Arno Schmidt Ausstellung

Heute dreht es sich in meinem Beitrag nicht um Kakteen oder andere Sukkulenten.
Oder sagen wir, nur am Rande um Kakteen.

Vor 3 Wochen kam eine Anfrage mit folgendem Wortlaut:

Im Rahmen eines studentischen Ausstellungsprojektes der Hochschule Darmstadt und der Technischen Universität Darmstadt zum Schriftsteller Arno Schmidt, suchen wir Kakteen für eine Leseecke,
Motto: „ Die Oase im Kaktus“
Schmidt setzte sich in seinen Werken gerne mit Kakteen auseinander und war selber großer Kaktusliebhaber. Hier ein kleines Zitat:

Das heimliche Zentrum für alle Guten ist eine »Oase im Kaktus«, ein »von der Natur gebildetes kreisrundes Becken«, ein »Heim, von einem ausgedehnten Kaktuswald umgeben«(…)”

Arno Schmidt: Reiten, reiten, reiten…

 

Arno Schmidt ©Suhrkamp Verlag
Arno Schmidt ©Suhrkamp Verlag


Äh wie bitte, das Anliegen ist einleuchtend aber das Zitat irritierend, oder?
Aber da ich gerne für was Neues offen bin, schlug ich ein Treffen mit Vincent, dem Verfasser der Mail, vor.

Welch Wunder es kamen 2 nette Studenten und keine vergeistigten Zukunfts-Literaten.
Schnell war die Idee als solche in einen ausführbaren Rahmen gesetzt.

Aber dennoch wollte ich mich gerne mit dem gefeierten Schriftsteller etwas auseinandersetzen.
Passt der überhaupt zu meinen Kakteen?
Zur Einstimmung bekam ich bei unserem nächsten Treffen ein Werk von Ihm überreicht, übrigens Danke für die tolle Widmung in dem Buch, Su.

TINA Insel-Bücherei Erschienen: 16.09.2013 Insel-Bücherei 1387, 87 Seiten, 14€ ISBN: 978-3-458-19387-6

Titel des Büchleins aus der Insel-Bücherei „TINA oder über die Unsterblichkeit, von Arno Schmidt “.
Es entstand während seiner Schaffenszeit in Darmstadt von 1955 bis 1958.
Also abends ran an die Lektüre, 2 Seiten gelesen, Stopp, wie schreibt der den, soll ich da weiterlesen?

Ok wir Kakteensammler sind eigentlich auch Exzentriker, gib dem Mann noch eine Chance. Er hatte während seiner Lebzeiten was für Kakteen übrig, wie ich.

Nach zweimaligen Lesen und langsamen Verstehen.
Hier das ganze mal in knappen Worten.
Um was geht es in dieser Erzählung?

Bei seinem abendlichen Spaziergang durch Darmstadt, trifft der Verfasser in einer Apotheke einen Mann der ihn in eine Parallelwelt für verstorbene Dichter und Denker einlädt.
Für ihn sind es nur 36 Stunden. Aber die anderen sind in dieser Welt so lange gefangen, wie ihre Namen in einem Schriftstück erwähnt werden. Was bei manchen auch nach tausend Jahren ganz schön frustrierend sein kann. Erst nach Tilgung aller Aufzeichnungen, die mit dem Namen in Verbindung gebracht werden, kann er diesen Ort für immer verlassen.
Zum Ende der 36 Stunden überdenkt er mit Tina auch eine verstorbene Schriftstellerin, dann einmal die Möglichkeiten einer solchen Zwangskerkerschaft. Allein durch die Erwähnung des Namens eines Schriftstellers in seinem eigenen Werk verlängert er die „Haft“ des „Opfers“. Das scheint ihm amüsant und verlockend. Er hätte da so einige auf Lager. Aber auch zur Vermeidung des Einzugs in diese Welt hat er Vorschläge.
Dazu sein Zitat:

„Aufs Dorf ziehen. Doof sein. Rammeln. Maul halten. Kirche gehen. Wenn n großer Mann in der Nähe auftaucht, in n Stall verschwinden: dahin kommt er kaum nach! Gegen Schreib= und Leseunterricht stimmen; für die Wiederaufrüstung : Atombomben!“

Gut, das Buch hat doch einen gewissen Sinn, den ich nun verstehe und es war gar nicht so schlecht.
Die Lesbarkeit des Buches ist etwas strittig und dabei gehört es sicher noch zu den leichter zu begreifenden Schriftstücken dieses Autors.
Meinetwegen darf er mit meinen Kakteen im „Elysium“ weiter schmoren.
Aber am Schreibstil müsste er noch Arbeiten :-), durch diesen Blogbeitrag hat er jetzt ja wieder Zeit dafür gewonnen.

Jetzt zur Ausstellung:

„Seltsame Tage“ von Arno Schmidt.

Zum 40. Todestag, erinnern die Technische Universität Fachbereich Architektur und Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt und die Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt an das Wirken des Schriftstellers in Darmstadt.

