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Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im August

Die Kakteen und Sukkulenten werden das letzte Mal in diesem Jahr gedüngt, hierzu kann ein Kalium (K) betonter Dünger eingesetzt werden, wie den der auch oft für die Herbst­-Düngung des Rasens verwendet wird.
Dieser stärkt das Zellgewebe für den Winter.

Mammillaria hahniana©Kaktusmichel.de

Blütenreste entfernen

Anhaftende Blütenreste absammeln oder abschneiden um keine Eintrittsöffnungen für Fäulnis in den folgenden Monaten zu ermöglichen. Dabei findet sich dann auch noch die eine oder andere Samenfrucht an den Kakteen. Auch wenn der Bestäubungspartner nicht bekannt ist, die Samen können für die nächste Aussaat genutzt werden. Meist gibt es dann robustere Nachkommen, wenn auch nicht immer Artrein. Bei sehr starkwüchsigen Opuntien ist jetzt die letzte Gelegenheit einige Triebe abzuschneiden und diese für die Weitervermehrung zu stecken.

Samenkapseln an einer Epithelantha micromeris©Kaktusmichel.de

Urlaub und Kakteen

Wer in Urlaub fährt, sollte seine Nachbarn oder Verwandten genau aufklären, wie die Pflanzen zu gießen sind.
Leider hat schon so manche gut gemeinte Wassergabe einem lang gehegten Schatz den Garaus gemacht.
Am besten die Pflanzen nach Wasseran­spruch zusammen stellen, das macht auch einem ungeübten Pfleger die Sache etwas leichter.
Sind nur 2 – 3 Wochen für die Urlaubsreise eingeplant, reicht es vor der Abreise die Kakteen noch einmal durchdringend zu wässern, dann ist das ausreichend bis zur Heimkehr. Bei so manchen anderen Sukkulenten kann dieser Zeitraum der Trockenheit etwas zu lang sein, diesen sollten wenigstens einmal Wasser in 14 Tagen bekommen.

Die lebenden Steine kommen langsam in Blüte (Lithops dorotheae) ©Kaktusmichel.de

Allgemeine Pflege

Wie schon in den vergangenen Monaten, wenn möglich in den frühen Morgenstunden gießen.
Auf Schmierläuse (Bekämpfung siehe meinen Blogbeitrag) und Spinnmilben (dazu auch der Blogbeitrag) achten die sich in der trockenen Luft sehr rasant vermehren können.
Umtopfarbeiten während den heißen Monaten nur in Ausnahmefällen durchführen. Weiterhin ist es möglich Stecklinge zu schneiden, diese an einem schattigen Platz abtrocknen lassen um sie später dann zu Bewurzeln.

Fast in jeder älteren Sammlung ist der gelbe Sauerklee oder auch Hornsauerklee (Oxalis corniculatus) zu finden.

Sauerklee satt. Da hilft nur Austopfen und alle fremden Wurzeln entfernen.


Die Aussage der blüht schön, kann nicht beruhigen.
Dieses Unkraut ist sehr lästig und nur schwer zu bekämpfen. Essbar ist es nicht, da der Klee zu viel Oxalsäure enthält, Abreisen stört ihn wenig, wegen der sehr langen, fleischigen Wurzeln.

Die Wurzeln vom Sauerklee sind sehr lang.


Außerdem besitzt der Sauerklee eine fast grenzenlose Vitalität um wieder und wieder auszutreiben, selbst nach langer Trockenheit. Die Samen kleben überall fest und keimen noch nach Jahren bei Erdkontakt.
Da hilft nur die Kakteen und anderen Sukkulenten auszutopfen und jedes noch so kleine Würzelchen aus dem Substrat zu entfernen.
Eine weitere Möglichkeit ist angerührtes Herbizid mit einem Pinsel aufzunehmen und den Klee damit zu befeuchten.
Dabei besteht jedoch das Risiko, die Kulturpflanze ebenfalls zu treffen und zu schädigen.
Am besten ist immer die Vorbeugung.
Neuerwerbungen auf Unkräuter und tierische Schädlinge zu überprüfen, bei Bedarf in neues Substrat zu pflanzen und immer wieder kontrollieren, um den Anfängen Einhalt zu bieten.

