Traumgärten oder Gartenparadiese

Der Titel ‘Traumgärten’ lässt viel erwarten, ich verspreche Ihnen Sie werden nicht enttäuscht. In diesem Beamer-Vortrag werden öffentliche und Privatgärten vorgestellt, Traumgärten eben.

privater Garten mit verschiedenen Gartenräumen
privater Garten mit verschiedenen Gartenräumen ©DornenProjekt

In dem vorliegenden 1. Teil der Vortragsreihe besuchen wir 6 verschiedene Gärten mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten. Von berühmten Gartenkünstlern gestaltet, wie z.B. von Heinrich Siesmayer. Kurzfristige Blütenparadiese auf Gartenschauen und private Gärten deren Ausstrahlung die Vorlieben ihrer Besitzer widerspiegeln. Reinste Gartenparadiese im kleinen.

privater Garten mit trockenheitstolaranten Pflanzen
privater Garten mit trockenheitstolaranten Pflanzen ©DornenProjekt

Habe ich Ihre Neugier geweckt? Dann besuchen Sie doch einen meiner Vorträge in diesem Herbst. Alle Termine finden Sie unter https://www.kaktusmichel.de/. Oder sprechen Sie mich an, wegen einem Vortrag in Ihrem Verein, Ortsgruppe oder sonstiger Vereinigung.

botanischer Garten mit vielen Blühpflanzen und Bäumen
botanischer Garten mit vielen Blütenpflanzen und Bäumen ©DornenProjekt

Die Darbietung dauert ca 45min.

Blick auf Frühstückstempel
Blick auf den Frühstückstempel ©DornenProjekt

Erdorchideen – Naturschutz und Kultur

In der heutigen Zeit ist es wichtig auch im eigenen Garten, auf dem Balkon oder Terrasse an den Schutz der Natur zu denken. Warum nicht Erdorchideen einen geeigneten Lebensraum bieten. Eines ist jedoch unbedingt zu beachten. Die Pflanzen dürfen nicht vom natürlichen Standort entnommen werden. Sie stehen unter Artenschutz. Es gibt Spezialgärtnereien, dort kann man legal solche Kleinode erstehen.

Buch Erdorchideen - Naturschutz und Kultur im Garten ©Natur und Tier - Verlag
Buch Erdorchideen – Naturschutz und Kultur im Garten ©Natur und Tier – Verlag

Kultur und Pflege

Die Orchideen benötigen jedoch etwas andere Bodenverhältnisse als unsere normalen Gartenpflanzen. Im Vorfeld müssen dazu einige Vorbereitungen für die spätere Kultur getroffen werden. Ein guter Ratgeber dafür ist das neu erschienene Buch ‘Erdorchideen – Naturschutz und Kultur im Garten’. Sehr ausführlich werden darin die verschiedenen Lebensräume und Gattungen vorgestellt. Ebenso intensiv haben sich die Autoren mit den Themen Substrat und Bodenpilze befasst und ihre Erfahrungen nieder geschrieben. Sehr hilfreich, somit können eigene Fehler und damit ein eventueller Kulturausfall vermieden werden.

Himantoglossum hircinum am Standort in Bayern ©DornenProjekt
Himantoglossum hircinum am Standort in Bayern ©DornenProjekt

Do it yourself

Außerdem führen die Verfasser in dem vorliegenden Werk reichlich Beispiele an, um sich solch ein Biotop selbst zu schaffen. Dies alles wird unterstützt durch Zeichnungen, Skizzen und gutem Bildmaterial. Weiter geht es mit der Vorstellung verschiedener Orchideenarten und deren Kulturbedingungen. Welche Begleitpflanzen kann ich verwenden um einen natürlichen Standort nach zu ahmen? Ist im Winter ein Schutz nötig? Können Krankheiten oder Schädlinge an den Pflanzen auftreten? Brauchen die Orchideen zusätzliche Nahrung in Form von Dünger? All diese Fragen sind sehr ausführlich im Buch behandelt. Und wem das alles noch nicht genügt, der bekommt noch einen intensiv Kurs über Hybridisierung und Vermehrung. Künstliche Vermehrung, wie funktioniert es und welche Ausrüstung ich brauche. Diese Themen sind ebenso gründlich und detailliert beschrieben, wie alle anderen Themen auch.

