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Filmteam in der Gärtnerei

Am Sonntag den 23. September 2018 hatten wir ungewöhnlichen Besuch.

Dieter Voss und sein Filmteam, machten einen Dreh für ihre Sendung ‚Herrliches Hessen‘ in unserer Gärtnerei.

Dieter Voss und der Kaktusmichel am Drehtag zu Herrliches Hessen in Otzberg, bei uns in der Gärtnerei©DornenProjekt.de
Dieter Voss und der Kaktusmichel am Drehtag zu Herrliches Hessen in Otzberg, bei uns in der Gärtnerei©DornenProjekt.de


Für Helga und mich war es toll einen Einblick in die Vorbereitungsphasen einer Filmproduktion zu bekommen.


Seit zwei Tagen waren die Filmemacher schon in Otzberg und Dieburg unterwegs.
Bereits Freitag und Samstag standen wir bereit für den ‚großen Auftritt‘.
Dieter Voss und die Crew mussten ihren Arbeitsplan wetterbedingt öfters umwerfen, wir wurden telefonisch immer auf dem laufenden gehalten.
Sonntag um 9:10 Uhr war es dann endlich soweit, Kameras hielten Einzug zwischen den Kakteen. Ein Mikrofon wurde an mir befestigt und um meiner ‚Schönheit‘ keinen Makel zu geben wurde ich auch noch geschminkt.


Überall im Gewächshaus war ein Gewusel zu Gange und die Vorbesprechungen liefen auf vollen Touren.

Nun noch schnell beraten welcher Kaktus muss als erster mit aufs Bild und schon starteten die ersten Aufnahmen.

Bild vom Drehtag in Otzberg, Für die HR Serie Herrliches Hessen.
Der Tonmeister versucht den Kakteen einen Ton zu entlocken©DornenProjekt.de Bild vom Drehtag in Otzberg, Für die HR Serie Herrliches Hessen.


Endlich kann es beginnen, nein, Stopp ein Flugzeug fliegt über die Gärtnerei hinweg, der Tontechniker pfeift uns zurück.


Alles ist ruhig es kann weitergehen, nein was ist das? Neben unserer Gärtnerei hat ein Zirkus aufgebaut und dort fährt jemand mit einem Radlader seine Runden, der Aufnahmeleiter sorgt schnell für Ruhe und endlich kommen die ersten Szenen in den Kasten.
Imponierend ist die gelassene aber lustige Stimmung beim Set, es sind halt Profis. Mancher Abschnitt muss mehrmals gedreht werden, mal hört man ein Flugzeug, mal passt das Licht nicht oder einer von uns läuft zu langsam oder zu schnell. Mit Geduld wird auch das gemeistert.

Szenenwechsel, das ganze Equipment und das Team ziehen im Gewächshaus an einen anderen Platz.

Wieder geht es darum: Wo soll jeder stehen? Aua hier stechen die Dornen, dort sieht uns der Kameramann nicht, jedoch nach kurzer Zeit sind alle Probleme gelöst.
Ruhe bitte, Aufnahme läuft, den Text gesprochen, nein, so geht das nicht, auf ein neues, Text endlich gut, Einstellungen falsch noch einmal auf gehts. Wieder ist ein Teilstück der Dokumentation digital gebannt.

Auch die Kamerafrau ist sichtlich von unseren Kakteen angetan©DornenProjekt.de Schnappschuß vom Drehtag in Otzberg, Für die HR Serie Herrliches Hessen.
Auch die Kamerafrau ist sichtlich von unseren Kakteen angetan©DornenProjekt.de Schnappschuß vom Drehtag in Otzberg, Für die HR Serie Herrliches Hessen.


Weiter, nächster Dreh, ich lasse Dieter Voss kaum zu Wort kommen, dass geht natürlich nicht.

Neuer Versuch, halt da kommt etwas Sonne raus, dadurch stimmen die Einstellungen der Kamera nicht. Weiter geht es? Nein Kamera zwei braucht ein anderes Objektiv, kurzer Umbau, neuer Versuch.
Die Zeit sitzt dem Team im Nacken, es sollte eigentlich schon an einem anderen Schauplatz gedreht werden, aber ‚the show must go on‘, wir bekommen den Rest auch noch hin. Endlich der Interview-Teil ist beendet, es bleibt nur noch eine Kamerafrau mit Beleuchter bei uns und wir gehen auf die Suche nach schönen Motiven und Blüten, alles wird festgehalten.
Helga und ich bedanken uns aufs herzlichste bei den fleißigen Wichteln vom HR Fernsehen und den vielen die an diesem Projekt noch im Hintergrund Arbeit leisten müssen.
Es war eine tolle Erfahrung und eine sehr lustige Zeit mit Euch.


