Offener Sonntag

Es wird Frühling, zumindest in unserer Gärtnerei.
Am kommenden Sonntag, den 01. März haben
wir unseren ersten verkaufsoffenen Sonntag im Jahr 2020.

Von 10 bis 13 Uhr können Sie Kakteen, andere Sukkulenten
und Tillandsien anschauen, kaufen oder sich auch
beraten lassen. Nach alter Tradition gibt es natürlich
auch wieder gratis einen Kaffee dazu.

Und so finden Sie uns

Es freuen sich Helga und der Kaktusmichel

Cristate und andere Wuchsstörungen

Eine auffallende Wuchsveränderung nicht nur an Kakteen und anderen Sukkulenten ist ein sogenanntes Cristat auch als Kammform, Verbänderung oder Fasziation bezeichnet.

Eine Verbänderung an einer Cylindropuntia©Kaktusmichel.de

Dieses veränderte Wachstum, ist nicht mit einer Krankheit zu vergleichen, da die Wüchsigkeit der Pflanze eher zu als abnimmt.

Cristatbildung an einer Echeveria johnsonii©Kaktusmichel.de

An den Gewächsen können einzelne Teile betroffen sein wie Blüten, Stammstücke, Früchte oder auch Blätter.

Espostoa lanata mit Fasziation©Kaktusmichel.de

Auffallend ist die lineare Verbreiterung des sonst kreisförmig wachsenden Vegetationspunktes.
Durch die erhöhte Spannung in dem betroffenen bandförmig angeordneten Gewebe bildet sich oft ein schlangenförmig gewellter Trieb aus.

Gut sichtbar der Schlangenförmige Wuchs an einer Mammillaria elongata©Kaktusmichel.de

Betroffen können Sämlingspflanzen sein, aber oft passiert es erst bei schon älteren Pflanzen.
Der Auslöser ist nicht ausreichend bekannt.

Euphorbia piscidermis©DornenPROJEKT.de

Dichotome Teilung.

Ein ähnliches Verhalten ist auch die Dichotome-Teilung, bei der sich der Scheitel einer Pflanze in 2 oder mehrere Zentralpunkte aufspaltet.

Stenocactus crispatus hinterer Trieb Dichotom geteilt, mitte normal und vorne Cristat©Kaktusmichel.de

Monströser Wuchs

Eine ähnlichen Wuchsabnormalität, ist der monströse Wuchs. Eine Schädigung durch Viren oder Bakterien oder auch Chemikalien gilt hier als Auslöser. Auch hier entstehen zum Teil Verbänderungen aber auch unsymmetrische Wuchsformen.

Monströßer Wuchs an einem Felsenkaktus (Cereus repandus)©DornenPROJEKT.de

Weitervermehrung über Samen von Cristaten klappt bei Kakteen eher selten. Während an Erbsen nachgewiesen wurde das sich ein solcher Fehlwuchs auch vererbt.
Auch ist die Blühfreudigkeit bei vielen Kammformen eher gering.

Sulcorebutia arenacea Kammformen blühen nicht immer©DornenProjekt.de


Deshalb vermehrt man sukkulente Pflanzen mit Kammbildung meist über eine Pfropfung auf eine wüchsige Unterlage.
Oft kehren Cristate wieder zu ihrer normalen Wuchsform zurück.

Cristat Form von Pachycereus pringlei©Kaktusmichel.de

 

Bei einer Wuchsveränderung durch beispielsweise Viren ist abzuraten diese, als Propfunterlage zu verwenden, da es den monströsen Wuchs auch bei der aufgepfropften Pflanze auslösen könnte.

Bei der gewerblichen Weitervermehrung sind Mutation durch chemische Substanzen, durch UV-, Gamma- oder Neutronenstrahlen erzeugt worden.