Uuser Kaakdus Vereinsabbend waar widder sehr invormatiff, Schatzilein! ©Kaktusmichel.de

Erfahrungsaustausch ist wichtig!

Nutzen Sie die Urlaubszeit dazu andere Kakteen- und Sukkulentenfreunde zu besuchen oder einzuladen und Erfahrungen positive wie negative auszutauschen.
Meist gibt es viele Gemeinsamkeiten bei unserem Hobby.

Oder schauen Sie mal auf der DKG Webseite unter Ortsgruppen nach, sicher gibt es eine dieser Interessengemeinschaften auch in Ihrer Nähe.

In meinem Umkreis bieten sich gleich 3 Ortsgruppen an:
Michelstadt
Darmstadt
und Aschaffenburg

Während den Treffen gibt es immer genügend Information auch zu Pflanzenschutz-Themen, tolle Vorträge über Kakteen und andere Sukkulenten, sowie Reiseberichte in die Heimatländer dieser einzigartigen Pflanzen. Nur Mut ein Besuch lohnt sich immer.

Pflege von Kakteen und anderen Sukkulenten im Juli

 Während der heißen Tage die Pflanzen früh am Morgen oder erst am späten Nachmittag bzw. Abend gießen!
Die am Tage geschlossenen Stomata der Kakteen und vieler der anderen Sukkulenten verhindern eine Verdunstung von Feuchtigkeit und damit auch den Saftstrom. Deshalb ist es besser über die heißen Mittagsstunden nicht zu gießen.
Über Nacht jedoch kann das angebotene Nass von den Wurzeln aufgenommen werden.

Kühle Nächte fördern das Wachstum.

Gut ist es, die Fenster und Türen Tag und Nacht offen zu lassen, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.
Frische, bewegte Luft ist ein wichtiger Faktor für die Pflanzengesundheit.
Hitzestau führt zu Verbrennungen und macht die Pflanzen anfälliger für Schädlinge.

Türe gegen ungewollte Eindringlinge.

Gegen ungebetenen Besuch durch größere Tiere während dieser Zeit kann ein an die Türgröße angepasster Holzrahmen, der mit einem engmaschigen Drahtgitter bespannt wurde, in der offenen Türen fixiert werden.

Regenwasser sollte gesammelt werden.

Wer kein Regenwasser sammelt, aber im Garten noch Platz für eine Regentonne hat, sollte eine solche aufstellen, denn Regenwasser ist seiner geringen Härte wegen zum Gießen optimal. Man kann die beabsichtigte Düngerlösung bereits in dem Sammelbehältnis anmischen. So muss man den Dünger nicht für jede einzelne Gießkanne neu abmessen. Mit einer Regenfasspumpe und einem Gartenschlauch lässt sich das Wasser direkt ins Gewächshaus leiten, sodass der Transport durch Gießkannen entfällt.

In trockenen Sommern muss auch drausen gegossen werden.

 Bei längeren Trockenperioden müssen die epiphytischen Kakteen, die den Sommer über draußen im Freien stehen bzw. hängen, regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Wer in einem Gebiet wohnt, das öfters von Hagel bedroht wird, sollte sich überlegen seine Kakteen und anderen Sukkulenten mit einem Dach aus feinmaschigem Gitter zu schützen.

Noch ist Pflanzzeit für Freilandkakteen.

Ein Beet für Freilandkakteen, die ganzjährig draußen bleiben sollen, kann noch bis in den August hinein angelegt und bepflanzt werden.
Dafür eignen sich winterharte Kakteen.

“Winterhart” bedeutet, dass die Witterungsbedingungen ganzjährig ungeschützt ausgehalten werden. Dabei sind die Mindesttemperaturen nur ein Faktor. Tiefe Temperaturen unter einer schützenden Schneeschicht werden meist viel besser vertragen als wechselfeuchte Winter mit abwechselndem Schnee- und Tauwetter.