Hier der Link zur Mediathek mit dem Filmbeitrag.

Wintervorbereitungen für Kakteen

Seit gestern glaube ich doch langsam daran, dass es dieses Jahr wieder einen Herbst und einen Winter gibt. Deshalb sollten wir Wintervorbereitungen zum Einräumen unserer Pflanzen treffen.

Was bedeutet das für uns Kakteen- und Sukkulentenfreunde?
Bald muss für nicht winterharte Pflanzen, ein frostfreier Überwinterungsplatz gefunden werden.
Noch langt die Zeit dafür, um sich auf das Einräumen der Pflanzen ins Winterquartier vorzubereiten.

Wann musst Du handeln?
Wenn es auch nachts mal an die 0°C geht, die Tage jedoch wieder wärmer werden, ist bei den meisten Kakteen noch keine Gefahr für bleibende Schäden zu erwarten. Im Gegenteil je länger sie draußen bleiben können, desto robuster werden sie und sind gerüstet für die lange Winterphase.
Nur auf eins solltest du auch jetzt schon achten, die Pflanzen müssen vor Regen geschützt werden. Somit haben sie noch genügend Zeit zum abtrocken. Sei es durch abdecken des Substrates oder durch unterstellen der Pflanzen unter einen Dachüberstand oder ähnlichem.

Aber bei dauerhaften Temperaturen unter 6°C sollten die Pflanzen eingeräumt werden!

Was mußt du beim Einräumen beachten?
Unkräuter, die sich auf der Substratoberfläche angesammelt haben bitte entfernen. An ihnen können Schädlinge haften oder auch Pilzsporen.
Schau auch mal unter die Töpfe, oft sitzen dort Schnecken, die dann im warmen Winterquartier ihr Unwesen treiben.

Welche Temperatur sollten im Winterquartier herrschen?
Bei den meisten Kakteen und anderen Sukkulenten reichen 6 – 8°C. Oft genügen sogar nur 3°C aus. Die Pflanzen sollen dann unbedingt absolut trocken stehen. Nur einige Arten wie Melocacteen, Discocateen, Pseudolithos, einige Euphorbien und sehr viele Sukkulenten die aus Madagaskar kommen, sollten nicht unter 15°C plus gehalten werden.

Wie viel Licht brauchen deine Kakteen und Sukkulenten im Winter?
Besitzer eines Gewächshauses mit Heizung brauchen sich natürlich wegen des Lichtes keine Gedanken zu machen. Aber wer nur Behelfsräume für den Winter anbieten kann, kommt da schon eher ins grübeln. Eine Faustformel ist, desto kühler ein Raum im Winter ist (natürlich frostfrei), umso dunkler darf er sein.

©Kaktusmichel Sedum palmeri

Du hast leider nur einen wärmeren Raum!
Wenn die Temperaturen in diesem Raum im Winter über 12°C betragen, brauchen die Sukkulenten erstens mehr Licht, sei es künstliches oder Tageslicht und auch etwas Wasser. Das gießen hat zur Folge, dass die Kakteen wachsen wollen und das bedeutet wiederum sie brauchen Licht um ihren Habitus (das Aussehen) nicht zu verändern. Bei zu wenig Licht würden sie vergeilen. Ausserdem leitet die Blühwilligkeit im nächsten Jahr darunter.

Conophytum sitzlerianum in Kultur

Conophytum sitzlerianum ein nicht mehr gebräuchlicher Namen.
Wie bei vielen unseren Kakteen und Sukkulenten passiert es immer wieder, dass von der Aussaat bis zum ersten Verkauf sich die Namen geändert haben, dies ist natürlich etwas sarkastisch dargestellt.
Aber oft ist es so, dass man sich gerade an einen Namen gewöhnt hat und nach neuerer Forschung die Zugehörigkeit der Pflanze neu überdacht wurde, so auch bei der Vorgestellten Sukkulente. Conophytum sitzlerianum wurde 1938 durch Schwantes beschrieben, aber nach neueren Erkenntnissen handelt es sich um Conophytum bilobum.

