April, April….

Aprikosenblüte mit neugierigem Marienkäfer
Pulsatilla vulgaris (Küchenschelle)
Cardamine pratensis (Wiesenschaumkraut)

April, April, der weiß nicht was er will.
Mal Regen und mal Sonnenschein,
Dann schneit’s auch wieder zwischendrein.
April, April, der weiß nicht was er will.

Tulpe im Schnee
Trompetennarzisse und Erica carnea die Schneeheide
Fritillaria meleagris (Schachbrettblume) im Schnee

Nun seht, nun seht, wie es wieder stürmt und weht.
Und jetzt, oh weh, oh weh,
Da fällt auch dicker Schnee.
April, April, der weiß nicht was er will.

Schneegesicht
Farn mit Schneehaube
der Frühling kommt doch noch
Tulipa clusiana
Tulipa Prinzessin Irene

 

Die Gattung Mammillaria

Heute möchte ich einmal auf die Gattung Mammillaria näher eingehen und etwas über ihre Entstehungsgeschichte und die verschiedenen Sichtweisen darauf erzählen.

Mammillaria candida (nach neueren Erkenntnissen jetzt wieder unter Mammilloydia geführt)

Bereits im Jahre 1753 vergab Linné (der Erfinder der Binären-Nomenklatur) den Namen Cactus mammillaris. Im Jahre 1812 stellte dann Haworth die Gattung Mammillaria im Synopsis Plantarum Succulentarum auf, um 3 Pflanzen mit Warzen und aus den Axillen blühend, nämlich Mam simplex, Mam prolifera und Mam discolor von der Gattung Cactus abzugliedern. Zuvor jedoch hatte

Mammillaria carmenae

Stackhouse (1809) eine Algengattung als Mammillaria benannt. Zum Glück setzte sich dieser Begriff in der Algensystematik nicht durch, denn jeder Gattungsname darf nur einmal vergeben werden.

Mammillaria carmenae ‚Rubrispina‘

Mammillaria stammt vom lateinischen Wort ‚mamma‚ was soviel bedeutet wie Brust oder Warze, ab. Die Verkleinerungsform ‚mamilla‚ löste dann unter den Liebhabern einen Krieg über die richtige Schreibweise aus, Mamillaria oder Mammillaria. Bei einem botanischen Kongress in Cambridge wurde 1930 dann

Mammillaria hahniana

endgültig die Schreibweise Mammillaria als die richtige definiert. Doch auch Jahre später konnte man in Sammlungen immer noch die unterschiedlichen Möglichkeiten der Darstellung antreffen (Mamillaria, Mammilaria und Mammillaria).

Mammillaria herrerae

Frühere Pflanzensammler und –kenner dieser Gattung versuchten ein Schema oder eine Gliederungen vor zu geben um Pflanzen mit gleichen Merkmalen richtig ein zuordnen. 1837 erkannte Pfeiffer ca. 90 Arten an, wobei heute nicht mehr alle

Mammillaria huitzilopochtli

zur Gattung Mammillaria gezählt werden. Er stellte eine Untergliederung auf, die hauptsächlich auf der Bedornung und Beschaffenheit der Warzen beruhte. Lemaire 1839 und Salm-Dyck 1850 versuchten ebenfalls ein Schema auf zustellen welches sich auf die Warzenbeschaffenheit und äußerliche, vegetative Merkmale bezog.

Mammillaria laui ssp dasyacantha

In seiner Monographie der Cactaceae brachte Schumann 1898 die neu entdeckte Eigenschaft, Milchsaft führend oder nicht, in einer neuen Mammillarienklassifizierung unter. Dieses System bildete die Grundlage für alle danach folgenden Schemata. 1919 – 23 brachten Britton und Rose ihr Werk in 4 Bänden heraus und erkannten darin 150 Arten an. Sie trennten allerdings

Mammillaria parkinsonii

Coryphantha, Mamillopsis, Cochemiea, Bartschella, Phellosperma und Dolichothele von Mammillaria ab. Craig wiederum hat in seinem Mammillaria Handbook 1945, 238 Arten vorgestellt, ebenso 23 unklassifizierte, sowie 101 unnummerierte und somit 362 Arten anerkannt.

