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Warum blüht mein Kaktus nicht?

Warum blüht mein Kaktus nicht, diese Frage wird sehr oft gestellt.

Nicht immer gibt es eine eindeutige Antwort.
Aber ich werde versuchen Dir einige Erklärungen anzubieten.
Zu allererst ist dein Kaktus schon alt genug?
Bei Rebutien zum Beispiel klappt das oft schon bei 2-jährigen Sämlingen.
Aber bei einem Schwiegermutterstuhl (Echinocactus grusonii) wartet man meist
40- 50 Jahre bis die erste Blüte kommt.

Warum blüht mein kaktus nicht? Der hier abgebildete Echinocactus grusonii blüht das erste mal mit 40 - 50 Jahren.
Ein über 120 Jahrer alter Echinocactus grusonii in unserer Gärtnerei©Kaktusmichel.de

Eine grobe Einordnung wäre auch Kugelkakteen blühen oft früher als Säulenkakteen!?

Natürlich ist das auch kein fester Anhaltspunkt es gibt immer Ausnahmen.
So und jetzt einige Tipps:

Was kannst Du selbst für eine reichliche Blütenentwicklung tun?

Grundlegend ist, erst einmal eine Pflanze, die nicht genügend Zuwachs hat
wird auch nicht sehr reich blühen, denn die Blüten kommen meist an den Vorjährigen Areolen.
Deshalb biete deiner Pflanze die nötigen Voraussetzungen an,
damit der Kaktus auch Spaß daran bekommt dir seine Blüten zu zeigen.
Schauen doch mal das Substrat an, wenn du schon nicht mehr weißt
wann das Sukkulent, dass letzte mal frische Erde bekommen hat, wird es sicher Zeit neu einzutopfen.
Siehe dazu auch den Blogbeitrag über die Zusammensetzung einer guten Sukkulentenerde.
Im Zweifelsfall kannst du fertig gemischtes Substrat bei mir
auch kaufen.

Warum blüht mein Kaktus nicht? Vielleicht war er an einem zu warmen Überwinterungsplatz aufgestellt.©Kaktusmichel.de

Natürlich ist auch der Standort der Kakteen und Sukkulenten entscheidend,
stimmen die Lichtverhältnisse?

Suchen  für deinen Kaktus den hellsten Platz aus, bitte nicht mitten im Zimmer.
Wenn es schon an einem ungünstigen Platz sein muss, hilft eine gute Pflanzlichtlampe.
Siehe dazu auch den Blogbeitrag über die Lichtbedürfnisse von Sukkulenten.

Ein großer Fehler, der immer wieder gemacht wird:

Dein Kaktus steht Sommer wie Winter immer am gleichen Platz, zum Beispiel im Wohnzimmer.
Er hat also meist eine Mindesttemperatur von 20 Grad, wird alle 14 Tage gegossen und denkt sich, es sind hier alle Jahreszeiten gleich. Woher soll er wissen, wann seine Blütenzeit ist und außerdem ihm geht es auch ohne Blüte gut, warum sich anstrengen?
Besser wir stellen ihn über den Winter für mindestens 8-10 Wochen an einen kühleren Ort bei etwa 6-12 Grad.
Wichtig, trocken soll das Substrat sein, nicht dem armen Kerl noch einen Schluck Wasser für die lange Winterruhe mitgeben.
Das Wasser würde im kühlen Winterquartier noch lange in der Erde stehen und vielleicht zu Fäulnis führen.

Warum blüht mein kaktus nicht. Wann haben Sie das letzte mal gedüngt?
Trichocereen in Blüte©Kaktusmichel.de

Noch ein Wort zum Winterquartier nicht jeder hat ein Gewächshaus.

Dort ist es mit der niedrigen Temperatur kein Problem, es geht auch ein Treppenhaus, Kellerraum oder zur Not auch das Schlafzimmer.
Wenn er trocken und kühl steht, ist die Helligkeit des Standortes nur zweitrangig.
Und zum Schluss das Düngen.
Verwenden Sie einen Dünger mit einem höheren Phosphatanteil dieser regt die Knospenbildung an (bekommen du auch in der Gärtnerei).
Düngen aber nur von März bis August bei jedem zweiten gießen.
Viele Tipps findest Du auch in diesem Beitrag.
Wenn alles nichts nutzt, sollte man dem Kaktus mit dem Kompost oder der Biomülltonne drohen, manche sagen das würde Wunder bewirken.