Dauer der Veranstaltung:
11. Oktober 2019 bis 5. Januar 2020

Öffnungszeiten
Mittwoch-Freitag 13:00 bis 18:00 Uhr
Samstag/Sonntag 11:00 bis 18:00 Uhr
ULB täglich 8:00 bis 20:00 Uhr

Veranstaltungsorte:
Campus Stadtmitte der Hochschule Darmstadt

Kakteenbeet in der Ausstellung ©Kaktusmichel.de

Halle 2 (S1|09)
Campusplatz
Magdalenenstraße 6
64289 Darmstadt

ULB Darmstadt
UG 1 – Ausstellungsbereich
Magdalenenstraße 8
64289 Darmstadt


Schauraum der Hochschule Darmstadt
Schöfferstraße 3
64295 Darmstadt

13 Schaufenster des Darmstädter Einzelhandels

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Oktober

Entsprechend den Außentemperaturen und der kürzeren Tageslänge wird das Gießen jetzt reduziert, da das Substrat jetzt langsamer abtrocknet.
Solange kein Frost zu erwarten ist, wird das Gewächshaus noch regelmäßig gelüftet, dies trägt zur Abhärtung der Pflanzen bei.

Heizung überprüfen.

Ist die Heizung fit für die Wintermonate?
Jetzt haben sie noch Zeit einmal nach dem rechten zu schauen!
Wer bisher keine Heizung in seinem Gewächshaus hatte und sich mit dem Gedanken trägt dies zu ändern, hat noch die Gelegenheit dazu.

Elektroheizung für das Gewächshaus

Eine Heizung für das Gewächshaus.

Strom.

Ein mit Strom betriebenes Heizgerät ist am einfachsten zu installieren und beinhaltet nur geringe Anschaffungskosten. Die Folgekosten jedoch, für den Stromverbrauch, sind im Vergleich zu anderen Heizmethoden höher. Wenn ein solcher Heizer neu angeschafft wird, unbedingt darauf achten, dass es ein Gerät mit Metallgehäuse ist. Bei einem Kunststoffgehäuse kann es schnell mal zu einem Schmorbrand kommen, denn die Heizung läuft oft lange ohne Aufsicht. Es gibt Heizer speziell für Gewächshäuser die zur Steuerung ein Thermostat besitzen.
Oder ein separater Thermostat mit Thermofühler kann an der kältesten Stelle im Gewächshaus angebracht werden, um eine exakte Temperatur­steuerung durchzuführen.

Echinocereus scherii v. subterraneus ©KAKTUSMICHEL

Gas

Wenn kein Stromanschluss im Gewächshaus zur Verfügung steht, gibt es noch die Möglichkeit mit Gas zu heizen. Dafür werden ebenfalls geeignete Geräte angeboten. Die Gasheizung muss jedoch für den Gewächshausbetrieb konzipiert sein. Durch den Brenner wird der Umgebungsluft Sauerstoff entzogen, was bei einem sehr dichten Gewächshaus dazu führt, dass die Flamme bei Sauerstoffmangel ausgeht. Deshalb eine kleine Belüftungsöffnung vorsehen. Ein zusätzlicher Ventilator, angetrieben mit Solarstrom oder Batterien, kann die durch die Gas-Verbrennung entstehende höhere Luftfeuchtigkeit absenken.

Zentralheizung

Die Aufwendigste aber auf Dauer günstigste Alternative ist ein Anschluss an die bestehende Wohnhausheizung. So wird im Gewächshaus je nach Größe des Objekts ein oder mehrere Heizkörper installiert und diese über einen Thermofühler und Thermostat der Warmwasserzulauf reguliert. Um jederzeit, besonders aber im Winter über die vorherrschende Temperatur im Gewächshaus auf dem Laufenden zu sein, haben sich digitale Thermometer mit Sender bewährt. So kann auch über eine größere Distanz, in der Wohnung, jederzeit die Temperatur überprüft werden.

Isolation mit Luftpolsterfolie

Soll das Gewächshaus mit Luftpolsterfolie einpackt werden, die Folie überprüfen, ob sie noch einen Winter aushält oder neue besorgt werden muss.

Freiland


Für nässeempfindliche Pflanzen gegen Ende des Monats eine Überdachung anbringen, damit das Substrat gut abtrocknet und keine neue Feuchtigkeit dazukommt.

Zimmerkultur

 

Im Zimmer sind es über den Winter meist um die 20° C und mehr. Bei solchen Temperaturen kommen viele Arten im nächsten Jahr nicht zur Blüte. Besonders Kakteen profitieren von Wintertemperaturen zwischen 5 und 12° C bei völliger Trockenheit. Dies heißt dann, die Pflanzen für diese Zeit ins Treppenhaus, Keller oder in die Garage zu räumen. Jetzt den Platz dafür vorbereitet, um die Pflanzen gegen Ende des Monats an den Überwinterungsplatz zu bringen. Die Kakteen werden sich im darauf folgenden Jahr mit neuem Wachstum und reichem Blütenflor bedanken.

Huernia thuretii in Blüte

Allgemeine Pflege

Stehen Pflanzen als Sommergäste draußen im Freien, die Temperaturen im Auge behalten, da es im Oktober auch schon mal empfindlich kalt werden kann und mit den ersten frostigen Nächten zu rechnen ist. Das bedeutet aber nicht, dass schon alle Kakteen und andere Sukkulenten sofort eingeräumt werden müssen. Nur die empfindlichen Arten, die von ihren heimatlichen Standorten höhere Überwinterungstemperaturen gewohnt sind, sollten bei Temperaturen unter 15° C bereits im Winterquartier stehen.
Alle anderen Pflanzen können noch etwas draußen bleiben. Diese können notfalls mit einer Plane, einer Decke oder mit Luftpolsterfolie vor Kälteschäden geschützt werden. Legen Sie diese Hilfsmittel bereit, oft ist es nur eine Nacht in der die Temperatur so weit heruntergeht. Bei Kakteen, die beispielsweise ursprünglich aus den Hochlagen Südamerikas stammen, bekommen diese nächtlichen Abkühlungen, bei trockenem Stand, sehr gut.
Oft haben wir durch diese Abhärtung im nächsten Jahr dann bei Rebutia, Eriosyce, Tephrocactus und Co. einen besseren Blütenansatz.

