Sulcorebutia

Ihren Namen bekam die Gattung Sulcorebutia wegen einer angeblichen Furche oberhalb der Areolen.

Dies ist aber von mir noch nicht so genau untersucht worden.

Backeberg beschrieb aus diesem Grund 1951 diesen Genus als ‚Furchenrebutia‘.

Der Name ist zusammengesetzt aus dem lateinischen Worten sulcos für „Furche“ und Rebutia (eine Gattung die nach Pierre Rebut benannt wurde) da die Blüten und der Habitus dieser Kakteengattungen ihm ähnlich erschienen.

Sulcorebutien in Blüte©Kaktusmichel.de

Seit Bestehen dieser Genre werden immer wieder Zweifel angemeldet, ob es gerechtfertigt sei ihre Selbstständigkeit beizubehalten.

So werden Weingartia oder Rebutia verwandtschaftliche Ähnlichkeiten unterstellt.
Da zurzeit noch keine endgültigen Beweise, auch auf Basis von DNA-Untersuchungen, gegen diese Gattung sprechen, werde ich den Gattungsnamen weiterhin beibehalten.

Sulcorebutia breviflora©DornenProjekt.de

 

Für den Laien sind die meisten zu dieser Gruppe gehörenden Pflanzen gut an den ovalen oder langezogenen, verlängerten Areolen zu erkennen.

Erkennungsmerkmal, die ovalen langezogenen Areolen.

Der Körper der meisten Arten, die zu dieser Gattung zählen, ist eher klein und kugelförmig oder kurz-zylindrisch. Aber es kommen auch Individuen vor, die einen Durchmesser von bis zu 20 cm erreichen können.

Diese Kakteen haben oft rübenartige Wurzeln.

Die Wurzeln sind faserig oder rübenförmig ausgebildet. Diese Rüben können, wenn man ihnen Platz gibt, bis zu 50 cm lang werden. Sie dienen dazu lange Durststrecken in der Natur zu überwinden. Außerdem können Sulco’s aus diesen verdickten Wurzeln wieder neu austreiben, wenn sie im Habitat von z.B. Ziegen abgefressen wurden. In Kultur können diese langen Austriebe auch eingekürzt werden ohne der Pflanze zu schaden.

Sulcorebutia flavissima©DornenProjekt.de

 

Die spiralförmig angeordneten Rippen sind in flache Höcker unterteilt.

Aus den langgezogenen Areolen wachsen die meist kammartig angeordneten Dornen, ohne Mitteldornen. Blüten sind unbehaart, trichterförmig, weiß, gelb, orange, rot oder auch lila mit allen Zwischentönen, manchmal auch geflammt oder mehrfarbig.
Die Früchte haben etwa 5 mm Durchmesser, reißen bei der Fruchtreife auf oder trocknen einfach ein und zerfallen bei Berührung.
Sulcorebutien kommen ausschließlich in Bolivien vor. Dort findet man sie in der Hauptsache im Bergland östlich des Andenhauptkammes auf 1.200 bis 3.500 m Höhe.

Sulcorebutia totorensis©DornenProjekt.de

 

Die Kultur ist recht einfach und auch für Kakteenanfänger gut geeignet.

Wer die Möglichkeit hat, der sollte die Pflanzen über die Sommerzeit im Freien kultivieren. Da sie in höheren Lagen beheimatet sind, bekommt ihnen stehende Luft im Gewächshaus nicht so gut. Auch zu warm überwinterte Exemplare kommen nicht oder nur schwer zur Blüte.
Besser ist es diese Pflanzen bei 3 bis 8 °C und trocken, im Winter zu halten.
Eine Vermehrung kann durch abtrennen und bewurzeln von Sprossen oder über Samen erfolgen.
Die Keimung des Saatguts erfolgt bei Zimmertemperatur nach 2 bis 3 Wochen.
Einige Arten dieser Gattung findest Du in meinem Shop
oder in noch größerer Auswahl in der Gärtnerei.

Happy Kaktus

‚Happy Kaktus‘ dem kann ich nur zustimmen.
Nicht nur, weil heute die Sonne scheint, sondern da ich gerade wieder einen kleinen Ratgeber für unser Hobby gelesen habe.
Das Buch mit dem Titel Happy Kaktus ist im DK Verlag erschienen.

Happy Kaktus©DK Verlag München

Als Berater, für diese Lektüre wurde niemand geringeres als John Pilbeam zu rate gezogen.
Pilbeam ein Kakteen- und Sukkulentenspezialist ist bekannt durch seine schon über 20 Bücher die sich mit unserem Hobby beschäftigen unter anderem über Mammillara und Haworthia.
Das Buch ist sowohl für Neueinsteiger als auch für semiprofessionelle, begeisterte Kakteen- und Sukkulentenliebhaber geeignet.

Was mir als Erstes auffiel ist, die modern präsentierte Vorstellung der Gewächse. Das Inhaltsverzeichnis ist für jede beschriebene Pflanze mit einem Bild versehen. Das erleichtert das Auffinden ohne Namenskenntnis schon ungemein. Danach wird mit Mythen über unsere Sukkulenten aufgeräumt. Beispiele dazu, nicht alle Kakteen sind Wüstenpflanzen oder Kakteen müssen doch gewässert werden.