Mammillaria parkinsonii (mit heller Bedornung)
Mammillaria parkinsonii (Blütendetail)

1955 brachte Buxbaum sein Schema und die Untersuchungsergebnisse über die Samenmorphologie und –anatomie heraus. Die besagten, dass die damals zur Gattung Mammillaria gezählten Pflanzen nicht monophyletisch sind, d.h. nicht eines stammesge­schicht­lichen Ursprungs. Diese Systematik mit ihrem Splitting in

Mammillaria sempervivi

viele Gattungen und Untergattungen war zu unüber­sichtlich und für Fachleute und Liebhaber fast unverständlich. Backeberg versuchte dann 1958 – 62 wie Buxbaum die Bedeutung der geographischen Verbreitung mit in die Klassifizierung ein zu bringen und beschrieb 40 neue Arten. Insgesamt erkannte er ca 360 Arten an. Hunt wollte einen Kompromiss zwischen Buxbaum und Schumann finden und veröffentlichte 1971 einen Artikel: „Schumann’s System der Klassifizierung der Gattung Mammillaria.“ Er belies insgesamt 224 Arten darin. Außerdem führte er den neuen Begriff ‚Gruppe‘ ein.

Mammillaria zeilmanniana (deutscher Name Muttertagskaktus)

1981 brachte Pilbeam sein Werk „Mammillaria, a collector’s guide“ heraus. Er übernimmt in Absprache mit Hunt dessen Klassifizierung und erkennt ca. 210 Arten an. Das ausführlichste und beste Werk in deutscher Sprache, über diese Gattung, ist jedoch Reppenhagen zu verdanken. Der 1991 die Monographie Mammillaria in 2 Bänden heraus gab und darin 320 Arten aufführte. Im Jahre 1995 veröffentlichte Lüthy seine Ergebnisse der taxonomischen Untersuchung mit dem AfM zusammen und erkennt nur noch 150 Arten an. Das letzte größere Werk über die Gattung Mammillaria brachte Pilbeam dann 1999 heraus (The Cactus File Handbook) Hier führt er dann 308 Arten und Subspezies auf.
Wie man sieht war es und ist es bis heute eine wechselvolle Geschichte welche diese Gattung unterliegt. Darum muss jeder für sich entscheiden welcher Experte der richtige für die Zuordnung und Namensgebung der eigenen Pflanzensammlung sein soll.

Unser Garten im Vorfrühling

Hepatica nobilis (Leberblümchen)
Primula aurikula Hybride (Aurikel-Primel)

Der März gab sich am Anfang etwas frostig, unser Gartenteich schmückte sich jeden Morgen mit einer Eisschicht. Hochnebel und dichte Bewölkung wechselten sich ab, nur ab und zu gab es richtige sonnige Tage.

Primula vulgaris Hybride (Kissenprimel)

Kurz vor Frühlingsanfang stellte sich ein nass­kaltes Wetter ein, was aber nur von kurzer Dauer war.

gelber Krokus im Schnee

Danach kletterte die Temperatur stetig an, so dass zum Monatsende sogar 24°C erreicht wurden. Mit einem Schlag war es Sommer und die Natur explodierte. Bäume und Sträucher die erst Mitte bis Ende April austreiben konnten das öffnen der Knospen nicht mehr zurück halten.

Primula vulgaris ssp sibthorpii (Faschingsprimel)

Die leuchtenden Farben des Vorfrühlings zeigen sich mit Schneeglöckchen, Krokus und Co. An den bunten Farbklecksen kann man sich gar nicht satt sehen.

Galanthus nivalis (Schneeglöckchen)
Krokusgruppe

Auch die Wildbienen und Hummeln werden von ihnen magisch angezogen.