Nicht überall kann ein Kakteenbeet angelegt werden.

Was im Weinbauklima an der Bergstraße ohne weiteres gelingt, kann im oft dauerfeuchten Norden von Deutschland schon unmöglich sein.
Eine gute Recherche, welche Pflanzen in einen Stein- oder Wüstengarten dauerhaft im Freien gepflanzt werden können und welche das örtliche Klima vertragen, ist die Grundlage, bevor man dieses Experiment startet. Auf jeden Fall Rückschläge mit einplanen, denn diese lassen sich nicht immer vermeiden!
Oder es werden nur Sommergäste in den Garten gestellt die im Winter wieder einen Frosgeschützten Platz bekommen.
Das Wichtigste für die Anlage eines solchen Beetes sind ein sonniger Standort (mindestens sechs Stunden Sonne am Tag) sowie ein durchlässiger Untergrund.

Substrat für Freilandkakteen.

Als Substrat hat sich bei mir eine Mischung aus zwei Dritteln mineralischer Bestandteile mit einer Körnung von 0–20 mm und einem Drittel leichter Gartenerde bewährt. Der mineralische Anteil kann aus Sand, Ziegelsplitt, Bims, Lava, Blähton oder Ähnlichem bestehen. Als Bodenabdeckung empfehle ich eine mindestens 5 cm dicke Schicht aus grobkörniger Lava oder aus Splitt anderer Gesteinsarten.
Unkraut lässt sich so leichter entfernen.
Gut bewährt hat sich auch ein drainierter Unterbau aus großen Steinplatten oder zerbrochenen Dachziegeln, die mit Vlies abgedeckt werden, damit die darüber aufgebrachte feinere Mischung nicht in den Spalten des Untergrundes versickert.
Mit einer leichten Schräge im Unterbau erreicht man einen schnelleren Abfluss des überschüssigen Regenwassers. Die Substratschicht braucht insgesamt nicht dicker als 15–20 cm aufgefüllt zu werden, nur für größere Pflanzen sollten es 30–40 cm sein.

Steine nicht nur zur Zierde.

Um die Kakteen vor kalten Winden zu schützen, werden große Steine neben die Pflanzen gelegt, zusätzlich speichern diese bei Sonnenschein die Wärme und geben sie nachts an die Umgebung wieder ab.
Wenn alle Sukkulenten eingepflanzt sind, gießen wir noch nicht sofort an, sondern frühestens nach einer Woche, damit sich Verletzungen an den Wurzeln schließen können. Ansonsten können Pilze oder andere Krankheitserreger über die frischen Wundflächen in die Pflanze eindringen.

Ist der Standort sehr trocken und heiß oder gar überdacht, das Substrat alle zwei bis drei Wochen befeuchten bis die Pflanzen eingewurzelt sind.
Ab Ende September wird das Gießen im Freiland eingestellt.

Düngung der Freilandkakteen.

Meine Freilandsukkulenten erhalten von März bis Mai einen herkömmlichen Volldünger (15–20 Gramm je Quadratmeter), also jetzt nicht mehr, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen können.

Tipps für die Zimmerkultur.

Im Hochsommer wird es hinter der Fensterscheibe oft zu heiß für die Sukkulenten. Mangels Luftbewegung kann dies zu einem Hitzestau und in der Folge zu Verbrennungen an den Pflanzen führen. Meist hilft es schon, wenn die Pflanzen etwas mehr Wasser bekommen. Sie vertragen die Hitze dann besser. Das Schließen der Rollläden über die Mittagszeit an den besonders heißen Tagen ist eine Option, kann aber dazu führen, dass die Pflanzen zu stark verweichlichen.