Happy Kaktus©DK Verlag München

Dann werden eine Auswahl von 106 pflegeleichten Kakteen und Sukkulenten in je einer Doppelseite vorgestellt.

Happy Kaktus©DK Verlag München

So einfach und einprägsam habe ich das noch nicht gesehen. Jeder findet auf Anhieb alle Tipps zum Wuchs, Wässern, Standort, Düngen, Vermehrung usw. zur vorgestellten Pflanze.
So wünscht man sich einen Ratgeber!
Ich finde, es ist ein gelungenes Einsteiger Buch, da vergebe ich gerne 5 von 5 Happy Kaktussen.

Happy Kaktus
12,95€

ISBN 978-3-8310-3635-6
DK Verlag
Erschienen im Oktober 2018
144 Seiten, 157 x 199 mm
Über 370 Fotografien und Illustrationen

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Februar

Pflegemaßnahmen im Gewächshaus:

In den letzten Jahren verzeichneten wir in Deutschland oft schon im Februar sonnenreiche Wochen, die für einen guten Blütenansatz bei den Kakteen sorgten.

Das erste mal gießen der Kakteen.

Sollte die Wetterlage es zulassen, können schon ab Mitte des Monats die seit Anfang des Winters trocken stehenden Kakteen und Sukkulenten morgens leicht gegossen oder eingenebelt werden. Das Wurzelwachstum wird dadurch angeregt, außerdem die Pflanzen von Staub befreit.

Danach das Gewächshaus bei sonnigem Wetter und Plus-Temperaturen über die Mittagszeit lüften.

Crassula ovata, der Geldbaum, blüht von Dezember bis in den Februar ©Kaktusmichel.de

Gefahren durch Luftfeuchtigkeit.

Die erhöhte Luftfeuchtigkeit sollte sich nicht zu lange im Gewächshaus halten, da dies sonst zu Pilzbefall führen kann.
Auch wird die Vermehrung von Schmierläusen, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Wollläuse bezeichnet, durch die warmen Temperaturen begünstigt. Deshalb regelmäßig lüften und den Ventilator einschalten.

Mehr und weniger Wasser.

Insbesondere Sukkulenten mit dicken Blätter, die epiphytischen Kakteen und die Agaven vertragen jetzt schon eine kräftigere Wassergabe. Bei einigen schwer blühenden Echinocereen und Tephrocacteen hat es sich bewährt, diese erst zu gießen, nachdem ein Knospenansatz zu sehen ist. Wenn es auch für Pfleger und Pflanze eine Quälerei bedeuten mag – der Erfolg heiligt die Mittel. Es ist aber jedem selbst überlassen, ob man dieses Prozedere einsetzen möchte. Vielleicht hilft auch ein neuer Standplatz.

Echevrien blühen den ganzen Winter ©Kaktusmichel.de

Noppenfolie gegen Ende des Monats entfernen.

Wer sein Gewächshaus im Herbst mit Noppenfolie isoliert hatte, sollte diese gegen Ende des Monats, oder wenn das witterungsbedingt noch nicht möglich ist, spätestens im März entfernen. Dies sollte an einem trüben Tag erfolgen, um einen Sonnenbrand der Pflanzen zu verhindern. Eine zu spät entfernte Folie verhindert, dass sich die Pflanzen allmählich an kräftigere Sonneneinstrahlung gewöhnen und kann daher zu Verbrennungen an den Pflanzen führen oder sie sogar ganz vernichten.

Arbeiten in der Zimmerkultur:

Die Pfleglinge, die an einem kühlen und dunkleren Platz überwintert haben, können bereits im Laufe des Monats ans helle Fenster geräumt werden. Auch hier ist darauf zu achten, dass dies an einem trüben Tag erfolgt, damit die Pflanzen sich allmählich an die Sonne gewöhnen können. Eventuell vorübergehend eine leichte Schattierung am Fenster anbringen.

Sedum palmeri, bei trockener Überwinterung verträgt er sogar Frost ©Kaktusmichel.de

Vorsicht beim Lüften im Zimmer.

In der Zimmerkultur kann schon Anfang Februar mit dem Gießen begonnen werden, denn je nach Wetterlage kann es hinter dem Fensterglas schon sehr warm werden. Wer bei frostigen Außentemperaturen lüftet, sollte die Pflanzen vor Schäden durch eisige Zugluft schützen. Dazu kann man im unteren Bereich des gekippten Fensters eine zusammengefaltete Zeitung einklemmen. Stehen die Pfleglinge im Keller, am Ende des Monats leicht angießen, aber nur, wenn die Pflanzen kurz darauf an einen hellen Fensterplatz ausgeräumt werden.

Euphorbia aeruginosa, wie viele andere Euphorbien blüht sie im zeitigen Frühjahr ©Kaktusmichel.de

Aussaat schon möglich.

Wer ein Zimmergewächshaus besitzt, vielleicht sogar mit Heizkabel oder einer sonstigen Wärmequelle, kann Ende des Monats mit der Aussaat von Kakteen und anderen Sukkulenten beginnen. Die Samenkörner nicht mit Substrat bedecken, denn Kakteen und die allermeisten Sukkulenten sind Lichtkeimer. An einem hellen Platz, aber nicht zu sonnig, wachsen die Sämlinge zügig heran. Es ist immer ein besonderes Erlebnis zu beobachten, wie sich die winzigen Pflänzchen entwickeln.