Conophytum sitzlerianum

Viele Synonyme aber die gleiche Pflanze?
Bemerkenswert ist das es unter diesem Namen 122 Synonyme gibt. Die vielen Synonyme sind durch das große Verbreitungsgebiet und die daraus resultierende morphologische Vielseitigkeit begründet, deshalb wurden so viele neue Namen kreiert und dennoch handelt es sich bei allen um Conophytum bilobum. Aber es schadet in einer Sammlung nicht, den alten Namen dennoch als Synonym auf dem Stecketikett zu vermerken vielleicht heißt sie ja in naher Zukunft wieder so 🙂

Conophytum sind schon lange bekannt.
Obwohl das erste Conophytum wahrscheinlich schon von Claudius 1685 auf einer Expedition gefunden und 1738 in der Literatur von Burman erwähnt wurde, kam es erst 1922 durch N. E. Brown zur Aufstellung der Gattung. Diese Gattung gehört zu den Mittagsblumengewächsen (Aizoaceae). Der Gattungsname setzt sich zusammen aus den griechischen Worten konos für Kegel oder Walze und phyton für Pflanze. Grund dafür ist die Form der Pflanzen. Diese Sukkulenten bestehen aus zwei miteinander verbundenen Blättern, auch Loben genannt.

Conophyten bestehen aus 2 miteinander verbundenen Blättern, wissenschaftlich auch Loben genannt.

Eine Pflanze die sich vor zu starker Sonne schützt.
Einige sind zusätzlich, mit sogenannten Fenstern auf den Spitzen der Loben ausgerüstet, um das Sonnenlicht bis zum Vegetationspunkt zu leiten. Im späten Frühjahr werden die alten Blätter eingezogen und zurückbleibt eine papierartige Hülle, die zum Schutz der neu heranwachsenden Loben während des heißen Sommers dient. Diese Schutzschicht wird im Spätsommer gesprengt und die neue Pflanze begrüßt uns mit ihren Blüten. Mit der Zeit wachsen dadurch kleine Polster heran. Die Blüten öffnen meist erst am späten Nachmittag oder abends, das Farbspektrum ist recht groß, über Weiß, Gelb, Rosa und alle möglichen Rottöne bis zum dunklen Lila. Fundorte liegen im südlichen Afrika und in Namibia in Gebieten, in denen es im Winter etwas feuchter wird.

Lebende Steine und Conophytum.

Wer sich etwas schwertut mit der Unterscheidung von Lithops (den lebenden Steinen) und Conophytum, dem können folgende Merkmale helfen: Lithops haben nicht diese papierartige Schutzschicht, Conophyten haben keine oder nicht so ausgeprägte farbige Struktur auf der Blattoberseite und Conophyten sind Herbst- und Winterwachser.

Links ein schon fast aus der Hülle geschlüptes Conophytum, rechts diese Pflanze ist noch in eine papierartige Schutzhülle verpackt das sie gegen die Sonne im Sommer schützt.

Sie gehören zu den größten in ihrer Gattung.
Das Artepitheton wurde zu Ehren von Dr. Max Sitzler, Kurator der Universität Kiel gewählt. Diese Pflanzen gehören zu den größten dieser Gattung und werden bis zu 5 cm hoch. Sie bilden im Laufe der Jahre größere Polster aus. Die schmalen, graugrünen Blätter sind etwa 2 bis 2,5 cm breit und bis zu 5 cm hoch, leicht nach oben gekielt und bei uns in der Sammlung ohne den roten Rand, wie es hingegen bei C. bilobum der Fall ist.

Conophytum bilobum mit dem ausgeprägten roten Rand.

Blüten die über mehrere Tage geöffnet sind.
Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 2 cm, sind gelb und erblühen nachmittags, schließen Nachts, aber öffnen sich über mehrere Tage. Der Fundort dieser Form ist unbekannt. Aber die Art C. bilobum kommt im westlichen Teil von Südafrika, am nördlichen Cape, von Wallekraal im Sandveld bis Swartpoort in der Nähe des Orange River und Little Namaqualand vor. Diese Pflanzen sind sehr leicht zu pflegen, wenn man den Gießrhythmus einhält.