Frithia pulchra in Blüte

Einwintern der Kakteen und anderen Sukkulenten

Beim Einräumen beachten, dass Pflanzen, bei denen der Erdballen sehr feucht ist, in einem kühlen Überwinterungslager das Substrat schlecht abtrocknen kann. Sie fangen dann schnell an zu faulen. Darum rechtzeitig an einem regengeschützten, luftigen Platz unterbringen, damit das Substrat abtrocknen kann.
Wenn, die Pflanzen trocken ins Quartier kommen können sie dann gut unter den Tischen im Gewächshaus den Winter überstehen.
Aber es genügt für die meisten Kakteen und anderen Sukkulenten auch ein frostfreier Raum der, wenn die Pflanzen absolut trocken stehen, auch ohne Zusatzbeleuchtung sein kann.

Praktische Lammellenlüftung. Gewächshausplaza

Frühbeetkasten oder Kleingewächshaus

Bei einer kleineren Sammlung funktioniert auch ein Frühbeet, dass im Winter zusätzlich mit Styroporplatten und mit Luftpolsterfolie verkleidet wird. Wenn, darin ein elektrischer Frostwächter installiert wurde, kann der Winter kommen.
In alten Berichten kann man lesen, dass solche Frühbeete mit Strohballen umstellt und der Deckel ebenfalls mit Stroh, Schilfmatte und Steinen bedeckt wurde. Die sukkulenten Pflanzen haben so, gut verpackt, den Winter überstanden. Diese Methode taugt wahrscheinlich nur bei Kakteen und anderen Sukkulenten, die auch mal einen leichten Frost vertragen können. Frühbeete gibt es als fertige Bausätze in verschiedenen Größen und Ausstattungen zu kaufen oder natürlich auch im Eigenbau.

Pleiospilos nelii Blüte

Keine ungebetenen Gäste mit einräumen.

Beim Einräumen auf Schnecken und anderes Ungeziefer achten, dass von draußen mit eingeschleppt wird, dies kann sich schnell im Winterquartier ausbreiten, da es oft aus mangelnder Kontrolle ungestört sein Unwesen treibt. Spinnmilben und Blütenthripse gehören auch zu diesen Schädlingen. Oft fallen diese kleinen Plagegeister mit der reichlichen Nachkommenschaft erst beim genaueren Betrachten der Blütenbilder am Bildschirm auf.
Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag über Thripse
und Spinnmilben.

Ton- contra Kunststofftopf

Oft wird die Frage gestellt:
“Was ist besser ein Tontopf oder ein Kunststofftopf?”
Jeder dieser Töpfe hat vor und Nachteile.

Beginnen wir mit dem Preis da sind einfache Kunststofftöpfe um einiges günstiger im Vergleich zu Tontöpfen.
Aber es gibt bei den großen Kübeln aus Ton oder Kunststoff auch hochpreisige Objekte.

Von beiden Werkstoffen werden relativ viele Formen angeboten.
Wobei gerade bei Kakteen- und Sukkulentensammlern die Vierkanttöpfe aus Kunststoff sehr beliebt sind, da hier möglichst viel bepflanzbareres Erdmaterial auf engstem Raum untergebracht werden kann.

Vierkanttöpfe sind bei Kakteensammlern sehr beliebt ©Kaktusmichel.de

Oft ist es unproblematischer Kunststofftöpfe zu beschaffen, die auch durch geringeres Gewicht leichter zu transportieren sind.

Ein Kunststofftopf lässt sich einfacher reinigen und macht beim umtopfen weniger Probleme. Wer schon einmal aus einem Keramiktopf, der oben enger als unten ist, eine Pflanze befreien wollte wird mir da recht geben.

Ein Pluspunkt für Kunststofftöpfe ist auch die Wasserverwertung.
Während beim Tontopf das Wasser nach außen verdunstet und
somit auch die Wurzeln diesem Wasserfluss folgen.
Das zur Folge hat, die Wurzeln krallen sich gerne an den Topfwänden fest, weil dort noch Feuchtigkeit ist. Beim Umpflanzen werden diese dann leicht abgerissen.
Beim Kunststofftopf geht das Wasser Richtung  Abflussloch,
auch die Wurzeln folgen diesem Weg und hängen weniger an den Außenwänden.

Manchmal werden aus Platzgründen auch eckig und rund kombiniert ©Kaktusmichel.de

Einfache Kunststofftöpfe haben den Nachteil sie werden leichter spröde, was gerade bei den kleineren dünnwandigen Gefäßen schnell mal zu einem Bruch führt.
Sie werden bei Sonnenschein schneller heiß was zu Schädigung der Wurzeln führen kann.
Auch die Standfestigkeit ist ein Pluspunkt für die guten alten Tontöpfe gerade im Freiland.

Aber was macht ein Nostalgie-Fan, wenn er alle Vorteile Nutzen möchte?
Er stellt einfach den Kunststofftopf in den Tonblumentopf (kann auch bemalt werden ).

Plastiktopf einfach in den Tontopf gestellt, eine Alternative©Kaktusmichel.de

Das hat den Vorteil, er hat im Tontopf gleich ein Abflussloch und
muss nicht wie bei einem herkömmlichen Übertopf aufpassen das Stauwasser am Grund stehen bleibt. Wer dazu noch einen Tonuntersetzer verwendet, kann das gute Stück auch am Fensterbrett nutzen ohne Überschwemmung.