Das grüne Telefon

Heute stelle ich mal ein Buch ‘Das grüne Telefon’ vor, das sich mit einem Thema beschäftigt, wie es in meiner Gärtnerei Tag täglich auftaucht. Und zwar mit dem Betreff:
„Ich hätte da mal eine Frage!“

Im Speziellen bei Gartensendungen in TV und Radio hat es sich eingebürgert, dass Probleme zu einem Thema an die Moderatoren oder Fachgäste weitergeleitet und beantwortet werden.
Auch mir ist es schon so ergangen im Hessischen Rundfunk bei der Sendung Hallo Hessen. Plötzlich steht man da, das Telefon läutet und man soll dem Fragenden eine passende Antwort präsentieren. Das ist nicht immer leicht.
Nun habe ich ein Buch vor mir liegen von 2 Menschen, die das sehr viel öfter erledigen mussten.

Dabei hatten sie es schwerer immer die passende Antwort zu finden, da ihre Themengebiete Zier- und Zimmerpflanzen und Nutzgarten recht groß war.

Am besten hat mir die Aussage im Buch ‘Das grüne Telefon’ gefallen:
“…viele Hörer sind ja der Meinung, dass ein Gärtner über alle Sachgebiete des Gartenbaus Bescheid weiß! Mitnichten. Die Zeiten von Leonardo da Vinci, des Universal-Genie, sind vorbei…“

Jetzt zum Buch selbst:
Das grüne Telefon.
Der praxisnahe Ratgeber für Garten, Balkon und Zimmerpflanzen.

Das grüne Telefon
Look-Hirnschal/Schöne: MDR Garten-Das grüne Telefon ISBN 978-3-7843-5491-0 LV Buch

In der Radiosendung „Der Radiogarten“ des MDR Thüringen am Samstagvormittag, gibt es das sogenannte grüne Telefon.
Horst Schöne und die leider so früh verstorbene Claudia Look-Hirnschal waren in der Sendung über 15 Jahre die Ansprechpartner für viele Pflanzenfreunde.
In dem mir nun vorliegenden Buch wurden aus etwa 180 Sendungen mit den Beiden über 5400 Fragen viele Tipps und Ratschläge schriftlich festgehalten.
Schön geordnet nach Monaten ist das Werk sehr übersichtlich, was saisonale Fragen betrifft.
Der leichte und einfache Plauderton macht das Lesen in diesem Buch einfach und unterhaltsam.
Ob es um Schnittmaßnahmen am Sommerflieder oder der Quitte  geht, um Schnecken- oder Gierschplagen im Garten oder um Mitbringsel aus südlichen Ländern, für jeden hat dieses Buch eine Antwort parat.
Auch die locker eingestreuten Anekdoten aus den Gärten der Verfasser machen diese Lektüre zum Vergnügen.
Abgerundet wird das Buch ‘Das grüne Telefon’ durch mehrere Bilder und Zeichnungen und einem ausgiebigen Stichwortverzeichnis.

Das grüne Telefon
Look-Hirnschal/Schöne: MDR Garten-Das grüne Telefon ISBN 978-3-7843-5491-0 LV Buch

Mein Fazit:
Ein e
infach und unterhaltsam zu lesendes Buch.
Für jeden Pflanzenfreund wird die eine oder andere Frage gut und ausreichend beantwortet.
Aufgrund des enorm großen Gebietes der Pflanzen im Zier- und Gartenbau kann natürlich nicht alles abgedeckt werden. Gut geeignet für Anfänger und ebenso für erfahrene Gärtner.
Ich vergebe dafür 5 von 5 Gartenzwerge.

Das Buch ist erschienen im LV. Buch Verlag.
Look-Hirnschal/Schöne: MDR Garten-Das grüne Telefon
ISBN 978-3-7843-5491-0 LV Buch

Fester Leineneinband
204 Seiten
Farbbilder und Zeichnungen
Preis 18 €
zu beziehen in jeder Buchhandlung oder über Amazon

 

Echeveria diffractens

Die heute vorgestellte Echeveria diffractens soll in der Natur eher selten zu finden sein, da ihr Lebensraum in Mexiko im Bundesstaat Veracruz so langsam zerstört wird.
Dort wächst sie auf Lavagestein in einer eher tropischen Laubwaldumgebung.