Pflegeanleitung:
Bei der Pflege sollte man beachten, dass die Pflanzen ihren natürlichen Habitus behalten. Dies bedeutet, sie benötigen einen sehr hellen Platz, was selbst am Zimmerfenster nicht immer gegeben ist. Auch sollte das Substrat besser mineralisch und gut durchlässig sein. In der Natur bekommen diese Pflanzen fast ihre gesamte Feuchtigkeit in Form von Tau und Nebel. Deshalb in Kultur lieber häufig kleine Mengen gießen, anstatt selten große Mengen. Sie dürfen keiner Staunässe ausgesetzt werden. Die Hauptwachstumszeit beginnt etwa ab August, mit dem Aufplatzen der vertrockneten Hüllen. Ab da regelmäßig, aber nicht zu viel gießen, bis Ende Dezember. Die Überwinterungstemperatur kann bis knapp über dem Gefrierpunkt abgesenkt werden. Von Januar bis Juli wird nur bei großer Hitze etwas Wasser zugeführt, in dieser Zeit können sie auch gut unter dem Tisch kultiviert werden. Im Gegensatz zu den Pfahlwurzeln der Lithops haben Conophyten flache Wurzeln. Deswegen fühlen sie sich in niedrigen Schalen sehr wohl. Die Vermehrung der Pflanzen gelingt durch Aussaat oder Teilung oder über Stecklinge, die gleich nach dem Abtrennen gesteckt werden. Dabei spielt es eher eine untergeordnete Rolle, ob die Köpfchen schon eigene Wurzeln haben oder nicht. Hauptsache der Vegetationspunkt knapp über dem Wurzelansatz ist nicht beschädigt. Aussaat am besten im Herbst, damit beginnt auch in der Natur ihre normale Vegetationszeit. Die Aussaattemperatur sollte am Tag nicht über 20 °C steigen. Nachts genügen 10 bis 15 °C.
Wenn Sie ein Conophytum sitzlerianum kaufen wollen geht es hier zu unserem Shop

Kakteen und Sukkulenten im Internet

Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal eine Liste aufgestellt, über Online Magazine die jeder kostenlos im download beziehen kann. Viele Links haben sich geändert und mussten mal überarbeitet werden.
Man sollte nur das Wissen besser aufsaugen und behalten können. Leider ist in mein Hirn ein Sieb eingebaut und nur die großen Brocken bleiben darin hängen. Nichtsdestotrotz, es wird weiter gelesen, was es neues gibt in unserem Hobby.
Deshalb mal diese kleine Auflistung für stille Stunden, in denen ihr was zum Lesen sucht.

Echinopsis Hybride „Raul

Natürlich ist das nur eine kleine Auswahl sicher gibt es noch mehr:

Für alle Sukkulentenliebhaber und die es werden wollen ein Muss, früher unter Avonia News jetzt unter dem Titel Sukkulenten In Deutsch

Ältere Ausgaben der Vereinszeitschrift der DKG KuaS

Viele ältere Kakteenbücher als kostenloser download

Eine Seite über die Gattung Sansevieria

Acta Succulenta ist ein Journal über sukkulente und xerophile Pflanzen und ihren Lebensumständen. In Englisch, Italienisch und Französisch.

Über die Crassulaceen. Es wird zwar zur Zeit nichts neues angeboten, aber die älteren Beiträge sind dennoch sehr interessant. In Englisch und Deutsch.

Das Echinocereus Online-Journal. In Deutsch

Das Magazin Aztekium der Kakteenfreunde aus Rumänien. In Rumänisch

Über die Gattung Gymnocalycium. In Englisch

Succulentopia, ein Magazin über Kakteen und Sukkulenten. In Französisch

Cactus Explorer. In Englisch

Eine Linksammlung über alles was mit Kakteen und Sukkulenten zu tun hat. In Deutsch und Englisch.

Blüte einer Stapelia divaricata

So das wars erst einmal, viel Spaß beim Stöbern es lohnt sich immer wieder mal was zu lesen, den wissen tut nicht weh 🙂
Wer noch andere Journale weiß kann sich ja melden ich werde versuchen sie auf dieser Seite mit einzubinden, wenn es zum Thema passt.