Vierkantöpfe im Einsatz©Kaktusmichel.de

Doch für uns Sammler gibt es meistens nur eine Alternative,
der Vierkantige-Kunststofftopf, da können wir viele Pflanzen auf unsere Tische pressen 🙂

Noch eine kurze Aussage über die Topfgröße.
Die meisten Kakteen lieben es nicht in zu großen Töpfen zu sitzen.
In diesen Töpfen befindet sich sehr viel Substrat, das dem zu Folge auch nur langsamer austrocknet.
Darum bei kleineren Pflanzen höchstens eine Daumenbreite bis zum Rand.
Bei großen Pflanzen entsprechend etwas mehr.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im September

Bei trockener und milder Witterung, weiterhin auch nachts die Fenster und Türen im Gewächshaus offen halten. Die nächtliche Abkühlung härtet unsere Sukkulenten zusätzlich ab. Das Wachstum der Kakteen und vieler anderer Sukkulenten verlangsamt sich, deshalb gießen wir nicht mehr so oft und viel.

September die Schwalben ziehen fort und die Kakteenpflege wird weniger. ©Kaktusmichel.de

Arbeiten an den Freilandkakteen


Gerade Opuntien haben über die Sommermonate beträchtlich an Größe zugenommen.
Die schweren Pflanzentriebe liegen dann oft auf dem Boden auf, darum diese mit Steinen etwas unterbauen, damit die Feuchtigkeit von unten nicht an die Triebe kommt und im Winter dann zu Pilzbefall führt. Anflug von Wildkräutern beseitigen und auf genügend Abstand von schnell wachsenden Stauden zu den winterharten Kakteen achten, sonst besteht die Gefahr, dass sie überwuchert werden.

Zimmerkultur

Auch wenn im Zimmer die Außentemperatur kaum eine Rolle spielt, sollte das Gießen vermindert werden. Die kürzer werdenden Tage verlangsamen auch bei den Pfleglingen auf dem Fensterbrett das Wachstum.

Allgemeine Pflege

Wegen der abnehmenden Tageslänge das Düngen einstellen.
Wer über Winter größere Mengen an Kakteen und Sukkulenten umtopfen möchte, sollte sich jetzt schon mit Substrat eindecken. Dieses an einem trockenen Aufbewahrungsort lagern bis zur Verwendung. Das umtopfen im Winter hat den Vorteil, dass die Pflanzen sich in dieser Zeit in Wachstumsruhe befinden. Es sollte dann keine feuchte Erde sein, die eventuell ein Wachstumsschub auslöst.

Sonderbehandlung Supermark-Kakteen

Im Herbst werden meist vermehrt Kakteen und andere Sukkulenten im Supermarkt angeboten. Diese Pflanzen sitzen in reinem Torf, weil Torf in der Verarbeitung für die Topfma­schinen einfacher ist. Außerdem ist dieses Substrat genau darauf abgestimmt, dass in der Massenhaltung die Bewässerung und Düngung reibungslos funktioniert. Ebenso ist es für die Produzenten eine Kostenfrage, denn das Substrat darf nicht viel kosten. Aus dieser behüteten Umgebung kommen diese Pflanzen in den Verkauf beim Discounter. Das Substrat ist ausgetrocknet, die letzten Düngerreserven haben kurz vor der Wurzelspitze halt gemacht und es setzen sich kleine Salzkristalle vor die Wurzelöffnung. Jetzt kommt der glückliche Käufer mit seiner Neuerwerbung nach Hause und gießt die Pflanze. Doch trockener Torf nimmt nur schwer wieder Wasser auf, es kann sein, dass alles von der Erde ab perlt und der Kaktus wartet umsonst auf den Schluck Wasser. Der andere Fall ist, er bekommt Wasser, die Salzkonzentration löst sich auf und verbrennt die Saugwurzeln und diese sterben ab. Deshalb ist es besser solche Neuerwerbungen erst einmal von diesem Substrat zu befreien und in ein besseres umzusetzen.


Weihnachtskakteen

Weihnachtskakteen ( Schlumbergera truncata/russelianus Hybriden) stehen im Sommer am besten draußen an einem Platz im lichten Schatten. Diese Pflanzen reagieren photoperiodisch dies bedeutet sie reagieren auf die Tageslänge. Das Wachstum der Triebe setzt bei Tageslängen von 14 bis 16 Stunden, die Knospenbildung bei 8 – 9 Stunden und einer Temperatur um die 15 °C ein. Jetzt ist die beste Zeit diese blühfreudigen, epiphytischen Kakteen mit Dünger zu versorgen. Die Pflanzen haben dann genug Kraft für den neuen Blütenflor im Winter. Von diesen Kakteen jetzt Stecklinge ernten. Dafür dreht man mehrgliederige, noch junge Triebe ab und steckt sie in ein trockenes Substrat. Dieses öfters besprühen und nach ca. 4 Wochen zeigen sich neue Wurzeln.

