

Viele Blüten an unseren Pflanzen verleiten dazu, es einmal mit einer Bestäubung zu versuchen.
Erst müssen wir uns im klaren sein,
geht es uns um eine Arterhaltung oder wollen wir einen Bastard erzeugen. Bei einer Artreinen Weitervermehrung brauchen wir zwei Pflanzen von der gleichen Gattung und Art. Kommt es nicht auf die Artreinheit des Aussaatmaterials an, oder wir möchten gerne eine neue Kulturform erzeugen, dann können wir versuchen zwei Blüten die gerade an unseren Kakteen geöffnet sind zu bestäuben. Die besten Erfolge haben wir wenn beide Pflanzen aus der gleichen Gattung und Art stammen. Oft gelingt so, Hybriden innerhalb einer Gattung zu erzielen. Eine Bestäubung zwischen unterschiedlichen Gattungen gelingt nicht immer, es ist schwieriger oder kann auch misslingen.

Trichocereus terscheckii©Kaktusmichel.de

Nach einer erfolgreichen Bestäubung verdickt sich die Blütenröhre, bis die Frucht fertig ausgebildet ist. Die Frucht
muss vollständig ausgereift sein, bevor es an die Ernte geht. Manche Früchte platzen auf, wenn sie reif sind, und die Samenkörner werden sichtbar, andere ändern bei Reife die Farbe oder die Frucht lässt sich leicht von der Pflanze lösen. Die
Fruchtreife kann nach einem oder gar erst nach zwölf Monaten eintreten, dies ist von Art zu Art unterschiedlich

Dokumentation beim Bestäuben.

Eins sollte aber beachtet werden: Sobald man Hybriden erzeugt, sind die Kreuzungspartner zu dokumentieren damit auch spätere Besitzer solche Nachkommen eine Vorstellung von den Elternpflanzen haben, und die Pflanze nicht als scheinbar Artrein weitergegeben wird.

Bei der Bezeichnung der Kreuzung wird als Erstes die Mutterpflanze (der Samenträger) genannt, danach
der Vater (Pollenspender), dazwischen steht ein „ד als Symbol für die Kreuzung, also z. B.
Rebutia heliosa × Rebutia albiflora.

Doch sollte nicht vergessen werden, auch weiterhin artreine Bestäubungen vorzunehmen, damit ein bewusster Artenschutz stattfinden kann und der Druck auf die Naturstandorte nachlässt. Für Samen und Pflanzen, die in Kultur in größerer Anzahl erzeugt und angeboten werden, erübrigt sich die Entnahme aus der Natur.

Rebutia spec.©Kaktusmichel.de

Selbstfertil oder Selbststeril?

Ob wir zwei Pflanzen brauchen hängt auch davon ab, ob die zu bestäubende Pflanze selbstfertil oder selbststeril ist. Die selbsterilität verhindert die sogenannte Autogamie (Selbstbestäubung).
Selbststerilität ist im Pflanzenreich mehr vertreten, somit auch bei den Kakteen, da diese Art der Bestäubung zu mehr Samen führt und eine bessere Weiterentwicklung der Individuen erlaubt.
Unter anderem sind bei Astrophytum, die meisten aus der Gattung Copiapoa und Echinocereus selbststeril.

Anders sieht es bei selbstfertilen (selbstbestäubenden) Pflanzen aus, dann genügt es schon wenn zwei Blüten am Kaktus geöffnet sind und wir bestäuben diese gegenseitig.
Dies finden wir zum Beispiel bei Pflanzen aus der Gattung Austrocactus, Aztekium, Blossfeldia aber auch bei einzelnen Arten in der Gattung Mammilaria.
Eine andere Art der Selbstbefruchtung nennt man kleistogam dieses finden wir zum Beispiel bei Ipomea purpurea und den meisten Fraileen, dies erlaubt das die Blüten bei ungünstigen Witterungsverhältnissen, sich ohne zu öffnen selbst bestäuben können, indem der Stempel durch die Pollen wächst, diesen aufnimmt und sich so bestäubt.

Manches mal finden wir in Pflanzenbeschreibungen einen Hinweis ob die Pflanze selbstbefruchtent ist oder einen anderen Bestäuber braucht. Sonst helfen nur Selbstversuche.

Wie funktioniert eine Bestäubung.