Euer Kaktusmichel

Blütenthripse an Sukkulenten

Oft sieht man diesen kleinen Plagegeist mit seiner reichliche Verwandschaft erst beim genaueren Betrachten der Blütenbilder auf dem PC, der Kalifornische Blütenthrips (Frankliniella occidentalis).
Immer mehr verbreitet sich dieser Schädling in unseren Gewächshäusern. Diese auch als „Blasenfüße“ oder „Fransenflügler“ bekannten Schmarotzer können in einer Sammlung schnell zur Plage werden. Sie saugen an Pollen und Blättern und bringen diese bei starkem Befall zum Welken. Meist halten sie sich in den Blüten oder auch an Triebspitzen auf. Der Pollen dient als Nahrung für die Thripse, weswegen Blüten und Früchte infolge des Befalls verkümmern. Aber auch die weiche Haut zum Beispiel von Pleiospilos wir von ihnen heimgesucht.

Ein Thrips in mitten einer Blattlauskolonie ©DornenPROJEKT.de

Diese schlanken Tiere, wie ein Komma aussehend, sind zwischen 1,2 – 1,9 mm lang und halten ihre gefransten Flügel dicht am Körper zusammengeklappt. Mithilfe eines Stachels am Hinterleib legen sie ihre Eier in die Epidermis der Pflanzen ab. Das Schadbild ist so durch silbrig wirkende Punkte oder Streifen an den befallenen Stellen zu erkennen. Leider bekommt ihnen gerade der Aufenthalt im heißen Gewächshaus besonders gut, die hohen Temperaturen beschleunigen noch die Weitervermehrung dieser Tiere.

Schadbild an einem Glottiphyllum durch Thripse©Gminder

Behandlungsmöglichkeit:
Anbringen von Blautafeln dient der Erkennung eines Befalls. Die Wirkungsweise ist dieselbe wie die der Gelbtafeln bei anderen Schädlingen, also nur mehr eine Anzeige, ob diese Tiere in größeren Mengen vorkommen.
Thripse sterben im Freien nach dem ersten Frost ab. Aber im Gewächshaus sind sie nur sehr schwer zu Bekämpfen. Hier können natürliche Feinde der Schädlinge zum Einsatz kommen, wie Florfliegenlarven oder auch Raubmilben (Amblyseius cucumeris). Aber dies ist nur eine begrenzte Hilfe. Systemische Gifte helfen auch nur wenig, da diese Gifte in den Leiterbahnen der Pflanzen wirken, aber diese Schädlinge nur die Oberfläche der Epidermis, oder die Blütenblätter befallen und somit kaum etwas vom Gift abbekommen. Gegen viele dieser Mittel sind die Tiere auch bereits resistent. Eine einigermaßen erfolgreiche Bekämpfung bewirkt eine Behandlung mit einem Kontakt-Insektizid oder auch mit Spruzit von Neudorf. Aber die Behandlung sollte dann drei- bis viermalig im Abstand von 4 Tagen erfolgen, um auch die Nachkommen zu erwischen.

Echinocactus grusonii

Der wohl bekannteste Kaktus, ist der nicht ganz liebevoll als ’Schwiegermutterstuhl’ bezeichnete Echinocactus grusonii. Die Pflanze ist wegen der dichten, gelben Dornen auch als ’Goldkugelkaktus’ im deutschen Sprachraum bekannt. Der Artname Name grusonii soll an den Magdeburger Industriellen und Erfinder Hermann August Jacques Gruson erinnern.

Echinocactus grusonii in Blüte©Kaktusmichel.de

Der zu seiner Zeit die größte Kakteensammlung Europas besaß. Die Erstbeschreibung verfasste 1886 der Kakteengärtner Heinrich Hildmann aus Berlin. Wenn man bei uns in jeder Gärtnerei oder im Supermarkt diese Kakteen (meist auf den Kanaren gezogen) sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass sie in ihrem natürlichen Vorkommensgebiet so gut wie ausgestorben sind.

Ein über 120 Jahrer alter Echinocactus grusonii in unserer Gärtnerei©Kaktusmichel.de

In den 1990er Jahren wurde im Tal des Rio Moctezuma durch den Bau eines Staudamms ein Großteil der natürlichen Bestände dieser Kakteen vernichtet. Es werden in dieser Region nur noch etwa 250 Exemplare gezählt und das auf einer Fläche von 10 km².
2003 wurde zum Glück ein weiteres Vorkommensgebiet entdeckt. Wer auf Blüten in Kultur wartet, muss sich gedulden bis der Haarfilz in der Scheitelmitte den Durchmesser eines kleinen Tellers erreicht. Erst dann kommen die gelben Blüten zum Vorschein.