Euer Kaktusmichel

Auszüge aus Kakteen und Sukkulenten von Michael Januschkowetz
das Buch gibt es beim Verfasser oder bei Amazon

 

 

Senecio haworthii

Linné leitete den Namen „Senecio“ 1753 vom lateinischen sénis oder senex für „alter Mann“ oder „Greis“ ab und bezieht sich dabei auf die weißen Wollbüschel an den Samen, die wie ein Fallschirm fungieren.
Botanisch wird der Wollschopf, der aus der reifen Frucht schaut, auch als Pappus bezeichnet.
Man spricht bei ihnen bis heute auch von „Greiskräutern“. Diese in die Familie der Korbblüher (Asteraceae) gehörende Gattung ist sehr variabel, so besteht sie aus über 2.000 Arten, die ein- bis mehrjährige Sträucher ausbilden und über die ganze Welt verbreitet sind.
Laut Jacobsen sind davon über 100 Arten Blatt- und Stammsukkulenten oder beides. Darunter sind Pflanzen, die zu hohen Büschen werden, einige sind Hängepflanzen und wieder andere wachsen schlangenartig am Boden entlang.
Fast allen ist gemein, dass sie Giftstoffe enthalten und der Saft einen starken, manchmal auch scharfen Geruch ausströmt.
Die einzelnen Röhrenblütchen sind, mit oder ohne Strahlenblüten (Zungenblüten), zu mehreren als Blütenstand in einem Körbchen zusammengefasst, daher der Name Korbblütler.
Als Dolde oder endständig entspringend, erscheinen Blüten in gelb, weiß, rot oder lila. Vermehrung über Kopfstecklinge oder Samen. Weitere Infos zu der Gattung Senecio.

Senecio haworthii ©Kaktusmichel.de

Die hier vorgestellte Art früher auch Senecio tomentosa genannt, wurde nach dem Entdecker Adrian Hardy Haworth beschrieben.
Er entdeckte sie 1803 in der Sammlung des Stockwell Botanical Garden.
Die Heimat dieser Pflanze ist in Südafrika, Kapprovinz in der Kleinen Karoo (Richtersveld) auf 900 – 1200 m.
Durch ihren Naturstandort in felsigen Hängen ist sie an große Trockenheit gewöhnt, deshalb sollte sie auch in Kultur nicht zu feucht gehalten werden. Im amerikanischen Raum wird sie wegen der bewollten Blätter und Stiele auch Woll- oder Kokonsenecio genannt, in Afrika aber auch Zunderstrauch da die abgeschälte Wolle sehr leicht brennt. Die Pflanzen können eine Höhe von über 60 cm erreichen, meist aufrecht wachsend. Die Blüte soll gelb sein, bei uns ist diese Art aber recht blühfaul.

Senecio haworthii, hier sieht man gut die Wolle auf den Blättern ©Kaktusmichel.de

Vermehrung in der Regel über Stecklinge aus einzelnen Blättern oder Stammstücken. Der Standort sollte sehr hell und sonnig sein damit die Pflanze gedrungen bleibt. Im Winter werden Temperaturen bis knapp unter den Gefrierpunkt kurzzeitig, bei trockenem Substrat vertragen. Pflanzen die öfters geschnitten werden haben einen schöneren Wuchs. Schädlinge mögen zum Glück diese Art nicht.
Mehr über Kakteen und Sukkulenten in unserem Buch, bestellbar über unseren Shop oder Amazon.
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Licht und Sukkulente Pflanzen

Nicht jeder Platz im Haus ist für unsere Sukkulenten optimal.
Man sollte bedenken, dass Licht nicht nur für die
Photosynthese wichtig ist, also zur Energiegewinnung,
sondern es dient auch zur Entwicklung der Blüten, Blatt- und Körpergröße.

Reichlich Blüten und gutes Wachstum ist nur mit optimalen Lichtverhältnissen zu erreichen. ©Kaktusmichel.de


Nicht zuletzt werden die Pflanzen auch krankheitsanfälliger durch Lichtmangel.
Bedenken Sie, dass die Sukkulenten in ihrer Heimat viel mehr Licht erhalten als bei uns in den Wohnräumen.