Vortrag Mittagsblumengewächse

In den nächsten Monaten halten wir fast wöchentlich in verschiedenen Ortsgruppen der DKG,  Vorträge.
Einer dieser Präsentationen handelt von  den Aizoaceae, umgangssprachlich als Mittagsblumengewächse bezeichnet.
Diese große Pflanzenfamilie beherbergt fast 120 Gattungen mit circa 2400 Arten. Die meisten findet man in Südafrika aber auch in Australien und verwildert in allen südlichen Ländern. Es gibt darunter einjährige, aber auch sehr viele mehrjährige Stauden.
Die meisten davon sind sukkulent, deshalb interessieren mich diese Pflanzen natürlich sehr. In dieser Darbietung kann ich nur einen kleinen Teil dieser faszinierenden Gewächse vorstellen. Alles andere würde sonst den zeitlichen Rahmen sprengen.
In den ca. 40 Minuten dieses Kurz-Vortrags, werden dennoch alle Pflanzen begeisterten, auf ihre Kosten kommen.
Vorstellen werde ich zum Beispiel:
Lebende Steine, mit ihrer ausgeklügelten Lichtaufnahme, mittels Fenstern in ihren Blättern (Loben).

Lebende Steine
Lithops salicola v. maculata ©DornenProjekt.de

Oder auch Sukkulenten mit Zähnen, wie der Tigerrachen (Faucaria) und das Stomatium.

Tigerrachen
Faucaria plana©DornenProjekt.de

Und natürlich wunderbare Blüten in allen Farbschattierungen, wie sie bei der Gattung Delosperma vorkommen.

Delosperma
Delosperma cv. Fire Spinner ©DornenProjekt.de

Auch eine Samenkapsel mit ihrem überraschenden Öffnungsmechanismus  wird Euch im Zeitraffer vorgestellt.
Ihr seht, es wird nicht langweilig in diesem Vortrag.
An unserem Veranstaltungsabend gibt es meist nicht nur einen Vortrag von mir, auch Helga entführt uns im Anschluss, in traumhafte Gärten im Rhein-Main-Gebiet.
Schaut doch mal in Ihren Blogbeitrag, um Euch auf dieses Highlight einzustimmen.

Hier die Termine unserer Vorträge 2019

OG Osthessen-Fulda
am 6. September 2019
ab 20:00 Uhr
Mesembs und Traumgärten

OG Aschaffenburg
am 12. September 2019
ab 20:00 Uhr
Mesembs und Traumgärten

OG Darmstadt
am 20. September 2019
ab 20:00 Uhr
Mesembs und Traumgärten

OG Frankfurt
am 04. Oktober 2019
ab 19:30 Uhr
Mesembs und Traumgärten

OG Bergstrasse
am  09. Oktober 2019
ab 19:30 Uhr
Naturblick und Traumgärten

OG Michelstadt
am 31. Oktober 2019
ab 19:30 Uhr
Mesembs und Traumgärten

Alle Vorträge sind natürlich kostenlos aber nie umsonst :-).

Es freuen sich auf Euer Kommen
Helga und Michael

Offener Sonntag im September

Der erste Sonntag im September…..das bedeutet beim Kaktusmichel ist wieder verkaufsoffener Sonntag.
Von 10 – 13 Uhr habe ich für sie geöffnet.

Kommen Sie doch mal vorbei und überzeugen sich von meiner guten Qualität und den günstigen Preisen. Sicher fehlt in Ihrem Heim noch ein Kaktus, packen Sie es an. Ich warte auf Sie. So finden Sie meine Gärtnerei

 

Sonntag, der 1. September 2019
von 10 bis 13 Uhr,
bei Andreae Kakteenkulturen,
Otzbergstrasse 103,
64853 Otzberg-Lengfeld, Hessen.

Und wer dann noch gerne selbst gebackenes Brot essen möchte
kann dies beim:

Backhausfest (Backesfest)

Sonntag, den 01.09.2019, von 12:00 Uhr bis 22:00 Uhr
in Otzberg-Hering
in der Odenwaldstr.
Am altem Backes

Gewächshaus Teil2

Durch meinen Blogbeitrag “Ein Gewächshaus für die Kakteen
erhielt ich einiges an freundlicher Resonanzen.

Oft hieß es:  “…….aber leider fehlt mir der Platz für solch ein Projekt!”
Aufgrund dessen möchte ich diesen Bericht noch hinzufügen. Natürlich geht es auch eine Nummer kleiner. Zum Beispiel mit einem Balkon- oder Minigewächshaus.
Deshalb habe ich mich für Euch umgesehen, was es da noch auf dem Markt gibt.
Ein Anbieter mit gutem Konzept ist zum Beispiel:

Dort kann man nicht nur Gewächshäuser von unter 1 m bis über 4 m Breite von verschiedenen Herstellern beziehen, sondern auch gerade für Leute mit wenig Platz sogenannte Minigewächshäuser. Diese bieten dennoch reichlich Stauraum auch für Kakteen u.a. Sukkulenten.

Mini Gewächshaus “Hamton 5” von ©Gewächshausplaza

Kleingewächshäuser haben den Vorteil wenig Stellplatz zu benötigen, leicht auf- und abbaubar zu sein. Besonders, wenn es nur temporär oder von Frühjahr bis Herbst genutzt werden soll. Auch für eine Überwinterung kann es kostengünstig beheizt werden.

“Growhouse L” mit praktischem Lattenboden. ©Gewächshausplaza

Die Gewächshäuschen sind mit Schiebetüren und beim Typ ‘Hampton’ zusätzlich mit einer seitlichen Lammellenbelüftung versehen. Ideal um stauende Hitze zu vermeiden.

Praktische Lammellenlüftung beim Hampton 5. ©Gewächshausplaza
Durch stufigen Aufbau der Regalfächer kommt auch noch genug Licht an die Pflanzen. ©Gewächshausplaza

Vielleicht ist das genau die Sorte Gewächshaus die auf Ihren vorhandenen Platz und Geldbeutel zugeschnitten ist?
Außerdem muss man nicht der große Handwerker sein, um solch ein Projekt in die Wirklichkeit umzusetzen.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im August

Die Kakteen und Sukkulenten werden das letzte Mal in diesem Jahr gedüngt, hierzu kann ein Kalium (K) betonter Dünger eingesetzt werden, wie den der auch oft für die Herbst­-Düngung des Rasens verwendet wird.
Dieser stärkt das Zellgewebe für den Winter.