Cypripedium calceolus am Standort in BW ©DornenProjekt
Cypripedium calceolus am Standort in BW ©DornenProjekt

Naturschutz

Man merkt, dass die Autoren ihr Handwerk verstehen und sich bereits lange damit auseinandergesetzt haben. Ihr Wissen gebündelt und dies für jeden verständlich in diesem Werk veröffentlichten. Ein weiteres großes und umfassendes Kapitel ist dem Naturschutz gewidmet. Was wurde bereits und wird immer noch in einigen EU-Ländern unternommen, um die Umweltzerstörung zu verringern? Es ist wirklich erstaunlich, aufschlussreich und manchmal frustrierend zu lesen, wie die verschiedenen Länder und ihre Bürger damit umgehen.

Erdorchideen ©Natur und Tier - Verlag
Erdorchideen ©Natur und Tier – Verlag

Fazit

Dies ist ein Buch nicht nur für den Orchideen-Spezialisten, sondern auch für jeden der mehr für den Naturschutz tun möchte. Ebenso für all diejenigen die sich für die heimische Pflanzenwelt begeistern können. Die mehr als 1000 hervorragenden Fotografien ergänzen das wortreiche und sehr detaillierte Werk. Es ist jeden Cent wert.
Ich vergebe 5 von 5 Orchideen.

Erschienen im Natur und Tier-Verlag, Auflage 1, Juni 2019
432 Seiten
Titel: Erdorchideen – Naturschutz und Kultur im Garten
Autoren: Svante Malmgren und Irmin Vogler
ISBN: 978-3-86659-414-2
Preis: 78 Euro (nicht zu teuer für diese umfassenden Informationen und das Bildmaterial)

Grundlagen der Feldbotanik

Das Buch ‘Grundlagen der Feldbotanik‘, Familien und Gattungen einheimischer Pflanzen, beinhaltet fast 2kg geballtes Wissen. Aufgeführt sind die häufigsten Familien und Gattungen mit vielen Arten, der heimischen und schweizerischen Flora. Der Inhalt soll die Basis bilden für den Prüfungsstoff der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft und dem NABU/naturgucker zur Feldbotanik. Nicht erschrecken, für die geplante Exkursion muss der Wälzer nicht mit geschleppt werden, dazu gibt es eine App.

Klatschmohn Papaver rhoeas ©DornenProjekt
Klatschmohn Papaver rhoeas ©DornenProjekt

Botanische Grundlagen

Die ersten gut 30 Seiten befassen sich mit Pflanzenaufbau, -formen, unterirdischen Organen, Blättern, Blüten, Früchten, der Bestimmung und dem Naturschutz. Wie gehe ich vor, um die Vegetation eines bestimmten Abschnittes auf zu nehmen und noch vieles mehr. Hier steckt für den Laien schon einiges an Informationen drin, die man sonst nicht so detailliert präsentiert bekommt. Natürlich finde ich auch einiges an Systematik und Nomenklatur im Buch.

Helianthemum apenninum Sonnenröschen ©DornenProjekt
Helianthemum apenninum Sonnenröschen ©DornenProjekt

Familie, Gattung und Art

Was ich als gut empfunden habe ist, dass auch die deutschen Namen mit aufgeführt wurden. Ein Beispiel dafür: Familie – Narzissengewächse –, lateinische Bezeichnung – Amaryllidaceae –. Weiterhin gibt es ausführliche Informationen zu den aufgeführten Familien und Gattungen. Wichtige Merkmale sind hervor gehoben und zu alle dem gibt es gute Bildbeispiele. Des weiteren sind Vergleichstabellen mit guten Bildern angeführt um Verwechslungen mit anderen Arten bzw. Gattungen auszuschließen. Eine farbliche Kennzeichnung des Seitenrandes belegt, ob diese Systematik, Familie oder Gattung zum Prüfungsstoff gehört.

Globularia nudicaulis Kugelblume ©DornenProjekt
Globularia nudicaulis Kugelblume ©DornenProjekt

Anhang

Im Anhang der Abhandlung ‘Grundlagen der Feldbotanik’ sind weiterführende Literaturangaben, Kontaktadressen und eine Artenliste die Grundlage zur Feldbotanik-Ausbildung bildet, zu finden. Weiterhin sind in dieser Liste die Arten gekennzeichnet, welche in Deutschland bzw. Schweiz zur Prüfung des entsprechenden Zertifikates zu erlernen sind. Ganz am Ende ist eine tabellarische Auflistung zur Systematik der behandelten Familien nach APG IV zu finden.

Fazit

Diese Publikation ist sehr zu empfehlen, auch dann, wenn nicht unbedingt eine Ausbildung zur Feldbotanik angestrebt wird. Es enthält sehr viele Informationen und gutes Bildmaterial für jeden der sich besser in der heimischen Pflanzenwelt auskennen möchte, bereit. Ich konnte durch zu Hilfenahme des Buches bereits einige mir unbekannte Pflanzen bestimmen und das macht in meinen Augen ein gutes Grundlagen Buch aus.

