Conophytum sitzlerianum in Kultur

Conophytum sitzlerianum ein nicht mehr gebräuchlicher Namen.
Wie bei vielen unseren Kakteen und Sukkulenten passiert es immer wieder, dass von der Aussaat bis zum ersten Verkauf sich die Namen geändert haben, dies ist natürlich etwas sarkastisch dargestellt.
Aber oft ist es so, dass man sich gerade an einen Namen gewöhnt hat und nach neuerer Forschung die Zugehörigkeit der Pflanze neu überdacht wurde, so auch bei der Vorgestellten Sukkulente. Conophytum sitzlerianum wurde 1938 durch Schwantes beschrieben, aber nach neueren Erkenntnissen handelt es sich um Conophytum bilobum.

Conophytum sitzlerianum

Viele Synonyme aber die gleiche Pflanze?
Bemerkenswert ist das es unter diesem Namen 122 Synonyme gibt. Die vielen Synonyme sind durch das große Verbreitungsgebiet und die daraus resultierende morphologische Vielseitigkeit begründet, deshalb wurden so viele neue Namen kreiert und dennoch handelt es sich bei allen um Conophytum bilobum. Aber es schadet in einer Sammlung nicht, den alten Namen dennoch als Synonym auf dem Stecketikett zu vermerken vielleicht heißt sie ja in naher Zukunft wieder so 🙂

Conophytum sind schon lange bekannt.
Obwohl das erste Conophytum wahrscheinlich schon von Claudius 1685 auf einer Expedition gefunden und 1738 in der Literatur von Burman erwähnt wurde, kam es erst 1922 durch N. E. Brown zur Aufstellung der Gattung. Diese Gattung gehört zu den Mittagsblumengewächsen (Aizoaceae). Der Gattungsname setzt sich zusammen aus den griechischen Worten konos für Kegel oder Walze und phyton für Pflanze. Grund dafür ist die Form der Pflanzen. Diese Sukkulenten bestehen aus zwei miteinander verbundenen Blättern, auch Loben genannt.

Conophyten bestehen aus 2 miteinander verbundenen Blättern, wissenschaftlich auch Loben genannt.

Eine Pflanze die sich vor zu starker Sonne schützt.
Einige sind zusätzlich, mit sogenannten Fenstern auf den Spitzen der Loben ausgerüstet, um das Sonnenlicht bis zum Vegetationspunkt zu leiten. Im späten Frühjahr werden die alten Blätter eingezogen und zurückbleibt eine papierartige Hülle, die zum Schutz der neu heranwachsenden Loben während des heißen Sommers dient. Diese Schutzschicht wird im Spätsommer gesprengt und die neue Pflanze begrüßt uns mit ihren Blüten. Mit der Zeit wachsen dadurch kleine Polster heran. Die Blüten öffnen meist erst am späten Nachmittag oder abends, das Farbspektrum ist recht groß, über Weiß, Gelb, Rosa und alle möglichen Rottöne bis zum dunklen Lila. Fundorte liegen im südlichen Afrika und in Namibia in Gebieten, in denen es im Winter etwas feuchter wird.

Lebende Steine und Conophytum.

Wer sich etwas schwertut mit der Unterscheidung von Lithops (den lebenden Steinen) und Conophytum, dem können folgende Merkmale helfen: Lithops haben nicht diese papierartige Schutzschicht, Conophyten haben keine oder nicht so ausgeprägte farbige Struktur auf der Blattoberseite und Conophyten sind Herbst- und Winterwachser.

Links ein schon fast aus der Hülle geschlüptes Conophytum, rechts diese Pflanze ist noch in eine papierartige Schutzhülle verpackt das sie gegen die Sonne im Sommer schützt.

Sie gehören zu den größten in ihrer Gattung.
Das Artepitheton wurde zu Ehren von Dr. Max Sitzler, Kurator der Universität Kiel gewählt. Diese Pflanzen gehören zu den größten dieser Gattung und werden bis zu 5 cm hoch. Sie bilden im Laufe der Jahre größere Polster aus. Die schmalen, graugrünen Blätter sind etwa 2 bis 2,5 cm breit und bis zu 5 cm hoch, leicht nach oben gekielt und bei uns in der Sammlung ohne den roten Rand, wie es hingegen bei C. bilobum der Fall ist.

Conophytum bilobum mit dem ausgeprägten roten Rand.

Blüten die über mehrere Tage geöffnet sind.
Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 2 cm, sind gelb und erblühen nachmittags, schließen Nachts, aber öffnen sich über mehrere Tage. Der Fundort dieser Form ist unbekannt. Aber die Art C. bilobum kommt im westlichen Teil von Südafrika, am nördlichen Cape, von Wallekraal im Sandveld bis Swartpoort in der Nähe des Orange River und Little Namaqualand vor. Diese Pflanzen sind sehr leicht zu pflegen, wenn man den Gießrhythmus einhält.

Pflegeanleitung:
Bei der Pflege sollte man beachten, dass die Pflanzen ihren natürlichen Habitus behalten. Dies bedeutet, sie benötigen einen sehr hellen Platz, was selbst am Zimmerfenster nicht immer gegeben ist. Auch sollte das Substrat besser mineralisch und gut durchlässig sein. In der Natur bekommen diese Pflanzen fast ihre gesamte Feuchtigkeit in Form von Tau und Nebel. Deshalb in Kultur lieber häufig kleine Mengen gießen, anstatt selten große Mengen. Sie dürfen keiner Staunässe ausgesetzt werden. Die Hauptwachstumszeit beginnt etwa ab August, mit dem Aufplatzen der vertrockneten Hüllen. Ab da regelmäßig, aber nicht zu viel gießen, bis Ende Dezember. Die Überwinterungstemperatur kann bis knapp über dem Gefrierpunkt abgesenkt werden. Von Januar bis Juli wird nur bei großer Hitze etwas Wasser zugeführt, in dieser Zeit können sie auch gut unter dem Tisch kultiviert werden. Im Gegensatz zu den Pfahlwurzeln der Lithops haben Conophyten flache Wurzeln. Deswegen fühlen sie sich in niedrigen Schalen sehr wohl. Die Vermehrung der Pflanzen gelingt durch Aussaat oder Teilung oder über Stecklinge, die gleich nach dem Abtrennen gesteckt werden. Dabei spielt es eher eine untergeordnete Rolle, ob die Köpfchen schon eigene Wurzeln haben oder nicht. Hauptsache der Vegetationspunkt knapp über dem Wurzelansatz ist nicht beschädigt. Aussaat am besten im Herbst, damit beginnt auch in der Natur ihre normale Vegetationszeit. Die Aussaattemperatur sollte am Tag nicht über 20 °C steigen. Nachts genügen 10 bis 15 °C.
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