Kakteensämlinge Lobivia ferox ©Kaktusmichel.de

Auf Schädlinge achten.

Pflanzen weiterhin auf Schädlinge kontrollieren. Ein Befall durch Spinnmilben oder durch Wollläuse fällt jetzt an geschwächten Pflanzen oder beim Umtopfen auf. Meist ist in diesen Fällen ein Abbrausen mit einer Mischung aus 10 ml Schmierseife und 10 ml Spiritus auf einem Liter Wasser nützlich. Die Umgebungstemperatur sollte dabei nicht unter 15 °C liegen.

Aloe arborescens ©Kaktusmichel.de

Es darf noch umgetopft werden.

Weiterhin ist eine gute Zeit für das Umtopfen, aber in trockenes Substrat achten. Und wie immer erst nach 14 Tagen das erste mal gießen.

Auch im Topf lauern Schädlinge.

Gerade beim umtopfen können wir die  Pfleglinge und das Substrat auf Wurzelläuse überprüfen. Wurzelläuse sind Schmierläuse, die im Wurzelbereich der Pflanzen vorkommen. Einige Arten haben sich auf die Wurzeln spezialisiert, andere kommen sowohl an unter- als auch oberirdischen Pflanzenteilen vor. Einen Befall durch Wurzelläuse erkennt man am weißen Belag an den Topfwänden und am Wurzelballen.

Biologisches Bekämpfungsmittel.

Bei Befall mit Wurzelläusen kann man den Wurzelballen kleinerer Pflanzen in Rainfarnbrühe tauchen, bei größeren Pflanzen damit gießen. Zum Ansetzen in einem Eimer einen Teil getrockneten Rainfarn mit zehn Teilen Wasser übergießen und einen halben Tag stehen lassen. Danach diese Brühe aufkochen, die Blätter absieben und die Brühe abkühlen lassen. Wer im Sommer frischen Rainfarn hat, nimmt 300 g frisches Kraut und zehn Liter kaltes Wasser. Diese Mischung 24 Stunden stehen lassen, danach filtern und kurz aufkochen. Den fertigen Sud in einem Mischungsverhältnis ein Teil Sud zu zwei Teilen Wasser verwenden.

Rainfarn
Rainfarnsud-Tanacetum vulgare, mögen Wurzelläuse nicht.

Syntetische Gifte.

Alternativ bieten sich systemisch wirkende, chemische Pflanzenschutzmittel (Wirkstoffe Acetamiprid oder Dimethoat) an, die in Granulatform beim Umtopfen dem Substrat zugesetzt oder als Sticks in das Substrat gesteckt werden. Diese entfalten ihre Wirkung aber erst dann, wenn wieder gegossen wird.

Stecklinge schneiden.

Jetzt ist schon der Zeitpunkt um Stecklinge von den anderen Sukkulenten zu schneiden. Die Abschnitte im Zimmer kurz abtrocknen lassen und dann in mild feuchtes Substrat stecken. Nach ca. zwei Wochen ab und zu kurz überbrausen, und schon sprießen die neuen Wurzeln.

 

Echeveria perezcalixii

Die Gattung Echeveria aus der Familie der Crassulaceae trägt ihren Namen zur Ehren von Atanasio Echeverria, einem botanischen Zeichner aus Mexiko.

Diese Pflanzenfamilie wurde 1828 durch Augustin Pyramus de Candolle aufgestellt. Die Gattung besteht etwa aus 140 Arten.
Circa 95% davon wachsen in Mexiko. Die meisten Individuen dieser Sukkulenten kommen nur in begrenzten Gebieten vor, also endemisch.

Dazu gehört auch Echeveria perezcalixii.

Diese wurde im Dezember 2008 gefunden und 2010 von Jimeno-Sevilla und P. Carrillo in der Brittonia Vol.62 Nr.4 beschrieben.

Echeveria perezcalixii-©Kaktusmichel.de

Aufgrund dieser endemischen Vorkommens,

in der südlichen Sierra Madre Occidental (Bundesstaaten Jalisco, Nayarit und Zacatecas) in Mexiko wird es als neue Art bezeichnet. Das Verbreitungsgebiet liegt auf eine Höhe von 200 bis 2000 Metern über dem Meeresspiegel, in Eichen- und Kiefernwäldern.

Sie wird mit Echeveria fulgens verglichen,

von der sie sich unter anderem, durch ihre stiellosen, leicht bereiften Blätter mit helleren Rändern und durch die längeren Blütenstiele und Kelchblätter unterscheidet.

Echeveria-perezcalixii-Blütenstand©Kaktusmichel.de

Ein sonniger Standort sorgt für einen gedrungenen Wuchs und eine schöne Blattfärbung.

Zu große Pflanzen können zurückgeschnitten und als Stecklinge für die Vermehrung verwendet werden.

Als Substrat dient Blumenerde mit Sand, Tongranulat, Bims.