Buchcover © Haupt Verlag
Buchcover ‘Grundlagen der Feldbotanik’ © Haupt Verlag

Ich vergebe 5 von 5 Punkten
erschienen ist das Buch + App im Haupt Verlag, Auflage 1 im Juni 2018
864 Seiten geballtes Wissen
Autorin: Rita Lüder
Preis: 58 Euro
ISBN: 978-3-258-08046-8

Richtig Gärtnern für Nützlinge

Das neue Buch von Brigitte Goss ‘Richtig Gärtnern für Nützlinge’ ist kein Bestimmungsbuch für Insekten oder Pflanzen. Die Autorin versucht dem Leser die Zusammenhänge von Nützlingen und Schädlingen näher zu bringen. Bereits im Vorwort geht sie auf die schädliche Wirkung von Pflanzenschutz-mitteln (auch biologischen) ein. Sie gibt gezielte Ratschläge was zu tun ist um Insektenvertilger wie Spitzmäuse, Vögel u.a. in den Naturgarten zu locken.

Schwebfliege beim Naschen ©DornenProjekt
Schwebfliege beim Naschen ©DornenProjekt

Bauanleitungen und mehr

Weiterhin sind in dem Buch ‘Richtig Gärtnern für Nützlinge’ verschiedene Bauanleitungen für Nistkästen oder Insektenhotels zu finden. Wussten sie schon wie ein Quartier für Eidechsen angelegt sein soll? Nein, macht nichts ich hatte auch keine Ahnung. Doch mit diesem Werk ist das kein Problem mehr. Zusätzliche Tabellen über Winterruhe und Aktivitäten der verschiedenen Gartenbewohner sind sehr hilfreich und informativ.

Insektenhotel mit Bewohner ©DornenProjekt
Insektenhotel mit Bewohner ©DornenProjekt

Tabellen für die bessere Planung

Viele Insekten werden vorgestellt, wo sie leben und von was sie sich ernähren. Welche Pflanzen sind geeignet, auch dafür gibt es mehrere Tabellen. Sogar mit Blütenfarbe, -zeitpunkt und zu erwartende Wuchshöhe. Selbst Hecken, Bäume und Kletterpflanzen fehlen nicht. Welche Staude für welchen Boden und Standort? Nichts wurde vergessen, sogar eine ToDo-Liste für das Gartenjahr ist vorhanden. Am Ende des Buches sind Adressen und Bezugsquellen aufgelistet für jeden der sich noch intensiver mit diesen Themen beschäftigen möchte. Viele Bilder und Tipps unterstützen den ausführlichen Text.

Honigbiene bei der Arbeit ©DornenProjekt
Honigbiene bei der Arbeit ©DornenProjekt

Fazit

Ich kann das Werk nur empfehlen. Es ist praxisnah, informativ und hilfreich. Wenn jeder Gartenbesitzer nur etwas von den Ratschlägen übernimmt, dann sehe ich noch eine Chance für die Tierwelt in unseren Gärten und im Endeffekt für uns.
Ich vergebe 5 von 5 Blumenwiesen

erschienen ist das 164 Seiten umfassende Werk
im LV-Buch Verlag
ISBN 978-3-7843-5602-0
und kostet 18 Euro (es ist jeden Cent wert)
Hardcover
Autor: Brigitte Goss
Titel: Richtig Gärtnern für Nützlinge

Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten?

Das neue Buch von Guy Barter: “Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten und sind Spinnen Freunde oder Feinde?” Lässt wieder auf viele skurrile Anekdoten und außergewöhnliche Fragen hoffen und ebensolche Antworten.

Mischkultur im Hochbeet ©DornenProjekt
Mischkultur im Hochbeet ©DornenProjekt

Ich will jedoch nicht vorgreifen, erst einmal ein wenig zur inhaltlichen Struktur und Aufbau des Buches. Das äußere Erscheinungsbild ist wie gehabt, nostalgisch mit einem Leineneinband versehen. Liegt dadurch sehr gut in der Hand. Das Werk umfasst 224 Seiten geballtes Wissen rund um den Garten, über Zier­pflanzen, Gartenteich und noch vieles mehr.

Honigbienen am Stock ©DornenProjekt
Honigbienen am Stock ©DornenProjekt

Die vielseitigen, humorvollen Fragen und Antworten sind in 5 Kapitel unterteilt. Schnelle Antworten sind in dem jeweiligen Bericht in dem Kästchen mit dem ‘A’ zu finden. Doch sollte man sich die Zeit nehmen um das komplette Buch zu lesen. Es ist wieder mit soviel Humor, witzigen und kurzweiligen Inhalten gespickt, dass jeder Pflanzen-freund sich das Buch: „Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten“ leisten sollte.