Echeveria diffractens Blattrosette und der mit Brakteen besetzte Blütenstängel©Kaktusmichel.de
Echeveria diffractens Blattrosette und der mit Brakteen besetzte Blütenstängel©Kaktusmichel.de

In Kultur ist es eine recht häufig anzutreffende Pflanze, da sie sich leicht vermehrt. Oft geschieht das über die kleinen Blättchen (Braktee) an den Blütentrieben. Dieses fallen bei kleinster Berührung ab und bilden schnell Wurzeln. Der Artname diffractens übersetzt „beugen“ umgangssprachlich „zerbrechen“ wurde auch wegen dieser Eigenheit, gewählt.
Die Pflege dieser Art ist recht einfach, aber sie sollte nicht zu feucht gehalten werden.

Blüten an einer Echeveria diffractens©Kaktusmichel.de

Die Traubenartig angeordneten Blüten, erscheinen anfangs Dezember und erfreuen uns bis in den Februar hinein.
Eine Überwinterungstemperatur bei 6 Grad wird gut vertragen,
aber bei sparsamen gießen. Auch eine Kultur im geheizten Zimmer ist kein Problem. Der Standplatz sollte möglichst hell sein. Die volle Sonne wird bei ausreichende Feuchtigkeit gut vertragen.
Ein sonniger Standort sorgt für einen gedrungenen Wuchs und eine schöne Blattfärbung.
Als Substrat wählen wir, Blumenerde  mit Sand oder normale Kakteenerde mit etwas mehr Humusanteil.
Im Sommer nicht zu trocken halten. Im Winter oder bei kühlen Temperaturen nicht über das Laub gießen, sonst kann es zu Fäulnis kommen. Nur bedenken: Je niedriger die Temperatur, desto weniger gießen! Bei den erwähnten 6 °C reicht es alle 6 bis 8 Wochen, wenn die Pflanzen wärmer stehen, dann öfters. Schädlinge sind in der Hauptsache Wollläuse, die zwischen den Blattachseln sitzen oder schwarze Bohnenläuse an den Blüten. Auch wenn der Laie die Echeveria sehr oft mit den Dachwurz (Sempervivum) verwechselt, eine Echeveria ist nicht frosthart! Bevor die ersten Fröste ins Land ziehen muss man die Sommergäste vom Garten in einen geschützten Raum bringen.

Crassula Moonglow

Bei den Crassula Hybriden gibt es immer wieder interessante Pflanzen.
So auch die heute vorgestellte Crassula „Moonglow“ übersetzt als Mondschein.
Der Name dieses Hybriden wurde wahrscheinlich wegen des grauen Belags auf der Epidermis gewählt.

Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de

Dieser Bastard entstand bei einem Amerikaner mit Namen Johns aus einer Kreuzung mit Crassula deceptor x Crassula falcata.

Crassula deceptor ein Kreuzungspartner der Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de
Crassula falcata ein Kreuzungspartner der Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de

Die schöne Form hatte es vielen Sukkulentensammlern angetan und so verbreitete sie sich schnell in den Sammlungen. Von Vorteil ist es, dass diese Pflanze unempfindlicher als zum Beispiel „Buddhas Temple“ ist. Die Sukkulente ist sowohl an einem hellen Fenster wie auch im Gewächshaus gut aufgehoben. Wie bei allen Crassula ist eine lockere Kakteenerde das optimale Pflanzsubstrat. Im Winter kann sie auch bei Temperaturen bis zu 5 °C, aber dann trocken gehalten werden. Frost verträgt sie aber nicht.