Aber normale Kakteenerde mit etwas mehr Humusanteil ist auch sehr gut geeignet.
Im Sommer nicht zu trocken halten. Gießen bis zum Ende der Blüte, was sich bis in den Januar hineinziehen kann. Im Winter oder bei kühlen Temperaturen nicht über das Laub gießen, sonst kann es zu Fäulnis kommen.
Schädlinge sind in der Hauptsache Wollläuse, die zwischen den Blattachseln sitzen oder schwarze Bohnenläuse an den Blüten.

Auch wenn der Laie Echeveria sehr oft mit den Dachwurz (Sempervivum) verwechselt, eine Echeveria ist nicht frosthart!

Bevor die ersten Fröste ins Land ziehen muss man die Sommergäste vom Garten in einen geschützten Raum bringen.
Am besten in einen frostfreien, hellen Raum (Temperatur um die 6 °C) oder zumindest an ein helles Fenster stellen. Nur bedenken:

Je niedriger die Temperatur, desto weniger gießen!

Bei den erwähnten 6 °C reicht es alle 6 bis 8 Wochen, wenn die Pflanzen wärmer stehen, dann öfters. Die Vermehrung von Echeveria ist recht einfach: Entweder über den reichlich gebildeten, staubfeinen Samen oder über Blatt- und Kopfstecklinge von zu groß gewordenen Exemplaren. Diese bilden willig neue Wurzeln aus.

Kaktus zähmen leicht gemacht

Das heutige Buch das ich Euch vorstellen möchte, hat meine Aufmerksamkeit erregt, wegen des Titels:

Kaktus zähmen leicht gemacht.
Der kleine Ratgeber für wohlerzogene Kakteen und Sukkulenten.

 


Meine erste Eingebung, da hat jemand etwas satirisches zu unserem Hobby geschrieben.
Aber beim Durchblätter stellte ich fest, es geht doch in der Hauptsache um Beschreibungen und Pflegehinweise von Kakteen und Sukkulenten.

Nach einer kurzen Einführung mit Grundlagen über Vermehrung, Pflanzgefäße und Vermeidung von Pflegefehlern, geht es schon an die Vorstellung der 50 Lieblingssukkulenten des Autors.
Hier fällt auf, dass es kein Buch mit Fotografien ist, sondern alle Pflanzen werden gezeichnet vorgestellt.

Viele der Zeichnungen sind durchaus ansprechend gestaltet und würden sich auf Dekorations­gegenständen gut machen. Jedoch stimmt das gezeigte nicht immer mit dem Habitus der tatsächlichen Pflanzen überein.

Ein Anfänger in diesem Hobby wird sich sicher öfters schwer tun das Sukkulent an Hand der naiven Malerei zu identifizieren.

Wer schon die eine oder andere vorgestellte Pflanze sein eigen nennt, kann über den Namen eine Pflegeanleitung in diesem Ratgeber finden. Nur sollte man auch hier ein paar Abstriche machen.

So kann man bei einem Echinocactus grusonii, in unseren Breiten, nicht nach 10-20 Jahren eine Höhe von 1-1,20m erwarten und dann auch noch Blüten in gelb, weiß, rosa oder rot. Er kann nur gelb und braucht dafür etwa 40-50 Jahre. Keine Angst dieser Kaktus wird nicht nur 30 Jahre alt, unserer ist schon 120 (Erbstück) und erfreut sich immer noch bester Gesundheit.

Wer sich noch ein bisschen zusätzlich informiert, wird mit den vorgestellten Kakteen und anderen Sukkulenten sicher seine Freude haben. Das Buch ist ein schönes Mitbringsel für angehende Liebhaber dieser außergewöhnlichen Pflanzen.

Zusammenfassung:

Pro
Stabile Druckausgabe des Buches, mit Hart-Cover Einband, macht optisch einen guten Eindruck.
Für den Sukkulenten-Einsteiger geschrieben. Die vorgestellten 50 Arten sind eine schöne Auswahl an Pflanzen, teilweise nur in gut sortierten Fachgärtnereien zu bekommen.

Kontra
Die gemalten Bilder, gerade bei den Kakteen, etwas frei in der Interpretation.
Pflegetipps und Beschreibungen nicht immer korrekt.
Preis von 12.95 Euro bei einem Format von:
186mm x 134mm und 128 Seiten, schon im höheren Preisgefüge.

Nach Abwägung von, für und wieder, würde ich dafür 3 von 5 Kakteen vergeben.

Produktdetails:

frechverlag  Artikel Nr.: 7250
ISBN-13: 9783772472503
Erscheinungstag: 14.01.2019
Seiten: 128
Gebundene Ausgabe

Kaktus zähmen leicht gemacht

Der kleine Ratgeber für wohlerzogene Kakteen und Sukkulenten

Autor: Jones, Tonwen

Ladenpreis: 12,95 €

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Januar

Wer Mitglied bei der Deutschen Kakteengesellschft (DKG) ist, konnte im letzten Jahr monatlich meine Beiträge über die Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten verfolgen.

Gerne möchte ich für alle die nicht die Verbandszeitschrift KuaS beziehen, diese Ausführungen in meinem Blog wiederholen.  Ich hoffe damit ein Verständnis für die Grundsätze der Kakteen- und Sukkulentenkultur vermitteln zu können.