Wildblumen statt Rasen ©DornenProjekt
Wildblumen statt Rasen ©DornenProjekt

In gewohnter Manier erzählt der Chefgärtner der britischen königlichen Gartenbaugesellschaft über so manch kleine Ärgernis und gibt Tipps und Tricks preis um dies zu vermeiden.

Weberknecht ©DornenProjekt
Weberknecht ©DornenProjekt

Ich vergebe 5 von 5 Äpfeln für dieses humorvolle und informative Werk

Erschienen im LV.Buch Landwirtschaftsverlag und kostet 18Euro
224 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-7843-5595-5
Autor: Guy Barter
Titel: Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten?

Dornen (be)stechend schön

Verteidigung, Sonnenschutz und Tropfbewässerung

Keine Rose ohne Dornen, halt das stimmt nicht, denn Rosen haben Stacheln. Das hat sich leider falsch in unserem Sprachgebrauch fest gesetzt. In der Lyrik war der Begriff Dornen wohl besser geeignet zum Reimen als Stacheln.
Stacheln sind nicht mit der Epidermis (Oberhaut) verwachsen sie können deshalb leichter abgebrochen werden und sind keine umgewandelten Organe wie es bei den Dornen der Fall ist.

Rosen schmücken Stacheln ©DornenProjekt
Rosen schmücken Stacheln ©DornenProjekt

Dornen sind reduzierte Blätter

Dornen sind eigentlich reduzierte Blätter und deshalb ideales Zubehör der Kakteen. Es erfolgt darüber keine Verdunstung, sie wachsen aus den Areolen. Areolen sind entwicklungstechnisch gesehen zurück gebildete Sprosse, ähnlich den schlafenden Augen bei den Bäumen. Dornen spenden einen gewissen Grad an Beschattung für die Epidermis und im Scheitel der Pflanzen. Es sind extreme Bewaffnungen die eine Länge von 20cm erreichen können und stabil genug um Fressfeinde ab zu wehren.

Stetsonia coryne ©DornenProjekt
Stetsonia coryne ©DornenProjekt


Jede Form von Feuchtigkeit fangen sie auf um sie dann ähnlich einer Tropfbewässerung zu den Oberflächenwurzeln am Fuß der Pflanze zu leiten.

Ferocactus histrix ©DornenProjekt
Ferocactus histrix ©DornenProjekt


Manche Dornen sind mit Rillen ausgestattet, wie bei Ferocactus histrix, andere umschließen den Stamm fast vollständig oder sie wirken wie mit Filz überzogen, zu sehen bei Gymnocalycium tillianum.

Gymnocalycium tillianum mit dem weißen Filzbelag ©DornenProjekt
Gymnocalycium tillianum mit dem weißen Filzbelag ©DornenProjekt


Die feinen, fiederartigen Dornen von Mammillaria duwei verdecken den Pflanzenkörper vollständig, selbst die kleinen, hakigen Mitteldornen sind mit einem filzigen Belag überzogen.

Mammillaria duwei gefiederte Dornen ©DornenProjekt
Mammillaria duwei gefiederte Dornen ©DornenProjekt


Damit wird die Oberfläche enorm vergrößert und wirklich jedes noch so feine Tröpfchen an Feuchtigkeit aufgefangen.

Pelecyphora aselliformis, die eng anliegenden Dornen wirken wie Tiere ©DornenProjekt
Pelecyphora aselliformis, die eng anliegenden Dornen wirken wie Tiere ©DornenProjekt


Dornen können die unterschiedlichsten Formen aufweisen, wie bei Pelecyphora aselliformis oder bei Sulcorebutia augustinii, Asseln ähnlich,

Sulcorebutia augustinii ©DornenProjekt
Sulcorebutia augustinii ©DornenProjekt


bei Gymnocalycium triacanthum wirken sie wie Spinnentiere.

Gymnocalycium triacanthum Dornen wirken wie Spinnentiere ©DornenProjekt
Gymnocalycium triacanthum Dornen wirken wie Spinnentiere ©DornenProjekt


Ein undurchdringlichen Dornendschungel bildet Cylindropuntia lloydii, wenn man sie unkontrolliert wachsen lässt.

Cylindropuntia lloydii 'Bitte nicht berühren' ©DornenProjekt
Cylindropuntia lloydii ‘Bitte nicht berühren’ ©DornenProjekt


Papierartig und fast durchsichtig wirken die langen Dornen von Tephrocactus clavatus und Tephrocactus papyracanthus im Gegenlicht.