Im Sommer haben wir im Freien, an klaren Tagen, eine Beleuchtungsstärke
um die 100 000 Lux ©Kaktusmichel.de


Im Sommer haben wir im Freien, an klaren Tagen, eine Beleuchtungsstärke um die 100 000 Lux, selbst an trüberen Tagen sind es noch 20000 Lux.
Selbst in unseren Breitengraden erreicht die Helligkeit bei bedecktem
Himmel im Dezember noch ca. 5000 Lux.
Während wir im Sommer an einem Südfenster, auf dem Fensterbrett 10000 Lux Lichtausbeute bekommen, haben wir in der Herbst- und Winterzeit direkt hinter der Fensterscheibe nur noch etwa 2000 Lux.
Bereits einen Meter von der Scheibe entfernt kommen wir an solchen Tagen nur noch auf ca. 500 Lux und bei 3m Abstand zum Fenster verringert sich der Wert auf magere 100 Lux.
Die minimale Lichtstärke für Kakteen und Sukkulenten sollte aber zwischen 1500 und 3000 Lux liegen.
Wer seine Kakteen zum Beispiel, 2m vom Fenster entfernt aufstellen möchte, erreicht diese Werte nur an einem sehr hellen Sommertag und das nur bei geöffneten Gardinen und geradlinigem Lichteinfall, da von einer 90% Verringerung der Beleuchtungsstärke auf dieser Strecke auszugehen ist.
Auch haben viele Zimmerfenster eine Folie im Verbundglas integriert,
sie filtert den UV-Anteil heraus, damit die Räume weniger aufgeheizt werden und der schädliche UV-Anteil draußen bleibt.
Dies ist für uns Menschen gut, für die meisten Pflanzen jedoch fatal.

Durch Lichtmangel vergeilter Chamaecereus silvestrii Hybride, die Spitzen werden immer dünner und suchen nach Licht.©Kaktusmichel.de


Nicht jeder hat einen Luxmeter zur Hand um die einfallende Lichtmenge zu testen und die eigene Sensorik hilft da auch nur bedingt weiter.
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Wir fühlen uns auch noch bei 50 Lux wohl, dies ist der Wert einer einfachen Glühlampe.
Sie können aber anhand der Wuchsform (Habitus) ihres Gewächses ablesen, ob die Lichtmenge genügt.
Anzeiger für zu wenig Licht sind:
Eine vorher kugelige Pflanze wächst spitz weiter.
Säulen wachsen in Richtung des Fensters.
Der Areolenabstand bei Kakteen hat sich vergrößert.
Bei den anderen Sukkulenten wird die Distanz zwischen den Zweigen,
oder von Blatt zu Blatt immer größer.

Das linke Exemplar von Crassula ovata bildet wegen Lichtmangel einen längeren Stamm aus, die Blätter sind zu weit auseinander. Rechts ein gesundes Exemplar. ©Kaktusmichel.de


Wer fernab vom Fenster dennoch Kakteen und Sukkulenten halten möchte, muss deshalb mit künstlichem Licht nachhelfen.
Früher verwendete man dafür Natriumdampflampen oder MH-Lampen mit hohen Anschaffungskosten, große
m Platzbedarf, hohem Stromverbrauch und einem schlechten Wirkungsgrad, da sehr viel Energie in Wärme statt in Licht umgewandelt wurde.
Eine gute Alternative sind günstigere Leuchtstoffröhren, wie zum Beispiel die Lumilux Tageslicht / daylight mit 3250 Lumen und einem Farbspektrum das dem Tageslicht gleich kommt.
Heutzutage ist auch die LED-Forschung schon aus den Kinderschuhen
herausgewachsen und bietet sehr brauchbare
Leuchtmittel an,
die außerdem noch eine längere Lebensdauer
und einen geringen Stromverbrauch haben.

Gesehen bei Hagebaumarkt und Amazon, Biogreen L15


Leider vermisse ich bei d
iesen LED GROW Pflanzenlampen oft die Angabe über das Farbspektrum welches sich im Bereich von 5500 – 6000 Kelvinbewegen sollte und auch die Angabe
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der Lichtstärke in Lumen (Das ist die Anzahl Lux pro Quadratmeter bei 1 Meter Abstand) sind in der Regel bei solchen speziellen Lampen nicht angegeben. Also besser beim Fachhändler erkundigen, welche Fläche ausgeleuchtet werden kann und wie groß der Abstand zu den Pflanzen sein muss.
Ist eine Angabe der Lumen und dem Abstrahlwinkel in der technischen
Beschreibung der
Leuchtmittel vorhanden, kann man sich leicht über dieses Online Formular die erreichten Lux errechnen.