Aloe arborescens ein Winterblüher©DornenProjekt.de

Gewächshaus:

Obwohl sich die meisten unserer Pflanzen jetzt in tiefster Winterruhe befinden, sind regelmäßige Kontrollgänge im Gewächshaus notwendig, u. a. um die Temperatur zu prüfen, denn der Technik kann man nicht blind vertrauen. Ein zu spät entdeckter Heizungsausfall kann böse Folgen haben. Dabei den Ventilator nicht vergessen! Durch die Luftbewegung werden kalte Ecken im Gewächshaus vermieden und die Gefahr der Kondensation feuchter Luft auf den Pflanzen reduziert. Den Gang durchs Gewächshaus nutzt man natürlich auch für eine Kontrolle der Pflanzen auf Fäulnis, Verpilzung oder Schädlinge.

Crassula rupestris©DornenProjekt.de

Temperaturansprüche:

Für die meisten Kakteen und anderen Sukkulenten genügen Überwinterungstemperaturen zwischen 5 und 10 °C. Nur Pflanzen aus wärmeren Regionen benötigen Temperaturen von über 12 °C. Dazu zählen beispielsweise die Gattungen Discocactus, Melocactus, Pilosocereus, Rhipsalis, Schlumbergera, die madagassischen Vertreter der Gattung Pachypodium und einige Euphorbien.

Wassergabe Sukkulenten:

Dickblättrige Sukkulenten wie Echeveria, Crassula, Sedum, Gasteria und Haworthia sollten im Abstand von vier bis sechs Wochen etwas Wasser erhalten. Aber Vorsicht: nicht über die Pflanzen gießen, sonst besteht Fäulnisgefahr! Auch die Vertreter der Gattungen Schlumbergera, Rhipsalis, Epiphyllum und Disocactus benötigen im Winter etwas Feuchtigkeit.

Pachyphytum machucae©DornenProjekt.de

Die Winterwachser unter den Sukkulenten, meist Pflanzen aus den Winterregengebieten des südlichen Afrikas (z. B. Conophytum, Tylecodon, zahlreiche Pelargonien oder Pachypodium namaquanum), die sich etwa von Oktober bis Ende März im Wachstum befinden, benötigen auch jetzt regelmäßige, aber sparsame Wassergaben sowie etwas Dünger.
Je niedriger die Temperaturen, desto zurückhaltender wird gegossen. Ausschlaggebend für den Wasserbedarf sind nicht nur die Mindesttemperatur, sondern auch die tagsüber erreichten Wärmegrade.

Manche sukkulente Arten kommen jetzt schon zur Blüte. Es ist möglichst darauf zu achten, dass deren Wurzelballen nicht komplett austrocknet, da es sonst die ganze Pflanze schwächt.

Wassergabe Kakteen:

Ab Mitte des Monats können die Arten von Notocactus, Parodia, Cleistocactus und Gymnocalycium an sonnigen Tagen sparsam gegossen werden, damit nicht zu viele der Saugwurzeln absterben. Aber das genügt dann auch wieder für 4 Wochen.

Winterschutz mal anders 🙂

 

Schädlinge:

Wer im letzten Herbst noch ausgesät hat sollte die Sämlinge auf Befall von Trauermücken kontrollieren, der auch in der kühlen Jahreszeit auftritt, insbesondere wenn die kleinen Pflänzchen an einem warmen und feuchten Platz im Gewächshaus stehen.

Zimmerkultur:

Bei einer Kultur auf dem Fensterbrett sollte je nach Zimmertemperatur etwas gegossen werden,  je wärmer die Aufstellung, umso mehr. Meist genügen sparsame Wassergaben etwa alle 4–6 Wochen. Da das Licht für einen arttypischen Wuchs zu dieser Jahreszeit für die meisten Arten nicht ausreicht, ist das Ziel, die Pflanzen am Leben zu erhalten, aber kein Wachstum zu veranlassen. Die Folge eines Zuwachses unter unzureichenden Lichtverhältnissen bedeutet, „Vergeilung“,  wobei die Pflanzen sich mit beschleunigtem Längenwachstum dem Licht nähern. Es wird daher jetzt auch nicht gedüngt.

Rhipsalis pilocarpa, braucht auch im Winter etwas Wasser©DornenProjekt.de

Freiland:

Immer häufiger werden Kakteen auch im Freiland, z. B. im Steingarten ausgepflanzt. Diese winterharten Kakteen erfreuen sich steigender Beliebtheit.
In manchen Gebieten fallen im Januar zuverlässig größere Mengen Schnee. Die Schneedecke auf den Pflanzen ist ein guter Winterschutz. Wo der Schnee ausbleibt, ist es ratsam für empfindlichere Arten einen Regenschutz anzubieten, z. B. ein Dachüberstand am Haus. Bei großen Exemplaren wie bei Cylindropuntia imbricata sollte man darauf achten, dass sie unter der Schneelast nicht zusammenbrechen und wenn notwendig, den Schnee mit einer Stange vorsichtig abklopfen.

Cylindropuntia imbricata©DornenProjekt.de

Allgemeine Pflegehinweise:

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, mit dem Umtopfen
zu beginnen, da die Pflanzen sich in der Winterruhe befinden und das Substrat durchgetrocknet ist. Das neue Substrat sollte vollkommen trocken sein. Die umgetopften Pflanzen nicht angießen, damit Wurzelschäden noch gut abtrocknen können. Die Gelegenheit nutzt man natürlich auch, um nach Schädlingen Ausschau halten.