Sofern die Möglichkeit besteht, ist es für viele Arten am besten, sie auf die Fensterbank nach draußen zu stellen. An der frischen Luft wird die pralle Mittagssonne weit besser vertragen. So, direkt dem Wetter und den schwankenden Temperaturen ausgesetzt, werden die Pflanzen abgehärtet. Auch Schädlinge werden auf diesen Pflanzen nur sehr selten zum Problem.

Immer ein offenes Auge für Schädlinge.

Man kann es nicht oft genug sagen: Weiterhin ein Augenmerk auf Schädlinge halten und bei Bedarf Gegenmaßnahmen ergreifen! Sofort erkannter Befall lässt sich meist noch mit einfachen Mitteln (z. B. Absammeln oder Absprühen) in den Griff bekommen.
Ist der Befall stärker sollte man zu stärkeren Mitteln greifen,
siehe dazu den Blobeitrag über die Wolllaus.

Gerade wärend der trocknen und heißen zeit treten auch gerne Spinnmilben an den Kakteen und Sukkulenten auf (Blogbeitrag).

Samenernte bei Kakteen und anderen Sukkulenten.

Nach dem erfolgreichen Bestäuben (Blogbeitrag) setzen die Pflanzen Früchte an, die je nach Art wenige Wochen bis über ein Jahr zur Reife benötigen. Reife Früchte lassen sich leicht vom Pflanzenkörper lösen. Manche zeigen die Reife durch Aufplatzen oder Umfärben an. Nach der Ernte müssen die Samen gereinigt, das heißt vom Fruchtfleisch befreit werden. Je nach Gattung ist das leichter oder schwieriger zu bewerkstelligen. Einige Früchte sind bei Reife innen trocken und der Samen fällt nach Öffnen der Frucht einfach heraus, ohne dass noch Fruchtfleisch anhaftet. Eine Reinigung ist dann meist nicht erforderlich. Bei anderen Arten sind die Samen innerhalb der Frucht in saftiges Fruchtfleisch eingebettet. In der Natur werden diese Früchte oft – samt Samen – von Kleinsäugern oder Vögeln gefressen. Die unverdauten Körner werden über den Kot ausgeschieden und auf diese Weise oft weit verbreitet. Bei solchen Früchten ist die Reinigung der Samen aufwendiger, denn der Samen muss vom anhaftenden Fruchtfleisch befreit werden. Dies kann durch Auswaschen in einem feinmaschigen Sieb oder einem Leinentuch unter Wasser erfolgen. Anschließend lässt man die Samen auf Papier trocknen. Haftet weniger Fruchtfleisch an den Körnern, genügt es, die Samen zwischen zwei Papiertüchern hin und her zu reiben.

Die Früchte mancher Arten geben die Samen beim Lösen der Frucht durch eine Basalpore frei (z. B. bei einigen Vertretern der Gattung Ferocactus oder Eriosyce). Die Samen rieseln beim Lösen der Frucht vom Kaktus aus dieser Öffnung heraus und bleiben im Scheitel oder im Wollfilz der Pflanzen liegen. Das Aufsammeln der kleinen Körnchen mit einer Pinzette ist eine Option, aber sehr langwierig. Eine geniale Erfindung ist der „Samensauger“, der mit einfachen Mitteln selbst hergestellt werden kann: In den Schraubdeckel eines Glases werden zwei Löcher gebohrt und in diese ein längeres und ein kürzeres Schlauchstück gesteckt.

Der fertige “Samensauger”.

Das lange Stück ist der “Saugrüssel”, der bis kurz vor den Glasboden geführt wird, das kurze Stück endet weit oben im Glas. Sind die Bohrungen etwas größer geraten als der Durchmesser des Schlauches ist, die Öffnungen mit Silikon verschließen und trocknen lassen! An dem kurzen Schlauchstück mit dem Mund die Luft ansaugen und das längere Schlauchstück über die Samenkörner halten und damit aufsaugen. Die Samen sammeln sich dann am Boden des Glases.