Hier noch Informationen über den Lichtbedarf einiger Pflanzen aus dem sukkulenten Bereich (Angaben aus dem Internet).
Sansevieria trifasciata soll schon mit 300 Lux klar kommen.
Der Drachenbaum, Dracena deremensis braucht nur etwa 600 Lux.
Viele Arten aus der Gattung Tillandsia wachsen gut bei ca. 800 Lux.
Crassula falcata und der Geldbaum (Crassula ovata) benötigen 1800 Lux. Euphorbia trigona und die meisten anderen Kakteen sollten mindestens 2000 Lux erhalten.

Und noch eine kurze Anmerkung diese Werte beziehen sich auf eine ganzjährige Zimmerkultur der Pflanzen.
Wer seine Kakteen im Sommer im Freien stehen hat und sie nur im Winter im Zimmer oder Keller „
einlagern“ muss, kann diese Werte bei trockener Überwinterung und einem kühlen Raum auch deutlich unterschreiten.

Weiterführende Links:

Einige Luxwerte für Zimmerpflanzen.
Wachstumsfaktoren bei Zimmerpflanzen in Hortipedia.
Wer es ganz genau wissen will hier noch ein Beitrag im Schweizer Grower Forum.
Und natürlich unser Kakteen und Sukkulentenbuch.
Wer lieber über Amazon bestellt klickt hier.

 

 

Faucaria tigrina

Faucaria ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae).
Der botanische Name der Gattung leitet sich vom lateinischen „faux“ für Rachen ab und verweist auf die gezahnten Blätter der Gattung,
die wie ein geöffnetes, mit Zähnen besetztes Maul aussehen.
Die vorgestellte Art beschrieb Adrian Hardy Haworth 1818
als Mesembryanthemum tigrinum.
Gustav Schwantes fügte sie 1926 als Leitart in seine neu geschaffene
Gattung Faucaria ein.

Faucaria tigrina©Kaktusmichel.de


Umgangssprachlich wird diese Art als „Tigerrachen“ bezeichnet,
wegen den großen aber weichen 9 bis 10 Zähnen am Blattrand.
Die Blätter werden 2 bis 5 cm lang und an der breitesten Stelle messen sie 2 cm.Im Querschnitt sind die dreikantig, die Rückseite ist stark gerundet.
Ihre Oberseite ist leicht konkav.
An der Blattbasis sind sie mit dem gegenüberliegenden Blatt verwachsen und zur
Blattspitze hin wie ein Schnabel geformt.
Ihre Oberfläche ist meist mit mehr oder wenigen weißen Punkten übersät.
In der Sonne können die sonst grünen Pflanzen auch etwas ins Rötliche gehen.
Aus der Basis sind sie sprossend. Die etwa 5 cm große Blüte blüht gelb.

Faucarai©Kaktusmichel.de


Diese Pflanzen sollte man während der warmen Jahreszeit alle 3 bis 4 Wochen gießen, bei sehr großer Hitze alle 2 Wochen.
Das Substrat nach jedem Gießen abtrocknen lassen, damit keine Staunässe entsteht und dann erst wieder zur Gießkanne greifen.
Natürlich vorkommend ist die Art ausschließlich in Südafrika am Westkap.
Bezug der Pflanze auch über meinen Shop.
Auszug aus meinem Buch Kakteen und Sukkulenten.
Gibt es auch bei Amazon

 

Wann gieße ich meinen Kaktus

Die meist gestellte Frage in der Gärtnerei ist.
Wann und wie oft soll ich meinen Kaktus gießen.
Dieses Problem ist auch für mich nicht so einfach zu beantworten, dass liegt schon allein an der Tatsache das es zu viele unbekannte Faktoren gibt (Erdzusammensetzung, Pflanzengröße und Art, Topfgröße, Umgebungstemperatur usw.).
Wer nicht lange lesen will beherzigt diese Regel:
Kakteen und die anderen Sukkulenten wollen nicht dauernd feucht stehen,
sondern das Substrat sollte bis zum nächsten Gießen wieder austrocknen können.
In der Regel ist das nach 2-3 Wochen der Fall.
Danach ruhig durchdringend gießen oder in einen Untersetzer Wasser füllen,
dann nach etwa 2 Stunden das überschüssiges Wasser ausleeren.
Wer Regenwasser hat sollte dieses bevorzugen.

