Ariocarpus retusus ssp. trigonus

Die Gattung Ariocarpus wurde von Dr.Scheidweiler, Direktor der Gartenbauschule Gent/Brügge aufgestellt.
Man vermutet, Scheidweiler arbeitete gerade intensiv an der Bestimmung des Maulbeerbaumes. Deshalb stellte er eine entfernte
Ähnlichkeit der beiden Samenkapseln von einem ihm vorliegenden  Kaktuses und des Maulbeerbaumes Sorbus aria fest. So kreierte er im gleichen Jahr aus ‘ari’ und dem lateinischen ‘carpus’ für „Frucht“ den Gattungsnamen Ariocarpus.
Deshalb bezeichnet man diese Kakteen im Deutschen auch als Wollfruchtkaktus.

Ariocarpus retusus ssp. trigonus©Dornenprojekt.de

Der als Subspezies zu Ariocarpus retusus gestellte trigonus, hat seinen Namen wegen der dreieckigen Blätter.
Die großen Blüten erscheinen im September in der Farbe Weiß bis blassgelb.
Fundorte laut Wikipedia:
Sind die mexikanischen Bundesstaaten Nuevo León und Tamaulipas, an den Osthängen der Sierra Madre Oriental nördlich von Monterrey, zwischen Montemorelos und Linares, im Tal von Jaumave bis südlich von Jaumauve. Er wächst auf der Spitze flacher Kalksteinhügel in groben, sandig-kiesigem Substrat in Höhenlagen zwischen 500 und 1200 Metern.

Ariocarpus retusus ssp. trigonus©Kaktusmichel.de

 Zur Pflege von Ariocarpen gibt es Folgendes zu sagen:
Sie sind
mit einer kräftigen Rübenwurzel ausgestattet. Bei der Wahl des Pflanzgefäßes (hoch und breit) ist dies zu berücksichtigen.
Als Erdzusammensetzung empfiehlt sich ein Bims-Löss-Gemisch (feiner Lehm) im Mischungsverhältnis 80:20.

Dem Substrat kann auch etwas Holzkohle oder Holzasche beigemengt werden und etwas Kalk, dieser ist aber nicht unbedingt notwendig.
Beim Umtopfen müssen Sie sehr vorsichtig
sein, gerade bei älteren Exemplaren führt eine Verletzung der Wurzel sehr oft zum Ausbluten und Faulen der gesamten Pflanze. Lieber die Ariocarpen nach dem Austopfen 1 bis 2 Tage liegenlassen und erst dann in trockene Erde setzen.
Nur mäßig Gießen und Düngen
im Frühling, aber während der Hauptwachstumszeit reichlicher Wasser geben. Nur unbedingt lange Staunässe vermeiden!

Ariocarpus retusus ssp. trigonus (var. minor ?)©Dornenprojekt.de

Oft wird gesagt, von Mitte Juli bis Mitte August, halten die Ariocarpen eine sogenannte Sommerruhe ein. In dieser Zeit sollten die Pflanzen trockenstehen.
Mit der Knospenbildung, die ungefähr Mitte August beginnt, wieder gießen.

In der letzten Zeit bin ich aber der Meinung, diese Sommerruhe muss nicht eingehalten werden, ich sehe darin keine Vorteile.
Der Standort der Ariocarpen sollte am sonnigsten und wärmsten Platz im Gewächshaus sein, aber möglichst ohne Stauhitze.
Gute Durchlüftung beugt Verbrennungen an den Pflanzenkörpern vor. 
Von September bis in den November hinein ist mit Blüten zu rechnen. Während der Blütezeit weiterhin für ausreichend Feuchtigkeit sorgen. Bedenken Sie aber, im November trocknet das Substrat der Pflanze kaum noch ab. Je nach Wetterlage gießen wir deshalb Ende Oktober das letzte Mal.

Ariocarpus retusus ssp. trigonus©Kaktusmichel.de

 

Oft wird geraten, die Blütenreste vor dem Winterbeginn zu entfernen. Doch dies ist bei einer bestäubten Blüte fast unmöglich und meist auch gefährlich. Durch das Herausreißen der Blüte kann eine Verletzung am Pflanzenkörper hervorgerufen werden. Bei ungenügender Luftbewegung dringen Pilze in die Pflanze ein und können zu deren Tod führen. Die Überwinterungstemperatur sollte bei 6 bis 10 °C liegen, wenn auch von einer wahrscheinlichen Frosthärte (-5 °C) bei trockener Überwinterung ausgegangen wird.

Die Vermehrung der Pflanzen funktioniert hauptsächlich über Samen. Sehr selten gelang bisher die Vermehrung über Warzenstecklinge.
Nach dem Auflaufen der Sämlinge kann man, um ein schnelleres Wachstum zu erzielen, pfropfen.
Wer Geduld und Zeit aufbringt, zieht die Pflanzen wurzelecht. Dann ist nach ca. 8 bis 10 Jahren mit den ersten Blüten zu rechnen.
Bei wurzelecht gezogenen Pflanzen sieht der Habitus meist natürlicher aus, wie bei den gepfropften.

Von einer Kultur am Fensterbrett ist abzuraten, diese Pflanzen wachsen am besten im Gewächshaus.
Auch halte ich diese Gattung nicht unbedingt für Anfängerpflanzen.

Wollläuse sind die gefährlichsten Schädlinge an Ariocarpen, da
sie sich gut in der reichlich vorhandenen Scheitelwolle verbergen
können. Hier helfen meist nur systemische Gifte.

In der Natur stehen alle Arten der Gattung Ariocarpus laut Washingtoner Artenschutzabkommen in der Roten Liste unter Anhang 1 und dies bereits seit 06.06.1981. Eine Schutzbestimmung, die für vom Aussterben bedrohte Arten eingerichtet wurde.
Auszug aus unserem Buch:

Herausgeber ‏ : ‎ Quelle & Meyer; 2., aktualisierte und verbesserte Edition (15. Juli 2021)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 616 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3494018758
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3494018751

 

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