Tephrocactus clavatus ©DornenProjekt
Tephrocactus clavatus ©DornenProjekt


Viel gemeiner sind aber die kleinen mit Glochiden (Widerhaken) besetzten Dornengrüppchen an der Basis der großen Dornen. Wer einmal diese Dörnchen in der Haut stecken hatte, weiß, dass man einige Tage ‘seine Freude’ daran hat. Will man sie heraus ziehen, brechen sie bei der geringsten Berührung sofort ab.

Tephrocactus articulatus var symicatus mit roten Glochiden an der Dornenbasis ©DornenProjekt
Tephrocactus articulatus var symicatus mit roten Glochiden an der Dornenbasis ©DornenProjekt

andere Sukkulenten tragen keine Dornen

Sukkulenten dagegen haben keine Dornen es sind Dorn ähnliche Auswüchse die sie sich zugelegt haben. Es sind gleiche Entwicklungen zwischen Pflanzen des amerikanischen und afrikanischen Kontinents zu beobachten. Durch ähnliche Umwelteinflüsse und Standortbedingungen haben sich diese besonderen Merkmale durchgesetzt und bewährt.

Agave stricta mit bis zu 2cm langen Dornenspitzen ©DornenProjekt
Agave stricta mit bis zu 2cm langen Dornenspitzen ©DornenProjekt

Neben Dornen kann es Stammformen, Rippenbildung, verdickte Wurzeln (Caudex) und Behaarung betreffen. Man spricht dann von einer Konvergenz, also ähnlichem Verhalten oder Entwicklungsstadien im Laufe der Jahrmillionen.

Aloe arborescens Neutrieb ©DornenProjekt
Aloe arborescens Neutrieb ©DornenProjekt

Die zu den anderen Sukkulenten zählende Agave stricta mit ihren dunklen bis ca. 2cm langen stechenden, verhornten Spitzen, Aloe arborescens mit ihren scharfen, dornartigen Blatträndern oder Trichodiadema densum deren Trichome (Pflanzenhaare) aussehen als wären die Blättchen mit dünnen Dornen bestückt.

Trichodiadema densum ©DornenProjekt
Trichodiadema densum die auf den Blattspitzen sitzende Trichome ähneln Dornen ©DornenProjekt


Mehr zu diesem und verwandte Themen findet ihr im Buch Kakteen und Sukkulenten erschienen im Quelle & Meyer Verlag, Autor Michael Januschkowetz

 

Naturblick auf KW7

Altokumuli Wolken schieben sich über die Veste Otzberg ©DornenProjekt Naturblick
Altokumuli Wolken schieben sich über die Veste Otzberg hinweg ©DornenProjekt

Ein Blick zurück auf die vergangene Woche mit Bildern, zeigt uns die Natur mit ihren Besonderheiten.

Ein kompletter Regenbogen am Himmel

ein kompletter Regenbogen und außergewöhnliche Lichtstimmung ©DornenProjekt Naturblick
ein kompletter Regenbogen und außergewöhnliche Lichtstimmung ©DornenProjekt

Am Samstag nieselte es leicht als wir los fuhren, doch je näher wir dem Odenwald kamen, desto sonniger wurde es. Der Nieselregen hörte aber nicht auf, so dass sich ein wunderbarer Regenbogen bildete.

Noch immer ist der Teich mit Eis bedeckt

Mistel (Viscum album) ©DornenProjekt Naturblick
Mistel (Viscum album) ©DornenProjekt

Die letzten Schneereste sind geschmolzen. Doch den Gartenteich ziert immer noch eine dicke Eisdecke. Selbst über den Tag taut nur ein kleiner Bereich am Rand auf. Aus den Regenfässern kann noch kein Wasser geschöpft werden, das Eis ist noch zu dick.

Die Sonne verwöhnt uns

die Bäume stützen den Himmel ©DornenProjekt Naturblick
die Bäume stützen den Himmel ©DornenProjekt

Es wird von Tag zu Tag wärmer. Nur nachts zeigt das Thermometer immer noch Minusgrade an. Am Mittwoch sitzen wir nach dem Mittagessen, dick eingepackt, in der Sonne und genießen die Wärme. Der Donnerstag bringt erst einmal eine fast geschlossene Wolkendecke. Doch im Laufe des Tages zeigt sich doch noch der blaue Himmel. Dafür ist am Freitag durchgehend die strahlende Sonne am Firmament und verspricht ein Super Wochenende.

ein Sonnenaufgang wie ich mir wünsche ©DornenProjekt Naturblick
ein Sonnenaufgang wie ich mir das wünsche ©DornenProjekt

Senecio medley-woodii

1923 beschrieben zu Ehren von John Medley Wood (1827 bis 1915). Er war Botaniker und Kenner der Flora von Natal und erster Kurator des Herbariums von Natal.