Ich glaube er will uns damit sagen, dass er mehr als genug Wasser bekommt.©Kaktusmichel

Beginnen wir mit ein paar Grundregeln, lieber weniger als mehr gießen?
Das stimmt auch nur zum Teil.
Manche Kakteenpfleger kommen dann mit der selbstgefertigten Antwort
“ein Kaktus braucht nie Wasser“ in der Wüste gibt es auch kein Wasser!!
Was lebt schon ohne Wasser, kein Lebewesen nur ein vertrockneter Kaktus kommt auf Dauer auch ohne Wasser aus.
Richtig ist, dass in der Natur es oft über sehr lange Zeiträume nicht regnet,
aber in tieferen Lagen ist es dennoch feucht oder durch die Unterschiede
Nachts kalt und am Tag heiß kommt es zu einer leichten Taubildung und da die Sukkulenten über ein sehr weit ausgedehntes Wurzelsystem in der Natur verfügen, können sie sich auch immer etwas Wasser aneignen.
Das klappt im kleinen Topf der in der Wohnung steht nicht, ist der erst einmal ausgetrocknet kommt ohne unsere Hilfe nichts mehr nach.

Echinocereus blankii©KAKTUSMICHEL.de

Oder die Aussage “Ein Kaktus braucht nur ganz wenig Wasser”
auch das ist wieder eine Teilwahrheit.
Haben wir ein sehr saugfähiges Substrat, kann es sein das lediglich die Erde etwas feucht wird und ehe unser Kaktus etwas davon bekommt, die Flüssigkeit schon wieder verdunstet ist.
Besser ist es die Sukkulenten einmal kräftig zu gießen und danach das Substrat wieder trocken werden zu lassen, wer nicht feststellen kann, ob die Erde bereits trocken ist, kann mit Hilfe eines Holzstabes (Zahnstocher oder ähnliches) der in die Erde gesteckt wird einfach erkennen wie feucht die Kakteenerde ist,
bleibt die Farbe des Holzes hell ist die Erde trocken, bei nassem Substrat wird sich das Holz dunkler färben.
Eine große Rolle spielt beim Gießen die Zusammensetzung des Substrats. Ein poröses Material wird mehr Wasser aufnehmen und langsam an die Pflanze abgeben, wenn nur saugfähiges Material verwendet wird kommt es aber auch auf die Größe der Poren an. Bei großen Poren (Lava, Bims) wird das Wasser nicht zu lange im Topf festgehalten da durch den guten Luftaustausch es auch zu einer gewissen Verdunstung kommt, dies hat den Vorteil wir können auch bei kühlerem Wetter noch gießen das Substrat wird nicht zu lange nass bleiben.
Meist haben wir aber ein Gemisch aus feineren und groben Bestandteilen mit einem Zusatz von Humus, darin hält sich die Feuchtigkeit etwas länger.
Aber für einige Kakteen die wir nur in Bims oder Lava halten wollen ist es ratsam noch etwas Lehm/Löss/Tonmineral der Kakteenerde beizumischen, da durch die geringere Porosität das Wasser an einigen Stellen etwas länger gehalten wird und es so nicht zu einem Wurzelverlust an der Pflanze kommt. Dieses kann nämlich auch bei zu langer Trockenheit vorkommen.