Schwierig ist die Ernte auch bei einigen Mammillaria-Arten, bei welchen die Samenkörner in einer Art Tasche im Inneren des Pflanzenkörpers reifen. In der Natur werden die Samen so über mehrere Jahre verteilt peu á peu freigegeben. So lange wollen wir meist nicht warten. Man kann den Verschlussdeckel, der die Samenkörner schützt und zurückhält, vorsichtig anritzen, um an das kostbare Saatgut zu gelangen.

Ebenfalls eine Sonderbehandlung erfahren die Samenkapseln der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) wie beispielsweise Lithops oder Lapidaria. Die Körner sind in hartschaligen Kapselfrüchten eingeschlossen und mit einer Art Membrane abgedeckt. Die Früchte geben die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser frei.

Hier das ganze im Zeitraffer an eine Lapidaria margaretae

Auf diese Weise sind die Samen in der Natur gut geschützt, bis optimale Bedingungen für ein Keimen vorliegen. Wir können dieses Phänomen für die Samenernte nutzen: Die Kapselfrucht mit Wasser besprühen, bereits kurze Zeit danach öffnen sich Frucht und Abdeckung und geben die Samen frei, die mit einem Pinsel leicht herausgewischt werden können. Öffnet sich nur die Kapsel, sind die Samenkörner noch nicht reif. Pflanzen, deren Früchte die Samen erst nach dem Kontakt mit Wasser freigeben, werden auch als “Regenschwemmlinge” bezeichnet.

Beizung von Samenkörnern.

Zur Vorbeugung gegen eine Verpilzung der Aussaat kann Kaliumpermanganat zur Beize des Saatguts eingesetzt werden. Es genügt bereits eine kleine Menge von diesem Pulver in Wasser aufgelöst. Sobald sich das Wasser leicht verfärbt, genügt die Dosis schon. Es gibt aber auch fertige 1%ige Lösungen zu kaufen. Zur Behandlung die Samenkörner z. B. in ein Nylonsöckchen oder einen Teefilter geben und in der Kaliumpermanganatlösung schwenken, danach entweder gleich aussäen oder trocknen lassen.

Kaliumpermanganatpulver eignet sich auch zur Trockenbeize der Samen. Dafür gibt man die Samen zusammen mit etwas von dem Pulver in eine Filmdose (oder etwas Ähnlichem), schüttelt das ganze etwas hin und her, gibt anschließend die Samen samt Pulver in ein Sieb und siebt die Samen ab, fertig.

Lagerung des Saatguts.

Ganz frisches Saatgut am besten noch für vier bis sechs Wochen an einem kühlen Ort lagern, damit die Keimsperre im Samenkorn abgebaut wird! Die Keimsperre dient dazu, dass die Samen nicht schon in der Fruchtkapsel zur Keimung kommen.

In Samenbanken werden die Samen oft bei zweistelligen Minusgraden tiefgefroren. Für unsere Bedürfnisse ist das aber unnötiger Aufwand. Bei der Lagerung sollten größere Temperaturschwankungen, hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden. Ich strebe eine Lagertemperatur von etwa 10 °C an. Ein trockener, kühler Keller ist ein optimaler Lagerort. Als Lagergefäß haben sich Gläser mit Schraubdeckel bewährt, die Schutz vor Fressfeinden wie zum Beispiel Bohnenkäfern, Mehlmotten und Mäusen bieten. Um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren, kann noch ein Trockenmittelbeutel (Silica Gel) oder etwas Katzenstreu in das Aufbewahrungsgefäß gelegt werden. Dies beugt auch einem Pilzbefall vor. Die Lagerung sollte dunkel erfolgen.

Jede noch so gute Lagerung schützt nicht davor, dass die Samen früher oder später nicht mehr keimfähig sind. Manches Saatgut verliert die Keimfähigkeit bereits nach einem Jahr, dazu zählen die Vertreter der Gattungen Frailea und Astrophytum, über mehrere Jahre keimfähig bleibt Saatgut von z. B. Lithops, Ferocactus, den meisten Mammillaria-Arten und Ariocarpus.

Warum blüht mein Kaktus nicht?