Mammillaria hahniana©Kaktusmichel.de

Blütenreste entfernen

Anhaftende Blütenreste absammeln oder abschneiden um keine Eintrittsöffnungen für Fäulnis in den folgenden Monaten zu ermöglichen. Dabei findet sich dann auch noch die eine oder andere Samenfrucht an den Kakteen. Auch wenn der Bestäubungspartner nicht bekannt ist, die Samen können für die nächste Aussaat genutzt werden. Meist gibt es dann robustere Nachkommen, wenn auch nicht immer Artrein. Bei sehr starkwüchsigen Opuntien ist jetzt die letzte Gelegenheit einige Triebe abzuschneiden und diese für die Weitervermehrung zu stecken.

Samenkapseln an einer Epithelantha micromeris©Kaktusmichel.de

Urlaub und Kakteen

Wer in Urlaub fährt, sollte seine Nachbarn oder Verwandten genau aufklären, wie die Pflanzen zu gießen sind.
Leider hat schon so manche gut gemeinte Wassergabe einem lang gehegten Schatz den Garaus gemacht.
Am besten die Pflanzen nach Wasseran­spruch zusammen stellen, das macht auch einem ungeübten Pfleger die Sache etwas leichter.
Sind nur 2 – 3 Wochen für die Urlaubsreise eingeplant, reicht es vor der Abreise die Kakteen noch einmal durchdringend zu wässern, dann ist das ausreichend bis zur Heimkehr. Bei so manchen anderen Sukkulenten kann dieser Zeitraum der Trockenheit etwas zu lang sein, diesen sollten wenigstens einmal Wasser in 14 Tagen bekommen.

Die lebenden Steine kommen langsam in Blüte (Lithops dorotheae) ©Kaktusmichel.de

Allgemeine Pflege

Wie schon in den vergangenen Monaten, wenn möglich in den frühen Morgenstunden gießen.
Auf Schmierläuse (Bekämpfung siehe meinen Blogbeitrag) und Spinnmilben (dazu auch der Blogbeitrag) achten die sich in der trockenen Luft sehr rasant vermehren können.
Umtopfarbeiten während den heißen Monaten nur in Ausnahmefällen durchführen. Weiterhin ist es möglich Stecklinge zu schneiden, diese an einem schattigen Platz abtrocknen lassen um sie später dann zu Bewurzeln.

Fast in jeder älteren Sammlung ist der gelbe Sauerklee oder auch Hornsauerklee (Oxalis corniculatus) zu finden.

Sauerklee satt. Da hilft nur Austopfen und alle fremden Wurzeln entfernen.


Die Aussage der blüht schön, kann nicht beruhigen.
Dieses Unkraut ist sehr lästig und nur schwer zu bekämpfen. Essbar ist es nicht, da der Klee zu viel Oxalsäure enthält, Abreisen stört ihn wenig, wegen der sehr langen, fleischigen Wurzeln.

Die Wurzeln vom Sauerklee sind sehr lang.


Außerdem besitzt der Sauerklee eine fast grenzenlose Vitalität um wieder und wieder auszutreiben, selbst nach langer Trockenheit. Die Samen kleben überall fest und keimen noch nach Jahren bei Erdkontakt.
Da hilft nur die Kakteen und anderen Sukkulenten auszutopfen und jedes noch so kleine Würzelchen aus dem Substrat zu entfernen.
Eine weitere Möglichkeit ist angerührtes Herbizid mit einem Pinsel aufzunehmen und den Klee damit zu befeuchten.
Dabei besteht jedoch das Risiko, die Kulturpflanze ebenfalls zu treffen und zu schädigen.
Am besten ist immer die Vorbeugung.
Neuerwerbungen auf Unkräuter und tierische Schädlinge zu überprüfen, bei Bedarf in neues Substrat zu pflanzen und immer wieder kontrollieren, um den Anfängen Einhalt zu bieten.

Uuser Kaakdus Vereinsabbend waar widder sehr invormatiff, Schatzilein! ©Kaktusmichel.de

Erfahrungsaustausch ist wichtig!

Nutzen Sie die Urlaubszeit dazu andere Kakteen- und Sukkulentenfreunde zu besuchen oder einzuladen und Erfahrungen positive wie negative auszutauschen.
Meist gibt es viele Gemeinsamkeiten bei unserem Hobby.

Oder schauen Sie mal auf der DKG Webseite unter Ortsgruppen nach, sicher gibt es eine dieser Interessengemeinschaften auch in Ihrer Nähe.

In meinem Umkreis bieten sich gleich 3 Ortsgruppen an:
Michelstadt
Darmstadt
und Aschaffenburg

Während den Treffen gibt es immer genügend Information auch zu Pflanzenschutz-Themen, tolle Vorträge über Kakteen und andere Sukkulenten, sowie Reiseberichte in die Heimatländer dieser einzigartigen Pflanzen. Nur Mut ein Besuch lohnt sich immer.

Ein Gewächshaus für die Kakteen

Wer seine Kakteen Jahr für Jahr vom Keller oder den Dachboden in den Garten trägt und die ganze Prozedur im Herbst in die Gegenrichtung startet, für den ist mein Vorschlag sicher nicht so abwegig.

Statt Urlaub ein Gewächshaus aufstellen?