Die im Winter erscheinende Blüte von Crassula “Moonglow”©Kaktusmichel.de

Wer diese Sukkulenten am Zimmerfenster hält, sollte sie auch im Winter alle 4 Wochen etwas gießen. Blütezeit ist November bis Dezember.
Weitervermehrung über Stecklinge, Samen würden wieder in verschiedene Formen aufspalten.

Pflege von Kakteen und Sukkulenten im Januar
Pflege von Kakteen und Sukkulenten im Januar

Grüße zum Jahreswechsel

In unserer Gärtnerei sind nun die Feiertage eingekehrt.
Wir haben bis zum 14. Januar 2020 etwas Erholung verdient.
Danach sind wir wieder frisch gestärkt für Euch da.
Sicher war 2019 ein turbulentes Jahr, eigentlich wollten wir es
etwas ruhiger angehen lassen. Jedoch haben viele Termine, Kunden und Arbeiten im Gewächshaus es hektischer werden lassen als geplant.

Um nur ein paar Highlights zu erwähnen.
Begonnen hat es schon früh im Jahr mit einem Drehtag beim Hessischen Rundfunk und das ganze auch noch live.
Bei Hallo Hessen durften wir mal hinter die Kulissen schauen,
das war natürlich sehr aufregend und spannend.
Im März einen Vortrag bei den Kakteenfreunden Mannheim
über Hybriden mit tollen Blüten und Informationen.
Am 6. April besuchte uns eine Facebookgruppe mit über 20 Leuten.
Es war wie immer eine lustige Gesellschaft 🙂
Am 13. April durften wir bei Heike und René einen kleinen Kakteengarten anlegen. Ansteckend war die Freude der beiden nach der Fertigstellung des Objekts.


Am 12. Mai nahmen wir am Tag der offenen Tür bei den Kakteenfreunden Darmstadt teil. Die Veranstaltung war wieder gut besucht, danke an alle die Zeit hatten und kommen konnten.
Am 1. Juni besuchten uns die Kakteenfreunde aus Stuttgart mit einem Bus. Danke für Euer kommen.
Am 8. Juni trafen sich die Kakteenfreunde aus Michelstadt zu einem Stacheltreff in unserer Gärtnerei, bei dem auch ein Reporter vom Darmstädter Echo anwesend war. Am 22. Juni besichtigten eine kleine Truppe der Hohenloher Kakteenfreunde unsere Gärtnerei.
Am 10. Juli war es ein Bus mit belgischen Kakteenfreunden, die bei uns auf Kakteenjagt gingen 🙂
Am 13. Juli gab es wieder ein amüsantes Treffen von Kakteenbegeisterten einer Facebookgruppe bei uns.
Und am 26. Juni waren es die Kakteenfreunde aus Bonn.
Der hessische Rundfunk war mal wieder zu einem Dreh am
22. Juli für einen Beitrag in der Sendung Hallo Wetter zu Besuch.
21. September konnte ein weiteres Treffen der Facebookfreunde bei uns stattfinden

Und ab September waren unsere Vorträge:
Über Traumgärten und Mesembs in
Fulda, Aschaffenburg, Frankfurt, Darmstadt und Michelstadt gefragt.
Am 16. Oktober erschien ein Beitrag über die Gärtnerei im Darmstädter Echo was zu einem regelrechten Ansturm von Kakteen begeisterten Fans führte.
Das war mal eine grobe Zusammenfassung des Jahres 2019.

Auf geht es in unser letztes Jahr in der Gärtnerei:
Bis jetzt haben sich schon 25 Busse für das neue Jahr angekündigt.
Auch so manche Gruppe wird sich noch einmal bei uns einfinden, bevor wir im Oktober unsere Pforten für immer schließen.
Packen wir es an.
Bis dahin wünschen wir Euch schöne Feiertage und einen guten
Rutsch ins neue Jahr.

Kalender 2020

Das Jahr liegt im Endspurt.
Habt ihr schon an den neuen Kalender gedacht?
Allzu viele Exemplare sind nicht mehr vom unserem
Wandkalender für 2020 auf Lager.