Warum blüht mein Kaktus nicht, diese Frage wird sehr oft gestellt.

Nicht immer gibt es eine eindeutige Antwort.
Aber ich werde versuchen Dir einige Erklärungen anzubieten.
Zu allererst ist dein Kaktus schon alt genug?
Bei Rebutien zum Beispiel klappt das oft schon bei 2-jährigen Sämlingen.
Aber bei einem Schwiegermutterstuhl (Echinocactus grusonii) wartet man meist
40- 50 Jahre bis die erste Blüte kommt.

Warum blüht mein kaktus nicht? Der hier abgebildete Echinocactus grusonii blüht das erste mal mit 40 - 50 Jahren.
Ein über 120 Jahrer alter Echinocactus grusonii in unserer Gärtnerei©Kaktusmichel.de

Eine grobe Einordnung wäre auch Kugelkakteen blühen oft früher als Säulenkakteen!?

Natürlich ist das auch kein fester Anhaltspunkt es gibt immer Ausnahmen.
So und jetzt einige Tipps:

Was kannst Du selbst für eine reichliche Blütenentwicklung tun?

Grundlegend ist, erst einmal eine Pflanze, die nicht genügend Zuwachs hat
wird auch nicht sehr reich blühen, denn die Blüten kommen meist an den Vorjährigen Areolen.
Deshalb biete deiner Pflanze die nötigen Voraussetzungen an,
damit der Kaktus auch Spaß daran bekommt dir seine Blüten zu zeigen.
Schauen doch mal das Substrat an, wenn du schon nicht mehr weißt
wann das Sukkulent, dass letzte mal frische Erde bekommen hat, wird es sicher Zeit neu einzutopfen.
Siehe dazu auch den Blogbeitrag über die Zusammensetzung einer guten Sukkulentenerde.
Im Zweifelsfall kannst du fertig gemischtes Substrat bei mir
auch kaufen.

Warum blüht mein Kaktus nicht? Vielleicht war er an einem zu warmen Überwinterungsplatz aufgestellt.©Kaktusmichel.de

Natürlich ist auch der Standort der Kakteen und Sukkulenten entscheidend,
stimmen die Lichtverhältnisse?

Suchen  für deinen Kaktus den hellsten Platz aus, bitte nicht mitten im Zimmer.
Wenn es schon an einem ungünstigen Platz sein muss, hilft eine gute Pflanzlichtlampe.
Siehe dazu auch den Blogbeitrag über die Lichtbedürfnisse von Sukkulenten.

Ein großer Fehler, der immer wieder gemacht wird:

Dein Kaktus steht Sommer wie Winter immer am gleichen Platz, zum Beispiel im Wohnzimmer.
Er hat also meist eine Mindesttemperatur von 20 Grad, wird alle 14 Tage gegossen und denkt sich, es sind hier alle Jahreszeiten gleich. Woher soll er wissen, wann seine Blütenzeit ist und außerdem ihm geht es auch ohne Blüte gut, warum sich anstrengen?
Besser wir stellen ihn über den Winter für mindestens 8-10 Wochen an einen kühleren Ort bei etwa 6-12 Grad.
Wichtig, trocken soll das Substrat sein, nicht dem armen Kerl noch einen Schluck Wasser für die lange Winterruhe mitgeben.
Das Wasser würde im kühlen Winterquartier noch lange in der Erde stehen und vielleicht zu Fäulnis führen.

Warum blüht mein kaktus nicht. Wann haben Sie das letzte mal gedüngt?
Trichocereen in Blüte©Kaktusmichel.de

Noch ein Wort zum Winterquartier nicht jeder hat ein Gewächshaus.

Dort ist es mit der niedrigen Temperatur kein Problem, es geht auch ein Treppenhaus, Kellerraum oder zur Not auch das Schlafzimmer.
Wenn er trocken und kühl steht, ist die Helligkeit des Standortes nur zweitrangig.
Und zum Schluss das Düngen.
Verwenden Sie einen Dünger mit einem höheren Phosphatanteil dieser regt die Knospenbildung an (bekommen du auch in der Gärtnerei).
Düngen aber nur von März bis August bei jedem zweiten gießen.
Viele Tipps findest Du auch in diesem Beitrag.
Wenn alles nichts nutzt, sollte man dem Kaktus mit dem Kompost oder der Biomülltonne drohen, manche sagen das würde Wunder bewirken.