Selbst im Januar kann während der frostfreien Zeit das Gewächshaus oder Zimmer kurz gelüftet werden, besonders an sonnigen Tagen, wenn Tagestemperaturen über 10 °C zu erwarten sind.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, es einmal mit einer Aussaat zu versuchen: Jetzt ist noch genug Zeit, um in den zahlreichen Samenkatalogen zu stöbern. Aber es kann auch schon unter Verwendung von Kunstlicht ausgesät werden.

House of Plants

Der Titel „House of Plants“ lässt nicht vermuten, dass es sich bei diesem Buch um eine Ausgabe in deutscher Sprache handelt.

Erst der Untertitel „Mit Sukkulenten, Luftpflanzen und Kakteen leben“ sorgt für Aufklärung.
Dieses Druckwerk wurde aus dem englischen übersetzt.

In netter Art wird von Caro Langton & Rose Ray über die Beweggründe, die zum Schreiben dieser Lektüre geführt haben, berichtet.

 

House of Plants, Caro & Rose Ray
© House of Plants – Mit Sukkulenten, Luftpflanzen und Kakteen leben von Caro Langton & Rose Ray, erschienen bei teNeues, € 35, www.teneues.com


In der Einleitung können wir lesen, dass sie ein Haus geerbt haben
, in dem noch einige Kakteen von Rose’s Mutter standen. Scheinbar hat die Tochter auch die Freude an den Sukkulenten mit in die Wiege gelegt bekommen.

Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved
Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved

Mir gefällt die behutsame Heranführung an diese Sukkulenten. Sie erklären, dass Pflanzen nicht nur ein Raumschmuck sind. Man soll sich die Wohnung mit seinen Gegebenheiten anschauen und dann erst die Pflanzen dafür aussuchen. Bei vielen ist es, so habe ich das oft erlebt, gerade umgekehrt und das führt meist zum Scheitern.

 

Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved
Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved

Dieses Werk ist leicht und Unterhaltsam zu lesen.
Gleichsam für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.
Untermalt von schönen Skizzen und Bildern in denen die Pflanzen ins rechte Licht gerückt werden.

 

Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved
Photo © Erika Raxworthy. All rights reserved


Viele Tipps zur Pflege, Bepflanzung und dem Styling werden weitergegeben. Außerdem stellen sie viele Pflanzen mit ihren Ansprüchen im Einzelporträt vor.

Sehr gut wird auch auf die Lichtansprüche der einzelnen Gewächse eingegangen. Selbst Beispiele über vegetative Vermehrung fehlen nicht. Ich finde es ist ein rundum gelungenes Buch.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Kakteen.

 

House of Plants
Mit Sukkulenten, Luftpflanzen und Kakteen leben
Caro Langton & Rose Ray

erschienen bei teNeues
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19,5 x 25,5 cm
224 Seiten, Hardcover
ca. 160 Farbfotografien und Illustrationen
Texte in Deutsch
€ 35
ISBN: 978-3-96171-077-5

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren -Eine besinnliche Zeit-

Da genießen wir es, dass die Gärtnerei vom 23. Dezember 2018 – 15. Januar 2019 mal geschlossen bleibt. Wir lieben unsere Kakteen und die anderen Sukkulenten, jedoch etwas Abstand und Ruhe, spornt einem wieder zu neuen Taten an.


Zeit für einen Rückblick

2018 war ein sehr heißes und trockenes Jahr. Der Aufenthalt in der Gärtnerei, bei diesen Temperaturen, oft schon knapp an der Schmerzgrenze. Das Gießwasser aus der Zisterne hat gerade so gereicht, aber für den Garten blieb um so weniger übrig.
Selbst wenn man Kaktus gelernt hat, war es anstrengend.

Der Tag der offenen Tür war sehr gut besucht, allen Dabeigewesenen nochmals vielen Dank dafür.
Wir erfreuten mit unseren Vorträgen wie jedes Jahr mehrere Ortsgruppen der Deutschen Kakteengesellschaft. Hat Spaß gemacht, so viele alte und neue Bekannte zu treffen.
Auf unserer letzten Ausstellung in Wiesbaden wechselten etliche Pflanzen ihren Besitzer. Gerade samstags war wieder die Hölle los.

Viele Kakteen- und Sukkulentenfreunde kamen in unsere Gärtnerei, oft mehrmals im Jahr. Danke für die Treue.

Sogar der hessische Rundfunk filmte in unserer Gärtnerei und hat noch einen Sendetermin für den 3. Januar geplant.
Überrascht waren wir auch von den vielen positiven Zuschriften aufgrund unserer Beiträge in der KuaS, der Vereinszeitschrift der Deutschen Kakteengesellschaft. Die 12 Beiträge für 2018 wollten erst einmal gestemmt werden.
Besonders aber freuten uns die Absatzzahlen unseres Kakteenbuches, scheinbar haben wir es doch richtig gemacht. Insgesamt ein sehr zufriedenstellendes 2018.

Zeit für einen Blick in die Zukunft.