Wer noch einen erwerben möchte, sollte sich etwas sputen.
Am einfachsten ist es noch schnell in der Gärtnerei vorbeizukommen, aber daran denken vom 22. Dezember  2019 bis zum 14. Januar 2020 ist die Gärtnerei geschlossen.
Oder ihr lasst ihn euch zusenden, einfach über den Shop bestellen.
Also wer noch einen braucht, auf geht es. Sonst liegt er nicht mehr rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum 🙂

Aloe arborescens

Der lateinische Artname dieser Aloe bedeutet “Baumartig” was auf ihre Wuchsform verweist.
Die Erstbeschreibung erfolge bereits 1768 von Phillip Miller
in “The Gardeners Dictionary“.
Aloe arborescens ist häufig in Malawi, Mosambik, Simbabwe und Südafrika von Meereshöhe bis auf 2800 Metern anzutreffen.

Aloe arborescens mit Blütenstand
Aloe arborescens mit Blütenstand. Die unteren Blüten werden nach und nach geöffnet©Kaktusmichel.de


Sie wächst in der Regel auf Felshängen in Felsspalten aber auch im dichten Gestrüpp.
Aloe arborescens bildet hohe Stämme aus, die bis über 2 Meter hoch werden können.

Aloe arborescens in Rosetten angeordnete Blätter
Rosettenartig angeordnete Blätter der Aloe arborescens©Kaktusmichel


In der Natur haben die Triebe manchmal eine Dicke bis zu 30 cm, aber in Topfkultur bleiben die einzelnen Stämme deutlich dünner.
Mit der Zeit gibt es, durch die vielen Seitentriebe größere Büsche.

Die Zähnchen an Aloe arborescens
Die gezahnten Blätter der Aloe arborescens©Kaktusmichel


Die rosettig angeordneten Blätter können 50 bis 60 cm lang werden und die Ränder sind mit nicht sehr harten zahnartigen Auswüchsen besetzt.

Blütenknospe an Aloe arborescens
Blütenknospe an einer Aloe arborescens©Kaktusmichel


Bei sehr großen Exemplaren wird der Blütenstand bis zu 90 cm hoch, in Kultur muss man sich meist mit der Hälfte begnügen.

Blütenstand an Aloe arborescens
Währen der Blütenstand sich schon oft Ende November entwickelt, öffnen sich die Blüten erst mitte Januar ©Kaktusmichel.de

 

Aloe arborescens
Mit der Zeit wird die Pflanze zu einem dichten Busch©Kaktusmichel


In der chinesischen Medizien wird sie wirkungsvoller als die bekanntere Aloe vera bezeichnet. Sie soll nach deren Studien sogar Krebstumore zum Stillstand bringen.
Auch in alten medizinischen Klosterbüchern wird seine immunstärkende Heilkraft gepriesen.
Neue Untersuchungen haben gezeigt, wenn schon dann sollte nur das innere der Blätter genutzt werden. Siehe dazu auch den Beitrag des Krebsinformationsdienstes.
Aber Selbstversuche sollte man eher skeptisch entgegentreten.

Schnitt durch ein Blatt von Aloe arborescens
Schnitt durch das Blatt einer Aloe arborescens, deutlich sieht man das geleeartige Fruchtfleisch©Kaktusmichel

 

Die Kultur ist recht einfach, wenn sie nicht zu nass oder zu trocken gehalten wird, hat sie ein recht rasches Wachstum. Substrat etwas humoser, um mehr Nahrung zu bieten. Düngung am besten alle 4 Wochen, wer auf rasches Wachstum Wert legt.
Vermehrung am leichtesten aus Stecklingen, aber auch aus Samen.
Schädlinge treten an vitalen Pflanzen kaum auf.
Eine frostfreie Überwinterung ist angeraten. Temperaturen von 6 – 8° C werden gut überstanden, dann aber nur alle 6 Wochen etwas gießen. Im Sommer darf die Pflanze gerne im Freiland stehen, dort werden auch etwas schattigere Plätze gut vertragen.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Dezember

Luftfeuchtigkeit senken.