Euer Kaktusmichel

Auszüge aus Kakteen und Sukkulenten von Michael Januschkowetz
das Buch gibt es beim Verfasser oder bei Amazon

 

 

Das Gießen von Kakteen und anderen Sukkulenten.

Das gießen von Kakteen und anderen Sukkulenten.

Die meistgestellte Frage in der Gärtnerei ist:
Wann und wie oft soll ich meinen Kaktus gießen.

Dieses Problem ist auch für mich nicht so einfach zu beantworten, dass liegt schon allein an der Tatsache das es zu viele unbekannte Faktoren gibt (Erdzusammensetzung, Pflanzengröße und Art, Topfgröße, Umgebungstemperatur usw.).


Wer nicht lange lesen will beherzigt diese Regel:

Kakteen und die anderen Sukkulenten wollen nicht dauernd feucht stehen, sondern das Substrat sollte bis zum nächsten Gießen wieder austrocknen können.
In der Regel ist das nach 2-3 Wochen der Fall.
Danach ruhig durchdringend gießen oder in einen Untersetzer Wasser füllen, dann nach etwa 2 Stunden das überschüssiges Wasser ausleeren.
Wer Regenwasser hat sollte dieses bevorzugen.

Beginnen wir mit ein paar Grundregeln.

Lieber weniger als mehr.
Manche Kakteenpfleger kommen dann mit der selbstgefertigten Antwort
“ein Kaktus braucht nie Wasser“ in der Wüste gibt es auch kein Wasser!!
Was lebt schon ohne Wasser, kein Lebewesen nur ein vertrockneter Kaktus kommt auf Dauer auch ohne Wasser aus.

Richtig ist, dass es in der Natur oft über sehr lange Zeiträume nicht regnet,

aber in den tieferen Lagen des Bodens ist es dennoch feucht. Oder durch die Unterschiede, Nachts kalt und am Tag heiß kommt es zu einer leichten Taubildung und da die Sukkulenten über ein sehr weit ausgedehntes Wurzelsystem in der Natur verfügen, können sie sich auch immer etwas Wasser aneignen.
Das klappt im kleinen Topf der in der Wohnung steht nicht, ist der erst einmal ausgetrocknet kommt ohne unsere Hilfe nichts mehr nach.

Ich glaube er will und damit sagen das er mehr als genug Wasser bekommt.

“Ein Kaktus braucht nur ganz wenig Wasser.”

auch das ist wieder eine Teilwahrheit.
Haben wir ein sehr saugfähiges Substrat, kann es sein das lediglich die Erde etwas feucht wird und ehe unser Kaktus etwas davon bekommt, die Flüssigkeit schon wieder verdunstet ist.
Besser ist es die Sukkulenten einmal kräftig zu gießen und danach das Substrat wieder trocken werden zu lassen, wer nicht feststellen kann, ob die Erde bereits trocken ist, kann mit Hilfe eines Holzstabes (Zahnstocher oder ähnliches) der in die Erde gesteckt wird einfach erkennen wie feucht die Kakteenerde ist, bleibt die Farbe des Holzes hell ist die Erde trocken, bei nassem Substrat wird sich das Holz dunkler färben.

Eine große Rolle spielt beim Gießen die Zusammensetzung des Substrats,

Ein poröses Material wird mehr Wasser aufnehmen und langsam an die Pflanze abgeben, wenn nur saugfähiges Material verwendet wird kommt es aber auch auf die Größe der Poren an. Bei großen Poren (Lava, Bims) wird das Wasser nicht zu lange im Topf festgehalten da durch den guten Luftaustausch es auch zu einer gewissen Verdunstung kommt, dies hat den Vorteil wir können auch bei kühlerem Wetter noch gießen, dass Substrat wird nicht zu lange nass bleiben.