Osmia cornuta (gehörnte Mauerbiene)
lila Krokus mit Fliege und Wildbiene

Hinter der Hausecke, in einem kleinen, halbschattig gelegenen Bereich des Gartens gedeihen die kunterbunten, bereits im zeitigen Frühjahr, mit ihren Farben prahlenden Saxifraga-Hybriden.

verschiedene Narzissen

Es befinden sich so wohlklingende Namen darunter wie ‚Antonio Vivaldi‘, ‚Beryl Bland‘, ‚Joyce Carruhters‘ oder ‚Peach Melba‘, nur um einige zu nennen.

Saxifraga ‚Antonio Vivaldi‘
Saxifraga ‚Beryl Bland‘

Diese Pflänzchen haben keinen all zu großen Platzbedarf, denn sie wachsen sehr langsam.

Saxifraga ‚Peach Melba‘
Saxifraga ‚Joyce Carruthers‘

Sie gehören in die große Familie der Steinbrechgewächse. Viele davon sind kalkliebend, andere jedoch kommen mit einem ganz normalen Gartenboden zurecht.

Saxifraga ‚Jan Bürgel‘
Saxifraga ‚Christian Huyger‘

Jedes Jahr aufs Neue zeigen sie ihren lange anhaltenden Blütenflor. Auch die kleinen Wildbienen ’stehen‘ darauf.

Eis Landschaften (Ice landscapes)

Heute sind wir unterwegs im Bayrischen Odenwald er ist geprägt vom Buntsandstein. Was man gut an den Ackerböden erkennt, denn die rötliche Färbung überwiegt.

Bayrischer Odenwald-Buntsandstein ©DornenProjekt

An dieser Stelle überschneiden sich der Naturpark Neckartal-Odenwald und der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Es ist das Grenzgebiet zwischen Bayern und Baden-Württemberg.

Bayrischer Odenwald ©DornenProjekt

Die rote Farbe ergibt jedoch einen wunderbaren Kontrast zu den mit dickem Raureif behängten Bäumen und Sträuchern in der Umgebung.

Bayrischer Odenwald ©DornenProjekt

Der Blick ins Tal der Erf wird uns leider vom dichten Nebel verwehrt. Die Erf, wie sie auf bayrischer Seite genannt wird oder Erfa auf Baden-Württembergischer ist ca 40km lang und entspringt bei Ahorn.

Naturpark Neckartal-Odenwald, Erf ©Dornenprojekt

Sie schlängelt sich durch teilweise dichte Waldgebiete aber auch offene Wiesenlandschaften bis sie bei Bürgstadt in den Main fließt. In dem Flüsschen sollen verschiedene Fische vorkommen wie Äsche, Bachforelle, Bachschmerle, Elritze, Hasel, Mühlkoppe und Rotauge¹.

Naturpark Neckartal-Odenwald, Erf ©Dornenprojekt

In diesem Winter hatten wir über längere Zeit tiefere Temperaturen, so dass auch an schnell fließenden Gewässern wie der Erf, zwischen Hardheim und Riedern am Wehr einer ehemaligen Mühle, Eisgebilde an zu treffen waren.

Naturpark Neckartal-Odenwald, Erf ©Dornenprojekt
Naturpark Neckartal-Odenwald, Erf ©Dornenprojekt
Naturpark Neckartal-Odenwald, Erf ©Dornenprojekt

Die frostigen Temperaturen hielten so lange an, bis der Main ebenfalls zu fror. Ein Eisbrecher versuchte vergeblich die Fahrrinne frei zu halten, was zu der Schollenbildung und –anhäufung führte.

Blick auf Miltenberg und Bürgstadt ©DornenProjekt
Main bei Bürgstadt ©DornenProjekt
Main bei Bürgstadt ©DornenProjekt
Main bei Bürgstadt ©DornenProjekt

Wer gerne wandert, dem empfehle ich den Mühlenwanderweg bei Hardheim

Main bei Bürgstadt ©DornenProjekt
Main bei Bürgstadt ©DornenProjekt

Verwandte Themen: Bauland, Tauber, Jagst, Neckar und Hohenlohe
¹Wikipedia