Knospen von Senecio medley-woodii ©DornenProjekt
Knospen von Senecio medley-woodii ©DornenProjekt


Ein Korbblütler-Gewächs

ein Hingucker die gelben Blüten von Senecio medley-woodii ©DornenProjekt
ein Hingucker die gelben Blüten von Senecio medley-woodii ©DornenProjekt

Senecio medley-woodii gehört zur großen Familie der Asteraceae (Korbblütler). Die 5-zipfeligen Röhrenblütchen sitzen in der Mitte zusammen gepfercht in einem sogenannten Körbchen, umgeben von den gelben Zungen- oder Strahlenblüten. Bei uns im Gewächshaus beginnt die Blüte meist Anfang Februar und dauert bis Mitte/Ende März. Die gelben Blütenstände stechen einem sofort ins Auge, denn sie erreichen 6 bis 7cm im Durchmesser.

Pflege und Schnitt

die dichten Pflanzenhaare sind ein Sonnenschutz ©DornenProjekt Senecio medley-woodii
die dichten Pflanzenhaare sind ein Sonnenschutz ©DornenProjekt

Ein sonniger Standort begünstigt ein gedrungenes Wachstum der strauchigen Pflanzen. Sie können eine Höhe von 0,8 bis 1,8m erreichen, jedoch nicht in der Topfkultur. Trichome oder Pflanzenhaare schützen die Blatt- und Stammoberfläche vor starker Sonnenbestrahlung, es sieht aus, als wären sie mit Filz überzogen. Im Schatten kultiviert wirken die Blätter grüner und die Pflanzen gehen in ein ungesundes Längenwachstum über (vergeilen). Das passiert auch bei zu hoher Dosierung von Dünger im Gießwasser. Sollten einzelne Exemplare doch mal zu groß für die Fensterbank werden ist ein Rückschnitt kein Problem. Die so erhaltenen Stecklinge in einem sandigen Substrat bewurzeln, aber erst gießen, wenn sich neue Wurzeln zeigen.

Systematik und Verbreitung

Systematik: Familie Asteraceae, Tribus Senecioeae, Gattung Greiskräuter, wissenschaftlicher Name Senecio (lat. senex = Greis)

unnatürliches Längenwachstum durch zu wenig Sonne ©DornenProjekt Senecio medley-woodii
unnatürliches Längenwachstum durch zu wenig Sonne ©DornenProjekt

Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Südafrika und reicht vom Ostkap über KwaZulu-Natal bis nach Swasiland.

 

Der letzte Fotowalk in der Kaserne

Die ehemalige Kaserne der US-Streitkräfte in Babenhausen ist bald nicht mehr, aus und vorbei und nur noch Geschichte. Ebenso wie der letzte Fotowalk auf diesem Gelände.

Historische Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände ©DornenProjekt
Historische Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände ©DornenProjekt

Treffpunkt Haupteingang

Der Haupteingang ist Treffpunkt für den Fotowalk auf dem Kasernengelände. Bis um 9 Uhr waren leider noch nicht alle Teilnehmer eingetroffen. Bei den eisigen Temperaturen an diesem Morgen wurde die Zeit lang und rasch kam man ins frösteln. Na endlich, jetzt sind auch die letzten eingetrudelt. Alle Abmarsch zum ehemaligen Kommandantenhaus im historischen Teil des Areals, dort ist erst einmal Besprechung. Nach den Formalitäten und aushändigen des Geländeplanes ging es los.

Zimmer im Glockenturmhaus ©DornenProjekt
Zimmer im Glockenturmhaus ©DornenProjekt

Hinter den Kulissen

Um 9.30 Uhr konnte ich endlich starten, als erstes stattete ich dem Glockenturmhaus einen Besuch ab. Seit meinem letzten Besuch auf dem Gelände hat sich viel verändert. Ein Blick hinter die Mauern dieses Gebäudes zeigte es. Die Sanierungsarbeiten schreiten voran. Leitungen hängen von der Decke, nackter Fußboden und die Fenster teilweise ab geklebt. Schnell ein paar Bilder geschossen und weiter geht’s. Der Toilettenraum sieht noch wie neu aus. Auf der Tür steht ‘FREI’, doch was ist das. Hat hier ein tierischer Hausbesetzer sich ein Schlaflager an gelegt? Von wegen FREI!