Mein Kaktus ist Wasserscheu!©Kaktusmichel

Ein weiterer Faktor ist der Standort der Kakteen, stehen sie im Freiland werden wir kaum gießen müssen da der morgendliche Tau und ab und zu Regen für genügend Feuchtigkeit sorgen. Seltsamerweise kommt es auch bei langen Regenperioden kaum zum Abfaulen der Pflanzen. Hier spielen die Luftbewegungen an der Oberfläche des Topfes und die wechselnde Temperatur eine wichtige Rolle.
Im Gewächshaus kann es bei langem Wasserstau an den Pflanzenwurzeln, selbst oder gerade bei hohen Temperaturen zu einem faulen der Pflanzen kommen. Warum? Kakteen sind mit feinen Poren (Stomaten) auf der Oberhaut (Epidermis) versehen. Diese Poren werden bei zu großer Hitze geschlossen um die Wasserverdunstung zu reduzieren.
Die Folge davon ist, dass auch kein neues Wasser aufgenommen wird, da der Stoffwechsel stark verlangsamt ist. Haben wir aber zwischen Nacht und Tag hohe Temperaturunterschiede wird mehr Wasser von den Sukkulenten umgesetzt.
Im Zimmer haben wir oft wenig Temperaturschwankungen und es ist angeraten auch sparsamer zu gießen, außer an einem sehr sonnigen Fenster, hier kann es natürlich auch genau zu diesen Gegensätzen kommen.
Auch die Jahreszeit ist natürlich maßgeblich daran beteiligt wie viel wir gießen.
Im Sommer haben wir genügend Licht und entsprechende Temperaturen wir können mehr Wasser geben.
Überwintern wir die Kakteen an einem kühlen Ort werden wir das Gießen einschränken oder ganz sein lassen.
Bei einer Temperatur unter 12 Grad sollten wir die Kakteen zum Beispiel von November bis Februar trocken halten (Ausnahmen sind zum unter anderen Setiechinopsis mirabilis und Notocacteen, hier darf es alle 4 Wochen dennoch ein kleiner Schluck sein).
Bei einer Zimmerkultur womöglich auch noch über einem Heizkörper, wird uns auch im Winter nichts anderes übrigbleiben und alle 4-5 Wochen etwas zu gießen, mehr würde das Wachstum anregen und durch die schlechten Lichtverhältnisse zum vergeilen der Pflanzen führen.
Dies wird zwar nicht gerade die Blütenbildung bei Kakteen fördern, aber da eine starke Verdunstung gegeben ist müssen wir dem entgegen Steuern.
Auch kommt es auf die Art der Sukkulente an Kakteen brauchen weniger Wasser wie die „sogenannten anderen Sukkulenten“, da diese durch ihre Blätter mehr verdunsten und auch stärker wachsen. Auch können wir uns die kühle Überwinterung bei den anderen Sukkulenten sparen, da sie auch ohne diese Behandlung wieder zur Blüte kommen, aber auch bei diesen Arten im Winter weniger gießen.[amazon_link asins=’3494016003′ template=’ProductAd‘ store=’andreaekaktee-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’e21119a6-f6e3-11e7-9d0c-5f105e88c10b‘]

Aber keine Angst es ist alles nicht so kompliziert wie sich das hier liest, unser Kaktus will ja auch überleben und wird seines dazu geben, wenn Sie sich nur etwas an diese Regeln halten.

Ariocarpus fissuratus

Dieses Jahr waren einige Ariocarpen die schon etwas Wasser bekommen haben schon sehr früh zur Blüte gekommen, bei den anderen denen wir noch eine trockene Sommerruhe gegönnt haben sehen wir noch nicht einmal Knospen.
Eine dieser Pflanzen möchte ich hier vorstellen ein Ariocarpus fissuratus.
Eine Pflanze, die mit dem Namen Mammillaria fissurata (Engelmann,
1856) in die Geschichte der Kakteen einging. Vielleicht ist sie auch
noch unter dem Gattungsnamen
Roseocactus in der einen oder anderen Sammlung anzutreffen, mit dem ihn Berger 1925 betitelte.
Im Jahre 1894 wurde von K. Schumann die Zugehörigkeit zu
Ariocarpus
erkannt.

Ariocarpus fissuratus©Kaktusmichel.de


Der Name
fissuratus ist aus dem Lateinischen abgeleitet,
fissura bedeutet soviel wie „Spalte“, wegen einer Rille auf der Mitte der Warze in der sich Wolle bildet.