In den letzten Wochen konnten wir unser Sortiment etwas auf Vordermann bringen, das lässt mit Zuversicht ins neue Jahr schauen. Die Lücken auf den Verkaufstischen sind fast verschwunden. Sicher findet ihr wieder einiges neues bei uns, lasst euch überraschen.


In Zukunft wollen wir uns mehr auf unseren Verkaufsshop und das reichhaltige Angebot in der Gärtnerei konzentrieren und nur noch beim Tag der offenen Tür in Darmstadt, als zusätzlichen Höhepunkt im Jahr, außerhalb unseres Geschäftes  Pflanzen verkaufen.
Ab 2019 wird es das Kaktusfest nicht mehr geben. Dafür ist jeder erste Sonntag im Monat von März bis Oktober von 10 bis 13 Uhr weiterhin verkaufsoffen. Natürlich mit dem gewohnten Service, Kaffee oder Tee und manchmal kleinen Leckereien. Außerdem gelten ab 16.01.2019 auch wieder unsere normalen Öffnungszeiten. Es gibt sicher weiterhin genug Gelegenheiten die Gärtnerei zu besuchen.

Es sind zwei Kurzvorträge, über Traumgärten und Mesembs in Vorbereitung. Tolle Bilder warten auf euch. Kommt doch einmal zu einem Vortragsabend in einen Kakteenverein. Termine und Veranstaltungsorte werden auf der Webseite pünktlich bekannt gegeben.

Zeit für ein Danke.

Ihr wart wieder toll. Es hat Spaß gemacht mit euch zu plaudern. Wir haben uns gefreut über die vielen netten Bemerkungen. Gerne senden wir auf diesem Wege,  die besten Grüße und  Wünsche für euch und eure Familien. Danke für die gute Zusammenarbeit in all den vergangenen Stunden! Kommt gut über die Feiertage wir sehen uns wieder ab dem 16. Januar mit neuem Elan.

 

Helga und der Kaktusmichel

 

Schlumbergera x buckleyi unser Weihnachtskaktus.

Die Heimat der Weihnachtskakteen.

Der Ursprung dieser Hybriden ist einesteils die botanische Art Schlumbergera truncata und und als zweites S. russeliana. Vorkommend im nördlichen Teil von Rio de Janeiro, San Paulo und dem Orgelgebirge in Ostbrasilien, in Höhenlagen von 1500 m bis über 2000 m. Dort sind es sogenannte Aufsitzerpflanzen, mit anderen Worten, sie wachsen epiphytisch auf Bäumen oder Felsen in Humusansammlungen.

Vermarktet werden nur noch Kreuzungen.

Der Ursprung war eine Kreuzung zwischen Schlumbergera russeliana und Schlumbergera truncata. Bekannt ist diese Züchtung seit etwa 1840, der ‘Vater’ dieser Hybriden war W. T. Buckley aus England. Folgerichtig der Name ‘Schlumberger x buckleyi’, wobei das ‚x‘ für Hybride steht.

Diese Pflanze ist der eigentliche „Ur-Weihnachtskaktus“, aber sie wird nur noch selten in den Sammlungen gepflegt.
Die Massenware unter dem Trivialnamen Weihnachtskaktus, ist heutzutage eine Auswahl- und Zuchtform, die aus dieser alten Hybriden entstanden ist.

Züchtererfolg

Es wurde bei diesen Kultivaren mehr auf den aufrechten und stabilen Wuchs, Blühwilligkeit und -farbe geachtet.
Die alten Formen hatten eher hängende Triebe und waren empfindlicher. Auch wurden die Zweige und Knospen beim Umstellen an einen anderen Platz oft abgeworfen.

Wuchsform der Pflanze.

Strauchartig verzweigter Wuchs. Die Sprossglieder blattartig, flach und am Rand eingekerbt oder leicht gezahnt mit einer Länge von bis zu 3,5 cm und einer Breite von 2,5 cm. Diese Stämme sind in einzelne Abschnitte unterteilt, botanisch als Phyllokladien bezeichnet. Am Ende der Glieder sind nur schwach ausgeprägte Areolen in Gruppen angeordnet. Daraus entwickeln sich feine borstenartige Dornen, die Blüten und auch die weiteren Phyllokladien.

Die Blüte.

Die Blütenblätter verwachsen im unteren Bereich zu einer Blütenröhre. Im oberen Teil trennen sich diese dann und sind leicht zurückgebogen. Die Blütenkrone ist etwas schief angeordnet, dies heißt zygomorph. Je nach dominantz der eingekreuzten Art können die Blüten auch mehr radiär ausgebildet sein und weniger zygomorph.
Größe der Blüte: Etwa 6 cm lang bei einem Durchmesser von 4 cm. Blütenfarben mit allen Zwischentönen (diese werden auch durch Temperaturen beeinflusst) von weiß, über gelb, orange, rosa und rot.

Blütezeit zwischen Dezember und Januar. Die Frucht ist rot und schwach kantig.

Pflege.

Die Hauptwachstumszeit erfolgt an sogenannten Langtagen (April – August) mit 14–16 Stunden Licht, bei Temperaturen über 20 Grad. Im Gegensatz dazu die Blütenbildung an Kurztagen (Oktober – November) mit 8 – 9 Stunden Helligkeit, bei etwa 15 Grad. Nach der Blüte werden diese Kakteen etwas trockener gehalten. Sobald die ersten Knospen zu sehen sind, solltest du wieder mehr gießen.