Um die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus niedrig zu halten oder zu senken, kann bei frostfreien Temperaturen über die Mittagszeit noch gelüftet werden.
Wo Strom zur Verfügung steht, verbessert ein angeschlossener Ventilator diesen Prozess.
Dieses Gerät ist auch während längeren Frostperioden von Nutzen, bei denen die Tür nicht geöffnet werden kann. Die stetige Luftbewegung verhindert Schimmelbildung an feuchteren Stellen im Gewächshaus.
Dies ist auch davon abhängig, ob das Haus auch im Winter Sonnenlicht bekommt, dann genügt es schon, wenn der Lüfter 4 bis 5 mal, besonders während der Abend- und Nachtstunden für ungefähr 30 Minuten eingeschaltet wird.
Steht es jedoch während der Winterzeit größtenteils im Schatten, dann sollte der Ventilator über einen längeren Zeitraum und öfter eingeschaltet werden.
Eine Zeitschaltuhr ist für diesen Zweck sehr nützlich.

Beim Rundgang durch das Gewächshaus, immer auch einen Blick auf das Min-/Maximalthermometer werfen, die tiefste Temperatur sollte nicht unter 3 °C fallen.

© Echeveria pulvinata

Die meisten Kakteen und andere Sukkulenten werden während der Wintermonate im Gewächshaus nicht gegossen.
Ausnahmen von dieser Regel wurden bereits im November auf gezählt. Hinzu kommen alle Pflanzen die jetzt ihre Blüten zeigen. Sie erhalten an sonnigen Tagen, am besten vormittags, etwas Wasser. Damit zum einen nicht zu viele Saugwurzeln absterben und damit für die große Kraftanstrengung der Blütenöffnung nicht die letzten Reserven der Pflanze aufgebraucht werden. Jedoch, höchstens einmal im Monat etwas Feuchtigkeit zuführen.

Tillandsien, die im Gewächshaus zur Überwinterung bei den Kakteen und Sukkulenten untergebracht wurden, ebenfalls an sonnigen Tagen, am besten morgens, mit einer feinen Nebeldüse kurz mit Wasser übersprühen. Nur soviel, dass sie am Leben gehalten werden.

Euphorbia millii Form

 

Freiland

Im Freiland sind im Moment keine großen Pflegemaßnahmen erforderlich. Jedoch sollte der regelmäßige Rundgang dafür genutzt werden zu kontrollieren, ob die behelfsmäßigen Überdachungen für die Pflanzen, die ersten starken Winde gut überstanden haben und bei Bedarf nachbessern.

Zimmerkultur

Die Pflanzen auf dem Fensterbrett werden so wenig wie möglich gegossen, damit sie bei den ungünstigen Lichtverhältnissen nicht zu stark wachsen.

Weihnachtskakteen, die im Winterquartier Knospen zeigen, können an einen wärmeren Fensterplatz umziehen. Danach den Wurzelballen einmal gut durch feuchten und erst wieder gießen, wenn er abgetrocknet ist. Dies ist natürlich auch von der Raumtemperatur abhängig, je wärmer um so öfter und je kühler, desto seltener gießen.