Wolle in der Warzenspalte bei Ariocarpus fissuratus©Kaktusmichel.de


Faszinierend ist an diesen Pflanzen ihre lange Wachstumsphase, die über 50 Jahre dauern kann, bis sie endgültig ausgewachsen sind. Danach können sie noch etliche Jahrzehnte bei guter Pflege in den Sammlungen bewundert werden.
Die sternförmigen Körper können bis zu 20 cm im Durchmesser erreichen.
In Kultur blühen die Exemplare, wenn sie nicht gepfropft werden, oft erst nach 10 bis 20 Jahren.
Bekannte Standorte sind in den USA Texas und New Mexico, während die größere Verbreitungsdichte in Nord-Mexiko Coahuila, Chihuahua, Durango, Nuevo Leon, Tamaulipas und Zacatecas liegt.
Dort wächst
A. fissuratus auf trockenen Kalksteinfelsen auf 500 bis 1.500
m Höhe. Die Abweichungen im Habitus sind durch das große Verbreitungsgebiet
bedingt, die aus den Umwelteinflüssen an den heimatlichen Standorten resultieren. Die purpurnen Blüten erreichen einen Durchmesser von 2,5 bis 4,5 cm.
Pflege bei nicht zu übertriebenen Wassergabe und einem sonnigen Standplatz leicht
.
Aber denoch sollte schon etwas Pflegeerfahrung mit anderen Kakteen da sein.
Substrat besteht bei mir aus Bims mit einem kleinen Anteil an Lehm.
Beim umtopfen sehr vorsichtig vorgehen damit die Rübenwurzel nicht beschädigt wird, dies kann zum absterben der Pflanze führe. Vor dem eintopfen die Pflanze 2-3 Tage liegen lassen dann in frisches Substrat setzen und erst eine Woche später angießen.
Ab März in normalem Gießrhythmus wie die anderen Kakteen gießen. Gießpause für circa 5-6 Wochen von Juli bis  Mitte August (Sommerruhe) danach werden die Pflanzen kräftig angestaut und bis die Blütezeit (Ende August- Anfang Oktober) beendet ist leicht feucht gehalten. Nach der Blüte trocken halten bis März. Überwinterungstemperatur bei mindestens 5 Grad, angeblich wird auch ein kurzer Frost vertragen habe ich aber mit diesen wertvollen Pflanzen nie ausprobiert.
Auszug aus unserem Buch Kakteen und Sukkulenten

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz


Turbinicarpus schmiedickeanus

Dieser Turbinicarpus wurde schon 1927 von Boedecker als Echinocactus schmiedickeanus beschrieben.
Er benannte die Art nach dem Berliner Kakteensammler K. Schmiedicke.
1937 wurde es in die neu von Backeberg und Buxbaum geschaffenen Gattung Turbinicarpus überführt.

Turbinicarpus schmiedickeanus©KAKTUSMICHEL.de

Je nach Autor werden dieser Art zwischen 8 und 12 Unterarten zugeordnet,
so zum Beispiel T. bonatzii, T. dickinsoniae, T.flaviflorus, T. gracilis, T. jauernigii,
T. klinkerianus, T. macrochele, T. rioverdense, T. rubriflorus und T. schwarzii.
Körper 4-5cm im Durchmesser und bis zu 6cm hoch, im Alter sprossend.
Die Blüte kann einen Durchmesser von bis zu 2,5 cm erreichen,
Farbe Weiß bis zartrosa mit einem dunkelrosa Mittelstreifen und dunklerem Schlund.
Blütezeit bei uns schon Ende Februar. Bestäubung der Blüten oft wegen der noch geringen Temperaturen im Gewächshaus etwas schwieriger, da die Pollen nicht richtig ausreifen. Wer auf Nummer sicher gehen will stellt die Pflanzen während der Blüte etwas wärmer um sie dort zu bestäuben. Fundorte sind Mexiko: Nuevo Leon, Tamaulipas und San Luis Potosi auf 1500-1800m NN.

Turbinicarpus schmiedickeanus©KAKTUSMICHEL.de

Bei sonnigem Standort und Vermeidung von Staunässe ist es ein einfach zu pflegender Kaktus.
Aber am schönsten werden sie in einem Gewächshaus da auf dem Fensterbrett sehr
oft das nötige Licht fehlt.
Substrat etwas mineralischer mit Zusätzen von Bims und Löss, Kalk kann zugegeben werden muss aber nicht.
Turbinicarpus schmiedickeanus und seine Unterarten steht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen in der Artenschutzliste (CITES)
weiterhin in Anhang 1 für geschützte Arten.
Aber seit 2009 nicht mehr in der gesonderten, sogenannten „roten Liste“ für besonders geschützten Arten.
Wer sich mehr für die Pflege und Beschreibungen von Kakteen und anderen Sukkulenten interessiert sei mein Buch Kakteen und Sukkulenten empfohlen.
Beziehen kann man dieses Buch unter anderem auch in meinem Shop.