Wenn sich eine Blüte öffnet, sind die Pollen nicht
sofort reif. Oft muss man mehrere Stunden warten, bis die Pollensäckchen aufreißen und die Pollenkörner frei geben.
Dann den reifen Pollen mit einem Pinsel, einem Wattestäbchen oder einer Pinzette vorsichtig von dem Pollenträger abnehmen
und auf der Narbe (Stempel) der zu bestäubenden Pflanze aufbringen. Zuvor sollte das Werkzeug gesäubert worden sein, um sicherzustellen, dass man nicht ungewollt Pollen einer anderen Art überträgt.

Reizbestäung

Wer nur eine Pflanze hat und diese auch noch selbststeril ist, aber dennoch unbedingt Samen ernten will, kann auch einen Versuch mit der sogenannten Reizbestäubung starten. Mit diesem Vorgang
kann es gelingen, die Sperre zu überwinden, die normalerweise verhindert, dass eine selbststerile Pflanze mit sich selbst oder zwei unterschiedliche Gattungen untereinander bestäubt werden
kann. Insekten erreichen dies durch das Pollengemisch, welches sie am Körper herumtragen, manchmal zufällig.

Wir können diesen Versuch auch selbst durchführen, indem wir mit einem Pinsel etwas Zementstaub auf die Narbe der zu bestäubenden Blüte aufbringen. Der Zementstaub kann die Selbststerilität aufheben. Nach etwa 2 Minuten wird der Pollen des Bestäubungspartners mit auf die Narbe aufgetragen. Wenn man Glück hat, gelingt nun die Befruchtung.

Samenkapseln an Notocactus floricomus©Kaktusmichel.de


Bei
einer Erfolgreichen Bestäubung verdickt sich die Blütenröhre bis die Frucht fertig ausgebildet ist. Die Samenkapsel muss vollständig ausgereift sein bevor es an die Ernte geht. Manchmal erkennt man es daran, dass sie aufplatzt und der Samen sichtbar wird. Oder die Farbe sich verändert und die Frucht sich leicht von der Pflanze ablösen lässt. Die Samenreife kann nach einem oder gar erst nach zwölf Monaten eintreten, dies ist von Art zu Art unterschiedlich.

Samen reinigen

Die Samen müssen jetzt gereinigt, das heißt vom Fruchtfleisch befreit, werden. Je nach Gattung ist das leichter oder schwerer zu bewerkstelligen. Einige werden trocken und nur noch eine Papierartige Hülle hindert den Samen daran auszufallen.
Bei Turbinicarpus, Astrophytum und Ariocarpus ist der Samen nach der Fruchtreife nicht mehr mit dem Fruchtfleisch verbunden. Sondern bereits trocken und kann einfach ausgeschüttelt werden. Ein entfernen der Schmutzpartikel genügt und wir haben sauberes Aussaatmaterial.
Andere habe die Samen in saftigem Fruchtfleisch eingepackt, damit es in der Natur über Tiere weiterverbreitet wird. Deshalb ist zum Beispiel bei Echinocereus, Mammillaria und Echinopsis die Reinigung etwas aufwendiger. Hier muss der Samen erst vom anhaftenden Fruchtfleisch befreit werden. Meist geschieht dies durch auswaschen in einem Sieb oder Leinen Beutelchen und anschließenden Trocknen. Ist weniger Fruchtfleisch an den Samen, kann es auch genügen die Samen zwischen zwei Papiertüchern hin und her zu reiben.

Samen von Kakteen lagern.

Ein anschließendes Beizen der Samen halte ich nicht für unbedingt notwendig. Wer dies aber als Vorbeugung gegen Pilze tun möchte, nimmt dazu Kaliumpermanganat, es genügt eine kleine Menge von diesem Pulver, wenn sich das Wasser leicht verfärbt genügt die Dosis schon. Man kann sich aber auch eine 1% Lösung fertig kaufen. Die Samen in dieser Lösung schwenken und danach trocknen lassen. Jetzt lagern wir den Samen noch für 4-6 Wochen an einem kühlen aber luftigen Ort, damit die Keimsperre im Samenkorn abgebaut wird. Die Keimsperre ist notwendig, damit die Körner nicht schon in der Fruchtkapsel zur Keimung kommen.
Wer Samen länger lagern möchte sollte eines bedenken auch bei idealen Verhältnissen gibt es Arten die schon nach kurzer Zeit ihre Keimfähigkeit verlieren dazu gehören Frailea und auch Astrophytumsamen, über mehrere Jahre Keimfähig bleiben zum Beispiel Lithops, großsamige Mammilarien und Ariocarpen.

Mehr Tipps in unserem Buch.

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

 

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