Jungpflanzen von Echinocactus grusonii©DornenPROJEKT.de

Der Durchmesser der Pflanze kann 80 cm bei einer Höhe von 1,5 m betragen. Da geht beim Umtopfen ohne Seilwinde oder Hilfe von kräftigen Freunden nichts mehr. Bevor dieser Kaktus aber in Kultur solche Ausmaße erreicht, vergehen 70 Jahre und mehr. Die Pflege ist recht einfach: volle Sonne und je nach Größe eine ausreichende Wasserversorgung. Wenn die Rippen anfangen zu schrumpeln, unbedingt gießen. Die Überwinterungstemperatur über 6 °C einhalten, damit Kälteschäden am Stamm vermieden werden.

Ein unbedorntes Exemplar von Echinocactus grusonii©Kaktusmichel.de

Inzwischen gibt es noch einige Ausleseformen von kurzen gebogenen Dornen bis fast unbedornt und mit weißen Dornen bis zu einer monströsen Zwergform.
Bezugsquelle der Kakteen natürlich in unserer Gärtnerei oder im Shop.

Schwiegermutterstuehle©Kaktusmichel.de

Danke

Danke an alle die am letzten Sonntag unser Kaktusfest besucht haben. Wir waren überwältigt wie viele den Weg zu uns gefunden haben.

Ferocactus Hybride©Kaktusmichel.de


Wer es zum Kaktusfest nicht geschafft hat, wir haben auch diesen Sonntag geöffnet. Besuchen Sie uns in der Gärtnerei von 10 – 13 Uhr. Wir freuen uns auf Sie.

Schwiegermutterstuehle©Kaktusmichel.de

Kaktusfest

Am Sonntag ist es wieder soweit.
Der Höhepunkt des Kakteenjahres steigt beim Kaktusfest von Andreae Kakteenkulturen in Otzberg-Lengfeld.
Am Sonntag den 24. Juni 2018 von 10-16 Uhr lädt Helga, der Kaktusmichel und seine Helfer, alle Kakteenbegeisterte oder die es werden wollen, in ihre Gärtnerei ein.
Schauen Sie sich doch in Ruhe in der Kakteen- und Sukkulentengärtnerei um, sicher sind auch ein paar Pflanzen dabei, die Ihre Sammlung bereichern werden.

Rebutia zecheri©Kaktusmichel.de

Es gibt an diesem Tag wieder die Odenwälder Kaktussuppe, Würstchen, Kaffee, Kuchen und andere Getränke. Auch der Kalender für 2019 ist pünktlich zum Tag der offenen Tür eingetroffen und kann erworben werden.

Kaktushumor 2018©DornenPROJEKT und Kaktusmichel.de

 

 

Die Juni-Termine

Die Sonderverkaufstermine im Juni in unserer Kakteen- und Sukkulenten-Gärtnerei stehen an. Beginn ist am 3. Juni 2018 zum verkaufsoffenen Sonntag von 10 – 13Uhr.
Wie immer heißt es an unseren offenen Sonntagen schauen, beraten lassen
und kaufen. Natürlich gibt es dazu eine Tasse Kaffee gratis.

Copiapoa humilis©Kaktusmichel.de

Danach folgt am 24. Juni 2018 unser Kaktusfest von 10 – 16Uhr. An diesem Tag können
Sie wieder in ruhe Kakteen bestaunen, zum Mittagstisch Kakteensuppe oder Würstchen
essen, Kaffee und Kuchen genießen und das alles zu moderaten Preisen. Also, die Familie eingepackt und ab zum Kaktusmichel.

Eryosice napina v. aerocarpa ©Kaktusmichel.de

Fleischfresser im eigenen Garten

Ein Kakteenfreund hatte uns gebeten seinen undichten Gartenteich wieder ansehnlich zu Gestalten. Wir unterbreiteten ihm die Idee daraus ein Moorbeet zu erschaffen.
Was ist dabei zu Beachten?