Einmal auf den Urlaub verzichten und das Geld für ein Gewächshaus ausgeben. Jedoch sind im Vorfeld einige Punkte zu klären. Gehört das Grundstück, auf dem das Gewächshaus aufgestellt werden soll, Ihnen? Sonst hat der Vermieter ein Wort mitzureden. Wie groß darf das Gewächshaus sein? Dies bitte mit dem zuständigen Bauamt ihres Wohnortes abklären. Maßgeblich für die Größe ist der umbaute Raum, in der Regel sind bis zu 30 m³ ohne Genehmigung möglich. Der Abstand zum Nachbarn und die Firsthöhe sind dabei ebenfalls zu klären. Manchmal ist es auch eine Frage des Brandschutzes, wenn beispielsweise ein oberirdischer Gastank auf dem Gelände steht. Leider hat in Deutschland jedes Bundesland hierzu seine eigenen Vorschriften. Wenn alle behördlichen Fragen geklärt sind, geht es an die konkrete Planung.

● WAMA Gewächshaus Modell Midi 80
● Seitenhöhe 1,50m / Firsthöhe 2,29m
● Standardausstattung dieses Modells:
– Abschließbare Tür (B 0,80m x H 1,90m), in der Höhe teilbar, Türanschlag rechts
– Dachrinnen mit Fallrohren (links und rechts jeweils 1 Dachrinne mit 1 Fallrohr)
– 6 Dachfenster, manuelle Fensteraufsteller
– Passende Klemmleisten zur sturmsicheren Befestigung der Verglasung, Farbe weiß
● Kompletteindeckung mit 16mm Stegdreifachplatten (U-Wert: 2,3 und Lichtdurchlässigkeit: 76%)
● Optional dazu bestelltes Zubehör:
– Pflanz- und Arbeitstische Größe: 124 x 63 x 92cm (ArtNr PT20602) ohne Einsätze

Vor dem Kauf die Planung!

Wer sein Gewächshaus im Winter beheizt, tut gut daran, ein Fundament zu graben und mit Beton auszugießen und dies gut zu isolieren. Ein Eigenbau ist bei genügend vorhandenen Heimwerker-Fähigkeiten machbar, jedoch meist nicht günstiger. Auf jeden Fall unbedingt vorher eine Kostentabelle für den Materialbedarf aufstellen und die anfallenden Kosten mit dem Preis eines Gewächshauses von der Stange vergleichen, oft sind diese preiswerter. Auch den eigenen zeitlichen Aufwand und Helfer einplanen.

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Soll das Gewächshaus im Winter beheizt werden?

Bei der Materialauswahl immer die späteren Heizkosten im Auge behalten. Hier spielt der U-Wert (früher K-Wert) eine große Rolle. Dieser Wärmedurchgangs-Koeffizient beschreibt die Dämmeigenschaft eines Materials. Je höher der Wert, desto mehr müssen Sie für Heizkosten einplanen. Hier auch noch ein weiterer Blogbeitrag dazu von mir. Eine Mehrausgabe für bessere Isolierung amortisiert sich meist in kürzester Zeit. Zur Auswahl stehen Einfachverglasung, Doppelverglasung, aber auch Doppelsteg- oder Dreifachstegplatten aus Polycarbonat/Plexiglas. Die Einfachverglasung ist das günstigste in der Anschaffung und eignet sich eher für im Winter unbeheizte Gewächshauser bestückt mit winterharten Kakteen und anderen Sukkulenten. Sonst wird der Aufwand für die Isolation für den Winter jedes Jahr im Herbst sehr hoch. Doppelverglasung ist sehr teuer und die Scheiben haben ein enormes Gewicht. Deshalb sollten Doppelstegplatten  von mindestens 16 mm Dicke angestrebt werden. Sowohl die 16 mm oder auch 32 mm haben genügend Stabilität bei jedem Wetter und halten auch mal eine größere Schneelast problemlos aus. Alternativ dazu gibt es Folien-Gewächshäuser, ebenfalls in verschiedenen Größen. Vorteile dieser Häuser sind der geringe Anschaffungspreis, keine Probleme bei Hagelschauer und der schnelle Aufbau. Nachteil bei der Variante mit nur einer Folienschicht, geringe Isolierwerte kurze Lebensdauer der Folie, stärkere Windanfälligkeit und Probleme durch Schneelast.

Aber auch hier besteht die Möglichkeit, sich ein Gewächshaus mit einer Doppelschichtfolie anzuschaffen. Diese haben nicht nur eine höhere Stabilität, sondern sind durch die Luft, die zwischen die Folienschichten geblasen wird auch sehr gut Wärme isoliert. Hier noch ein paar Denkanstöße für die Planung eines Gewächshauses. Es gibt thermisch getrennte Aluprofile, das bedeutet, sie haben fast keine Kältebrücke zwischen drinnen und draußen. Doch diese Profile kosten eine Stange Geld. Lassen Sie sich am besten beim Händler die Wärmeverbrauchswerte errechnen und wägen sie ab, ob die Mehrausgabe für diese Profile sich rechnen.

Hoklartherm Biotop 3 und Vario TH 1 3,27×4,52

Kleine Wärmebedarfs Rechnung aus meinem Buch.