Kakteen und Sukkulentenbuch

Helga und Michael Januschkowetz geben stolz bekannt.
Unser lang ersehnter Nachwuchs ist da 2673gr schwer, 28,5cm lang, 22cm breit und 3,7cm dick.
Es strotzt gerade so von Infos über unsere Leidenschaft, Kakteen und andere Sukkulenten. Auf 613 Seiten werden 521 Arten und Varietäten von Kakteen und Sukkulenten vorgestellt. Die über 1000 Bilder erleichtern die Bestimmung der Pflanzen.
Im praktischen Teil des Buches ist alles Wichtige zur Kakteen und Sukkulenten Pflege erklärt. Ob Auswahl des geeigneten Substrates, Gewächshaus-Technik, Pfropfen, Schädlingserkennung oder auch die Verwendung von Sukkulenten als Nutzpflanzen über all dies wird berichtet.

ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz
ISBN: 9783494016009 Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

Wir schicken unseren gut behüteten Liebling jetzt in die große weite Welt, damit es vielen Freunden der Kakteen und anderen Sukkulenten mit Rat und Tat zur Seite steht.
Ab Mittwoch den 21. Dezember können die ersten Besucher unseren Stammhalter in der Gärtnerei bestaunen und auch käuflich erwerben, nur 39,95 Euro kostet das gute Stück im Einführungspreis (später 49,95 Euro).
Wem dieser Weg zu weit ist, zu dem kommt es auch ins traute Heim. Folgen Sie dazu diesem Link in unseren Shop
Oder im Buchhandel zum Beispiel über Amazon
Hier auch eine Bewertung auf der der Webseite von Jan Carius
Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz Kakteen und Sukkulenten Michael Januschkowetz

Ariocarpus retusus

Langsam wird es mit den Blüten etwas weniger in der Gärtnerei. Aber jetzt ist die Zeit der Ariocarpen mit ihren grossen und schönen Blüten. Einen Ariocarpus, das Wort Ariocarpus bedeutet Mehlbeerfrucht, möchte ich euch heute vorstellen.

Ariocarpus retusus das retusus steht fürt abgestumpft, auf Grund der Warzenform. Die Grundlage für die Wahl des Namens retusus war die damals sehr gut bekannte Aloe retusa. A. retusus wurde 1838 von Scheidweiler beschrieben. Das Vorkommen erstreckt sich über die mexikanischen Bundesstaaten Tamaulipas, San Luis Potosi, Coahuila und Nuevo Leon bis nach Zacatecas. Einige Synonyme von retusus sind: Anhalonium prismaticum (Lemaire, 1839), Anhalonium areolosum (Lemair, 1858) und Mammillaria retusa (Thompson, 1898). Die endgültige Eingliederung erfolgte 1964 durch E.F. Anderson als Ariocarpus retusus ssp. retusus (Scheidweiler)

Dies sind nur ein paar Synonyme die Ariocarpus retusus hat, dies ist bedingt durch das große Verbreitungsgebiet. Er kommt bis in Höhenlagen von 2300 m vor. Was aber nicht automatisch heißt, dass er bei uns frosthart ist. Ich möchte noch eine kurze Beschreibung der Pflanzen anfügen. Die Warzen sind scharf dreikantig, pyramidenförmig angeordnet. Mit glatter , leicht eingesenkter Oberfläche. Die Areolen kurz unterhalb der Warzenspitze fehlen oft. Sie haben eine dicke Rübenwurzel. Die Blütenfarbe erstreckt sich von rein weiß, über weiß mit rosafarbenen äußeren Blütenblättern bis komplett rosafarbenen Blüten.

Die Pflege von Ariocarpus retusus ist nicht so schwierig wie es in einigen Büchern zu lesen ist.
Substrat besteht bei mir aus Bims mit einem kleinen Anteil an Lehm. Ab März in normalem Gießrhythmus wie die anderen Kakteen gießen. Gießpause für circa 5-6 Wochen von Juli bis  Mitte August (Sommerruhe) danach werden die Pflanzen kräftig angestaut und bis die Blütezeit vorbei ist leicht feucht gehalten. Nach der Blüte trocken halten bis März. Überwinterungstemperatur bei mindestens 5 Grad, angeblich wird auch ein kurzer Frost vertragen habe ich aber mit diesen wertvollen Pflanzen nie ausprobiert.