Sarracenia in Blüte©Kaktusmichel.de

Der Standort für ein Moorbeet sollte so gewählt werden, dass mindestens 4 – 6 Stunden die Sonne ungehindert darauf scheinen kann und das die Anlage etwas Wind geschützt ist. In dieser Umgebung danken dies zum Beispiel Sarracenia Arten mit einer wunderbaren Ausfärbung der Fangschläuche. Aber auch die anderen Fleischfresser sogenannte Karniforen erzeugen so ein ganz anderes Gartenerlebnis.

Sarracenia purpurea©DornenProjekt.de

Als Substrat eignet sich am besten ungedüngter Weißtorf. Dieser kann mit Tannen- oder Fichtennadeln, aber auch mit Kokosfasern gemischt werden.
Etwas Bims im Substrat erhöht zusätzlich noch die Wasseraufnahme.

Moorbeet aus Torfziegeln©DornenProjekt.de

Für die Anlage einer kleineren Moorlandschaft im Garten sind keine größeren logistischen Anforderungen notwendig. Die einzige Anstrengung, die wir leisten müssen, ist das Loch für einen Mörtelkübel oder eine Grube die mit Teichfolie ausgelegt wird auszuheben. Alte, ausgediente Kunststoff- oder Tontöpfe werden verkehrt herum im Kübel oder der ausgelegten Grube platziert, diese dienen als Wasserresovoir. Wir füllen jetzt bereits soviel Wasser ein, bis es den Rand der Topfböden erreicht. Nicht vergessen ein Stück Plastikrohr das bis zum Kübelrand reicht, mit einarbeiten, damit später leichter Wasser nach gefüllt und kontrolliert werden kann. Die Töpfe als Abschluss mit Vlies abdecken und den vorher gewässerten Weißtorf oben drauf packen. Sehr natürlich wirkt das ganze wenn, wir noch einzelne Torfziegel mit einfügen. Die Torfschicht sollte mindestens eine Höhe von 15 cm erreichen, sie kann ruhig etwas höher als der Kübelrand oder Grubenrand sein. Höhere und niedrigere Karnivoren arrangieren und einpflanzen. Auf genügend Abstand zwischen den Pflanzen achten.

Drosera rotundifolia, der rundblättrige Sonnentau©DornenProjekt.de

Bei einer größeren Fläche können sie die Anlage mit anderen Moorbeetgewächsen ergänzen. Geignete Pflanzen sind zum Beispiel Wollgras, Torfmyrthe, kleine Azaleen, Moosbeeren und je nach Platz noch mehr.
Das Ganze mit schönen Wurzelstücken und Torfmoos vervollständigen. Noch etwas Wasser durch das Plastikrohr einfüllen und fertig sind wir schon. Das ganze Jahr hindurch auf Schnecken achten und bei längeren Trockenperioden immer wieder Regenwasser nachfüllen.

In der ersten Zeit, bei starken Frösten, im Winter mit einer dickeren Schicht Moos oder Tannenreisig die Anlage abdecken. Es macht den Pflanzen aber nichts aus, da die Schläuche bei den Sarracenia-Arten (Schlauchpflanzen) sowieso absterben, auch Venusfliegenfalle und Sonnentau ziehen ein. Im Frühling bevor der Neuaustrieb beginnt die alten Schläuche abschneiden und die Abdeckung rechtzeitig entfernen.

Darlingtonia californica, selbst in unseren Breitenlagen winterhart©DornenProjekt.de

Wer keinen Garten hat, kann sein Moorbeet auch in einem schönen Holzbottich oder in einer ausgedienten Zinkbadewanne anlegen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auf Balkon oder Terrasse findet sich bestimmt noch ein Plätzchen dafür. Auch am Zimmerfenster kann eine kleine Moorlandschaft arrangiert werden, z. B. mit schönen Glasgefäßen und wärmeliebenden Karnivoren.

Drosera binata mit Fliege
Drosera binata auch sieh ist winterhart, hier hat sie eine Fliege als Beute©DornenProjekt.de

Hier das kleine Moorbeet nach der Fertigstellung

Moorbeet©DornenProjekt.de

Und noch ein paar weitere Bilder.

Viel Spaß bei der Beobachtung ihrer Fleischfresser bei der Arbeit.

Wollgras mit Samenstand©Kaktusmichel.de