Filmteam in der Gärtnerei

Am Sonntag den 23. September 2018 hatten wir ungewöhnlichen Besuch.

Dieter Voss und sein Filmteam, machten einen Dreh für ihre Sendung ‚Herrliches Hessen‘ in unserer Gärtnerei.

Dieter Voss und der Kaktusmichel am Drehtag zu Herrliches Hessen in Otzberg, bei uns in der Gärtnerei©DornenProjekt.de
Dieter Voss und der Kaktusmichel am Drehtag zu Herrliches Hessen in Otzberg, bei uns in der Gärtnerei©DornenProjekt.de


Für Helga und mich war es toll einen Einblick in die Vorbereitungsphasen einer Filmproduktion zu bekommen.


Seit zwei Tagen waren die Filmemacher schon in Otzberg und Dieburg unterwegs.
Bereits Freitag und Samstag standen wir bereit für den ‚großen Auftritt‘.
Dieter Voss und die Crew mussten ihren Arbeitsplan wetterbedingt öfters umwerfen, wir wurden telefonisch immer auf dem laufenden gehalten.
Sonntag um 9:10 Uhr war es dann endlich soweit, Kameras hielten Einzug zwischen den Kakteen. Ein Mikrofon wurde an mir befestigt und um meiner ‚Schönheit‘ keinen Makel zu geben wurde ich auch noch geschminkt.


Überall im Gewächshaus war ein Gewusel zu Gange und die Vorbesprechungen liefen auf vollen Touren.

Nun noch schnell beraten welcher Kaktus muss als erster mit aufs Bild und schon starteten die ersten Aufnahmen.

Bild vom Drehtag in Otzberg, Für die HR Serie Herrliches Hessen.
Der Tonmeister versucht den Kakteen einen Ton zu entlocken©DornenProjekt.de Bild vom Drehtag in Otzberg, Für die HR Serie Herrliches Hessen.


Endlich kann es beginnen, nein, Stopp ein Flugzeug fliegt über die Gärtnerei hinweg, der Tontechniker pfeift uns zurück.


Alles ist ruhig es kann weitergehen, nein was ist das? Neben unserer Gärtnerei hat ein Zirkus aufgebaut und dort fährt jemand mit einem Radlader seine Runden, der Aufnahmeleiter sorgt schnell für Ruhe und endlich kommen die ersten Szenen in den Kasten.
Imponierend ist die gelassene aber lustige Stimmung beim Set, es sind halt Profis. Mancher Abschnitt muss mehrmals gedreht werden, mal hört man ein Flugzeug, mal passt das Licht nicht oder einer von uns läuft zu langsam oder zu schnell. Mit Geduld wird auch das gemeistert.

Szenenwechsel, das ganze Equipment und das Team ziehen im Gewächshaus an einen anderen Platz.

Wieder geht es darum: Wo soll jeder stehen? Aua hier stechen die Dornen, dort sieht uns der Kameramann nicht, jedoch nach kurzer Zeit sind alle Probleme gelöst.
Ruhe bitte, Aufnahme läuft, den Text gesprochen, nein, so geht das nicht, auf ein neues, Text endlich gut, Einstellungen falsch noch einmal auf gehts. Wieder ist ein Teilstück der Dokumentation digital gebannt.

Auch die Kamerafrau ist sichtlich von unseren Kakteen angetan©DornenProjekt.de Schnappschuß vom Drehtag in Otzberg, Für die HR Serie Herrliches Hessen.
Auch die Kamerafrau ist sichtlich von unseren Kakteen angetan©DornenProjekt.de Schnappschuß vom Drehtag in Otzberg, Für die HR Serie Herrliches Hessen.


Weiter, nächster Dreh, ich lasse Dieter Voss kaum zu Wort kommen, dass geht natürlich nicht.

Neuer Versuch, halt da kommt etwas Sonne raus, dadurch stimmen die Einstellungen der Kamera nicht. Weiter geht es? Nein Kamera zwei braucht ein anderes Objektiv, kurzer Umbau, neuer Versuch.
Die Zeit sitzt dem Team im Nacken, es sollte eigentlich schon an einem anderen Schauplatz gedreht werden, aber ‚the show must go on‘, wir bekommen den Rest auch noch hin. Endlich der Interview-Teil ist beendet, es bleibt nur noch eine Kamerafrau mit Beleuchter bei uns und wir gehen auf die Suche nach schönen Motiven und Blüten, alles wird festgehalten.
Helga und ich bedanken uns aufs herzlichste bei den fleißigen Wichteln vom HR Fernsehen und den vielen die an diesem Projekt noch im Hintergrund Arbeit leisten müssen.
Es war eine tolle Erfahrung und eine sehr lustige Zeit mit Euch.


Hier der Link zur Mediathek mit dem Filmbeitrag.

Wintervorbereitungen für Kakteen

Seit gestern glaube ich doch langsam daran, dass es dieses Jahr wieder einen Herbst und einen Winter gibt. Deshalb sollten wir Wintervorbereitungen zum Einräumen unserer Pflanzen treffen.