Glockenturmhaus ©DornenProjekt
Glockenturmhaus ©DornenProjekt

Noch einen Blick in den Keller werfen. Ah, ein neuer Heizkessel ist schon installiert. Nicht so interessant für mich, weiter. Was ist das? Halloween lässt grüßen, wow da hat sich jemand viel Mühe gegeben um das Gruseln realistisch zu gestalten.

Halloweenkeller im Glockenturmhaus ©DornenProjekt
Halloweenkeller im Glockenturmhaus ©DornenProjekt

Die Zeit rast

Geländeplan heraus holen und schauen was als nächstes Ziel angegeben ist. Auf dem Weg dahin einen kurzen Plausch gehalten mit einem weiteren Teilnehmer. Mann oh Mann wie die Zeit vergeht, denn schließlich muss ich bis 14 Uhr alle sehenswerten Punkte ab gearbeitet haben.

Nebengebäude Hangar ©DornenProjekt
Nebengebäude Hangar ©DornenProjekt

Der ehemalige Flugplatz mit Hangar steht als nächstes an. Wieder draußen im hellen Sonnenlicht treffe ich den nächsten Fotokollegen dieser Tour. Unsere einhellige Meinung die Toilette in diesem Gebäude müsste in ihrem jetzigen Zustand konserviert und für die Nachwelt erhalten bleiben.

Flugzeug-Hangar ©DornenProjekt
Flugzeughangar ©DornenProjekt

Diese Toilette hat zwischenzeitlich Kultstatus unter den Fotowalkern erreicht. Der Grund dafür ist das erste Bild von ‘the matrixer’ welches er an diesem stillen Örtchen aufgenommen und veröffentlicht hat, mega. Natürlich muss auch ich, wie so viele andere vor mir ein Foto machen, denn dies ist nicht nur eine Toilette, nein, sie hat eine gewisse Ausstrahlung und Charisma. Etwas verquatscht und dabei muss ich noch ans andere Ende des Kasernengeländes.

Toilette im Hangar ©DornenProjekt
Toilette im Hangar ©DornenProjekt

Dschungel im Zimmer

Vorbei an der ehemaligen Kirche geht es zum vorletzten Punkt auf meinem Plan, zum ‘Roten Zimmer’. Nicht wundern dieser außergewöhnliche Raum befindet sich in der Werkstatthalle. Ja, richtig gehört (besser gelesen). Wände, Blumenschmuck, Stühle und Tische alles ist rot, einfach toll.

Rotes Zimmer Werkstatthalle ©DornenProjekt
Rotes Zimmer Werkstatthalle ©DornenProjekt

Jetzt noch aus allen Winkeln Fotos schießen und weiter zum nächsten Highlight dem Dschungelraum. Die Natur ist einfach genial und sie lässt sich nicht unterkriegen. In einem unscheinbaren Haus wachsen Moose und Farne, jetzt etwas gezeichnet durch den Herbst, aber immer noch toll.

Zutritt auf eigene Gefahr ins Dschungelhaus ©DornenProjekt
Zutritt auf eigene Gefahr ins Dschungelhaus ©DornenProjekt

Ganz hinein traue ich mich nicht, sieht doch etwas mitgenommen aus. Na ja die ständige Feuchtigkeit zehrt. Hat übrigens auch schon Obelix festgestellt in ‘Asterix bei den Schweizern’, aber das ist ein anderes Thema.

Dschungelhaus in einem unscheinbaren Gebäude ©DornenProjekt
Dschungelhaus auf dem Kasernengelände ©DornenProjekt

Wehmut

Ja, das war die letzte Tour durch das Gelände der ehemaligen Kaserne in Babenhausen. Schade, der Blick zurück ist gespickt mit etwas Wehmut. Die maroden Gebäude sind bald Geschichte und werden abgerissen oder wo es geht saniert. Der Neuanfang in die Zukunft auf dem Areal hat begonnen.
Vielen Dank an das Team von Urban-Expedition in Babenhausen die alles wieder super organisiert hatten.

Pflanzen gekonnt in Szene setzen

Es macht immer wieder Spaß einen Miniatur-Garten anzulegen und dabei Pflanzen gekonnt in Szene zu setzen. Um eine lebende Landschaft im kleinen zu gestalten kann der Fantasie freien Lauf gelassen werden.

Sandstein-Trog mit Sempervivum und schönen Steinen ©DornenProjekt (Pflanzen gekonnt in Szene setzen)
Sandstein-Trog mit Sempervivum und schönen Steinen ©DornenProjekt

Welche Gefäße sind dafür geeignet?