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

Der Wärmebedarf lässt sich mit folgender Formel errechnen:
Wärmebedarf in Watt = Außenfläche in m² x den U-Wert x Temperaturdifferenz in °C
Das bedeutet beispielhaft:
Bei einem Gewächshaus betragen die
Länge 4 m, die Breite 3 m, die Firsthöhe 2,80 m, die Traufhöhe 1,65 m
und die Schräge von der Traufe bis zum First 2 m. Errechnung der gesamten Außenfläche:
Vorne + hinten 2 x 1,4 x 1,96
Seiten links + rechts 2 x 1,4 x 2,56
Giebel vorne + hinten 1,265 x 1,265
Dach links + rechts 2 x 1,265 x 2,56
Ergibt eine Gesamtfläche von 20,73 qm
Differenz zwischen innen +6 °C und außen -18 °C ist 24
Ermittlung des Wärmebedarfes 20,73 x 2,4 x 24 ergibt aufgerundet
1.200 Watt
Formel: (2 x ((1,4 x 1,96) + (1,4 x 2,56) + (1,265 x 2,56)) + (1,265 x
1,265)) x 2,4 x 24
Dies ergibt eine Außenfläche von 42,55 m².
Es werden Stegdoppelplatten von 16 mm Dicke verwendet, die in
etwa einen U-Wert von 2,4 haben. Bei einer Temperaturdifferenz
von 26 °C (innen 6, außen -20 °C) kommen wir auf einen Wärmebedarf von rund 2.700 Watt.

Dachfenster sind oft undicht.

Zu einem Problem wurden bei mir die Dachfenster zur Belüftung. Gerade im Frühjahr, wenn der Schnee abtaut oder bei starkem Regen, findet das Wasser schnell einen Weg ins Gewächshaus. Deshalb habe ich innen kurze Dachrinnen unterhalb der Dachfenster angebracht, damit das Tropfwasser gezielt abgeführt werden kann. Es ist sehr ärgerlich, wenn durch das getröpfel im Winter schöne Pflanzen abfaulen. Sorgen­freier ist man mit Fenstern die vorne und hinten im Giebel eingebaut sind und auf beiden Seiten direkt über dem Sockel des Gewächshauses, in Kombination genauso effektiv und besser abzudichten als Dachfenster. Manche Gewächshäuser sind so konzipiert, dass große Seitenflächen komplett geöffnet werden können.
Von der Firma Beckmann wurde mir erklärt, es würden für die Dachfenster Spezialgummidichtungen aus EDPM eingesetzt. Die eine absolute Dichtigkeit bei richtiger Montage gewährleisten.

BECKMANN Gewächshäuser Plantarium PLAN 7 und PLAN 12 Ihr Spezialist für Gartenartikel und Gewächhäuser.
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Im Winter zusätzliche Isolation.

Zusätzliche Isolierung im Winter verschafft eine Luftpolsterfolie, deren Anbringung jedoch sehr aufwendig sein kann. Hinzu kommt, dass selbst bei guter Pflege die Folie nur begrenzt lange hält und daher die Neuan­schaffung gleich mit einkalkuliert werden sollte. Am wirkungsvollsten ist die Folie im Inneren des Gewächshauses, jedoch sind Pflanzen oder Tische dabei schnell im Weg. Wird sie außen angebracht, muss man sie gut befestigen, sonst findet man die Folie nach einem Sturm eventuell im Garten des Nachbarn wieder. Da kann sich eine anfangs teurere Stegdoppelplatte schnell rechnen, die auch ohne zusätzliche Isolierung gut für den Winter gerüstet ist
und nicht unbedingt zusätzlich isoliert werden muss.

Voss Thermogewächshäuser

Sonderzubehör.

Ebenso ist eine zweigeteilte Tür im Gewächshaus von Vorteil. Im Sommer hat man dadurch eine zusätzliche Lüftungsmöglichkeit, indem nur die obere Hälfte der Tür geöffnet wird. Die untere Hälfte bleibt geschlossen und Katzen, Mäuse oder anderes Getier bleiben draußen.
Für Licht, Heizgeräte und Ventilator eine entsprechende Stromleitung mit 2 bis 3 Steckdosen einplanen.
Eine günstigere Variante, wenn möglich, das Gewächshaus mit einem eigenen Wasserkreislauf und zusätzlichen Thermostat an die Hausheizung anschließen. Dies spart sehr viel Geld im Vergleich zur Beheizung mit Strom.
Machen Sie an die Regenrinne im Außenbereich einen Ablauf, der in einem Wasserfass endet, Regenwasser ist etwas Kostbares.
Die Gewächshaustische mit Wannen ausstatten, damit die Sukkulenten von unten angestaut werden können. Es ist besser für die Pflanzen. Wer möchte, kann einen Ablasshahn an den Wannen anbringen, um das überschüssige Wasser einige Zeit nach dem Gießvorgang abzulassen. Aber mit der Zeit kennt man die Anstaumenge und der Hahn ist nicht mehr so wichtig.

Kleine Hilfestellung für eine Auswahl.
Links zu Gewächshausherstellern die mir ihr Bildmaterial zur Verfügung stellten:

 

Offener Sonntag

Am 4. August 2019 haben wir wieder für Sie sonntags geöffnet.

Wir haben an diesem Tag von 10 bis 13 Uhr für Sie geöffnet.
Auch wenn sie etwas weiter fahren müssen, ein Besuch bei uns lohnt sich immer.

Bis am Sonntag es freut sich:
Euer Kaktusmichel von Andreae Kakteenkulturen

Und außerdem noch ein Geheimtipp:
In Otzberg-Lengfeld wird an diesem Wochenende noch eine Attraktion geboten die
33. Vorderladertage beim SV 1966 Lengfeld e.V.
Das könnte man doch super für einen Ausflug verbinden!

 

Der Blog vom Kaktusmichel