Standort in Kultur

Diese Pflanze fühlen sich im Sommer an einem halbschattigen Platz im Garten wohl.
In der Wohnung mag sie somit im Sommer keine volle Sonne, sondern eher einen Platz an einem Ost oder Nordfenster.
Während der Blüte am besten an einem kühlen, hellen Platz stellen (15 – 18 Grad).

Erdzusammensetzung

Wer sein Substrat selber anmischst möchte, kann dies aus lockerer Kakteenerde mit erhöhtem Humusanteil tun. Gerne auch mit einer geringen Menge Lehm.
Umtopfen solltest du alle 2–3 Jahre, nach der Blüte.

Da hartes Gießwasser nur schlecht vertragen wird, bitte wenn möglich mit Regenwasser gießen.
Das Düngen nicht vergessen und Staunässe vermeiden.

Vermehrung.

Wengleich du diese Kakteen auch aus Samen vermehren kannst, dies ist aber langwierig. Abgesehen davon wenn du keine neuen Kreuzungen erzielen willst, solltest du  auf Stecklinge zurückgreifen.
Diese gewinnst du aus einem Stamm mit 3 bis 4 Gliedern, die nach kurzem Abtrocknen in leicht feuchtem Torf-Sandgemisch, bei 20–24 Grad, schnell bewurzeln.

Stecklingsvermehrung bei Sukkulenten

Stecklinksvermehrung bei anderen Sukkulenten.

Wer gerne seine anderen Sukkulenten vermehren möchte, kann dies aus Samen oder auch aus Stecklingen erreichen.
Viele Grundlagen habe ich bereits bei der Stecklinksvermehrung von Kakteen beschrieben, bitte lies dir das vorher durch.
Oft werden Sukkulenten geschnitten, da sie einfach zu groß geworden sind, die dabei anfallenden Schnittstücke eignen sich sehr gut zum Bewurzeln.
Meist kannst du die so gewonnenen Teile gleich in Erde stecken und sie nach 2-3 Tagen das erste mal leicht angießen oder besprühen.

Sukkulenten Schneiden, Euphorbia
Bei Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia) tritt ein weißer Milchsaft nach dem Schnitt aus ©Kaktusmichel.de

Besonderheiten bei Stecklingen.

Bei Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia) die Schnittstelle, nach dem Schneiden, in Wasser tauchen bis kein Milchsaft mehr austritt, danach abtrocknen lassen und dann in trockenes Substrat stecken.
Vorsicht der Milchsaft ist leicht ätzend und sollte nicht auf Schleimhäute oder in die Augen kommen. Am Anfang nur sprühen wenn ein Zuwachs sichtbar wird kann auch leicht angegossen werden.

Sukkulenter Blattsteckling
Blattsteckling ©Kaktusmichel.de

Vermehrung über Blätter.

Bei den Gattungen Adromischus, Echeveria, Gasteria und Haworthia ist es auch möglich, über sogenannte Blattstecklinge die Vermehrung zu versuchen. Es gelingt zwar nicht
immer mit allen gesteckten Blättern, doch das Ergebnis liegt meist bei 50 bis 80%, dass sich neue Pflänzchen entwickeln.

Ableger am Bluetenstiel einer Haworthia
Ableger am Blütenstiel©Kaktusmichel.de

Sprossbildung.

Ab und zu kommt es vor, dass sich an einem Blütenstand Jungpflanzen bilden.
Beobachten konnten wir das bei Agave, Haworthia, Gasteria und Astroloba. Daran erkennt man, dass ein Blütentrieb ein umgewandelter Spross ist. Diese Neutriebe produzieren an der Altpflanze schon Wurzelspitzen und können ebenfalls ohne Probleme zur Vermehrung abgenommen werden.
Diese kleinen Pflänzchen, die bereits Wurzelspitzen haben können, in durchlässiges Substrat einsetzen, an einen warmen, halbschattigen Platz stellen und nach einer Woche angießen.

Sprossbildung nach Ausspitzung
Durch entfernen der Mitte, wurde eine Echeveria zum Sprossen angeregt©Kaktusmichel.de

Anregung zum Spross bilden.

Wenn es bei Rosettenbildenden Pflanzen mal nicht mit Blattstecklingen klappt, funktionier vielleicht da aus spitzen. Bei diesem Eingriff schneidest du die Mitte de Pflanze heraus und das Gewächs versucht einen oder meist mehrere neu Triebe auszubilden. Die neu gewachsenen Pflanzen kannst du dann abschneiden und bewurzeln.

Sukkulenten teilen
Am einfachsten geht es mit einer Teilung©Kaktusmichel.de

Teilung

Die einfachste Art der Weitervermehrung ist die Teilung von sprossbildenden Sukkulenten.
Oft brauchst du das Gewächs nur einfach mit einem Ruck auseinander zu ziehen und gewinnst so genügend neue Pflanzen. Aber auch mit einem Messer kannst du nachhelfen am beste so, dass an jedem abgeschnittenen Teilstück noch ein paar Wurzeln verbleiben.

Weitere Tipps in meinem Blog oder auch in meinem Buch.

Der Blog vom Kaktusmichel