Die Frage nach der Größe der Schalen oder sonstigen Gefäße ist davon abhängig wo die kleine Landschaft zur Geltung kommen soll. Auf der Fensterbank ist nur eine begrenzte Breite vorhanden, während auf Balkon oder Terrasse meist größere Flächen zur Verfügung stehen. Es ist jedes Gefäß geeignet das gefällt und das die nötige Höhe für die Wurzelmasse hat.

ausgediente Kinderschuhe mit Sempervivum bepflanzt ©Kaktusmichel (Pflanzen gekonnt in Szene setzen)
ausgediente Kinderschuhe mit Sempervivum bepflanzt ©Kaktusmichel

Welche Pflanzen kann ich verwenden?

Da die sukkulenten Gewächse zu unseren Lieblingen zählen, sind das natürlich die Hauptakteure für die Miniatur-Gärtchen. Außerdem wähle ich die Pflanzen nach dem späteren Standort aus, winterharte Steingartenstauden für draußen oder Sukkulenten für die Wohnung. Wer möchte kann auch ein kleines Moorbeet im Glas gestalten.

bepflanzte Bonsai-Schale mit verschiedenen sukkulenten Pflanzen ©Kaktusmichel (Pflanzen gekonnt in Szene setzen)
bepflanzte Bonsai-Schale mit verschiedenen sukkulenten Pflanzen ©Kaktusmichel

Schritt für Schritt Anleitung!

In dem Buch – Pflanzen gekonnt in Szene setzen – werden 25 der am besten geeigneten Sukkulenten und Tillandsien in Bildern und Beschreibungen vorgestellt. Wow, die botanischen Namen der abgebildeten Pflanzen stimmen sogar, was nicht immer selbstverständlich ist. Sogar Werkzeuglisten und der Materialbedarf für die kleinen Landschaften sind mit angegeben, sehr vorbildlich.

Steingarten im Miniaturformat, bepflanzt mit winterharten Stauden ©DornenProjekt (Pflanzen gekonnt in Szene setzen)
Steingarten im Miniaturformat, bepflanzt mit winterharten Stauden ©DornenProjekt

Substrat und Pflege

Ebenso wird auf das Substrat eingegangen das die Sukkulenten zum gesunden Wachstum benötigen, den Standplatz und die Wassergaben. Die allgemeinen Angaben für die Pflege kommen in diesem Buch wirklich nicht zu kurz und das sowohl für die sukkulenten Pflanzen als auch für die Luftbromelien (Tillandsien). Alle Ausführungen zu Substrat und Pflege stimmen. Da wir schon mehr als 30 Jahre Sukkulenten und Tillandsien kultivieren kann ich dies bestätigen.

Tillandsien auf einem Stamm ©Kaktusmichel (Pflanzen gekonnt in Szene setzen)
Tillandsien auf einem Stamm ©Kaktusmichel

Accessoires

Auf einem Spaziergang im Wald findet man manchmal kleine Baumwurzeln oder kleinere markante Steine, die sich bestens als Beiwerk für die kleine Landschaft eignen. Keine Angst, in dem Buch werden so viele Möglichkeiten zur Gestaltung gezeigt, dass bestimmt auch für Dich etwas dabei ist. Selbst ausrangierte Gläser oder Vasen finden wieder eine neue Bestimmung. Oder bastelst Du gerne? Dazu gibt es auch verschiedene Anleitungen im Buch, z.B. gestalten einer ‘Blumenampel’ aus Kupferröhrchen für die Luftbromelien.

eine Bank und Tisch aus Paletten bepflanzt mit sukkulenten Pflanzen ©Kaktusmichel (Pflanzen gekonnt in Szene setzen)
eine Bank und Tisch aus Paletten bepflanzt mit sukkulenten Pflanzen ©Kaktusmichel

Fazit

Wer gerne bastelt oder selbst eine hübsche Dekoration mit lebenden Pflanzen gestalten möchte für den ist dieses Buch ein muss. Die Angaben stimmen, ein sehr gutes Bildmaterial und die Schritt für Schritt Anleitungen helfen dazu um sehr schnell solch ein kleines Projekt um zu setzen. Für Weihnachten oder gar als kleines Mitbringsel zur einer Einladung ist das nur 15 Euro teure Werk geeignet. Auf 128 Seiten bekommt man so viele Anregungen, dass für jeden was dabei ist. Wie heißt es im Buch so schön ‘Stylische Ideen für pflegeleichte Arrangements’.

Autor: Megan George
Titel: Pflanzen gekonnt in Szene setzen
erschienen im Landwirtschaftsverlag (1. Ausgabe August 2018)
Softcover 25,4 x 20,3 cm, 128 Seiten
Preis: 15 Euro
ISBN: 978-7843-5563-4