Meist haben wir aber ein Gemisch aus feineren und groben Bestandteilen

mit einem Zusatz von Humus, darin hält sich die Feuchtigkeit etwas länger.
Aber für einige Kakteen die wir nur in Bims oder Lava halten wollen ist es ratsam noch etwas Lehm/Löss/Tonmineral der Kakteenerde beizumischen, da durch die geringere Porosität das Wasser an einigen Stellen etwas länger gehalten wird und es so nicht zu einem Wurzelverlust an der Pflanze kommt. Dieses kann nämlich auch bei zu langer Trockenheit vorkommen.

Selbstversorger

Ein weiterer Faktor ist der Standort der Kakteen.

stehen sie im Freiland werden wir kaum gießen müssen da der morgendliche Tau und ab und zu Regen für genügend Feuchtigkeit sorgen. Seltsamerweise kommt es auch bei langen Regenperioden kaum zum Abfaulen der Pflanzen. Hier spielen die Luftbewegungen an der Oberfläche des Topfes und die wechselnde Temperatur eine wichtige Rolle.
Im Gewächshaus kann es bei langem Wasserstau an den Pflanzenwurzeln, selbst oder gerade bei hohen Temperaturen zu einem faulen der Pflanzen kommen. Warum?

Kakteen sind mit feinen Poren (Stomaten) auf der Oberhaut (Epidermis) versehen.

Diese Poren werden bei zu großer Hitze geschlossen um die Wasserverdunstung zu reduzieren. Die Folge davon ist, dass bei diesen Faktoren es dazu führt das auch kein neues Wasser aufgenommen wird, da der Stoffwechsel stark verlangsamt ist.
Das Wasser bleibt somit lange in der Erde und es kann auch beim warmen Wetter zur Fäulnis kommen.

Haben wir aber zwischen Nacht und Tag hohe Temperaturunterschiede

wird mehr Wasser von den Sukkulenten besser umgesetzt.

Im Zimmer haben wir oft wenig Temperaturschwankungen

und es ist angeraten auch sparsamer zu gießen außer an einem sehr sonnigen Fenster, hier kann es natürlich auch genau zu diesen Gegensätzen kommen.

Auch die Jahreszeit ist natürlich maßgeblich daran beteiligt wieviel wir gießen.

Überwintern wir die Kakteen an einem kühlen Ort werden wir das Gießen einschränken oder ganz sein lassen. Bei einer Temperatur unter 12 Grad werden wir die Sukkulenten zum Beispiel von November bis Februar trocken halten (Ausnahmen sind Setiechinopsis und Notocactus, hier darf es alle 4 Wochen dennoch ein kleiner Schluck sein). Bei einer Zimmerkultur womöglich auch noch über einem Heizkörper wir uns auch im Winter nichts anderes übrigbleiben und alle 4-5 Wochen auch etwas zu gießen. Dies wird zwar nicht gerade die Blütenbildung fördern aber da eine starke Verdunstung gegeben ist müssen wir dem entgegen Steuern.

Auch kommt es auf die Art der Sukkulente an.

 Kakteen brauchen weniger Wasser wie die „sogenannten anderen Sukkulenten“, da diese durch ihre Blätter mehr verdunsten und auch stärker wachsen. Auch können wir uns die kühle Überwinterung bei den anderen Sukkulenten sparen, da sie auch ohne diese Behandlung wieder zur Blüte kommen, aber auch bei diesen Arten im Winter weniger gießen.

Aber keine Angst es ist alles nicht so kompliziert

wie sich das hier liest, unser Kaktus will ja auch überleben und wird seines dazu geben, wenn Sie sich nur etwas an diese Regeln halten. Meistens genügt es wenn Sie einfach ihren Kaktus alle 3-4 Wochen gießen und Sie gehen mit ihrer Sukkulente eine lange Freundschaft ein.
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