Cylindropuntia imbricata im Winter

Allgemeine Pflege

Ohne Probleme kann auch in diesem Monat umgetopft werden. Die Pflanzen sind nicht im Wachstum und werden dadurch nicht gestört. Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass das neue Substrat vollständig trocken ist. Zeigt es bei Berührung noch eine Restfeuchte an, die Erde zum Abtrocknen in einen warmen Raum stellen und erst danach mit den Topfarbeiten beginnen. Pflanzen, bei denen nach dem Austopfen ein Wurzelschnitt erforderlich war, erst die Schnittstelle abtrocknen lassen. Dafür die sukkulenten Gewächse ein oder zwei Tage liegen lassen bevor sie wieder eingesetzt werden.
Wer erst im neuen Jahr mit diesen Arbeiten beginnen möchte, hat jetzt noch Zeit die Bestände an Töpfen, Stecketiketten und Substraten aufzufüllen. Somit steht einer aufkommenden Arbeitswut nichts im Wege.
Regelmäßige Kontrollgänge im Winterquartier am besten mit einem Kalender Vorplanen, damit bleiben sie besser im Gedächtnis und es wird schneller zur Selbstverständlichkeit. Bei den Rundgängen auch nach Schädlingen an den Pfleglingen Ausschau halten. Da bei niedrigen Temperaturen Gifte nur schlecht wirken, die Plagegeister mit einem Wattestäbchen das in Spiritus getränkt wurde, entfernen. Wenn möglich kranke oder befallene Pflanzen separieren und damit der schnellen Ausbreitung von Krankheiten oder Schädlingen vor beugen.

Ich hoffe, Sie sind mit Ihren Kakteen und anderen Sukkulenten durch diesen Pflegekalender gut und unterhaltsam durch das Jahr gekommen.
Wenn nur ein neuer Tipp für Sie dabei war, habe ich mein Ziel erreicht. Ich wünsche allen eine schöne und erholsame Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr und noch viel Freude mit Ihren Pflanzen.

Echeveria laui

Eine auffallend schöne Sukkulente ist Echeveria laui.
Auch für den Laien ist es leicht zu erkennen, dass sie zu den Dickblattgewächsen zählt.
Benannt wurde sie 1976, nach dem deutschen Priester, Kakteen- und Sukkulentensammler Alfred Lau.

Die Blätter dieser Sukkulente sind etwas gewölbt, dickfleischig und weiß bereift, manchmal auch rosa durchscheinend. Der weiße pulvrige Belag geht bei Berührung leicht ab. Deshalb sollte man diese Pflanze nicht so oft anfassen oder mit ölhaltigen Mitteln benetzen, sie sieht dann nicht mehr so schön aus.

Echeveria laui©Kaktusmichel.de

Die Rosetten neigen mehr oder weniger im Alter zu sprossen, aber in der Regel eher selten.
Heimat dieser etwas schwierig zu pflegenden Pflanze ist Oaxaca in Mexiko.
Beim Gießen sehr vorsichtig sein, nicht über die Pflanze gießen und lieber zu trocken halten als zu nass.
Bei zu viel Nässe kann sie schnell abfaulen.
Im Sommer sollte sie den sonnigsten Platz bekommen. Wir halten sie in Ampeltöpfen damit wir das Wässern besser beeinflussen können.
Verträgt bei trockenem Standort, im Winter Temperaturen bis an die Frostgrenze.
Das Substrat darf etwas humoser sein, aber dennoch gut wasserdurchlässig.

Echeveria laui, hier in einem leichten rosa Ton©DornenProjekt.de

Vermehrung leicht aus Samen, aber auch wie die meisten anderen Echeverien über Blattstecklinge.
Auch die Blättchen an den Blütenstängeln können für eine Weitervermehrung bedingt genutzt werden.

Blütenstand Echeveria laui©Kaktusmichel.de

Bei ungünstigem Standort kann es zu einem Befall durch Wollläuse kommen. Wie schon gesagt ist ein Ölhaltiges Insektenbekämpfungsmittel dafür nicht gut geeignet, daher
besser ein Systemisches Gift (Bi 58, Lizetan AF und  andere), dass über das Gießwasser aufgenommen wird oder Giftstäbchen bzw. Streumittel.
Zu den Wollläusen habe ich auch einen Beitrag geschrieben hier zum weiterlesen….

Weitere Pflanzenbeschreibungen und Tipps natürlich auch in meinem Buch über Kakteen und andere Sukkulenten

Der Blog vom Kaktusmichel