Das Gießen von Kakteen und anderen Sukkulenten.

Da ich die Pflege in meinem neuen Blog mehr mit einbinden will, hier noch ein Beitrag aus meinem alten Blog.
Die meistgestellte Frage in der Gärtnerei ist wann und wie oft soll ich meinen Kaktus gießen.
Die Frage ist auch für mich nicht so einfach zu beantworten.
Das Problem in der Beantwortung dieser Frage liegt schon allein an der Tatsache das es zu viele unbekannte Faktoren gibt.

Beginnen wir mit ein paar Grundregeln, lieber weniger als mehr. Das stimmt auch nur zum Teil. Manche Kakteenpfleger kommen mit der selbstgefertigten Antwort “ein Kaktus braucht nie Wasser in der Wüste gibt es auch kein Wasser!!”
Was lebt schon ohne Wasser, kein Lebewesen nur ein vertrockneter Kaktus kommt auf Dauer auch ohne Wasser aus.
Richtig ist das in der Natur es oft über sehr lange Zeiträume nicht regnet, aber in tieferen Lagen ist es dennoch feucht oder durch die Unterschiede Nachts kalt und am Tag heiß kommt es zu einer leichten Taubildung und da die Sukkulenten über ein sehr weit ausgedehntes Wurzelsystem in der Natur verfügen, können sie sich auch immer etwas Wasser aneignen. Das klappt im kleinen Topf der in der Wohnung steht nicht, ist der erst einmal ausgetrocknet kommt ohne unsere Hilfe nichts mehr nach.

Ich glaube er will und damit sagen das er mehr als genug Wasser bekommt.

“Ein Kaktus braucht nur ganz wenig Wasser” auch das ist wieder eine Teilwahrheit. Haben wir ein sehr saugfähiges Substrat kann es sein das lediglich das Substrat etwas feucht wird und ehe unser Kaktus etwas davon bekommt die Flüssigkeit schon wieder verdunstet ist. Besser ist es die Sukkulenten einmal kräftig zu gießen und danach das Substrat wieder trocken werden zu lassen, wer nicht feststellen kann, ob die Erde bereits trocken ist. Kann ein Holzstängel in die Erde stecken, bleibt die Farbe des Holzes gleich hell ist die Erde trocken bei nassem Substrat wird sich das Holz dunkler färben.
Eine große Rolle spielt beim Gießen die Zusammensetzung des Substrats ein poröses Material wird mehr Wasser aufnehmen und langsam an die Pflanze abgeben, wenn nur saugfähiges Material verwendet wird kommt es aber auch auf die Größe der Poren an. Bei großen Poren (Lava, Bims) wird das Wasser nicht zu lange im Topf festgehalten da durch den guten Luftaustausch es auch zu einer gewissen Verdunstung kommt, dies hat den Vorteil wir können auch bei kühlerem Wetter noch gießen das Substrat wird nicht zu lange nass bleiben. Aber für einige Kakteen (Ariocarpus,Astrophytum,Notocacteen) ist es ratsam noch etwas Lehm/Löss/Tonmineral der Kakteenerde beizumischen, da durch die geringere Porosität das Wasser an einigen Stellen etwas länger gehalten wird und es so nicht zu einem Wurzelverlust an der Pflanze kommt. Dieses kann nämlich auch bei zu langer Trockenheit vorkommen. Meine Kakteenerde in der Gärtnerei erfüllt diese Eigenschaften sehr gut.

Selbstversorger

Ein weiterer Faktor ist der Standort der Kakteen, stehen sie im Freiland werden wir kaum gießen müssen da der morgendliche Tau und ab und zu Regen für genügend Feuchtigkeit sorgen. Seltsamerweise kommt es auch bei langen Regenperioden kaum zum Abfaulen der Pflanzen. Hier spielen die Luftbewegungen an der Oberfläche des Topfes und die Temperatur eine wichtige Rolle.
Im Gewächshaus kann es bei langem Wasserstau an den Pflanzenwurzeln, selbst oder gerade bei hohen Temperaturen zu einem faulen der Pflanzen kommen. Warum? Kakteen sind mit feinen Poren (Stomaten) auf der Oberhaut (Epidermis) versehen. Diese Poren werden bei zu großer Hitze geschlossen um die Wasserverdunstung zu reduzieren. Die Folge davon ist, dass bei diesen Faktoren es dazu führt das auch kein neues Wasser aufgenommen wird, da der Stoffwechsel stark verlangsamt ist. Haben wir aber zwischen Nacht und Tag hohe Temperaturunterschiede wird mehr Wasser von den Sukkulenten umgesetzt. Im Zimmer haben wir oft wenig Temperaturschwankungen und es ist angeraten auch sparsamer zu gießen außer an einem sehr sonnigen Fenster, hier kann es natürlich auch genau zu diesen Gegensätzen kommen.
Auch die Jahreszeit ist natürlich maßgeblich daran beteiligt wieviel wir gießen. Überwintern wir die Kakteen an einem kühlen Ort werden wir das Gießen einschränken oder ganz sein lassen. Bei einer Temperatur unter 12 Grad werden wir die Sukkulenten zum Beispiel von November bis Februar trocken halten (Ausnahmen sind Setiechinopsis und Notocactus, hier darf es alle 4 Wochen dennoch ein kleiner Schluck sein). Bei einer Zimmerkultur womöglich auch noch über einem Heizkörper wir uns auch im Winter nichts anderes übrigbleiben und alle 4-5 Wochen auch etwas zu gießen. Dies wird zwar nicht gerade die Blütenbildung fördern aber da eine starke Verdunstung gegeben ist müssen wir dem entgegen Steuern.
Auch kommt es auf die Art der Sukkulente an Kakteen brauchen weniger Wasser wie die Sogenannten anderen Sukkulenten, da diese durch ihre Blätter mehr verdunsten und auch stärker wachsen.

Aber keine Angst es ist alles nicht so kompliziert wie sich das hier liest, unser Kaktus will ja auch überleben und wird seines dazu geben, wenn Sie sich nur etwas an diese Regeln halten. Meistens genügt es wenn Sie einfach ihren Kaktus alle 3-4 Wochen gießen und Sie gehen mit ihrer Sukkulente eine lange Freundschaft ein.

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Eine Antwort auf Das Gießen von Kakteen und anderen Sukkulenten.

  1. Florian sagt:

    ich brauche hilfe mit meinem Kaktus er sieht komisch aus, ich wohne in Menzingen in der Schweiz in der Nähe von Zug kennst du kaktus experten in der Nähe die mir helfen könnten?

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