Was bedeutet das für uns Kakteen- und Sukkulentenfreunde?
Bald muss für nicht winterharte Pflanzen, ein frostfreier Überwinterungsplatz gefunden werden.
Noch langt die Zeit dafür, um sich auf das Einräumen der Pflanzen ins Winterquartier vorzubereiten.

Wann musst Du handeln?
Wenn es auch nachts mal an die 0°C geht, die Tage jedoch wieder wärmer werden, ist bei den meisten Kakteen noch keine Gefahr für bleibende Schäden zu erwarten. Im Gegenteil je länger sie draußen bleiben können, desto robuster werden sie und sind gerüstet für die lange Winterphase.
Nur auf eins solltest du auch jetzt schon achten, die Pflanzen müssen vor Regen geschützt werden. Somit haben sie noch genügend Zeit zum abtrocken. Sei es durch abdecken des Substrates oder durch unterstellen der Pflanzen unter einen Dachüberstand oder ähnlichem.

Aber bei dauerhaften Temperaturen unter 6°C sollten die Pflanzen eingeräumt werden!

Was mußt du beim Einräumen beachten?
Unkräuter, die sich auf der Substratoberfläche angesammelt haben bitte entfernen. An ihnen können Schädlinge haften oder auch Pilzsporen.
Schau auch mal unter die Töpfe, oft sitzen dort Schnecken, die dann im warmen Winterquartier ihr Unwesen treiben.

Welche Temperatur sollten im Winterquartier herrschen?
Bei den meisten Kakteen und anderen Sukkulenten reichen 6 – 8°C. Oft genügen sogar nur 3°C aus. Die Pflanzen sollen dann unbedingt absolut trocken stehen. Nur einige Arten wie Melocacteen, Discocateen, Pseudolithos, einige Euphorbien und sehr viele Sukkulenten die aus Madagaskar kommen, sollten nicht unter 15°C plus gehalten werden.

Wie viel Licht brauchen deine Kakteen und Sukkulenten im Winter?
Besitzer eines Gewächshauses mit Heizung brauchen sich natürlich wegen des Lichtes keine Gedanken zu machen. Aber wer nur Behelfsräume für den Winter anbieten kann, kommt da schon eher ins grübeln. Eine Faustformel ist, desto kühler ein Raum im Winter ist (natürlich frostfrei), umso dunkler darf er sein.

©Kaktusmichel Sedum palmeri

Du hast leider nur einen wärmeren Raum!
Wenn die Temperaturen in diesem Raum im Winter über 12°C betragen, brauchen die Sukkulenten erstens mehr Licht, sei es künstliches oder Tageslicht und auch etwas Wasser. Das gießen hat zur Folge, dass die Kakteen wachsen wollen und das bedeutet wiederum sie brauchen Licht um ihren Habitus (das Aussehen) nicht zu verändern. Bei zu wenig Licht würden sie vergeilen. Ausserdem leitet die Blühwilligkeit im nächsten Jahr darunter.

Conophytum sitzlerianum in Kultur

Conophytum sitzlerianum ein nicht mehr gebräuchlicher Namen.
Wie bei vielen unseren Kakteen und Sukkulenten passiert es immer wieder, dass von der Aussaat bis zum ersten Verkauf sich die Namen geändert haben, dies ist natürlich etwas sarkastisch dargestellt.
Aber oft ist es so, dass man sich gerade an einen Namen gewöhnt hat und nach neuerer Forschung die Zugehörigkeit der Pflanze neu überdacht wurde, so auch bei der Vorgestellten Sukkulente. Conophytum sitzlerianum wurde 1938 durch Schwantes beschrieben, aber nach neueren Erkenntnissen handelt es sich um Conophytum bilobum.

Conophytum sitzlerianum

Viele Synonyme aber die gleiche Pflanze?
Bemerkenswert ist das es unter diesem Namen 122 Synonyme gibt. Die vielen Synonyme sind durch das große Verbreitungsgebiet und die daraus resultierende morphologische Vielseitigkeit begründet, deshalb wurden so viele neue Namen kreiert und dennoch handelt es sich bei allen um Conophytum bilobum. Aber es schadet in einer Sammlung nicht, den alten Namen dennoch als Synonym auf dem Stecketikett zu vermerken vielleicht heißt sie ja in naher Zukunft wieder so 🙂

Conophytum sind schon lange bekannt.
Obwohl das erste Conophytum wahrscheinlich schon von Claudius 1685 auf einer Expedition gefunden und 1738 in der Literatur von Burman erwähnt wurde, kam es erst 1922 durch N. E. Brown zur Aufstellung der Gattung. Diese Gattung gehört zu den Mittagsblumengewächsen (Aizoaceae). Der Gattungsname setzt sich zusammen aus den griechischen Worten konos für Kegel oder Walze und phyton für Pflanze. Grund dafür ist die Form der Pflanzen. Diese Sukkulenten bestehen aus zwei miteinander verbundenen Blättern, auch Loben genannt.

Conophyten bestehen aus 2 miteinander verbundenen Blättern, wissenschaftlich auch Loben genannt.

Eine Pflanze die sich vor zu starker Sonne schützt.
Einige sind zusätzlich, mit sogenannten Fenstern auf den Spitzen der Loben ausgerüstet, um das Sonnenlicht bis zum Vegetationspunkt zu leiten. Im späten Frühjahr werden die alten Blätter eingezogen und zurückbleibt eine papierartige Hülle, die zum Schutz der neu heranwachsenden Loben während des heißen Sommers dient. Diese Schutzschicht wird im Spätsommer gesprengt und die neue Pflanze begrüßt uns mit ihren Blüten. Mit der Zeit wachsen dadurch kleine Polster heran. Die Blüten öffnen meist erst am späten Nachmittag oder abends, das Farbspektrum ist recht groß, über Weiß, Gelb, Rosa und alle möglichen Rottöne bis zum dunklen Lila. Fundorte liegen im südlichen Afrika und in Namibia in Gebieten, in denen es im Winter etwas feuchter wird.

Lebende Steine und Conophytum.

Wer sich etwas schwertut mit der Unterscheidung von Lithops (den lebenden Steinen) und Conophytum, dem können folgende Merkmale helfen: Lithops haben nicht diese papierartige Schutzschicht, Conophyten haben keine oder nicht so ausgeprägte farbige Struktur auf der Blattoberseite und Conophyten sind Herbst- und Winterwachser.

Links ein schon fast aus der Hülle geschlüptes Conophytum, rechts diese Pflanze ist noch in eine papierartige Schutzhülle verpackt das sie gegen die Sonne im Sommer schützt.

Sie gehören zu den größten in ihrer Gattung.
Das Artepitheton wurde zu Ehren von Dr. Max Sitzler, Kurator der Universität Kiel gewählt. Diese Pflanzen gehören zu den größten dieser Gattung und werden bis zu 5 cm hoch. Sie bilden im Laufe der Jahre größere Polster aus. Die schmalen, graugrünen Blätter sind etwa 2 bis 2,5 cm breit und bis zu 5 cm hoch, leicht nach oben gekielt und bei uns in der Sammlung ohne den roten Rand, wie es hingegen bei C. bilobum der Fall ist.

Conophytum bilobum mit dem ausgeprägten roten Rand.

Blüten die über mehrere Tage geöffnet sind.
Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 2 cm, sind gelb und erblühen nachmittags, schließen Nachts, aber öffnen sich über mehrere Tage. Der Fundort dieser Form ist unbekannt. Aber die Art C. bilobum kommt im westlichen Teil von Südafrika, am nördlichen Cape, von Wallekraal im Sandveld bis Swartpoort in der Nähe des Orange River und Little Namaqualand vor. Diese Pflanzen sind sehr leicht zu pflegen, wenn man den Gießrhythmus einhält.

Pflegeanleitung:
Bei der Pflege sollte man beachten, dass die Pflanzen ihren natürlichen Habitus behalten. Dies bedeutet, sie benötigen einen sehr hellen Platz, was selbst am Zimmerfenster nicht immer gegeben ist. Auch sollte das Substrat besser mineralisch und gut durchlässig sein. In der Natur bekommen diese Pflanzen fast ihre gesamte Feuchtigkeit in Form von Tau und Nebel. Deshalb in Kultur lieber häufig kleine Mengen gießen, anstatt selten große Mengen. Sie dürfen keiner Staunässe ausgesetzt werden. Die Hauptwachstumszeit beginnt etwa ab August, mit dem Aufplatzen der vertrockneten Hüllen. Ab da regelmäßig, aber nicht zu viel gießen, bis Ende Dezember. Die Überwinterungstemperatur kann bis knapp über dem Gefrierpunkt abgesenkt werden. Von Januar bis Juli wird nur bei großer Hitze etwas Wasser zugeführt, in dieser Zeit können sie auch gut unter dem Tisch kultiviert werden. Im Gegensatz zu den Pfahlwurzeln der Lithops haben Conophyten flache Wurzeln. Deswegen fühlen sie sich in niedrigen Schalen sehr wohl. Die Vermehrung der Pflanzen gelingt durch Aussaat oder Teilung oder über Stecklinge, die gleich nach dem Abtrennen gesteckt werden. Dabei spielt es eher eine untergeordnete Rolle, ob die Köpfchen schon eigene Wurzeln haben oder nicht. Hauptsache der Vegetationspunkt knapp über dem Wurzelansatz ist nicht beschädigt. Aussaat am besten im Herbst, damit beginnt auch in der Natur ihre normale Vegetationszeit. Die Aussaattemperatur sollte am Tag nicht über 20 °C steigen. Nachts genügen 10 bis 15 °C.
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